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Full text: Handbuch nachhaltige Entwicklung und globale Verantwortung in Gemeinden und Regionen / Stickler, Therese

handbuch
nachhaltige entwicklung
und globale verantwortung
in gemeinden
und regionen

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DI Elisa

Fotografien Titelseite © Umweltbundesamt
Fotos: Falls nicht anders angegeben © Umweltbundesamt
Dank
Zum Gelingen des Projekts BeFoRe,
dessen Ergebnisse in das vorliegende
Handbuch flossen, haben viele Menschen beigetragen.
Besonderer Dank gebührt der lokalen Aktionsgruppe
der LEADER Region Triestingtal und der Regionsvertretung
Triestingtal für die Teilnahme an angeregten Diskussionen.
Die TeilnehmerInnen der beiden Gruppen des 1. Triestingtaler
BürgerInnenrats haben in ihrer Freizeit wertvolle Beiträge
für die Region erarbeitet – auch sie verdienen besondere
Erwähnung.
Ganz allgemein möchten wir auch noch unseren Dank an all jene
Personen in Gemeinden, Schulen, Ämtern oder Institutionen
sowie KollegInnen im Umweltbundesamt ausdrücken,
die Datensätze für die Indikatoren-Analyse der Region Triestingtal
beigesteuert oder an Projektaktivitäten teilgenommen haben.
Das Projekt BeFoRe wurde aus Mitteln
des Programms zur grenzüberschreitenden
Zusammenarbeit Slowakei – Österreich 2007-2013
und der NÖ Agrarbezirksbehörde,
Fachabteilung Landentwicklung sowie des Ministeriums
für Landwirtschaft und Ländliche Entwicklung
der Slowakischen Republik finanziert.

2

Vorwort
Dem Land Niederösterreich sind die Themen „nach-

Die heutige Gesellschaft forciert das schnelle Leben,

haltige Entwicklung“ und „globale Verantwortung“

in dem der Konsum mit all seinen Folgeerscheinun-

ein besonderes Anliegen. Nachhaltige Entwicklung

gen eine zentrale Rolle spielt. Doch die Frage einer

und globale Verantwortung müssen aber als The-

nachhaltigen Entwicklung ist eines der wichtigsten

men so aufbereitet werden, dass sie von Gemein-

Themen der heutigen Zeit. Denn jeder Schritt, der

den und Bevölkerung als mitgestaltbar erfahren

heute stattfindet, wird seine Spuren in zukünftigen

werden. Im Jänner 2007 beschloss NÖ den Beitritt

Tagen hinterlassen.

zum Global Marshall Plan, bekannte sich weltweit

Es gibt viele Programme, Projekte und Studien, die

zu mehr Gerechtigkeit, Frieden und nachhaltiger

sich mit nachhaltiger Entwicklung beschäftigen.

Entwicklung und entwickelte einen Katalog, der

Auf der ganzen Welt suchen WissenschaftlerInnen,

eine Interpretation der Milleniumsziele aus Sicht

PolitikerInnen und auch viele aufgeschlossene Un-

des Landes Niederösterreichs darstellt. Und das

ternehmerInnen nach geeigneten Lösungen. Doch

neue NÖ Klima- und Energieprogramm 2020 des

der Wandel unserer Gesellschaft muss auch von der

Landes Niederösterreich streicht heraus, dass das

Bevölkerung mitgetragen werden.

Thema „Globale Verantwortung“ nicht nur durch

Mit unserer Arbeit an dem Projekt haben wir

Information, sondern durch aktive Beteiligung

versucht, neue Schritte in der Slowakischen Repu-

erlebbar gemacht werden soll.

blik zu gehen. Mit Hilfe unserer österreichischen
Partner und den im Projekt teilnehmenden slowa-

Das ETZ-Projekt BeFoRe „Ausgestaltung von regio-

kischen Städten und Dörfern bearbeiteten wir die

nalen Beteiligungsprozessen mit dem Fokus globale

folgenden Fragen:

Verantwortung in ländlichen Pilotregionen für Eu-

Was ist nachhaltige Entwicklung? Was sind die

ropa“, aus dem das vorliegende Handbuch entstand,

Kriterien für die Bewertung von nachhaltiger

hatte den intensiven Dialog zu nachhaltiger Entwick-

Entwicklung? Wo stehen wir? Wie können wir un-

lung und globaler Verantwortung mit unterschied-

sere Situation verbessern? Wie können die breite

lichen Stakeholdern, BürgerInnen und SchülerInnen

Öffentlichkeit, LehrerInnen und auch Kinder einge-

zum Ziel. Aktivitäten dazu fanden im niederöster-

bunden werden?

reichischen Triestingtal, in der slowakischen Region

Wir wissen, dass wir nach zwei Jahren intensiver Ar-

der kleinen Karpaten und im grenzüberschreitenden

beit erst am Anfang stehen. Doch wir hoffen, dass

Austausch statt. Wir hoffen, dass das vorliegende

das Wissen, das wir bisher erworben haben, bei der

Handbuch Gemeinden und Regionen unterstützt und

weiteren Vertiefung des Themas helfen wird. Und

Mut macht, unter breiter Einbindung der Bevölkerung

nicht nur uns, sondern allen die an nachhaltiger

Schritte in Richtung einer nachhaltigen Entwicklung

Entwicklung und der Entwicklung der partizipativen

zu gehen.

Demokratie interessiert sind.

DI Christian Steiner

Mgr. Martin Weber

NÖ Agrarbezirksbehörde

Strom života

Fachabteilung Landentwicklung

Bratislava

St. Pölten

Vorwort

3

Inhalt
Vorwort........................................................................................................3
Inhalt...........................................................................................................4
Einleitung....................................................................................................5
Schritt 1: Voraussetzungen abklären................................................................11
Methode.....................................................................................................11
Praxisbeispiel Vorbedingungen......................................................................13
Schritt 2: Stand der nachhaltigen Entwicklung in Gemeinden oder Regionen........17
Methode.....................................................................................................17
Praxisbeispiel Indikatoren der österreichischen Pilotregion...............................20
Praxisbeispiel Indikatoren der slowakischen Pilotregion.................................23
Schritt 3: interner Dialog................................................................................25
Methode....................................................................................................25
Praxisbeispiel Indikatorenanalyse des Triestingtals..........................................26
Indikatorenanalyse der Kleinen Karpaten.......................................................29
Schritt 4: Grenzüberschreitender Austausch....................................................30
Methode..................................................................................................... 30
Praxisbeispiel Vergleichbarkeit der Indikatoren...............................................30
Praxisbeispiel Persönliche Begegnung...........................................................32
Schritt 5: Schulprojekte.................................................................................34
Methode..................................................................................................... 34
Praxisbeispiel „Einmischen erwünscht“...........................................................35
Schritt 6: Information und Beteiligung der Öffentlichkeit.................................37
Methode..................................................................................................... 37
Praxisbeispiel Triestingtaler BürgerInnenrat.....................................................41
Literatur ...................................................................................................... 47

4

Inhalt

Einleitung
Wie kann in Gemeinden und Regionen nachhaltige Entwicklung und globale Verantwortung diskutiert, in Ziele gefasst und umgesetzt werden?
Kann es helfen, wenn Gemeinden und Regionen
sich zu diesem Thema grenzüberschreitend austauschen - auch wenn sie völlig unterschiedliche
gesellschaftliche, kulturelle und wirtschaftliche
Voraussetzungen haben? Und wie kann es gelingen, dass die Diskussion über nachhaltige Entwicklung und globale Verantwortung nicht nur über
ExpertInnen, PolitikerInnen und InteressensvertreterInnen geführt wird, sondern auch die betroffene Bevölkerung und hier vor allem auch SchülerInnen einbezogen werden? Wann und in welcher
Form kann die Bevölkerung überhaupt sinnvoll in
eine solche Diskussion eingebunden werden?

nommen werden, denn nachhaltige Entwicklung
ist ein lebendiger Prozess.
Die aus dem Projekt BeFoRe gezogenen Erkennt-

Im ETZ-Projekt BeFoRe („Ausgestaltung von regionalen Beteiligungsprozessen mit dem Fokus
globale Verantwortung in ländlichen Pilotregionen für Europa“) machten sich eine österreichische
und eine slowakische Region auf, um für diese Fragen im gegenseitigen Austausch geeignete Wege
zu finden: das Triestingtal in Niederösterreich und

nisse sind im vorliegenden Handbuch so aufbereitet, dass in jedem Projektschritt zuerst die Methode und dann die praktische Anwendung in den
Pilotregionen beschrieben werden. Die genauen
Hilfsmittel wie z.B. alle verwendeten Indikatoren
oder die Kriterien für die Auswahl der Regionen
finden sich zum Nachlesen und Anwenden entwe-

die Kleinregion Kleine Karpaten in der Slowakei.

der direkt im Text oder als Beilage.

Das vorliegende Handbuch soll einerseits Anlei-

Das Handbuch gibt eine schrittweise Anleitung

tung zur Umsetzung, andererseits auch Anregung
zur Weiterentwicklung und Abänderung geben.
Auch im Fall des Projekts BeFoRe war es manchmal notwendig, Methoden anzupassen und auf die
unterschiedlichen Geschwindigkeiten und Schwerpunkte der jeweiligen Region einzugehen. Gemeinden mit benachteiligten Standorten oder strukturschwache Regionen sollten nicht als „schlechte“
oder „schwächere“ Gemeinden/Regionen beurteilt
werden, sondern Anregung und Unterstützung
erhalten. Auch neue gesellschaftliche Fragen und
Entwicklungen sollten in die Diskussion aufge-

für den Aufbau von - auch grenzüberschreitenden
- Prozessen in Gemeinden und Regionen zum Thema nachhaltige Entwicklung und globale Entwicklung. Es zeigt wie diese - oft als abstrakt und
abgehobenen empfundenen - Begriffe erfassbar
und messbar gemacht, in Ziele umgewandelt und
umgesetzt werden können. Es ist eine Einladung,
sich an neue zukunftsfähige oder globale Themen
heranzuwagen und mutige Schritte bei der Einbindung der Bevölkerung zu setzen. Es soll eine
Verführung sein, sich mit dem Thema nachhaltiger Entwicklung auf den Weg zu machen.

Einleitung

5

Aufbau des Handbuchs
Der erste Schritt beinhaltet einen Vorschlag für

oder fängt man ganz von vorne an? Diese Fragen

die Auswahl von geeigneten Gemeinden und Re-

sind ausschlaggebend für die Gestaltung eines

gionen. Gibt es in einer Gemeinde oder Region

Vorhabens zum Thema nachhaltige Entwicklung.

schon Strukturen und Erfahrungen zum Thema

Die im Rahmen des Projekts erstellte Kriterienlis-

nachhaltige Entwicklung und/oder globale Ver-

te ermöglicht einen ersten Überblick, auf dem die

antwortung, auf denen aufgebaut werden kann

Planung des Prozessdesigns aufbauen kann.

Schritt 1: Voraussetzungen abklären

Schritt 2: Stand der nachhaltigen
Entwicklung in Gemeinden oder
Regionen
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Schritt 3: Interner Dialog
Schritt 5: Schulprojekte
Schritt 4: Grenzüberschreitender
Austausch

Schritt 6:
Beteiligung der Öffentlichkeit

6

Einleitung

© Südwind
Im zweiten Schritt wird eine Methode zur Bestim-

Im vierten Schritt ist beschrieben, wie ein auf Indika-

mung derzeitiger Stärken und Schwächen von Ge-

toren basierender grenzüberschreitender Austausch

meinden oder Regionen gezeigt, die sich auf die

zum Stand nachhaltiger Entwicklung und globaler

Verwendung von quantitativen und qualitativen In-

Verantwortung gestaltet werden kann.

dikatoren stützt. Das gewählte Indikatoren-System
ermöglicht auch grenzüberschreitende Vergleiche

Der fünfte Schritt hat die Verknüpfung von Ergeb-

und einen länderübergreifenden Austausch zu nach-

nissen aus Schulprojekten zum Thema nachhaltige

haltiger Entwicklung. Im vorliegenden Bericht wird

Entwicklung und globale Verantwortung mit Ge-

zuerst allgemein auf Indikatorenansätze eingegan-

meinde- und Regionsprozessen zum Thema. Wei-

gen und die Weiterentwicklung schon vorhandener

tere Informationen dazu finden sich im Handbuch

Indikationen dargestellt. Dann wird beschrieben,

„Global actions schools 2 regions“, das ebenfalls im

wie das gewählte Modell in der österreichischen

Rahmen des Projekts entstand.

und der slowakischen Pilotregion angewandt und
Im sechsten Schritt wird auf die Einbindung der

welche Ergebnisse dabei erzielt wurden.

Bevölkerung eingegangen: Wer kann zu welchem
In den Pilotregionen gab es ganz unterschiedliche

Zeitpunkt zu welchem Zweck sinnvoll eingebunden

Vorgehensweisen, diese Indikatoren gemeinsam mit

werden? Hier wird neben den theoretischen Grund-

der Vertretung der Gemeinden oder Regionen zu

lagen auch ein Praxisbeispiel, der 1. Triestingtaler

diskutieren. Dazu dienten, wie im dritten Schritt vor-

BürgerInnenrat, vorgestellt.

gestellt wird, regions- oder gemeindeinterne Dialoge.
Das sind im Fall des Projekts BeFoRE Diskussionen mit

Beilagen: Als PDF-Datei gesondert zum Download

Bürgermeistern, Regionsvertretern, Interessensver-

bereitgestellt finden sich die österreichischen und

tretern und in der Region aktiven Personen aus dem

slowakischen Indikatoren.

sozialen, kulturellen oder schulischen Bereich.

Was ist nachhaltige Entwicklung?
Wie kann ein gutes, erfülltes und nachhaltig geführ-

Viele Definitionen nachhaltiger Entwicklung orien-

tes Leben für alle Menschen aussehen? Vielleicht ist

tieren sich am Brundtland-Report: „Nachhaltige

dies die Schlüsselfrage, die hinter allen Diskussionen,

Entwicklung ist eine Entwicklung, die den Bedürf-

Vorhaben und Strategien zu nachhaltiger Entwick-

nissen der heutigen Generation entspricht, ohne die

lung steht.

Möglichkeiten künftiger Generationen zu gefährden,
ihre eigenen Bedürfnisse zu befriedigen und ihren

Wie möchten wir leben und wie sollen wir leben, da-

Lebensstil zu wählen“. Die Forderung, diese Entwick-

mit nicht nur wir, sondern einerseits die Menschen

lung dauerhaft zu gestalten, gilt für alle Länder

auf der ganzen Welt und andererseits auch unsere

und Menschen. Die Möglichkeit kommender Gene-

Nachkommen ein menschenwürdiges, gutes Leben

rationen, ihre eigenen Bedürfnisse zu befriedigen,

in einer intakten Umwelt führen können?

ist jedoch durch Umweltzerstörung gefährdet.

Einleitung

7

Erdgipfel für nachhaltige Entwicklung 2002 in Johannesburg setzte verstärkt auf die Umsetzung von Maßnahmen und auf die Verantwortung von Unternehmen.
Im Juni 2012 fand der dritte Erdgipfel für nachhaltige
Entwicklung Rio+20 statt. Der inhaltliche Fokus lag
dabei auf Green Economy sowie den institutionellen
Rahmenbedingungen nachhaltiger Entwicklung.
Auf europäischer Ebene wurde nachhaltige Entwicklung in der Strategie der Europäischen Union für nachhaltige Entwicklung sowie der Wachstumsstrategie der EU
für das kommende Jahrzehnt „Europa 2020” thematisiert.
Auf nationaler Ebene wurden in Österreich in der Nachhaltigkeitsstrategie des Bundes (NSTRAT) sowie auf
nationaler und Bundesländerebene in der Österreichischen Strategie Nachhaltige Entwicklung (ÖSTRAT)
langfristige Ziele zur nachhaltigen Entwicklung festgeNachhaltige Entwicklung ist ein lebendiger Prozess, der

schrieben. Themen, die ebenfalls für nachhaltige Ent-

die ausgewogene Berücksichtigung ökologischer, sozi-

wicklung oder Teilbereiche von nachhaltiger Entwick-

aler und wirtschaftlicher Ziele verfolgt. Die natürlichen

lung relevant sind finden sich jedoch auch in vielen an-

Ressourcen der Erde bilden dabei die absoluten Gren-

deren Strategien und Politiken, wie der Österreichischen

zen der wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Nut-

Strategie zur Anpassung an den Klimawandel, dem

zung. Eine nachhaltige gesellschaftliche Entwicklung

Österreichischen Raumentwicklungskonzept etc.

hat eine hohe Lebensqualität aller Menschen zum Ziel,
dieses muss allerdings möglichst umweltschonend er-

In Niederöstereich betrifft nachhaltige Entwicklung the-

reicht werden. Nachhaltige Entwicklung (die auch Zie-

matisch unter anderem folgende regionale Strategien

le wie Änderung der Lebensstile, Armutsbekämpfung,

und Programme: das NÖ Klima- und Energieprogramm

Schutz der natürlichen Ressourcen beinhaltet) braucht

2020, die Lokale Agenda 21 Niederösterreich (Gemein-

ein sorgfältiges Abwägen aller Vor- und Nachteile

de 21), das Bodenbündnis und das Klimabündnis.

auf der sozialen, ökologischen und wirtschaftlichen
Ebene, um möglichst gut aufeinander abgestimmte

In der Slowakei gibt es zum Thema nachhaltige Ent-

Maßnahmen quer durch alle Bereiche zu erreichen.

wicklung die Lokale Agenda 21, die nationale Strategie für nachhaltige Entwicklung (National Strategy for

8

Wichtige internationale Schritte zum Thema nachhal-

Sustainable Development for the Slovak Republic) und

tige Entwicklung fanden durch den ersten Erdgipfel für

den dazugehörigen Aktionsplan (Sustainable Develop-

nachhaltige Entwicklung 1992 in Rio de Janeiro statt.

ment Action Plan in Slovakia for years 2005 - 2010). Die

Dort geschah die Verankerung von nachhaltiger Ent-

slowakischen Gemeinden haben freie Wahl in Sachen

wicklung als normatives, internationales Leitprinzip. Der

nachhaltiger Entwicklung. Die Aktivitäten der Gemein-

Einleitung

den müssen sich jedoch innerhalb der Hauptziele und
Bereiche der Regierung bewegen. Es gibt derzeit nur
sehr wenige Gemeinden, die versuchen nachhaltige
Entwicklung – zwar nicht als eigenes Thema sondern
integriert in andere Bereiche - zu berücksichtigen.
Globale Verantwortung: Alles was wir tun und wie wir
leben, hat nicht nur eine Wirkung auf unseren unmittelbaren Lebensraum, sondern in verschiedener Intensität auch auf andere Länder. Nachhaltige Entwicklung
ist auch eine Entwicklung, in der ein Ausgleich von
Bedürfnissen zwischen Nord und Süd und den heutigen und zukünftigen Generationen geschaffen wird.
Nachhaltige Entwicklung als auch globale Verantwortung sind oft etwas abgehoben wirkende Konzepte.
Sie können jedoch durchaus auf den Boden und begreifbar gemacht werden:

•

Durch bessere Verdeutlichung globaler Zu-

•

Ähnliche Fragen stellen sich im Bereich

sammenhänge und Zusammenleben in der einen

des Klimawandels. Wir Menschen in den west-

Welt. Eine Methode dazu ist der ökologische Fußab-

lichen Nationen sind hauptverantwortlich für die

druck, der darstellt, wieviel Fläche (Biokapazität/

Zunahme des CO2-Ausstoßes. Doch Menschen in

Natur) wir mit unserem westlichen Lebensstil und

Entwicklungsländern werden ebenfalls negative

Konsumgewohnheiten beanspruchen.

Auswirkungen eines sich änderndes Klimas tra-

•

gen müssen, das derzeit schon bestehende ProWürden alle Menschen so ressourcen-intensiv

bleme wie Trockenheit, Dürre oder Stürme und

leben wie z.B. in Österreich, so bräuchte es mindes-

Hochwasser verstärken wird. Zusätzlich haben

tens drei Planeten von der Qualität der Erde. Obwo-

diese Menschen oft weder die institutionellen

hl Milliarden Menschen mit weniger als ihrem fairen

Rahmenbedingungen, noch genug Bildung oder

Anteil auskommen müssen, ist es in Österreich (noch)

finanzielle Mittel, um hier Gegenmaßnahmen zu

nicht möglich, durch individuelle Maßnahmen einen

treffen.

gerechteren Ressourcenverbrauch zu erreichen. Dazu
sind auch Änderungen in der Art und Weise nötig, wie

•

wir als Gesellschaft insgesamt wirtschaften, produzie-

gelebt werden, etwa durch den Kauf von Produkt-

ren und konsumieren. Dazu müssen wir auch politisch

en aus fairem Handel, Vermeidung von Produkt-

aktiv werden und gemeinsam die Rahmenbedingung-

en aus Kinderarbeit, durch aktive Teilnahme am

en verändern. Nicht zuletzt wird es nötig sein, zu fra-

Klimabündnis oder durch weniger Fleischkonsum

gen, was wir wirklich unter „gutem Leben” verstehen.

und Reduktion von individueller Mobilität.

Einleitung

Globale Verantwortung kann auch vor Ort

9

Systemwissen: Systemwissen beschäftigt sich mit den
Wechselwirkungen zwischen Umwelt und Gesellschaft.
Im vorliegenden Projekt wurde es beispielsweise durch
eine Status-quo Analyse mittels Indikatoren erarbeitet,
die zeigt, wo die beiden Pilotregionen bei nachhaltiger
Entwicklung stehen.
Zielwissen: Das Ziel nachhaltiger Entwicklung lässt
sich – im Gegensatz zum Ziel des Wirtschaftswachstums – nicht einheitlich und in einer für alle Kommunen/Regionen gleichen Art und Weise festlegen. Das
Ziel nachhaltiger Entwicklung kann auch nicht durch
Politik oder Wissenschaft „von oben“ bestimmt sein,
sondern muss im Dialog zwischen allen Betroffenen
ausverhandelt werden. Was ist das Ziel nachhaltiger
Entwicklung in der Region? Im österreichischen Pilotprojekt wurden dazu Schulprojekte zu Nachhaltigkeit und Nicht-Nachhaltigkeit durchgeführt und
dann den jeweiligen BürgermeisterInnen übergeben.
Zusätzlich fand ein BürgerInnenrat zum Thema „Wie
soll sich das Triestingtal entwickeln?“ statt, dessen
Ergebnisse der Regionsvertretung überreicht wurden. In der slowakischen Politregion wurden in den
Gemeinden Aktionspläne für Verbesserungen im
Sinne der nachhaltigen Entwicklung erarbeitet und
in einem partizipativen Prozess getestet.
Transformationswissen ist Wissen darüber, wie
nachhaltige Entwicklung umgesetzt werden kann.
Es fand in BeFoRe im Rahmen der Schulprojekte als
Bildung für nachhaltige Entwicklung hat zum Ziel,

auch beim grenzüberschreitenden Austausch, in

die Menschen zur aktiven Gestaltung einer ökolo-

dem weitere Projekte zum Thema nachhaltige Ent-

gisch verträglichen, wirtschaftlich leistungsfähigen

wicklung vorgestellt und diskutiert wurden, statt. Hier

und sozial gerechten Umwelt unter Berücksichtigung

gab es besonderes Augenmerk auf Barrieren und Ge-

globaler Aspekte zu befähigen.

lingensfaktoren nachhaltiger Projekte. Ein weiteres
Beispiel für Transformationswissen ist etwa das Inte-

10

Im Rahmen des Projekts wurden verschiedene Arten

resse eines Bürgermeisters, seine Gemeinde zur Fair

von Wissen geschaffen, die für nachhaltige Entwick-

Trade-Gemeinde zu machen und die Diskussion über

lung bedeutsam sind:

die Schritte zur Umsetzung mit dem Projektteam.

Einleitung

Schritt 1:

Voraussetzungen abklären
Methode
Im vorliegenden Kapitel wird eine Methode zur Abklärung der Voraussetzungen für Prozesse zu nachhaltiger Entwicklung vorgestellt. An Hand von Beispielen
aus Niederösterreich und der Slowakei wird gezeigt,
wie unterschiedlich diese Methode angewandt werden kann. Die Methode wurde der jeweiligen Pilotregion angepasst, um die Besonderheiten des
administrativen und politischen Systems zu berücksichtigen. Zusätzlich zeigte sich, dass nachhaltige
Entwicklung und globale Verantwortung in Österreich und der Slowakei unterschiedlich intensiv diskutiert und auch unterschiedlich wahrgenommen
werden. Alle Kriterien zur Abklärung von Voraussetzungen mussten daher nicht nur die Projektziele abbilden, sondern auch die jeweiligen Rahmenbedingungen der Regionen/Gemeinden.
Projekte zu nachhaltiger Entwicklung können von Gemeinden und Regionen selbst kommen oder
von außen als Idee an Gemeinden und Regionen herangetragen werden.

•

Wenn eine Region/eine Gemeinde schon vorab weiß, dass sie sich mit dem Thema nachhaltige Entwicklung

•

Wenn das Thema von außen hereingetragen wird, braucht es ebenfalls einige Überlegungen, ob das Projekt

stärker befassen möchte, dann ist der hier vorgestellte Schritt eine erste Umfeldanalyse für ein geplantes Projekt.

in der jeweiligen Region/ Gemeinde wirklich gut angesiedelt ist. Dabei kann eine Kriterienliste, wie sie hier
vorgestellt wird, unterstützend sein.

Erste Schritte sind:
I.

Falls ein Projekt nicht in einer einzelnen Gemeinde, sondern in einer Region stattfinden soll, braucht es ein
gemeinsames Verständnis für den Begriff „Region”. Eine Region wird durch eine Homogenität eines Gebiets
definiert z.B. als administrative Einheit (Bezirksgrenzen, NUTS), nach landschaftlichen/geografischen Merkmalen
(etwas einem Einzugsgebiet eines Flusses), nach sozio-kulturellen Faktoren (ethnisch, sprachlich, religiös),
durch die Unterscheidung urban – suburban - ländlich, oder durch seine Funktionalität und wirtschaftlichen
Merkmale (Wirtschaftsraum).

II. Gibt es schon erste Ideen, Vorkontakte, konkrete Wünsche?
Wichtig für den Aufbau eines durch die Mitwirkung vieler Beteiligten (wie etwa GemeindevertreterInnen,
Schulen, Bevölkerung, Regionsvertretung) relativ komplexen Projektes ist die Klärung der Projektumgebung.
Wichtig sind auch Überlegungen zur Positionierung des Projektes um eine möglichst gute Abstimmung mit
schon laufenden Aktivitäten zu erreichen und Parallelarbeiten oder im schlimmsten Fall konträre Entwicklungen
zu vermeiden.

Schritt 1: Voraussetzungen abklären

11

Basis Information der Region/Gemeinde
Name:
Fläche:
Einwohner:
Wirtschaftliche Schwerpunkte:
Anzahl der Schulen:
Falls Region: Anzahl der Gemeinden in der Region:
Falls Region: Art der Region (Definition):
Sonstige Information:
Kriterien

Ja

Vorbedingungen und Projekt-Umgebung
Falls um Förderung angesucht werden soll: Entspricht die Gemeinde/ die Projektregion den Förderkriterien?
Hat die Gemeinde/die Region schon Erfahrung zu nachhaltiger Entwicklung und/oder globaler Verantwortung?
Kann auf bestehenden Erfahrungen aufgebaut werden?
Gibt es schon gute Kontakte und event. gemeinsame Projekterfahrungen auch mit Schlüsselpersonen in der
Gemeinde/Region?
Wo gab es in der Vergangenheit Schwierigkeiten/ Konflikte? Könnten alle Unstimmigkeiten, die den Erfolg des
Projekts eventuell gefährden, gelöst werden?
Hat die Gemeinde/Region einen besonders hohen Bedarf oder sehr starkes Interesse am Thema des Projekts?
Gibt es schon Kontakte zu den Medien der Gemeinde/Region?
Für grenzüberschreitende Projekte: Hat die Gemeinde/Region schon einmal grenzüberschreitend
zusammengearbeitet?
Politische Unterstützung
Ist vorauszusehen, daß das Projekt breite politische Unterstützung der Gemeinde/Region erhält?
Kann ausgeschlossen werden, dass es starke politische Opposition gegen das Projekt gibt?
Gibt es eine Zustimmung der Gemeinde/Region, aktiv am Projekt teilzunehmen und Ressourcen in Form von
Personal und Fachwissen zur Verfügung zu stellen?
Hat die Region/die Gemeinde schon überlegt, welche Art von Wissen zu nachhaltiger Entwicklung sie vorrangig
brauchen würde?
Ist sichergestellt, dass nicht zu viele Aktivitäten (Regionsentwicklung, Beteiligungsprozesse, Forschungsprojekte
etc.) in der Gemeinde/Region stattfinden und das Projekt deshalb nicht genug Aufmerksamkeit erfährt oder
Parallelarbeit geschieht?
Gibt es Projekte/Aktivitäten/Prozesse, an denen das Projekt gut ansetzen kann, auch wenn die
Zusammenhänge etwa zu globaler Verantwortung nicht sofort auf der Hand liegen?
Können das Projekt bzw. die Ergebnisse des Projekts auch über die Projektlaufzeit hinweg in der
Gemeinde/Region verankert bleiben und Wirkung zeigen?
Schulen
Befinden sich in der Gemeinde/Region Schulen, die motiviert werden könnten, am Projekt teilzunehmen?
Gibt es schon bestehende Kontakte zu diesen Schulen?
Wurden schon gemeinsame Projekte mit Schulen gemacht?
Partizipation (Interessensvertreter und breite Öffentlichkeit)
Gibt es in der Gemeinde/Region schon Erfahrungen mit Beteiligungsprozessen?
Wenn ja, waren diese Erfahrungen positiv?
Sind die politisch Verantwortlichen in der Gemeinde/Region bereit, eine Öffentlichkeitsbeteiligung
durchzuführen, ihre Ergebnisse in Betracht zu ziehen und wertschätzend zu behandeln?
Gibt es Schlüsselpersonen in der Gemeinde/Region, die für das Projekt begeistert werden und als Verankerung
dienen können?

Beispiel für eine Kriterienliste

12

Schritt 1: Voraussetzungen abklären

Nein

Offen

Anmerkungen

Eine Kriterienliste ist nicht nur ein Werkzeug für die

Kriterien sind jene, die sicherstellen sollen, dass die

Auswahl von geeigneten Regionen/Gemeinden für

jeweiligen Ziele umgesetzt werden können.

Prozesse zu nachhaltiger Entwicklung, sondern bietet

Sind die Minimum-Kriterien nicht erfüllt, kann mit der

auch die Möglichkeit Muss-Kriterien und zusätzliche

Gemeinde/Region in Kontakt getreten werden, um

Kriterien (Bonus-Kriterien) festzulegen. Die Muss-

diese noch zu verbessern (wenn möglich).

Praxisbeispiel Vorbedingungen
Überlegungen für die Regions-/Gemeindeauswahl bei grenzüberschreitenden Projekten waren im Projekt BeFoRe z.B.:

•

Gibt es (ländliche) Regionen/Gemeinden in der Slowakei oder Österreich, die schon Erfahrung betreffend
nachhaltige Entwicklung oder globale Verantwortung haben?

•

Ist es sinnvoll, auf solchen Erfahrungen aufzusetzen oder sollen Regionen/Gemeinden, in denen es noch
keine Aktivitäten gibt, motiviert werden?

•

Soll eine unerfahrene mit einer erfahreneren Gemeinde/Region gemischt werden?

Im Projekt BeFoRe wurden unter Region benachbarte

benachbarte Gemeinden in den Kleinen Karpaten als

Gemeinden verstanden. Im österreichischen Pilotpro-

Pilotregion zusammengefasst.

jekt nahm die LEADER-Region Triestingtal, bestehend
aus 12 Gemeinden, die noch dazu durch die gemeinsa-

Bedingt durch die unterschiedliche Erfahrung in den

me Tallage geografisch verbunden sind, teil. Im slo-

beiden Ländern mit nachhaltiger Entwicklung kön-

wakischen Pilotprojekt wurden mehrere interessierte

nen diese beiden Regionen auch unterteilt werden in:

•
•

Eine Region mit Erfahrung zu Themen nachhaltiger Entwicklung (Triestingtal)
Eine Region mit eher geringer Erfahrung beim Thema nachhaltige Entwicklung (Kleine Karpaten).

Kernkriterien im Projekt BeFoRe:
Politische Unterstützung: Regionen/Gemeinden in

sollten eine gute Chance haben, auch nach Projekten-

denen die politische Unterstützung für das Projekt

de zu wirken.

schwach ist oder gar fehlt, sollten nicht ausgewählt
werden. Es braucht die aktive Mitarbeit und Unterstützung, um nachhaltige Prozesse langfristig wirk-

Schulkooperationen: in der Region/der Gemeinde gibt
es Schulen, die motiviert werden können, am Projekt

sam werden zu lassen.

teilzunehmen.

Langfristigkeit: Die Projektergebnisse und die Pro-

Förderregeln: Die Gemeinde/Region ist geografisch so

zesse, die durch das Projekt in Gang gesetzt wurden,

gelegen, dass sie am Förderprogramm teilnehmen kann.

Schritt 1: Voraussetzungen abklären

13

Die LEADER Region Triestingtal (© Region Triestingtal)

Die Auswahl der österreichischen
Pilotregion
Im österreichischen Pilotprojekt wurde die Kriterienliste als unterstützende Methode benutzt, um zu kontrollieren, ob alle notwendigen Punkte berücksichtigt und
mit den RegionsvertreterInnen besprochen wurden.
Durch die geografische Beschränkung des Förderprogramms gab es nur eine gewisse Anzahl von Regionen,
die für die Teilnahme am Projekt angesprochen werden
konnten.
Ergänzend zur Kriterienliste wurde eine Darstellung
des Arbeitsaufwandes für die interessierte Region
erstellt, um zeigen zu können, wie viel Aufwand auf
die Region zukommen würde (der Aufwand für die
Haupt-Ansprechperson in der Region war wegen
Koordinierungstätigkeiten allerdings größer).
Dieser genaue Aufgabenkatalog war überaus wichtig,
um die geplanten Tätigkeiten in das jeweilige Arbeitsprogramm einfließen lassen zu können und die erforderlichen Ressourcen bereitzustellen.

14

Schritt 1: Voraussetzungen abklären

Beispiel Aufgabenkatalog

Konkretisierung der Projektschritte mit RegionsvertreterInnen
Ziel: Gemeinsame Übereinkunft, wie das Projekt am besten mit laufenden und geplanten Tätigkeiten
abgestimmt werden und die Ziele der Region bestmöglich unterstützen kann. Übereinkunft zu
Medienkontakten und der BürgerInnenbeteiligung.
Arbeitsaufwand der Region: 2-3 ca. 2,5-stündige Treffen mit Projektteam und LEADER-Management.

Stand der nachhaltigen Entwicklung in der Region
Ziel: Darstellung des Status Quo der nachhaltigen Entwicklung (mit besonderem Fokus
auf globale Gerechtigkeit) der Region.
Arbeitsaufwand der Region:
Zwei Workshops zur Diskussion des Indikatorensets mit Regionsvertretern für qualitative Beurteilungen
und eventuelle Verbesserungen (Kürzungen, Ergänzungen, Formulierungen etc.):
2x 1 Personentage für LEADER-Management, 2x 2,5 Personentage für die Regionsvertretung.
Fehlende Informationen zu Projekten/Strategien etc. werden ausgefüllt:
1 Personentag für das LEADER-Management.

Die Auswahl der slowakischen
Pilotregion
Die Ausgangslage im slowakischen Pilotprojekt unterschied sich von der österreichischen Situation. In der
Slowakei gibt es einige ländliche Regionen, die Erfahrung mit Teilbereichen nachhaltiger Entwicklung
haben. In den meisten Fällen sind dies durch die EU
geförderte Projekte zu Themen wie bessere Abfallbehandlung in Unternehmen oder Wasseraufbereitung.
Breit aufgesetzte Projekte, wie LA (Lokale Agenda)
21-Prozesse, finden in der Slowakei kaum statt.
Deshalb war klar, dass die slowakische Pilotregion nur
kein oder geringes Vorwissen zum Thema nachhaltige Entwicklungen haben würde. Es gab aber teilweise
schon Erfahrungen mit informaler BürgerInnenbeteiligung, wobei diese meist aus kleinen Gruppen aktiver BürgerInnen bestanden oder BürgerInnen mit
sehr guten Beziehungen zu RegionsvertreterInnen.
Strukturierte Öffentlichkeitsbeteiligung, wie sie etwa
in LA21-Prozessen oder anderen partizipativen Aktivitäten stattfinden kann, ist noch eine Seltenheit.

Schritt 1: Voraussetzungen abklären

15

16

Die slowakischen Partner hatten zum Ziel, Regionen

gende Kriterienliste auszufüllen. Diese slowakische

oder Gemeinden zu motivieren, sich überhaupt mit

Kriterienliste basierte auf dem oben vorgestellten

dem Thema nachhaltige Entwicklung auseinander-

Kriterienkatalog, wurde aber von den slowakischen

zusetzen. Wichtig war also das starke Interesse, sich

Projektpartnern angepasst und ergänzt. Zusätzlich

mit dem Thema zu beschäftigen. Um möglichst in-

wurde den Gemeinden erklärt, welche Vorteile es

teressierte Teilnehmer zu finden, wurden 110 Ge-

bringen kann, sich mit nachhaltiger Entwicklung zu

meinden angeschrieben und gebeten, eine beilie-

beschäftigen.

Schritt 1: Voraussetzungen abklären

Schritt 2:

Stand der nachhaltigen
Entwicklung in Gemeinden
oder Regionen
Methode

Wo steht eine Gemeinde, eine Region wenn es um
nachhaltige Entwicklung geht?
Es gibt zur Beantwortung dieser Frage unterschiedliche Möglichkeiten, und eine davon ist es, sich mit
Hilfe von Nachhaltigkeitsindikatoren dem Thema zu
nähern.
Das Ziel nachhaltiger Entwicklung lässt sich – im Gegensatz zum Ziel des Wirtschaftswachstums – auch
nicht eindeutig und für alle Kommunen/Regionen
gleich festlegen. Politik oder Wissenschaft können
das Ziel nachhaltiger Entwicklung nicht allein
bestimmen, sondern müssen es im Dialog zwischen
allen Betroffenen ausverhandeln.
In Gemeinden oder Regionen finden oft Prozesse statt, die sich manchmal auf alle Bereiche
nachhaltiger Entwicklung (etwa bei Leitbilderstellungen) beziehen oder nur einzelne Teilbereiche
behandeln. Eine methodische Frage der Messbarkeit stellt sich, weil Ziele und Wirkungen solcher
Nachhaltigkeitsprozesse völlig unterschiedlich aussehen können. Sie lassen sich deswegen auch
nur schwer mit einem einheitlichen Indikationenmodell erfassen.

Die Bewertungsmethoden für nachhaltige Entwicklung bilden zwei Blöcke:

•
•

Qualitativ-beschreibende Ansätze
Auf quantitativen Indikatoren basierte Ansätze

Bei internationalen Vergleichen muss zusätzlich von

Eine ganz besondere Herausforderung stellen Schwel-

oft völlig unterschiedlichen institutionellen, sozialen

lenwerte dar: ab wann ist etwas nachhaltig? Was ist

und wirtschaftlichen Voraussetzungen von Gemein-

eindeutig nicht nachhaltig? Und wie können hier

den und Regionen ausgegangen werden.

internationale Vergleiche stattfinden?

Wie weit ist nachhaltige Entwicklung überhaupt

Trotz all dieser offenen methodischen Fragen kann ein

von Gemeinden und Regionen bestimmbar? Sollen

Indikatoren-System zumindest eine Grundlage für Ver-

Indikatoren, die durch gesetzliche Vorschriften und

gleiche und den Austausch zu nachhaltiger Entwicklung

Rahmenbedingungen oder durch externe Wech-

bilden, die auch grenzüberschreitend angewandt werden

selwirkungen (z.B. Wirtschaftsentwicklung) gekenn-

kann. Immer im Hinterkopf sollte dabei das Bewusstsein

zeichnet sind, überhaupt aufgenommen werden?

sein, dass Indikatoren nur eine Annäherung an die Dar-

Schritt 2: Stand der nachhaltigen Entwicklung in Gemeinden oder Regionen

17

stellung nachhaltiger Entwicklung sein können. Quanti-

entwicklung eines schon vorhandenen Indikatoren-

tative Indikatoren können nur das abbilden, was messbar

modells dargestellt. Dann wird beschrieben, wie

und erfassbar ist und wofür es Daten gibt, nicht jedoch

das gewählte Modell in der österreichischen und

ein Bild der Wirklichkeit in all ihren Facetten darstellen.

der slowakischen Pilotregion angewandt und

Im vorliegenden Kapitel wird zuerst allgemein auf

welche Ergebnisse dabei erzielt wurden.

Indikatorenansätze eingegangen und die Weiter-

Vergleichbarkeit der Indikatorensysteme zur Messung
nachhaltiger Entwicklung
Das österreichische nationale Nachhaltigkeitsindika-

für einzelne Bereiche des Indikatorensystems als Aus-

torensystem Monitoring für nachhaltige Entwicklung

gangspunkte für die Schwellenwerte lokaler und re-

(MONE) konzentriert sich nur auf die nationale und

gionaler Indikatorensysteme dienen, wenn keinerlei

nicht auf die lokale oder regionale Ebene nachhalti-

lokale oder regionale Vergleichswerte vorliegen.

ger Entwicklung. Deshalb wurden diese Indikatoren
nicht in der Weiterentwicklung des vorliegenden Indikatorensystems berücksichtigt. Allerdings können die
im Rahmen der MONE-Evaluierung erhobenen Werte

Der Vergleich mit dem österreichischen Indikatorensystem kann aber interessant sein, wenn es darum geht,
aufzuzeigen, ob es Regionen gelingt, nicht-nachhaltige
Trends zu brechen, wie Flächenversiegelung, Ressourcenverbrauch oder Emissionen von Treibhausgasen.
Manche der in der Literatur zu verschiedenen Bewertungsansätzen vorgeschlagenen Indikatoren weichen zum Teil erheblich voneinander ab, während
einige Indikatoren, wie Energieverbrauch, Abfallaufkommen, die Anzahl der PKW/Einwohner oder
die Arbeitslosenrate immer wieder vorgeschlagen
werden und als Kernindikatoren betrachtet werden
können. Die Mehrzahl dieser Kernindikatoren findet
sich auch im Indikatorenset von Denkstatt, das Ausgangspunkt für das im Projekt BeFoRe verwendete
Indikatorenset war.

18

Schritt 2: Stand der nachhaltigen Entwicklung in Gemeinden oder Regionen

Die Unterschiedlichkeit der Indikatorenmodelle

werden und in denen oft sehr individuelle Nachhal-

spiegelt wider, dass es sich bei nachhaltiger Ent-

tigkeitsprozesse auf verschiedenen Ebenen (z.B.

wicklung um mehrjährige Prozesse handelt, die

ländliche Gemeinde, Stadt, Bezirk) durchgeführt

durch unterschiedliche Akteure ins Leben gerufen

werden.

Die für das Projekt BeFoRe ausgewählten Indikatoren sollten folgende
Voraussetzungen erfüllen:

•

Aussagekraft: der gewählte Indikator soll dazu dienen, einen Teilbereich der sozialen, ökologischen oder
wirtschaftlichen nachhaltigen Entwicklung zu beschreiben. Die Indikatoren sollen entweder
aus Leitbildern oder Strategien zu nachhaltiger Entwicklung abgeleitet werden oder nach Einschätzung
der befragten RegionsvertreterInnen wichtig für die Gemeinden/die Region sein.

•

Datenverfügbarkeit: Ein Auswahlkriterium für die Indikatoren war die Verfügbarkeit von Datensätzen
für die Gemeindeebene oder Regionsebene.

•

Beeinflussbarkeit: Zusätzlich wird auch berücksichtigt, wie stark sich der Indikator auf kommunaler
Ebene bzw. von der Region beeinflussen lässt.

Die Auswahlkriterien konnten nicht immer in allen
drei Bereichen gleich stark eingehalten werden, um
einen Überhang der ökonomischen Indikatoren (hier
gibt es die meisten verfügbaren Daten) zu Ungunsten
der sozialen oder ökologischen Indikatoren zu vermeiden. Der Wunsch nach einem aussagekräftigen
Indikatorenset, das eine hohe Plausibilität von Aussagen zur sozialen, ökonomischen und ökologischen
Situation mit möglichst geringem Aufwand für Datenbereitstellung ermöglicht, konnte nur in einem eingeschränkten Ausmaß verwirklicht werden. Eine Unabhängigkeit der Indikatoren gegenüber externen und
von einer Gemeinde nicht beeinflussbaren Einflüssen
ist bei nur wenigen Indikatoren gegeben.

Schritt 2: Stand der nachhaltigen Entwicklung in Gemeinden oder Regionen

19

Praxisbeispiel Indikatoren der österreichischen Pilotregion
Im ersten Schritt wurde Kontakt mit Personen, die

unterschiedlichen RegionsvertreterInnen rückgemeldet,

schon einmal Indikatoren in ihrer Region oder Ge-

dass es wichtig sei, die Gemeinden so wenig wie möglich

meinde angewandt haben, aufgenommen. Um auch

mit Datenerhebungen zu belasten.

bisherige Erfahrungen mit dem Indikatorenset von
Denkstatt, das die Ausgangsbasis für die Indikatoren-

Nach Interviews mit Indikator-erfahrenen Regionen

auswahl bildete, zu erhalten, gab es z.B. einen Aus-

und einer Literaturrecherche wurden am Indikatoren-

tausch mit einer österreichischen Kleinregion.

set von Denkstatt Ergänzungen und Abänderungen
vorgenommen. Das Indikatorset für die österreichische
Pilotregion sollte möglichst umfassend, zugleich aber
nicht mit erdrückend vielen Indikatoren ausgestattet
sein. Die Verfügbarkeit von Daten - ohne Gemeinden
mit der Erhebung zu belasten - war dabei eines der
Auswahlkriterien. Dafür fand eine umfangreiche Datenbankrecherche statt, um abzuklären, welche Daten
auch auf anderem Wege erhoben werden können.
Indikatoren sind immer auch ein Spiegel der derzeitigen Diskussion um nachhaltige Entwicklung. Dies zeigt
sich daran, dass etwa nicht die Tatsache, dass ein Rohstoff aus erneuerbarer Energie stammt, als nachhaltig
gesehen wird, sondern ob er aus nachhaltig erzeugter
erneuerbarer Energie stammt. Auch das Entstehen neuer sozialer Entwicklungen z.B. Gruppierungen, wie die

Die Erfahrungen bei der Datenrecherche dieser Kleinre-

globalisierungskritische NGO Attac, kann sich abbilden.

gion stimmen mit den Stakeholder-Diskussionen aus dem

20

Projekt „Erfolgswege für eine nachhaltige Entwicklung im

Im gewählten Ansatz sind die umweltbezogenen In-

ländlichen Raum – Grundlagen und Empfehlungen zur

dikatoren im Verhältnis zu anderen Modellen lokaler

Bilanzierung von LA21-Projekten“ überein, in dem berich-

Nachhaltigkeits-Indikatoren eher unterrepräsentiert.

tet wurde, dass Gemeinden mit Fragebögen überhäuft

Dies ergibt sich daraus, dass die Indikatoren mit mög-

würden und die Bereitschaft weitere auszufüllen äußerst

lichst wenig Aufwand erhoben werden sollten und die

gering sei. Auch im Rahmen von BeFoRe wurde von

Umweltindikatoren nicht so leicht für eine Gemeinde

Schritt 2: Stand der nachhaltigen Entwicklung in Gemeinden oder Regionen

oder Region zu erheben sind. In der LEADER Region
Triestingtal gibt es z.B. keine Meßstelle für Luftgüte.
Deshalb wurde zu den Umwelt-Indikatoren wegen
der mangelnden Datenlage kein weiterer Indikator
hinzugefügt.
Manche Indikatoren spiegeln das Problem der inneren Widersprüchlichkeit nachhaltiger Entwicklung wi-

dazu liefert. Denn eine Gemeinde kann vielleicht Schul-

der: z.B.: sparsamer Bodenverbrauch <-> Bauland für

den aufgenommen haben, um notwendige nachhaltige

Familien bzw. für die Ansiedelung von Betrieben.

Investitionen in Infrastruktur, Bildung, Umweltschutz
oder soziale Anliegen zu finanzieren.

Gewisse Indikatoren, die für nachhaltige Entwicklung
interessant wären, wie etwa die öffentliche Gebarung,

Das Thema globale Verantwortung kann in die unter-

die auch in der Literatur als wichtiger Indikator ge-

schiedlichen Bereiche eines Indikatorensets integriert

nannt wird (um die freie Finanzspitze herauszufinden,

oder als eigener Themenblock dargestellt werden. In

die zeigt, ob es überhaupt Spielraum für nachhaltige

BeFoRe wurde eine Darstellung als eigener Themen-

Entwicklung gibt), wurde nach einiger Überlegung

block gewählt. Nur bei Indikatoren zur allgemeinen

doch nicht ins Indikatorenset übernommen. Grund da-

Strategie und Tourismus wurde das Thema der globa-

für ist, dass die Kameralistik keine verwendbaren Daten

len Verantwortung auch direkt eingefügt.

Datenrecherche
Grundvoraussetzung für die Auswahl der Indikatoren
war, dass die Gemeinden so wenig wie möglich mit der
Erhebung von Daten belastet werden sollten. Deswegen wurden vorhandene oder vom Regionsmanagement zur Verfügung gestellte Daten, Informationen
aus Studien, Internet oder in Datenbanken (v.a. „Blick
auf die Gemeinde“ der Statistik Austria) recherchierbare bzw. bei Institutionen und Behörden (z.B. Wasserverbände, Abfallverbände, Bezirksbauernkammer) abfrag-

Nur nach der ersten Diskussion und in Rücksprache

bare Primär- und Sekundärdaten verwendet.

mit der Lokalen Aktionsgruppe der LEADER Region

Schritt 2: Stand der nachhaltigen Entwicklung in Gemeinden oder Regionen

21

Datenrecherche in unterschiedlichsten Quellen

Triestingtal (LAG) wurden im zweiten Durchlauf der

Nachhaltigkeit? Wenn jedoch gar keine Zielwerte für

Datenerhebung drei Fragen direkt an die Gemeinden

Gemeinden oder Regionen vorhanden sind, nach

gestellt. Weitere zusätzliche Datenanfragen gab es auf

denen dann die Einstufung erfolgen könnte, ist es

Wunsch der regionalen Stakeholder an Institutionen,

allerdings schwierig eine Bewertung vorzunehmen.

wie die Bezirkshauptmannschaften von Baden und

Auch im Österreichischen Aktionsplan für nachhal-

Lilienfeld, das Arbeitsmarktservice (AMS) Baden oder

tige öffentliche Beschaffung oder in MONE sind

das Land Niederösterreich.

keine konkreten Ziele angegeben. Nur bei der Höhe

Neben der Recherche der Daten für die Indikatoren
fand auch immer eine ergänzende Recherche zu
den Schwellenwerten dieser Indikatoren statt: Diese
Schwellenwerte bildeten den Ausgangpunkt für die
Darstellung der Werte der SWOT (Stärken-Schwächen)-Analyse. Recherchiert wurde: was ist der

der kommunalen Ausgaben für Entwicklungszusammenarbeit gab es einen österreichweiten Vergleichswert zur Orientierung. In der recherchierten Literatur
zu lokalen Indikatorensystemen wird meist nur das
Maß des Indikators in €/Einwohner angegeben, aber
das sagt nichts aus, wenn man dies nicht in Relation
setzen kann.

österreichische oder niederösterreichische Durch-

22

schnitt, was kann als nachhaltig gewertet werden

Das Projektteam bemühte sich, niederösterreichische

und ab wann ist ein Wert ein Zeichen der nicht-

Vergleichswerte zu finden. Wenn dies nicht möglich

Schritt 2: Stand der nachhaltigen Entwicklung in Gemeinden oder Regionen

war, wurde auf nationale Vergleichswerte Bezug genommen oder auf Zielwerte aus der Literatur für nachhaltige und/oder regionale Entwicklung sowie auf
das Denkstatt-Indikatorensystem.

Praxisbeispiel: Indikatoren der slowakischen Pilotregion
Nach einer Übersetzung der aus der Literatur

globale Verantwortung ein Thema ist. Nach Einschä-

recherchierten Indikatoren sowie der im Projekt

tzung der slowakischen Projektpartner wird es auch

erarbeiteten Indikatoren für globale Verantwor-

noch eine Weile dauern, bis die Gemeinden auch

tung wählten die slowakischen Projektpartner

dieses Thema reflektieren werden.

ein passendes Set aus. Dieses Indikatoren-Set ist
dadurch gekennzeichnet, dass viele Bereiche nach-

Das Vorgehen bei der slowakischen Indikatoren-

haltiger Entwicklung in slowakischen Gemeinden

Analyse: es wurden insgesamt 16 Interviews in acht

kein Thema sind und deshalb auch umformuliert

Gemeinden durchgeführt (also zwei Interviews

werden mussten, um keine Schwellenängste her-

pro Gemeinde). Das erste Interview war dabei rein

vorzurufen.
Ein Beispiel: Der Indikator des österreichischen Set
heißt: „Anzahl der Hotels mit Umweltzeichen“. Der Indikator des slowakischen Sets heißt: „Wissen Sie Bescheid
über das Umweltzeichen für Tourismusbetriebe?“
Im Unterschied zur österreichischen Vorgehensweise,
die Gemeinden nicht mit Datenrecherchen zu belasten, wählen die slowakischen Projektpartner die persönliche mündliche Befragung von GemeindevertreterInnen als Methode der Datenerhebung.
Indikatoren zu globaler Verantwortung im slowakischen Indikatorenset: Für die Kategorie „Globale
Verantwortung“ konnten die slowakischen Projektpartner von Strom života keine passende Kriterien
finden. Sie berichteten, dass sie auch mit den slowakischen Gemeinden über diesen Bereich gesprochen hatten. Ergebnis war, dass für keine Gemeinde
Vorbereitende Interviews (© Strom života)

Schritt 2: Stand der nachhaltigen Entwicklung in Gemeinden oder Regionen

23

chenen Themen nachhaltiger Entwicklung reichte
von neutral bis leicht positiv. Sie waren bereit weiter
zu machen und interessiert am Projektergebnis.
Ursprünglich untersuchten die slowakischen Projektpartner acht Gemeinden, davon wurden jedoch
vier Gemeinden in der Region „Zahorie“ (Malacky,
Stupava, Holíč, Záhorská Ves), wieder ausgelassen,
weil sie keine zusammenhängende geographische
Mikroregion bildeten. Im Projekt wurden dann mit vier
Gemeinden aus der Region „Malokarpatská oblasť“
(Modra, Suchá nad Parnou, Vrbové, Chtelnica) weitergearbeitet.
Die Unterschiede zwischen den Gemeinden haben
ihre Ursache in unterschiedlichen demografischen
und wirtschaftlichen Faktoren (z.B. Einwohnerzahl,
Anzahl von Firmen und Unternehmen) sowie der
geografischen Lage der Gemeinden.
Im Rahmen des Projektes wurde jede Gemeinde
getrennt analysiert. Es wurde aber anschließend
auch ein Resultat für die ganze Region erstellt.
Und zwar aus folgenden Gründen: Einzelne Gemeinden handeln in vielen Punkten nicht allein und
stehen oft mit anderen Ortschaften in Wechselwirkung oder haben eine gewisse Aufgabenverteilung
z.B. Tourismus: in einem Dorf ist eine touristische
Ergänzende Begehungen (© Strom života)

Attraktion, die die Touristen anzieht, aber diese
besuchen Restaurants und Hotels, die in einer an-

24

informativ. Im Rahmen des zweiten Interviews

deren Gemeinde sind. Die Orte handeln so gemein-

wurde gemeinsam mit den GemeindevertreterIn-

sam als eine Einheit, auch wenn sie zwei Gemein-

nen (Superintendenten, Bürgermeistern oder der

den sind. Daher wurden sie nicht einzeln, sondern

Umweltabteilung) eine SWOT-Analyse gemacht. Um

in der Regionsgesamtheit betrachtet. Nur in der

die Situation vor Ort besser kennen zu lernen, gab es

Zusammenfassung aller Gemeinden konnten Er-

dabei auch in jeder Gemeinde eine kurze Rundfahrt.

gebnisse, die für die weitere Regionsarbeit wichtig

Die Reaktion der Interviewpartner zu den bespro-

sind, erhalten werden.

Schritt 2: Stand der nachhaltigen Entwicklung in Gemeinden oder Regionen

Schritt 3:

Interner Dialog
Methode
Wie können Personen aus einer Gemeinde/Region in die Diskussion
zu nachhaltiger Entwicklung einbezogen werden?
Eine Möglichkeit ist es, mit schon aktiven Personen in einen relativ
intensiven Dialog zu treten. Diese Personen können in sogenannte Peer Groups einordnet werden. Es sind dies Gruppen mit ähnlichen
sozialen Merkmalen wie Herkunftsgruppen, Alter, Berufserfahrung,
Geschlecht (z.B. GemeindevertreterInnen, LehrerInnen). Aus der Literatur
zu sozialem Marketing ist bekannt, dass neue Entwicklungen sich nicht
durch Belehrungen und Bewerbung verbreiten, sondern über sozialen
Austausch und Kommunikation, in deren Zentrum Peer Groups stehen.
Wichtig für nachhaltige Entwicklung ist das Initiieren eines offenen und
gleichberechtigten Dialogprozesses in den Gemeinden oder der Region.
In einem solchen Dialog wird Feedback mit konstruktiver Kritik von KollegInnen aus der Praxis
verbunden. Der thematische Schwerpunkt liegt dabei auf der Verknüpfung bestehender und neuer
Themen im Bereich nachhaltiger Entwicklung und globaler Verantwortung.
Die erhobenen Indikatoren für nachhaltige Entwicklung können diesen Dialog unterstützen und dabei
unterschiedlich verwendet werden:

•
•
•
•
•
•

Für eine Bestandsaufnahme der kommunalen/regionalen Entwicklung und des gegenwärtigen
Nachhaltigkeitsstatus in Form einer SWOT-Analyse (Stärken-Schwächen-Analyse)
Zur Zieldefinition und als Orientierungshilfe im Veränderungsprozess
Als Kommunikationsmittel und als Argumentationshilfe für Entscheidungen
Zur Überprüfung der Zielerreichung (Soll-Ist-Vergleich, allerdings sind im Bereich nachhaltige
Entwicklung oft keine konkreten Zieldefinitionen vorhanden) bzw. Warnfunktion.
In einer Vergleichsfunktion, wie etwa beim Aufzeigen von Erfolgen.
In BeFoRe wurden die Indikatoren auch als Mittel gesehen, um neue Themen wie globale
Verantwortung einzubringen
Je nach Schwerpunkt des Projekts können die Ergebnisse der Indikatoren dementsprechend diskutiert werden.
Wie bei jeder Beteiligung ist Transparenz und Nachvollziehbarkeit wichtig: Es sollten – wie im folgenden
Praxisbeispiel - alle Zusammenkünfte dokumentiert werden.

Schritt 3: interner Dialog

25

Teilnehmerinnen der 1. Diskussionsrunde in der Region (© Region Triestingtal: Didi Holzinger)

Praxisbeispiel Indikatorenanalyse des Triestingtals
In der Region Triestingtal erfolgte die Auswahl der

der Region) abzuhalten. Dies vor allem deshalb, um

TeilnehmerInnen für den Dialog zur Indikatorenanaly-

eine offene intensive Diskussion der 67 Indikatoren

se folgendermaßen: In Abstimmung mit der Regions-

und eine im Rahmen der Veranstaltung ebenfalls

vertretung wurde beschlossen, die Diskussion im eher

stattfindende qualitative Beurteilung mancher dieser

begrenzteren Kreis der TeilnehmerInnen der Lokalen

Indikatoren stattfinden lassen zu können. Vermieden

Aktionsgruppe der LEADER Region Triestingtal (Ge-

werden sollte, dass einzelne, nicht so gute Ergebnisse

meindevertreterInnen, engagierte Personen aus der

der Analyse für parteipolitische Zwecke missbraucht

Region, VertreterInnen von Schulen) beziehungswei-

werden. So konnte die Basis für eine vertrauensvolle

se der Regionsvertretung (dem politischen Gremium

Gesprächs-Atmosphäre gebildet werden.

Erste regionsinterne Diskussionsrunde
Das aus der ersten Recherche erhaltene Datenset

und die Präsentation der ersten Ergebnisse der Indi-

wurde im März 2013 in Berndorf der lokalen Aktions-

katorenanalyse. Anschließend erfolgte eine intensive

gruppe der LEADER Region Triestingtal präsentiert.

Diskussion der qualitativ zu bestimmenden Indika-

Neben der Vorstellung des Gesamtprojekts gab es

toren und zum Vorgehen bei der Erhebung noch

eine allgemeine Einführung in Indikatoren(systeme)

fehlender Indikatoren.

•

Im Rahmen der Diskussionen mit der lokalen Aktionsgruppe zeigte sich, dass das stärkste Interesse
im Aufzeigen von atypischen Entwicklungen liegt oder bei Anzeichen, wo es gelungen ist, unerwünschte
oder nicht-nachhaltige Trends zu brechen, also der Frage nachzugehen, welche Gemeinden positive
atypische Entwicklungen zeigen.

Diskutiert wurden folgende Fragen:

•
•
•

Messen wir das Richtige mit den richtigen Mitteln?
Was fehlt? Was ist zu stark gewichtet?
Gibt es Alternativen zu schwer zu erhebenden Indikatoren?

Anschließend wurden von der Lokalen Aktionsgruppe der LEADER Region Triestingtal einige qualitative
Indikatoren bewertet.

26

Schritt 3: interner Dialog

Vorstellung der Indikatoren zur Messung nachhaltiger Entwicklung (© Südwind NÖ-Süd)

Weiters wurde beschlossen, dass für folgende Fragen die Gemeinden selbst kontaktiert und um
Informationen gebeten werden sollten:

•
•
•

Kulturausgaben der Gemeinden pro Einwohner in Euro im Zeitraum eines Jahres
(Summe des ordentlichen und außerordentlichen Budgets)
Kommunale Fördermittel für Entwicklungspolitik
Verwendung von Fair Trade Produkten in Gemeinden und gemeindeeigenen Institutionen

Zweite regionsinterne Diskussionsrunde
Nach Einarbeitung der bei der ersten Diskussionsrun-

und Diskussion der vollständigen Ergebnisse der Indi-

de durchgeführten qualitativen Bewertungen und der

katoren-Analyse im Rahmen einer Regionssitzung im

Recherche weiterer Daten kam es zu einer Präsentation

Mai 2013.

Das Umweltbundeamt stellte die durch die Anregungen der Lokalen Aktionsgruppe der LEADER Region
Triestingtal ergänzten Ergebnisse der Indikatorenanalyse vor und bat in einer anschließenden Diskussion
um die Einschätzungen der Mitglieder der Regionssitzung. Anbei einige Beispiele:

•

Diskussionen gab es bei der Anzahl der PKWs. Eine Schätzung, die aus einer Stichprobenbefragung
abgeleitet wurde, wäre viel zu gering. Es gibt massive Verkehrs- und Parkprobleme, auch durch die vielen
Wechselkennzeichenbesitzer und Besitzer von Dienstautos. Hier wurde die Bewertung korrigiert.

•

Einwände gab es gegen die Bezeichnung des Indikators „Gewässergüte“. Argumentiert wurde,

dass mit Gewässergüte herkömmlicherweise immer noch die Qualität des Wassers selbst verstanden
wird, nicht der Zustand der Uferbereiche. Hier sollte das Umweltbundesamt einen Alternativvorschlag
für den Namen des Indikators verwenden. Eingewandt wurde bei diesem Indikator auch, dass etwa die
Ufergestaltung vom Land NÖ vorgeschrieben werde und die Gemeinden hier wenig Einfluss hätten.

Schritt 3: interner Dialog

27

Darstellung der Auswertung

28

Die nach Einarbeitung der Anregungen fertiggestell-

Im Rahmen des Projekts BeFoRe waren die Indika-

te Indikatorenanalyse wurde dem LEADER-Manage-

toren ein Bestandteil der Diskussion um nachhaltige

ment übergeben und wird dort als Bestandteil für die

Entwicklung und wurden in der Abschlussveranstal-

Einreichungen zur neuen LEADER-Programmperiode

tung des Projekts öffentlich präsentiert. Von beson-

dienen. In der Analyse ist bei jedem Indikator symbo-

derem Interesse war dabei ein Vergleich der Ergeb-

lisch (im Ampelsystem) der Grad der Nachhaltigkeit

nisse der Indikatoren-Analyse mit den im Rahmen

dargestellt, um auf einen Blick einen Eindruck gewin-

der Schulprojekte erarbeiteten Resultaten sowie den

nen zu können.

Empfehlungen der BürgerInnenräte.

Schritt 3: interner Dialog

TeilnehmerInnen an der slowakischen Diskussion der Indikatoren (© Strom života)

Indikatorenanalyse der Kleinen Karpaten
Das slowakische Projektteam sah in der Auswahl und

Während der zwei Jahre andauernden intensiven

genauen Bewertung der Indikatoren für eine nachhal-

Arbeit an dem Projekt haben die slowakischen Pro-

tige Entwicklung einen wichtigen Faktor für eine

jektpartner eine Reihe von Indikatoren für nachhal-

erfolgreiche Entwicklung. Es ist sehr schwierig, den

tige Entwicklung, die genaue Bewertung verschiede-

richtigen Weg für eine Entwicklung zu wählen, wenn

ner Bereiche erlauben, erarbeitet. Ihr Ziel ist es, die

nicht bekannt ist, ob eine Gemeinde/Region festen

wichtigsten Bereiche zu identifizieren und dann

Boden unter den Füßen hat und die Zukunft nicht

festzustellen, wo sich eine Gemeinde auf einer

durch ungelöste wirtschaftliche oder Umweltproble-

Ampel-Skala (guter bis hin zu besorgniserregender

me gefährdet ist.

Status) befindet.

Auf dieser Grundlage wurde die slowakische SWOT-Analyse durchgeführt und gemeinsam mit
GemeindevertreterInnen diskutiert. Diskussionsvorlage für die Gemeindevertreter war:
Stärken: Versuchen Sie, alle Stärken der Gemeinde oder Region zu finden. Dann bewerten Sie diese und
besprechen ihre Relevanz.
Schwächen: Gehen Sie so wie bei den Stärken vor, aber dieses Mal konzentriert sich die Suche auf die
Schwachstellen der Gemeinde oder Region.
Möglichkeiten/Chancen: Dieser Bereich ermöglicht Nachdenken über die Chancen für weitere
Verbesserungen, Entwicklung und Wachstum.

•
•

Verwenden Sie dabei die Ergebnisse der Analyse der Stärken.
Überlegen Sie, wie sich die Schwächen beheben lassen.

Stolpersteine: Im letzten Schritt wird betrachtet, welche (objektiven als auch subjektiven) Faktoren eine
gewünschte Entwicklung behindern könnten.

In einem partizipativen Prozess wurden weitere

eine allgemeine Methode zur Umsetzung, die für ein

konkrete Vorschläge für die Weiterentwicklung der

breiteres Spektrum von Gemeinden nutzbar sein soll,

untersuchten Bereiche erstellt. Zusätzlich wurde

erarbeitet.

Schritt 3: interner Dialog

29

Schritt 4:

Grenzüberschreitender
Austausch
Methode
Bei allen grenzüberschreitenden Vergleichen muss auf die unterschiedlichen politischen
Traditionen (z.B. die unterschiedlichen europäischen Planungstraditionen in der Raumplanung) und auf die verschiedenen wirtschaftlichen, rechtlichen und institutionellen
Rahmenbedingungen Rücksicht genommen werden.
Doch es gibt nicht nur Unterschiede aus Geschich-

kann, dass alle an einem grenzüberschreitenden

te und unterschiedlichen gesellschaftlichen Syste-

Austausch teilnehmenden Personen ausreichend

men, es gibt auch inhaltliche Verschiedenheiten:

gute Englischkenntnisse haben bzw. Kenntnisse

Themen wie nachhaltige Entwicklung oder globale

der jeweils anderen Sprache, um an den Diskus-

Verantwortung haben in Österreich andere Ent-

sionen teilnehmen zu können. Hier ist es wichtig,

wicklungen und Diskussionen erfahren als in der

alle Unterlagen zur Diskussion in die beiden Pro-

Slowakei (vergl. hierzu etwa die Nachhaltigkeits-

jektsprachen zu übersetzen und auch das Setting

strategien). Trotzdem ist ein grenzüberschreitender

so aufzusetzen, dass Übersetzungen und der dafür

Austausch sinnvoll, weil so Spielräume für Beteili-

zusätzliche Zeitaufwand eingeplant sind. Die Erfah-

gungsprozesse mit Schwerpunkt auf nachhaltige

rung aus grenzüberschreitenden Projekten zeigt,

Entwicklung, globale Verantwortung und die Ver-

dass für spezielle Begriffe wie nachhaltige Entwick-

knüpfung regulativer und prozesshafter Ansätze

lung mit den Übersetzern vorher abgeklärt werden

aufgezeigt werden können.

muss, ob sie darunter auch das Gleiche verstehen,
wie das Projektteam.

Ein erschwerender Faktor ist die Notwendigkeit
von Übersetzungen, da nicht angenommen werden

Praxisbeispiel Vergleichbarkeit der Indikatoren
Es zeigte sich schon in den ersten Besprechungen
zur grenzüberschreitenden Vergleichbarkeit, dass
durch die so unterschiedlichen wirtschaftlichen,
kulturellen und sozialen Bedingungen in beiden
Pilotregionen dieser Anspruch an die Indikatoren
eine besondere Herausforderung werden würde.
So ist etwa der Begriff der nachhaltigen Entwicklung
(der schon in Österreich unterschiedliche Interpretation erfährt) in der Slowakei in Gemeinden und
Regionen

ziemlich

unbekannt.

Beispielsweise

gibt es äußerst wenige LA21-Prozesse in slowakischen Gemeinden - im Unterschied zu rund 300
österreichischen Prozessen.
Gemeinsam voneinander lernen (© Strom života)

30

Schritt 4: Grenzüberschreitender Austausch

Comparison of the sustainability indicators
Field of regional cooperation
Common indicators = x; similar indicators = s
Indicator SK

Rating SK

Sustainability belongs to the core of regional strategy

sustainability is not written
and implemented in strategy

A1

A2
A3

A4

A5

Does the municipality/region have a relevant SWOT analysis? If yes
then in which fields?

SWOTs covering partial fields
but some not up to date

Does an structural plan for development between municipalities exist?

no

What does the municipality do to build up a label of an "environmentally no specific activities except
friendly" municipality?
trying to keep a status quo in
the field
Municipality carries out project in which the public is involved.
occasional projects with
NGOs for specific events
(commemorative, cultural
events)
The municipality is trying to implement Agenda 21 into its processes.
no, some are not even aware
of Agenda 21

Common/
similar
indicators
s

Indicator AT
sustainability is core of the regional strategy, global responsibility is
not mentioned so far
the region has an up-to-date SWOT analysis

x
s

structures for multi- municipal planning do exist
a regional brand that stands for sustainability exists

s
there are projects including many persons/the broad public
x
yes, in the Austrian
indicator system the
number of LA21
processes is included in
indicator A5

A6
A7
A8

A9

Did the municipality in the past to carry out a public survey (e.g. opinion rarely but the feedback was
minimal
about local problems, citizen affiliation...)
What are the best channels to mobilize the public?
newspaper, public speakers
and webpage
Volunteers are involved into the realization of local projects or into its
unsystematic work with
management.
volunteers mostly from NGOs
Financing of the projects is covered from funds outside the region.

A10
A11

A12

Comment to SK
indicators (AT rating)

no data
media and event mix
depending on the topic
yes

few projects funded from EU
funds but otherwise hard to
get EU funding due to high
administrative burden

yes, national, provincial
and EU co- funding

Municipality/region contributes financially to regional projects.

no

yes

How does the municipality/region try to communicate to the public its
efforts in the filed of sustainability?

sustainability is not a main
topic

websites, events, school
activities, press releases
etc.

Field of sustainability in tourism
B1
B2

B3
B4

B5

B6

B7

Engagement in strategy
Engagement in projects
What are the accommodation capacities in the municipality and how
occupied these capacities are?

0
1
sufficient accommodation
possibilities but the potential
is not fulfilled
Guests arriving into the region are using environmentally friendly forms tourists arrive mostly by car
of transport (train, bike, bus).
or by bus
Does you municipality have information about the "eco-friendly" labeling no communication about this
for hotels? If yes, did the municipality pursue on pushing this
has been done yet
information to the hotels?
Guests are staying for more days.
guests are staying mostly for
one day, or for few days or a
weekend at most
Possibilities for agro tourism do exist, or the farms have a potential to
few farms present a potential
to develop agro touristic
offer such services.
services, enough natural
attractions exist but only few
has been done in this way
How does the municipality promote interesting local natural beauties?

local information centre, but
no promotion concept

Where and how is the cultural program of the municipality promoted?

no systematic promotion
program except local
newspaper or information
centre
approximately half is oriented
for natural monuments and
recreation and half oriented
for cultural monuments

x
x

Engagement in strategy
Engagement in projects
not enough overnight stays

x/s
x

guests arriving into the region are mainly not using environmentally
friendly forms of transport
50% of the hotels have the eco-label
rather low rate of
overnight stays
Estimation: some

mainly websites, folder,
tourism map Triestingtal
and regional bicycle route
map
mainly websites, folder,
tourism map Triestingtal

B8

B9
Is half of the tourist oriented offer aimed at nature or natural
monuments?

yes, part of the region
belongs to the biosphere
reserve Wienerwald, the
other part of the valley is
mostly nature protection
area

B10
What is the offer for cultural events for tourists during the year?
B11

2
2

city fairs, music festival, craft
fair, movie screenings on
streets

some all year cultural
activities, event,
festivals, symposions etc.
sustainability is the core of the tourism concept and advertising.

B12
guest use mainly environment friendly activities
B13

Field of sustainability in economy
C1
C2

C3
C4

Engagement in strategy
Engagement in projects
Is the unemployment lower than the national average?

0
0
unemployment level is lower
than average but not as big
as in bigger cities
Does the majority of the population work in the municipality of within 10 yes, due to bigger cities
km away?
nearby
How does the municipality support the creation of new working posts
the municipality does not
on the regional level?
have enough capital to
support the creation of new
working posts

Engagement in strategy
Engagement in projects
low unemployment rate

2
2

Beispiel für den Vergleich der Indikatoren-Analysen der Pilotprojekte
x

rather high percentage of commuters
s
the creation of new jobs

Zusätzlich war es Anspruch des Projekts, dass sich

ten. Die gemeinsame Indikatorenanalyse sollte
is not in the competence

die Pilotregionen auf gleicher Augenhöhe begeg-

municipalities and also
helfen, eine Standortbestimmung und eine Zielent-

nen und (Be-)Wertungen in Sinne „bessere“ oder

effects, but efforts on
wicklung für nachhaltige Entwicklung zu ermögregional level like an start-

„schlechtere“ Region hintangehalten werden soll-

C5

x
x

of the single

depending on external

lichen.

several vocational
Schrittthere
4: are
Grenzüberschreitender
Austausch
schools
but the graduates

Does the municipality have enough vocational schools? Do the
graduates find jobs in the region?

are finding it harder and
harder to find jobs in the

up centre or a planned
broad-band initiative,
strengthening of regional
products and services as
well as tourism,
economical platform
Triestingtal to foster
cooperation and
networking between
companies
no vocational school in
the region, pupils
commute to the next
bigger cities. High

31

Für den Vergleich mit der österreichischen SWOT-

Vergleichbarkeit zu erleichtern und einen grenzüber-

Analyse wurden die Ergebnisse der vier slowaki-

schreitenden Austausch zu ermöglichen, wurden alle

schen Gemeinden zusammengefasst, um Region

Indikatoren für Österreich und die Slowakei in gleiche

mit Region vergleichen zu können.

Handlungsfelder/Cluster eingeteilt.

Bei einer Gegenüberstellung des österreichischen

Zusätzlich kommentierte das österreichische Pro-

und slowakischen Indikatorensets zeigt sich, dass

jektteam, wenn Daten vorhanden waren, die Situ-

manche Indikatoren gleich, manche ähnlich und ei-

ation der österreichischen Pilotregion in Bezug auf

nige ganz unterschiedlich gewählt wurden. Um die

anders lautende slowakische Indikatoren.

Praxisbeispiel Persönliche Begegnung
Neben dem Vergleich der Indikatoren-Analysen der

zweimal ein persönlicher Austausch zwischen den

beiden Pilotprojekte, der eine Basis für grenzüber-

Gemeinde- und RegionsvertreterInnen sowie den

schreitende Diskussionen darstellte, fand zusätzlich

LehrerInnen statt.

Vorstellung nachhaltiger Projekte

32

Schritt 4: Grenzüberschreitender Austausch

Der Bürgermeister von Kaumberg überreicht das in Brot gebackene BeFoRe-Logo den slowakischen Gästen
(© Südwind NÖ-Süd)
Nach dem ersten Jahr intensiver Zusammenarbeit

Das Umweltbundesamt stellte den Gemeindevertre-

im Projekt BeFoRe besuchten im September 2013

terInnen den grenzüberschreitenden Vergleich der

slowakische GemeindevertreterInnen und Pädagog-

Nachhaltigkeitsanalyse vor. Anschließend wurde über

Innen die LEADER Region Triestingtal.

BürgerInnenbeteiligung diskutiert und hier das Beteiligungsformat BürgerInnenrat präsentiert. Abschlie-

Die TeilnehmerInnen lernten Beispiele für nach-

ßend besuchten die GemeindevertreterInnen das

haltige Projekte im Triestingtal aus den verschie-

Stadttheater in Berndorf.

densten Bereichen kennen: von Tourismus und
Kultur in Berndorf und Kaumberg (z.B.: LEADER

Der Austausch mit BürgermeisterInnen und Pädagog-

Projekt Triesting-Gölsentalradweg, Araburg) über

Innen wurde als Bereicherung für beide Projektre-

Bildung (regionale Bildungsstrategie), Jugend-

gionen gesehen, da der Blick über die Grenze viele

projekte (Mobile Jugendarbeit) bis zur Abfallwirt-

neue Impulse für die weitere regionale Arbeit brin-

schaft. Wichtig dabei war auch zu zeigen, dass

gen kann.

diese Beispiele keine unabhängigen Einzelprojekte sind, sondern in ein Ziel oder eine Strategie

Besonders wirksam ist dabei die Wertschätzung sei-

eingebettet sind.

tens der Gastgeber, wie sie etwa durch den Bürgermeister von Kaumberg ausgedrückt wurde, der das

Die GemeindevertreterInnen und LehrerInnen hatten

Projektlogo BeFoRe mit Brotteig formte und den slo-

zusätzlich ein getrenntes (und auf die Interessen der

wakischen Gästen überreichte.

Zielgruppen abgestimmtes) Programm:
In einem zweiten Treffen im April 2014, bei dem österMitarbeiterinnen von Südwind NÖ Süd begleiteten

reichische GemeindevertreterInnen und LehrerInnen

die slowakischen LehrerInnen in die Neue Mittel-

in die Slowakei reisten, wurde der grenzüberschrei-

schule in Berndorf und die Rudolf Steiner-Schule in

tende Austausch fortgesetzt. Neben Information zu

Schönau. Beide Schulen begeisterten die Besuche-

nachhaltigen Jugend- und Schulprojekten stand da-

rInnen durch die Vielfalt der nachhaltigen Schulpro-

bei nochmals der Austausch zu Partizipation bzw. Bür-

jekte.

gerInnenbeteiligung im Zentrum.

Schritt 4: Grenzüberschreitender Austausch

33

Schritt 5:

Schulprojekte
Methode
Schulprojekte zu nachhaltiger Entwicklung sollten nicht als einzelne Aktivitäten stattfinden,
sondern in Lehrpläne einfließen können. Der Entwicklung der Schulaktivitäten im Rahmen
des Projektes BeFoRe ging eine Erarbeitung eines Lehrplankonzeptes voraus, das vom Global
Citizenship-Diskurs geprägt war: Eine Gruppe von österreichischen FachdidaktikerInnen
erstellte in einem mehrjährigen Prozess einen Vorschlag zur Neuorganisation von Fächern.
Die Fächer Geschichte, Politische Bildung, Geographie und Wirtschaftskunde, Soziologie und
Psychologie wurden in ein Konzept zusammengefasst, das sich in Lehrpläne einbinden lässt.
Zum Konzept der WeltbürgerInnenschaft (Global

soll stärker in das räumliche Umfeld wirken, Impulse

Citizenship) gehört die Orientierungsfähigkeit in

setzen und die Einbindung in politische Entschei-

einer von globaler Fragmentierung geprägten Welt,

dungen eröffnen. SchülerInnen und LehrerInnen

zu der SchülerInnen und LehrerInnen ermächtigt

sollen eigene Lernerfahrungen in größere Lebens-,

werden sollen. Die Schule muss dafür als politischer

Raum- und Gesellschaftszusammenhänge stellen

Gestaltungsraum geöffnet werden. Der Lernprozess

können.

Kompetenzen:

!

Global Citizenship
Orte und Nicht-Orte
Nähe – Ferne
Zentrum-Peripherie

Medienpädagogik

Globales Lernen
Bildung für
nachhaltige
Entwicklung

Thema:
Nachhaltigkeit, Raum,
globale Verantwortung

Fotos aus der Region
(Situationsansatz)

!

Nachhaltigkeits-Song

!

Stärkung regionaler Identität
Problemlösungs- und
Handlungskompetenzen

!
!

Empowerment
Vorausschauendes und
Vernetztes Denken

!
!
Medienpädagogische Kompetenz
!
Jugendliche = regionale Visionäre
!
Gestaltungskompetenz

generationsübergreifend

Bildung für nachhaltige Entwicklung (© Südwind NÖ Süd)

34

Schritt 5: Schulprojekte

Einmischen erwünscht (© Südwind NÖ-Süd)
Damit diese Ansprüche nicht nur als visionäre Nach-

Die dafür angewandten Methoden und Beispiele sind

denkspiele gesehen werden, braucht es Bildungspro-

im österreichischen Handbuch „Global actions schools

jekte, die nach diesen Ideen entwickelt und auch um-

2 regions“ ausführlicher nachzulesen. Die slowaki-

gesetzt werden. Diese konkreten Beispiele aus und für

schen Partner entwickelten ebenfalls ein – auf slowa-

die Praxis entsprechen den Bedürfnissen von LehrerIn-

kische Lehrpläne abgestimmtes - Handbuch „Environ-

nen, die Unterstützung durch aufbereitete Materialien

mentálna výchova a výchova k udržateľnému rozvoju

brauchen.

pre 5. až 9. ročník základných škôl“.

Praxisbeispiel „Einmischen erwünscht“
Im Rahmen von BeFoRe wurde ein Konzept für einen

Der Workshop „Einmischen erwünscht“ arbeitet mit

Workshop entwickelt, das den Prinzipien des Global

kreativen Methoden, die SchülerInnen dazu anregen,

Citizenship-Diskurses, der Bildung für nachhaltige

sich mit der Situation und der zukünftigen Entwicklung

Entwicklung und dem globalen Lernen entspricht.

ihrer Gemeinde auseinander zu setzen. Die SchülerIn-

Zentrales Thema ist die Frage von Nachhaltigkeit,

nen entwickeln Ideen aus ihrer jugendlichen Sicht. Da-

globaler Verantwortung und ihre Verankerungen im

durch decken sie eine Perspektive ab, die erwachsene

Raum. Südwind NÖ Süd hat den Workshop „Einmis-

GemeinderätInnen einfach aufgrund ihres Alters nicht

chen erwünscht“ entwickelt, der es Gemeindever-

in dieser direkten Form haben können. Die SchülerIn-

treterInnen ermöglicht, Bedürfnisse, Ideen, Sorgen

nen sind ExpertInnen für ihre Altersgruppe und erzäh-

und Wünsche von Kindern und Jugendlichen zu

len von ihren Bedürfnissen, die sich durchwegs sehr

sammeln und einer breiten Diskussion zu öffnen.

unterschiedlich darstellen.

SchülerInnen im Alter von 10 bis 15 Jahren denken
über ihr Leben in ihrer Gemeinde nach. Sie über-

Die Beiträge werden auf kreative Art und Weise umge-

legen, ob sie etwas bewegen können und was es

setzt, z.B. in Form von Collagen, Plakaten oder Briefen.

bringt, wenn sie sich einmischen. Das Ziel ist, dass

Die SchülerInnen entscheiden dabei selbst, welche

Kinder und Jugendliche für die aktive Mitgestaltung

kreative Form sie wählen möchten.

in ihrer Gemeinde begeistert werden. Eine lebendige Schule und eine lebendige Gesellschaft brauchen

In einem ersten Schritt wurden im Projekt BeFoRe

Partizipation, brauchen Einmischung und Dialog.

die verschiedenen Vorschläge an der Schule diskutiert,

Schritt 5: Schulprojekte

35

Übergabe der Ergebnisse an die Gemeinde Pottenstein (© Südwind NÖ-Süd)

in einem zweiten Schritt wurde die Diskussion dann

Die SchülerInnen stellten - unterstützt von den Leh-

auf die Gemeindeebene gebracht. Dabei ist es emp-

rerInnen - ihre Vorschläge vor und diskutierten die

fehlenswert, dass BürgermeisterInnen und Gemein-

Umsetzbarkeit mit den BürgermeisterInnen und

derätInnen (speziell im Bereich Jugend und Umwelt),

GemeinderätInnen. So können die Bedürfnisse hin-

die SchülerInnen auf das Gemeindeamt einladen. Der

ter den Vorschlägen klarer gemacht und die besten

Rahmen des Gemeindeamts signalisierte den Schüle-

Optionen herausgearbeitet werden. Davon profitiert

rInnen, dass öffentliche Räume der Verwaltung und der

in erster Linie die Gemeinde, da sie zukunftsfähige

Politik für sie zugängig und nutzbar sind.

Entwicklungsmöglichkeiten

erarbeitet

bekommt,

die den Bedürfnissen von Kindern und Jugendlichen
entsprechen.
Die Plakate, Collagen, Poster und Briefe der SchülerInnen im Gemeindeamt für einige Zeit auszustellen, hat
den Vorteil, dass auch andere BürgerInnen diese Ideen
kennenlernen und gegebenenfalls darauf reagieren
können.
Eine Möglichkeit ist, in der Gemeindezeitung die
Ausstellung von Plakaten der SchülerInnen anzukündigen und einzuladen, sich die Vorschläge
der Jugendlichen anzusehen und dazu Stellung zu
nehmen. Wenn neben den Plakaten z.B. Flipchartpapier und Stifte zur Verfügung gestellt werden, können BürgerInnen Kommentare zu den Vorschlägen
abgeben.

Orte der Nachhaltigkeit und Nicht-Nachhaltigkeit
(© Südwind NÖ-Süd)

36

Schritt 5: Schulprojekte

Schritt 6:

Information und Beteiligung
der Öffentlichkeit
Methode

Hintergründe und Rahmenbedingungen
In nachhaltige Entwicklung wird gerade im ländlichen Raum große Erwartung gesetzt:
sie soll unter anderem zu einer Änderung der Lebensweise, dem besseren Miteinander,
lebendiger Demokratie, globaler Fairness oder der Attraktivierung von Regionen
beitragen.
Nachhaltige Entwicklung entspricht den Bedürfnissen der heutigen Generationen, ohne
die Möglichkeiten künftiger Generationen zu gefährden, ihre eigenen Bedürfnisse zu
befriedigen und ihren Lebensstil zu wählen. Dabei sind Umweltthemen eng mit sozialen
und wirtschaftlichen Anliegen verknüpft. Aber für nachhaltige Entwicklung gibt es
keine strengen Vorgaben und in den meisten Fällen auch keine definierten Ziele, die zu
erreichen sind.
Nachhaltige Entwicklung kann nicht „von Oben“ (sei

beteiligung z.B. im Klima- und Energieprogramm

es Wissenschaft oder Politik) vorgegeben werden, son-

2020 enthalten. In Vorarlberg wurde mit den Bür-

dern muss über die Einbindung Betroffener erfolgen.

gerInnenräten im Jänner 2013 erstmals in Europa

Nachhaltige Entwicklung erfordert soziale Innovation
und dazu müssen Politik, Verwaltung, Wirtschaft, Wissenschaft und die BürgerInnen eine Wertediskussion
beginnen und im Dialog Lösungen für eine nachhaltige Entwicklung finden. Betroffene sollen zu Beteiligten
gemacht werden.
Ist Öffentlichkeitsbeteiligung erlaubt? Die Beteiligung
der Öffentlichkeit ist in vielen Konventionen und politischen Übereinkommen sowie Vorgaben der Europäischen Union enthalten z.B. der Aarhus-Konvention,
der Lokalen Agenda 21, der Wasserrahmenrichtline
und Hochwasserrichtlinie, der Flora-Fauna-HabitatRichtlinie,…
Auf der nationalen Ebene finden sich in Österreich
Empfehlungen zur Einbindung der Öffentlichkeit
z.B. in der Strategie zur nachhaltigen Entwicklung
(ÖSTRAT). In Niederösterreich ist Öffentlichkeits(© Revital)

Schritt 6: Information und Beteiligung der Öffentlichkeit

37

eine Methode der partizipativen Demokratie in eine

Mühe gesehen werden, denn sie kann viele Vorteile

Landesverfassung aufgenommen.

bringen. Die Einbindung von BürgerInnen, SchülerInnen und Jugendlichen, InteressensvertreterInnen und

In der slowakischen Nachhaltigkeitsstrategie wird Par-

aktiven Personen aus der Region kann zu einem Mei-

tizipation als wesentliche Voraussetzung für nachhal-

nungsaustausch über Bedürfnisse, ausgewogeneren

tige Entwicklung gesehen.

Lösungen, einer besseren Entscheidungsqualität, einer
höheren Akzeptanz von Entscheidungen, mehr Identi-

Wichtig ist dabei, dass partizipative Prozesse, die in

fikation mit Projekten und Maßnahmen und zur Akti-

einer Gemeinde oder einer Region ins Leben gerufen

vierung von BürgerInnen beitragen.

werden, mit bestehenden Bestandteilen der Demokratie und Entscheidungsabläufen gut abgestimmt sind.

Im Rahmen des Projekts BeFoRe wurden deshalb in der
slowakischen und der niederösterreichischen Pilotregi-

Ein Entwicklungskonzept für eine Gemeinde als auch

on Grundlagen für Beteiligungsprozesse auf Gemein-

eine Regionsstrategie gewinnen an Qualität, wenn

de- und Regionsebene geschaffen.

verschiedene Sichtweisen, Interessen und Bedürfnisse
sowie unterschiedliches Wissen und Erfahrungen aus

Öffentlichkeitsbeteiligung muss allerdings gut vorbe-

der Praxis eingebracht werden. Öffentlichkeitsbeteili-

reitet werden, um einen möglichst guten Ablauf zu

gung soll dabei nicht nur als zusätzliche Aufgabe und

erreichen.

Planung der Öffentlichkeitsbeteiligung

38

Oft ist die Öffentlichkeitsbeteiligung nicht gesetz-

cherheit sorgen kann, andererseits es auch ermög-

lich geregelt und unterscheidet sich so von der for-

licht, dass sie flexibel eingesetzt und den jeweiligen

malen (also rechtlich geforderten) Partizipation wie

Bedingungen angepasst werden können. Es gibt

Parteistellung oder Beteiligtenstatus. Es gibt also

kein Erfolgsrezept und Beteiligungsprozesse sehen

wenig Vorgaben für Öffentlichkeitsbeteiligungs-

deshalb oft sehr unterschiedlich aus. Auch die In-

prozesse, was einerseits zwar für gewisse Unsi-

tensität der Einbeziehung kann sehr unterschied-

Schritt 6: Information und Beteiligung der Öffentlichkeit

lich sein und von Information über Konsultation

und die Beteiligten nicht in endgültige Entschei-

bis hin zu einer echten Mitentscheidung reichen. In

dungsfindung eingebunden, sondern in Vorent-

den meisten Fällen werden Meinungen eingeholt

scheidungen (=Konsultation).

Wichtig ist zu klären:

•
•
•
•
•

Was ist das Ziel der Beteiligung?
Wer soll wie mitsprechen?
Sind genügend Mittel für den Prozess vorhanden? Zeit und Geld als auch die Verfügbarkeit wichtiger
TeilnehmerInnen sind meist begrenzt.
Wie intensiv sollen Personen eingebunden werden (Information, Konsultation oder Mitbestimmung)?
Welche Methode soll gewählt werden? Oft ist eine Mischung von Intensität der Beteiligung
und Methoden ratsam z.B. intensives Arbeiten in kleiner Runde, dann große Diskussionsrunde.
Oder umgekehrt zuerst eine große offene Themenfindung, anschließend Weiterarbeit in kleineren
Gruppen zur Konkretisierung der Ideen.

Manchmal tauchen Zweifel auf: sind Laien überhaupt

tung von Grünflächen oder Spielplatzdesign mög-

für Beteiligungsprozesse geeignet? Soll es Mitsprache

lich ist, sondern auch für anspruchsvolle Themen

nur für fachkundige und mündige Bürgerinnen und

(partizipative Budgeterstellung, Risikobewertung,

Bürger geben? Oder sind wir alle Expertin oder Exper-

Raumplanung etc.). Beispiele dafür finden sich auf

te für unser Leben? In den letzten Jahren haben sich

www. partizipation.at.

auch bei komplexen Themen Laienbeteiligungen
durchgesetzt, nach dem Verständnis, dass alles, was

Qualitätsvolle Öffentlichkeitsbeteiligung hat

es zur Lösung eines Problems braucht, bei den Bürger-

Vorteile für Politik und Verwaltung. Sie kann

Innen vorhanden ist.
Ausgangspunkt für Beteiligungsprozesse ist: Man
kann alles so erklären, dass es verständlich ist
und auch Laien mitsprechen können. Manchmal
bewähren sich auch Mischformen, in denen Laien
und ExpertInnen gemeinsam an einem Thema arbei-

…die Nachvollziehbarkeit, die Akzeptanz
und die Qualität von Entscheidungen erhöhen,
…das Verständnis für andere Meinungen
und den Interessenausgleich unterstützen,
…breitere Entscheidungsgrundlagen
für EntscheidungsträgerInnen hervorbringen,

ten (z.B. BürgerInnenkonferenz).

…das Vertrauen in die Politik und in die öffentliche

Es gibt viele Beispiele die zeigen, dass BürgerInnen-

…Zeit und Kosten bei der Umsetzung von Politiken,

beteiligung nicht nur für Einbindung in z.B. Gestal-

Plänen, Programmen und Rechtsakten sparen.

Verwaltung stärken und

Schritt 6: Information und Beteiligung der Öffentlichkeit

39

Jedes Projekt hat seine Vorgeschichte. Zusätzlich

nell konzipierte oder mangelhaft ausgeführte parti-

sind jedem Projekt rechtliche, technische und ge-

zipative Prozesse, die von der Öffentlichkeit als nicht

sellschaftliche Rahmenbedingungen gesetzt. Öf-

neutral oder gar manipulativ empfunden werden,

fentlichkeitsbeteiligung muss gut geplant und

können sich negativ auswirken.

wertschätzend durchgeführt werden. Unprofessio-

Wer soll mitsprechen können?
Die Auswahl der Beteiligten richtet sich nach den

Schlüsselpersonen, die das Projekt während der ge-

Zielen der Einbindung und den Rahmenbedingung-

samten Laufzeit begleiten und es gibt Beteiligte, die

en der Gemeinde oder Region. Es macht meist Sinn

nur zu gewissen Projektphasen einbezogen werden.

Personen auf unterschiedliche Art und Weise und

Wichtig ist, dass alle sozialen Gruppen vertreten und

über die gesamte Projektdauer einzubinden. Es gibt

alle möglichen Arten von Interessen abgedeckt sind.

Beteiligte zum Thema nachhaltige Entwicklung können sein:

•
•
•

Interessensvertretungen (Kammern) und Vereine
regionale Entwicklungsorganisationen wie z.B. Regionsverbände, regionale Bildungs- und Heimatwerke,
Dorf- und Stadterneuerung, Klimabündnis

•

Schulen inklusive Einbeziehung der Schulverwaltung über die regionalen Bildungsmanagements,

•

Interessensgruppen in den Regionen, die sich mit dem Thema globale Verantwortung auseinandersetzen

•
•

40

GemeindevertreterInnen

Bezirksschulräte und Landesschulräte

wollen: Weltläden, diverse Pfarrgruppen insbesondere Jugendgruppen und Frauengruppen.
die breite Öffentlichkeit
lokale und regionale Medien

Schritt 6: Information und Beteiligung der Öffentlichkeit

Ein paar Tipps:

•

Beteiligung sollte zu einem Zeitpunkt stattfinden, in dem es noch Spielraum gibt und noch keine

•

Orientieren Sie sich bei Planung und Durchführung an den österreichischen Standards

•

Vermitteln Sie von Beginn an, wie die Ergebnisse des Beteiligungsprozesses verwendet werden – so kann

•

Kommunizieren Sie den zeitlichen Aufwand für die Beteiligung und versuchen Sie die Zeiten so zu legen,

•
•
•

(oder wenige) Entscheidungen gefallen sind.

der Öffentlichkeitsbeteiligung.

überhöhten Erwartungen von TeilnehmerInnen vorgebeugt werden.

dass möglichst viele Personen teilnehmen können.
Es kann von Vorteil sein, eine externe, neutrale Moderation zu beauftragen.
Gehen Sie wertschätzend mit den Ergebnissen um, bedanken Sie sich bei den TeilnehmerInnen.
Geben Sie nach einiger Zeit Rückmeldung, ob und wie die Ergebnisse umgesetzt wurden.

Praxisbeispiel Triestingtaler BürgerInnenrat
Im Rahmen des Projekts wurden unterschiedliche Gruppen in die Diskussion zu nachhaltiger Entwicklung
und globaler Verantwortung einbezogen, um ein möglichst breites Bild entstehen zu lassen:

•

Lokale Aktionsgruppe der LEADER Region Triestingtal sowie Regionsvertretung: Die lokale Aktionsgruppe
wurde in die Diskussion des Indikatorensets und in die Beurteilung qualitativer Indikatoren für die Status
Quo-Analyse des Stands der nachhaltigen Entwicklung der Region einbezogen.

•

Gemeindevertreterinnen: Personen aus der lokalen Aktionsgruppe, der Regionsvertretung
aber auch zusätzliche GemeindevertreterInnen nahmen am grenzüberschreitenden Austausch
mit den slowakischen KollegInnen teil.

•

BürgerInnenrat: zwei Gruppen zufällig ausgewählter Laien diskutieren an eineinhalb Tagen die Entwicklung

•

Schülerinnen und Schüler: Im Rahmen des Projekts erarbeiteten SchülerInnen nachhaltige

der Region aus ihrer Sicht und erstellen eine gemeinsame Erklärung mit Empfehlungen für die Region.

und nicht-nachhaltige Räume in der Region, nahmen an Workshops zu Themen globaler Fairness teil
und übergaben die Ergebnisse an GemeindevertreterInnen (für eine ausführliche Beischreibung siehe
Handbuch „Global actions schools 2 regions“).

Schritt 6: Information und Beteiligung der Öffentlichkeit

41

Information über verschiedene Webseiten

42

Schritt 6: Information und Beteiligung der Öffentlichkeit

•

SchulvertreterInnen: TeilnehmerInnen aus den Schulen der Region nahmen an einem Austausch

•

Diskussion mit der breiten Öffentlichkeit: Übergabe der Ergebnisse des BürgerInnenrats

mit den slowakischen Partnergemeinden und Schulen teil.

sowie Schlussveranstaltung mit Präsentation und Diskussion aller im Projekt erstellten Beiträge
und begleitende Pressearbeit.

Konzipiert und moderiert wurden die Beteiligungsprozesse vom Umweltbundesamt in enger Abstimmung
mit dem LEADER-Management Triestingtal. Die Schulaktivitäten wurden von Südwind NÖ Süd durchgeführt.

Etwas anders als in der österreichischen Pilotregion

Eine wichtige Basis für Öffentlichkeitsbeteiligung

stellte sich der Prozess der Einbindung von BürgerInnen

sind Informationsaktivitäten. Alle Informationen zu

in den Kleinen Karpaten dar. Dort war in der Vergangen-

einem Vorhaben sollten frei zugänglich sein und

heit in den im Projekt beteiligten Gemeinden mehr-

Entscheidungsvorgänge möglichst transparent und

mals BürgerInnenbeteiligung gestartet worden. Doch

nachvollziehbar gemacht werden.

die bisherigen Ergebnisse entsprachen noch nicht den
dafür aufgewandten Ressourcen oder den erhofften
Ergebnissen. Es war bisher nicht gelungen, das Interesse in der Bevölkerung für nachhaltige Entwicklung zu
wecken. Viele Menschen leben mit der Überzeugung,
dass ihre Stimme nichts ausmachen kann.

Im Rahmen des Projektes gab es eine Projekthomepage (www.before-skat.eu) regelmäßige Newsletter
sowie Presseaussendungen und Verlinkungen zu
Partnerorganisationen. Nicht nur die breite Bevölkerung und die Stakeholder, auch überregionale
Einrichtungen sollten so informiert werden. Eine

Derzeit befindet sich die slowakische Pilotregion in

Abschlussveranstaltung, in der über die Aktivitäten

einem Prozess zur Einführung neuer Methoden und

in der Region berichtet und die teilnehmenden Schu-

Maßnahmen. Diese werden derzeit mit den Gemein-

len als „Global Action Schools“ feierlich ausgezeichnet

den der Pilotregion diskutiert und stehen erst in der

wurden, rundete das Projekt ab.

Vorbereitung ihrer praktischen Umsetzung.

Was ist ein BürgerInnenrat?
Ein BürgerInnenrat ist ein konsultatives Verfahren, das

In Niederösterreich wurden schon einige BürgerIn-

den Austausch zwischen Politik, Verwaltung und Bür-

nenräte durchgeführt, etwa im Pielachtal, in Mödling

gerInnen unterstützen kann. Ziel ist es, Menschen, die

und der landesweite Jung-Bürgerinnenrat

sich sonst nicht einbringen würden, einzubinden und

(www.noe-laendlicher-raum.at/buergerinnenraete.php).

an einem gesellschaftsrelevanten Thema arbeiten zu
lassen. Es braucht kein spezielles Vorwissen und keine Fachkenntnisse, sondern nur Interesse, eineinhalb
Tage zu einem Thema zu diskutieren. BürgerInnenräte
bestehen aus 10-15 Laien, die nach dem Zufallsprinzip ausgewählt werden. Am Ende des BürgerInnenrats
stehen konsensual erarbeitete Empfehlungen.
Einige Zeit danach werden die Ergebnisse von den
Teilnehmerinnen und Teilnehmern des BürgerInnenrats präsentiert und im feierlichen Rahmen der Öffentlichkeit übergeben. Die Ergebnisse des BürgerInnenrats werden so zu einer wertvollen Ergänzung
zu schon bestehenden politischen Meinungen und
Äußerungen von Experten.
1. Gruppe des Triestingtaler BürgerInnenrats

Schritt 6: Information und Beteiligung der Öffentlichkeit

43

Der Triestingtaler BürgerInnenrat
Die LEADER Region Triestingtal stand vor einer Fort-

wurden per Zufallsauswahl aus dem Telefonbuch

führung ihrer Tätigkeit in der EU Periode 2014 – 2020

erhoben. Dabei wurde darauf geachtet, Frauen

und das Projekt BeFoRe war ein geeigneter Anlass

und Männer in gleicher Zahl einzuladen und auch

um Ideen, Bedürfnisse und Anregungen einfließen

Namen, die auf einen Migrationshintergrund hin-

zu lassen. Die Entwicklung der Region wurde bisher

deuten, auszuwählen. Zusätzlich wurde über Medi-

vorwiegend von PolitikerInnen, Interessensvertreter-

en (NÖN, Gemeindezeitungen) und Internetseiten

Innen und ExpertInnen bestimmt. Ziel des BürgerIn-

(www.triestingtal.at) zur Teilnahme eingeladen.

nenrats war es, nun auch Menschen, die sich sonst
nicht einbringen würden, zu motivierten, zur Entwick-

Werden Personen für BürgerInnenräte z.B. über das

lung ihrer Region beizutragen.

Wählerregister ausgewählt, ist es auch möglich etwa
nach Altersgruppen einzuladen.

Der erste Triestingtaler BürgerInnenrat zur Frage
„Wie soll sich das Triestingtal in Zukunft entwickeln?“

Die zufällig ausgewählten Personen bekamen einen

wurde in zwei Gruppen abgehalten. Die erste Grup-

Einladungsbrief, in dem der Sinn und Zweck eines

pe traf sich von 20.-21. September und die zweite

BürgerInnenrats erklärt wurde.

Gruppe von 27.- 28. September 2013 im RIZ Berndorf
um ehrenamtlich Empfehlungen für die weitere Re-

Die insgesamt 21 TeilnehmerInnen am BürgerIn-

gionsentwicklung auszuarbeiten. Die Teilnahme war

nenrat kamen aus unterschiedlichen Berufen. Dabei

freiwillig, Voraussetzung war nur die Bereitschaft, an

waren z.B. ein Glasermeister, zwei Lehrerinnen, eine

einem Freitagnachmittag und dem darauf folgenden

Gastwirtin, eine Fußpflegerin, eine Landwirtin, eine

Samstag gemeinsam über die Regionsentwicklung

Gärtnerin, eine Krankenschwester und ein Geschäfts-

zu diskutieren.

führer eines Feinmechanik-Betriebs. Geografisch
gesehen kamen sie aus elf (von insgesamt zwölf )

Die Auswahl der TeilnehmerInnen kam durch eine

Gemeinden der LEADER-Region Triestingtal.

gemischte Einladung zustande: an 650 Personen

44

im gesamten Triestingtal wurden persönliche Einla-

„Wie soll sich das Triestingtal in Zukunft entwickeln?“

dungen verschickt. Die Namen und Adressen dafür

stand im Zentrum der Diskussion. Im BürgerInnen-

Schritt 6: Information und Beteiligung der Öffentlichkeit

2. Gruppe des Triestingtaler BürgerInnenrats

rat hatten die TeilnehmerInnen die Gelegenheit zu

Im Oktober 2013 wurden die Empfehlungen des Bür-

sagen, welche Themen ihnen ein besonderes Anlie-

gerInnenrats zur künftigen Entwicklung des Triesting-

gen sind, was ihnen gefällt, wo sie Verbesserungsbe-

tals feierlich der Öffentlichkeit übergeben.

darf sehen und in welche Richtung sich die Region
Triestingtal entwickeln soll.

Zwei TeilnehmerInnen des BürgerInnenrats stellten
die Themen, die sich von Verkehr, wirtschaftlicher

Bei einem später durchgeführten Vergleich der Themen

Entwicklung, regionalen Produkten und Ressour-

der beiden Gruppen zeigte sich, dass es starke Ähnlich-

cen über Tourismus und Naherholung, Ausbildung,

keiten gab, allerdings war die Reihenfolge, in denen
diese Themen diskutiert wurden, unterschiedlich. Einige
Beispiele: die 1. Gruppe wählte als Einstiegsthema den
Verkehr. Die 2. Gruppe schnitt dieses Thema anfangs
über die Pendlerproblematik an, widmete sich aber erst
relativ spät, nämlich bei der Formulierung der Empfehlungen, ausführlicher diesem Thema. Die 2. Gruppe
begann die Diskussion mit dem Thema Betriebe und
wirtschaftliche Entwicklung des Triestingtals, das in der
1. Gruppe erst am zweiten Tag besprochen wurde.
Vergleicht man die Ergebnisse, so ergeben sich keinerlei Widersprüche zwischen den Ergebnissen der
beiden Gruppen. Die Themen und abgeleiteten Empfehlungen beider Gruppen überschnitten sich überraschend stark. Die unterschiedlichen Gewichtungen
der einzelnen Themen sind der persönlichen (Wohnort
und ehrenamtliches Engagement) und beruflichen
Erfahrung der TeilnehmerInnen zuzuordnen.

Schritt 6: Information und Beteiligung der Öffentlichkeit

45

Übergabe der Ergebnisse des BürgerInnenrats an die Region
(© Region Triestingtal: Didi Holzinger)
Lebensqualität im Tal bis hin zu ethischen Fragen

würden sicherlich in die zukünftige Regionsstrategie

spannten, kurz vor. Eine Teilnehmerin merkte an,

des Triestingtals einfließen.

dass es ein gutes Arbeiten war, da der Schwerpunkt
in der Diskussion auf dem Positiven lag und auf Lö-

Die Detailergebnisse des BürgerInnenrats wurden

sungsvorschlägen.

auf www.triestingtal.at als auch auf
www.before-skat.eu zugänglich gemacht.

Der Obmann der LEADER Region Triestingtal, BGM
Franz Seewald, zeigte sich erfreut von den Resultaten. Die Regionsvertretung bestätigte ihren Willen,
die Ergebnisse genau zu prüfen und sich ernsthaft
damit auseinander zu setzen. Manche Anregungen

46

Schritt 6: Information und Beteiligung der Öffentlichkeit

Literatur
Im Projekt entstandene Handbücher für die Schulen
Cepissak, A., Haberl, M., Buchleitner, B.; Schwarz, I., Stickler, T. (2014):
Global actions schools 2 regions, Wiener Neustadt
Blahová, S., Dobiáš, V., Kahan, J., Lojdová, A., Vincík, M., Vincíková, S., Weber, M. (2014):
Environmentálna výchova a výchova k udržateľnému rozvoju
pre 5. až 9. ročník základných škôl, Bratislava

Internationale und europäische Konventionen, Strategien
und Programme nachhaltiger Entwicklung
Brundtland, G.H. (1987) Our Common Future. [Brundtland-Report]. World Commission on Environment
and Development (ed.). Oxford University Press. Oxford. 400 p.
Charta von Aalborg, am 27. Mai 1994 verabschiedet von den Teilnehmern der Europäischen Konferenz
über zukunftsbeständige Städte und Gemeinden in Aalborg, Dänemark
Boden-Bündnis europäischer Städte, Kreise und Gemeinden (2000): Manifest
der European Land and Soil Alliance (ELSA). Bozen, 24 Oktober 2000
Europäische Kommission (2001): Nachhaltige Entwicklung in Europa für eine
bessere Welt: Strategie der Europäischen Union für die nachhaltige Entwicklung
Rat der Europäischen Union (2006): 10917/06 Die erneuerte EU-Strategie für nachhaltige Entwicklung
Europäische Kommission (2010): EUROPA 2020, Eine Strategie für
intelligentes, nachhaltiges und integratives Wachstum
Europäische Kommission (2009): Das BIP und mehr - Die Messung des Fortschritts
in einer Welt im Wandel
Europäische Kommission, GD Umwelt und GD Eurostat (2011): Mehr als BIP.
www.beyond-gdp.eu/
United Nations (1997): Earth Summit Agenda 21. The United Nations Program
of Action from Rio. United Nations. New York

Literatur

47

United Nations (2002): Report of the World Summit on Sustainable Development, Johannesburg, South
Africa, 26 August- 4 September 2002. A/CONF.199/20.
United Nations, New York
United Nations (2002): Millenniums-Erklärung der Vereinten Nationen,
Generalversammlungsresolution 55/2 vom 8. September 2000
United Nations (2012): The future we want. Res 66/288
United Nations/ECE (1998) – Aarhus-Konvention: Übereinkommen über den Zugang
zu Informationen, die Öffentlichkeitsbeteiligung an Entscheidungsverfahren
und den Zugang zu Gerichten im Umweltangelegenheiten
Global Marshall Plan: www.globalmarshallplan.org/ sowie Ökosoziales Forum
Europa, Global Marshall Plan –a Global Contract
www.oekosozial.at/uploads/tx_osfopage/GMP_Borschuere_2010_3_01.pdf

Nationale Strategien und Programme (Österreich)
BMLFUW (2002): NSTRAT - Die Österreichische Strategie zur Nachhaltigen
Entwicklung - Eine Initiative der Bundesregierung
BMLFUW (2003): Gemeinsame Erklärung zur Lokalen Agenda 21 in Österreich
BMLFUW (2010): Österreichischer Aktionsplan zur nachhaltigen öffentlichen Beschaffung.
Teil 1 und II
BMLFUW (2011): ÖSTRAT- Österreichische Strategie Nachhaltige Entwicklung
Arbeitsprogramm 2011ff des Bundes und der Länder
www.nachhaltigkeit.at/filemanager/download/80279/
BMLFUW (2011): Auf dem Weg zu einem nachhaltigen Österreich. Indikatoren-Bericht
für das Monitoring Nachhaltiger Entwicklung (MONE) 2011
BMLFUW (2012): Österreichische Strategie zur Anpassung an den Klimawandel
BMLFUW - Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt
und Wasserwirtschaft (2013): Indikatoren-Bericht 2013, Wien
BMUKK (2008): Österreichische Strategie zur Bildung für nachhaltige Entwicklung

48

Literatur

Österreichische Raumordnungskonferenz (2011),
Österreichisches Raumentwicklungskonzept (ÖREK). Wien

Nationale Strategien und Programme (Slowakei)
National Strategy for Stainable Development for the Slovac Republic (2001)
www.thegef.org/gef/sites/thegef.org/files/documents/Slovakia_NSSD_Final.pdf
Action Plan for Sustainable Development (2005)

Niederösterreichische Strategien und Programme
Amt der Niederösterreichischen Landesregierung, Gruppe Raumordnung,
Umwelt und Verkehr, Abteilung Umwelt und Energiewirtschaft (2014):
Klima- und Energieprogramm 2020; St. Pölten
Amt der NÖ Landesregierung, Gruppe Land- und Forstwirtschaft, Abteilung Landentwicklung
(2008): Niederösterreichische Charta für den ländlichen Raum. St. Pölten
Klimabündnis Land Niederösterreich www.klimabuendnis.at/start.asp?ID=103324

Weitere Literatur
Amt der Niederösterreichischen Landesregierung, Abteilung Raumordung
und Regionalpolitik – Statistik (2011): Statistisches Handbuch des Landes Niederösterreich,
35. Jahrgang 2011, Bad Vöslau
Denkstatt (2011): Checkliste für Europas nachhaltige ländliche Regionen
Foodprint – der ökologische Fußabdruck-Rechner www.mein-fussabdruck.at/# (eine
Webseite des österreichischen Lebensministeriums)
Holzinger, H. (2012): Neuer Wohlstand. Leben und Wirtschaften auf einem begrenzten
Planeten. Ein Bericht an die Global Marshall Plan Initiative. Robert-Jungk-Bibliothek
für Zukunftsfragen
Jungk, R.; Müllert, N. (1989). Zukunftswerkstätten. Mit Phantasie gegen Routine
und Resignation. München: Heyne (Nr.73)

Literatur

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Leitner, Jörg (2007): Partizipation in den Nachhaltigkeitsstrategien
der Europäischen Union. Diplomarbeit, Wirtschaftsuniversität Wien
Randers, J. (2012): „2052: A Global Forecast for the Next Forty Years”. A report to the Club
of Rome www.clubofrome.at/archive/meawien06.html
Standards der Öffentlichkeitsbeteiligung (2008); vom Ministerrat beschlossen am 2. Juli 2008
www.partizipation.at/fileadmin/media_data/Downloads/Standards_OeB/standards_der_
oeffentlichkeitsbeteiligung_2008_druck.pdf
Schwarz, I. (2014): „Vielfältige Geografien – Perspektiven für eine SchülerInnen
und LehrerInnenorientierung. Global Citizenship“, Waxmann Verlag, Münster.
In Druckvorbereitung.
Statistik Austria (2013): Ein Blick auf die Gemeinde,
www.statistik.at/web_de/services/ein_blick_auf_die_gemeinde/index.html
Stickler, T., Schwarz, I., Weber, R., Hainfellner, E., Weber, R., Cepissak, A., Ferner, B. (2013):
„Indikatoren-Analyse zum Stand der nachhaltigen Entwicklung in Gemeinden und Regionen,
WP3 Report BeFoRe, Wien
Stickler, T., Nagy, M., Reitschuler, G., Reisinger, H., Hutter, D. (2009): Empfehlungen
zur Bilanzierung von LA21-Prozessen, Wien
Von Weizäcker, E.U.; Hargroves, K.; Smith, M.; Desha, C.; Stasinopoulos, P. (2009):
Faktor Fünf. Die Formel für nachhaltiges Wachstum. Droemer Verlag

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Literatur

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