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Full text: Die Entwicklung einer global fairen Region / Haberl, Matthias

2015
Europäisches Jahr
für Entwicklung

Matthias Haberl, Ingrid Schwarz (Hrsg.)

DIE ENTWICKLUNG
EINER GLOBAL FAIREN
REGION
EIN HANDBUCH FÜR DIE PRAXIS
BG

ES

CS

DA

DE

EL

2015

Europäisches Jahr
für Entwicklung

ETunsere Welt
CIVIL
unsere Würde
SOCIETY
unsere Zukunft
ALLIANCE

EN

1

I N H A LT

VORWORT

Die Entwicklung einer
global fairen Region
Ein Handbuch für die Praxis

Faire Welt –
Bucklige Welt –
Wechselland

3	Vorwort

Die LEADER-Region Bucklige Welt
– Wechselland liegt im südöstlichen
Niederösterreich an den Grenzen zu
Steiermark und Burgenland. Sie umfasst
32 Gemeinden mit einer Gesamtfläche
von 830 km² und rund 50.000 EinwohnerInnen. 23 Gemeinden gehören
der Kleinregion Bucklige Welt an und
neun der Kleinregion Wechselland. Seit
den 20er Jahren ist die Region Bucklige
Welt  – Wechselland eines der bekanntesten Erholungsgebiete Österreichs. Die
zwischen Gloggnitz und Kirchschlag breit
entwickelte Hügellandschaft schließt
im Norden mit dem Rosaliengebirge
und im Süden mit dem Hochwechsel
(1743 m) zusammen. Schwerpunktthemen der LEADER-Region sind  Kulinarik,
Wellness, erneuerbare Energie, Wirtschaft, Land- und Forstwirtschaft.

	

Faire Welt – Bucklige Welt  –  Wechselland

	

Friedrich Trimmel

4	

Einführung in dieses Handbuch

	

Matthias Haberl, Ingrid Schwarz

6	

	

Strategie einer NGO für die Prozessgestaltung einer
Fair-Trade Region

	

Ingrid Schwarz

14	

Aus dem Blickwinkel der Region

	

Christian Zettl

20	

Unterstützung durch Ihre nationale Fair-Trade Organisation

	

Elke Schaupp

23	Stakeholder-Analyse

	

Matthias Haberl

27	

Vernetzungstreffen – eine Anleitung

	

Matthias Haberl

32	

Links und Kontakt

34	

BG

CS

Impressum
Impressum

ES

DA

© Südwind NÖ Süd Eigenverlag, Bahnstraße 46, 2700 Wiener Neustadt, www.suedwind-noesued.at
Dieses Handbuch oder Kopien davon dürfen nicht an Einzelpersonen oder Organisationen verkauft werden.
DE

EL

2015
Mit

ET der EU. Der Inhalt liegt in der alleinigen Verantwortung von
finanzieller Unterstützung
Süd und gibt nicht den Standpunkt der EU wieder.

Europäisches Jahr
fürSüdwind
EntwicklungNÖ

Die Region Bucklige Welt  –  Wechselland hat eine langjährige Tradition
in der Umsetzung von nachhaltigen
Projekten. Die Region ist Klima-Modellregion, es gibt Initiativen zur nachhaltigen Versorgung mit Strom, genauso wie

alternative Mobilitätskonzepte.
Seit vielen Jahren ist auch der Faire
Handel ein Thema in der Region. Viele
Menschen engagieren sich ehrenamtlich
für dieses Thema. Mit der Entwicklung
des Projektes „Faire Welt  –  Bucklige –
Welt Wechselland“ im Rahmen des
LEADER Programmes konnten viele
konkrete Aktionen und Bildungsprojekte
in Gemeinden und Schulen durchgeführt werden.
Die Region ist seit 2013 die 1. FAIRTRADE Region Niederösterreichs und
hat somit einen Vorbildcharakter für
andere Regionen in Niederösterreich
und in Europa.
Wir laden alle Interessierten herzlich ein,
ebenfalls einen fairen Regionsprozess zu
starten, sich Anregungen, Erfahrungen
und Ideen aus der Buckligen Welt und
dem Wechselland zu holen.
Wir als FAIRTRADE Region werden auch
in Zukunft an dem Thema aktiv weiterarbeiten, die Vernetzung, die Bildung
und die Öffentlichkeitsarbeit weiter
stärken und hoffentlich noch viele faire
Aktionen und zukunftsorientierte Projekte umsetzen.
DI Friedrich Trimmel
Obmann LEADER Region
Bucklige Welt  –  Wechselland

EN

3

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FR

HR

Einführung in dieses
Handbuch

Südwind NÖ Süd hat gemeinsam mit
vielen motivierten Menschen die
LEADER Region „Bucklige Welt  –
Wechselland“ zur ersten FAIRTRADE
Region Niederösterreichs entwickelt.
Der Weg war nicht nur einfach, jedoch
immer interessant und leidenschaftlich. Er war vom Engagement vieler
Menschen geprägt. Hier möchten wir
Ihnen eine Geschichte erzählen, die
vor einigen Jahren Ihren Anfang
nahm …

Der faire Handel
Alle Menschen dieser Welt haben das
gleiche Recht auf Bedürfnisbefriedigung
und Selbstverwirklichung. Jedoch kann
nur ein geringer Anteil der Weltbevölkerung von diesem Recht Gebrauch
machen. So müssen Menschen in vielen
Ländern des globalen Südens für die
dort angebauten Rohstoffe wie Kaffee,
Kakao oder Bananen unter unwürdigen
Bedingungen arbeiten und leben. Durch
Engagement für den fairen Handel auf
lokaler Ebene können die Chancen für
4

ein menschenwürdiges Leben weltweit
gesteigert werden! Die Kampagne
„Fair-Trade-Towns“ bietet für dieses Engagement einen konkreten Rahmen und
richtet sich an Gemeinden, Städte und
Regionen, die Aktivitäten im Zeichen
des fairen Handels setzen möchten.

Die Wurzeln der
Fair-Trade-TownsBewegung
Die Idee der Fair-Trade-Towns ist in
England entstanden, als sich im April
2000 Garstang in Lancashire selbst
zur ersten Fair-Trade-Town erklärte.
Gemeinsam mit der FAIRTRADE Foundation wurden fünf Ziele einer FairTrade-Town definiert, damit andere
Gemeinden, Städte und auch Regionen
dem Beispiel Garstangs folgen können.
Heute gibt es mehr als 1600 Fair-TradeTowns weltweit – viele davon sind Teil
engagierter Fair-Trade-Regionen!

M AT T H I A S H A B E R L , I N G R I D S C H W A R Z

Was Sie hier erwartet	

Organisation als Partner einzubinden.
In diesem Guidebook verwenden wir
manchmal den Begriff „FAIRTRADE
Region“, manchmal „Faire Region“,
manchmal auch noch andere Begriffe.
Was wir damit aber immer ausdrücken
wollen, ist folgendes Ziel:

Dieses Heft soll Ihnen auf kompakte
Art Folgendes bieten:
•• Eine Einführung, wie Südwind NÖ
Süd und die lokalen Partner den
Prozess in der heutigen FAIRTRADE
Region „Bucklige Welt – Wechselland“ koordiniert haben.
•• Konkrete Handlungs- und Strategietipps, wie Sie Ihre Gemeinde und
Region entwickeln können.
•• Fertige Methodenbeschreibungen,
z.B. für eine regionale StakeholderKonferenz, die als Basis für einen
partizipativen Gemeinde- und
Regionsprozess dienen kann.
•• Es werden hier sowohl die Perspektiven von Südwind NÖ Süd als NGO,
von RegionsvertreterInnen und von
einer nationalen FAIRTRADE Organisation dargestellt.

Wir wünschen Ihnen eine spannende
Lektüre und hoffen, Sie nehmen sich dabei Inspiration, Motivation und konkrete
Handlungsschritte für die Entwicklung
Ihrer Gemeinde und Region mit.

Die Region Bucklige Welt – Wechselland
wurde von FAIRTRADE Österreich als
FAIRTRADE Region ausgezeichnet. Es
ist sinnvoll, ihre nationale FAIRTRADE

Wiener Neustadt, im September 2015
Ingrid Schwarz und Matthias Haberl
Südwind NÖ Süd

Eine Region, die sich
für global faire Handelsbeziehungen genauso
einsetzt wie für den
Bezug regionaler und
nachhaltig produzierter
Produkte.

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Strategie einer NGO für
die Prozessgestaltung einer
FAIRTRADE Region
Ingrid Schwarz, Südwind NÖ Süd
www.suedwind-noesued.at
NGOs können als KoordinatorInnen
und KatalysatorInnen in einem fairen
Regionsprozess wirken. Dabei gibt
es vielfältige Herausforderungen zu
meistern, doch mit dem richtigen
Knowhow, den richtigen PartnerInnen
und einer Portion Hartnäckigkeit lässt
sich einiges bewegen. Hier ein Abriss
unserer Erfahrungen in der FAIRTRADE
Region Bucklige Welt-Wechselland.

Ressourcen in der Region:
das Engagement von
Menschen vor Ort
Ganz am Beginn stellt sich die Frage
nach den Ressourcen in einer Region.
Im ersten Schritt sind damit nicht die
finanziellen Ressourcen gemeint, sondern Ideen, Initiativen und das – oft
langjährige – Engagement von Menschen für Entwicklungspolitik und Globale Verantwortung. Oft sind es kleine
Pfarrgruppen oder Frauengruppen, die
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den fairen Handel über Jahre in informellen Strukturen gefördert und begleitet haben. Jede dieser Initiativen soll
und muss wertgeschätzt werden und
auch sichtbar werden.
Es sind langjährige und traditionelle
Bazare, wo Menschen viele Kilometer
mit dem eigenen Auto fahren und dann
mit einem voll bepackten Kofferraum
mit Produkten aus dem Fairen Handel
in ihren Pfarren, in ihren Gemeinden
und in ihren Schulen Verkaufsstände
durchführen.
Bei einer FAIRTRADE Auszeichnungsfeier in einer kleinen Gemeinde im südlichen Niederösterreich kam eine ältere
Frau auf mich zu und sagte: „Das haben
wir schon vor 25 Jahren gemacht, dass
wir in der Pfarre fairen Kaffee verkauft
haben.“ Meine Antwort war: „Ja, und
ohne Euch wären wir heute nicht so
weit, wie wir sind.“
Diese Stakeholderanalyse war für uns
sehr nützlich. Es geht darum sowohl
aktive Initiativen wie die oben genann-

INGRID SCHWARZ

ten zu identifizieren und miteinzubeziehen als auch wichtige AkteurInnen
zu aktivieren. Dazu zählen natürlich
politische VertreterInnen (BürgermeisterInnen, UmweltgemeinderätInnen)
und ebenso VerantwortungsträgerInnen
in Pfarrren RegionsvertreterInnen (z.B.
Leader Region), SchuldirektorInnen und
LehrerInnen und VorreiterInnen in der
Wirtschaft.
Ein fairer Regionsprozess verbindet diese zahlreichen Einzelinitiativen und verknüpft sie zu einem größeren Ganzen.

Faire Wochen
jedes Jahr
Ein konkretes Beispiel sind dafür die
Fairen Wochen. Das sind jährliche Aktionswochen im April und Mai. Diese
Aktionswochen finden jedes Jahr statt.
Jede Gemeinde, jeder Verein, jede
Schule und jede Gruppe darf und soll
sich mit konkreten fairen Aktionen und
Veranstaltungen in das Gesamtprogramm einbringen.

Aus vielen, vielen Einzelveranstaltungen
wird ein großartiges gemeinsames
Ganzes mit einer beeindruckenden
Sichtbarkeit.
Der jährliche Fixtermin bringt eine hohe
und langfristige Planungssicherheit. Jeder und jede kann sich einbringen und
auch schon Ideen und Aktionen für das
nächste Jahr überlegen. Eine Intention
ist auch die gegenseitige Inspiration
durch kreative Ideen und Aktionen, so
kann beispielsweise ein Faires OpaOma-Frühstück, das eine Gemeinde
veranstaltet hat, im nächsten Jahr
durchaus auch in einer oder mehreren
weiteren Gemeinden stattfinden.

Die Verknüpfung
Schule – Gemeinde
Das Besondere am Fairen Handel ist die
hohe Relevanz für die schulische und
kommunale Bildungsarbeit. Das Thema
ökonomische Bildung findet sich in zahlreichen Lehrplänen, allen voran im Geographie und Wirtschaftskunde Unterricht.
7

S T R AT E G I E E I N E R N G O

Verteilungsgerechtigkeit, was ist ein
fairer Preis, was sind faire Arbeitsbedingungen, wie wollen wir Wirtschaft
gestalten, das sind alles Themen für die
Schule von der 1. Klasse Grundschule
bis zur Matura.
Letztendlich beginnt die Bildungsarbeit
für den Fairen Handel aber auch schon
früher, denn auch Kindergarten-Kinder
können mit Liedtexten, Bildern, Verkostungen und Erzählungen in das Thema
einbezogen werden. Südwind bietet
dazu eine eigene Materialienmappe für
KindergartenpädagogInnen.
Didaktisch ansprechende Materialien
für LehrerInnen werden auch für die
Sekundarstufe I und II angeboten, wie
beispielsweise Toolkits für Global Action Schools. Nach der Struktur Lernen
– Forschen – Handeln werden konkrete
Umsetzungsschritte für die schulische
Bildungsarbeit in einem internationalen Schulnetzwerk beschrieben.
LehrerInnen können diese Inhalte und
Methoden direkt im Unterricht umset8

INGRID SCHWARZ

zen. Auch erfolgreiche Schulprojekte
werden als Good Practice Modelle zur
Nachahmung vorgestellt. So organisieren zahlreiche SchülerInnen von Global
Action Schools FAIRTRADE Points,
also Verkaufsstände, wo in den Pausen
Produkte aus dem Fairen Handel angeboten werden. Diese Verkaufsstände
werden immer in Kooperation mit den
Weltläden vor Ort gemacht, was bedeutet, dass SchülerInnen eigenständig
die Waren im Weltladen abholen, alle
logistischen und abrechungstechnischen Arbeitsschritte eigenständig
machen und damit handlungsorientierte
Wirtschaftskunde erlernen. LehrerInnen
unterstützen und beraten die SchülerInnen, sind aber vor allem in einer prozessbegleitenden Rolle.
Dass Schule und Gemeinde an einem
gemeinsamen Thema arbeiten, ist für
viele Kinder und Jugendliche eine besondere Erfahrung. Sie erleben, dass
die Bürgermeisterin oder der Bürgermeister durch die Förderung des Fairen
Handels die gleichen Ziele verfolgt wie

sie selbst. Es ist eine besondere Form
von politischer Bildung, wenn mit politischen EntscheidungsträgerInnen über
konkrete Umsetzungsschritte für den
Fairen Handel diskutiert werden kann.
Die Anforderungen für eine FAIRTRADE
Gemeinde sind vor allem auch die Umsetzung in der Bildungsarbeit, darum
nehmen politische EntscheidungsträgerInnen auch gerne an Workshops, Ausstellungen und Podiumsdiskussionen
teil, die zum Thema fairer Handel angeboten werden. Südwind NÖ Süd bietet
dazu ein vielfältiges Angebot mit einem
großen Themenpool, wie beispielsweise Schokolade, Baumwolle, Kaffee und
Bananen.
SchülerInnen präsentieren in Schulprojekten ihre Ergebnisse und laden politische EntscheidungsträgerInnen in die
Schule ein. Ein offener Austausch und
ein partizipativer Zugang in den Methoden bestärkt SchülerInnen in ihrem
Engagement für konkrete Umsetzungsschritte im Fairen Handel.

Aus einem riesigen Pool von Schulprojekten sollen hier einige genannt
werden:
•• „Faire Modeschauen“ in Kooperation
mit den Weltläden und ihrem Sortiment von Kleidung aus dem fairen
Handel
•• Upcycling-Projekte, wo mit alter
Kleidung ein neues Produkt entwickelt wird
•• Faire Fußball-Matches, wo BürgermeisterInnen einen FAIRTRADEFußball zum Ankick beisteuert
•• Kreativ-Wettbewerbe für eine
Schleifengestaltung für FAIRTRADESchokolade
•• Teilnahme an einem Marathon mit
Sportbekleidung aus Fairen Handel
•• Theater- und Performance-Projekte,
wo sogar eigene Theaterstücke und
Musicals geschrieben und inszeniert
werden
•• Rezeptsammlungen von Speisen mit
Zutaten aus dem fairen Handel und
die konkrete Umsetzung in Kochworkshops und in der Schulküche.

9

S T R AT E G I E E I N E R N G O

Für die Kooperation von Schulen und
Gemeinden ist auch die öffentliche
Wahrnehmung des Themas notwendig,
wo die diversen Schulprojekte dann auch
auf den Websites der Gemeinden und
auch in den Gemeindezeitungen nachzulesen sind.
Die Regionsprozesse verstärken sich
durch Schulprojekte, wo Schulen kooperieren und auch mehrere Gemeinden für
Schulen Verantwortung tragen und damit
an einem gemeinsamen fairen Regionsthema arbeiten.
Schulen als BeschafferInnen sind auch
als Wirtschaftsfaktor in einer besonderen Vorreiterrolle. Eine Gastronomin hat
sich einmal telefonisch zu Produkten aus
dem Fairen Handel konkret erkundigt,
nach genauerem Nachfragen, hat sie
von einem Schulprojekt erzählt, bei dem
SchülerInnen bei Zulieferfirmen recherchiert haben, ob und welche Produkte
aus dem Fairen Handel verwendet werden. Diese Gastronomin hat in der Folge dieses Projektes Produkte aus dem
10

INGRID SCHWARZ

fairen Handel in ihr Angebot integriert.

BotschafterInnen
in den Regionen
Jede Region hat Persönlichkeiten, auf
die die Menschen besonders stolz sind.
Vielfach haben diese Menschen auf dem
ersten Blick gar nichts mit dem Fairen
Handel zu tun. So gab es beispielweise
einen Fernsehbeitrag einer Radfahrerin
aus der FAIRTRADE Region Bucklige
Welt –Wechselland. Diese Sportlerin
macht oft „Weltreisen“ mit dem Rad
und sie erzählte von ihrer Afrikatour von
Ägypten bis Südafrika. Ihr Kommentar
war, dass sie in Nordafrika mit dem Rad
losgefahren ist, und als anderer Mensch
in Südafrika angekommen ist. Diese
Aussage war für mich entscheidend, um
bei ihr anzufragen, ob sie als FAIRTRADE
Botschafterin das Projekt FAIRTRADE
Region begleiten möchte, was sie auch
gerne gemacht hat. Sie hat sich als Person für die Sache zur Verfügung gestellt
und hat die FAIREN Wochen öffentlichkeitswirksam mitbeworben.

Ein weiteres Beispiel ist ein ehemaliger
Profifußballer, der zahlreiche Spiele im
österreichischen Nationalteam absolviert
hat. Bei einem ersten Gespräch zum
Thema Fairer Fußball hat er gemeint,
dass er in seiner ganzen aktiven Karriere
nie hinterfragt hat, wie und wo die Bälle
hergestellt werden. Er hat das Thema
Fairer Fußball in zahlreichen Schulworkshops begleitet, hat mit Kindern und
Jugendlichen über seine Karriere gesprochen und vor allem erzählt, wie groß
seine Betroffenheit war, als er von den
Produktionsbedingungen der FußballnäherInnen in Pakistan gehört hat.
Es sind oft Menschen abseits des
politischen Mainstreams, die als BotschafterInnen einer Region einen wertvollen öffentlichkeitswirksamen Beitrag
für das Thema Fairer Handel bewirken
können.

Regionale und faire Produkte:
Kooperationen mit regionalen
ProduzentInnen
Ein scheinbares Spannungsfeld in fairen
Regionsprozessen ist die Verbindung von
regionalen Produkten und Produkten aus
dem Fairen Handel. In ersten Gesprächen war die Angst vor Konkurrenzprodukten bei regionalen ProduzentInnen
sehr groß. Erst durch Informationsarbeit
unsererseits und in der konkreten Verbindung von Regionsprodukten und Produkten aus dem Fairen Handel konnten
Schritt für Schritt viele Vorbehalte ausgeräumt werden.
In einer besonderen Vorreiterrolle war
ein regionaler Eisproduzent, der eindrucksvoll umgesetzt hat, wie regionale
und FAIRTRADE Produkte zu verbinden
sind. Dieser „Eisgreissler“ produziert
frisches Speiseeis in einem Gebäude
gleich neben seinem Kuhstall. Seine
wichtigsten Mitarbeiterinnen sind – laut
eigenen Angaben – seine Milchkühe, die
täglich frische Milch für das Speiseeis
11

S T R AT E G I E E I N E R N G O

liefern. Der Eisproduzent bietet auch
veganes Eis, Fruchteis, Hollundereis
oder Ziegenkäseeis an. Der Ziegenkäse kommt beispielsweise von einem
Direktvermarkter aus der Region. Der
Eisproduzent ist in Eigeninitiative auf
uns ProjektträgerInnen zugekommen
um FAIRTRADE-Schokolade und FAIRTADE-Bananen für sein Speiseeis zu
verwenden. Das „Eisgreissler-Eis“ wird
in zahlreichen Gastronomiebetrieben in
der Region und auch in Wien, Graz oder
Klagenfurt angeboten, es steht für hohe
Qualität und ausgezeichnet Geschmack.
Ein besonderes und bereits legendäres
Markenzeichen für den Eisgreissler sind
die langen Warteschlangen vor den Verkaufslokalen um biologisches, regionales
und fair gehandeltes Eis zu genießen.
Die anfänglichen Konkurrenzängste wurden auch durch eine besondere Initiative
der Weltläden aufgehoben. Denn in den
Weltläden der FAIRTRADE Region werden auch regionale Produkte angeboten.
Als besonderes Angebot für KundInnen
werden Körbe zusammengestellt, wo
Produkte aus der Region und FAIRTADE
12

INGRID SCHWARZ

Produkte für Geschenke ansprechend
sortiert werden. Dieses Angebot erfreut
sich großer Beliebtheit, bringt eine
Win-Win Situation für alle: denn die
Weltläden erweitern ihr Sortiment und
ihren KundInnenkreis und die regionalen
ProduzentInnen haben einen weiteren
attraktiven Verkaufs- und Präsentationsraum für ihre Angebote. Durch gute
Öffentlichkeitsarbeit in Printmedien und
TV Beiträgen wurde die Bekanntheit der
Region, der regionalen ProduzentInnen,
aber auch das Engagement für den
Fairen Handel in hohem Maß gesteigert.

Als Resultat zeigt sich:
Regionale Produkte und
fair gehandelte globale
Produkte stehen zueinander nicht in Konkurrenz
sondern ergänzen sich
und schaffen einen
Mehrwert.

Finanzielle Ressourcen
Eine der schwierigsten Fragen in einem
fairen Regionsprozess ist die Akquisition
von finanziellen Mitteln. Es braucht eine
kontinuierliche und langfristige Ressourcenausstattung. Der Regionsprozess
muss von ExpertInnen begleitet werden,
Projekte müssen professionell umgesetzt
werden – Ausstellungen, Workshops und
Lehrgänge müssen stattfinden können.
Für diese Arbeit braucht es haupt- und
ehrenamtliche MitarbeiterInnen.

aber die gemeinsamen Erfolge eines
Regionsprozesses sind es in jedem Fall
wert, Zeit, Mittel und Personal zu investieren.

Eine gute und fundierte Projektsteuerung, die Meilensteine, Projektziel und
Umsetzungsschritte in einem gemeinsamen Arbeitsprozess mit hoher Beiteilung
von Menschen aller Altersgruppen in
einer Region garantiert, braucht eine
solide Projektfinanzierung. Gemeinden
können diesen Ressourcenaufwand in
der Regel alleine nicht bewältigen, es
braucht dafür weitere Unterstützung von
Landesregierungen, Mitteln aus Bundesministerien und auch die Unterstützung
der Europäischen Union. Dafür braucht
es oft viel Geduld und Hartnäckigkeit,
13

Aus dem Blickwinkel
der Region

Mag. Christian Zettl, Obmann Verein
„Unsere Erde – eine Familie“/Weltladen
Lanzenkirchen und Mitglied der Fairtrade-Arbeitsgruppe Lanzenkirchen
Eines vorweg: Bewusstsein für den
Fairen Handel in einer ländlichen Region
zu wecken und nachhaltig zu dauerhaftem Interesse und konkretem Handeln
zu bewegen, braucht Ausdauer, ein gutes Team, gute Kontakte und eine Vision
davon, wohin sich der Ort, die Region
bewegen soll.
Wenn Sie sich für den globalen fairen
Handel in Ihrer Region einsetzen, dann
erwartet Sie jedenfalls ein bereichernder
Weg auf dem Sie viele interessante, mutige und visionäre Menschen kennenlernen werden. Dies sage ich als Obmann
eines Vereins, der sich seit mehr als 23
Jahren kontinuierlich dafür engagiert,
dass Fairer Handel und globale Verantwortung Teil des Selbstverständnisses
der ländlichen Gemeinde Lanzenkirchen
(ca. 60 km südlich von Wien, ca. 3800
EW) und unserer Region – der Buckligen
Welt – wird.
14

Erste Schritte
Die Initiative geht oft von einer Einzelperson aus (so war es auch bei uns), die
durch eine Begegnung, durch eine Veranstaltung oder durch eine Erfahrung in
einem Land des Südens in besonderer
Weise berührt wurde und in der sich ein
besonderes Bewusstsein über die globalen Zusammenhänge herausgebildet
hat. Sie empfindet sich in besonderer
Weise verantwortlich dafür, einen Beitrag für mehr Fairness zwischen Nord
und Süd zu leisten.
Der nächste Schritt ist dann der hin auf
andere potentielle MitstreiterInnen:
Menschen persönlich ansprechen, die
eigene Betroffenheit und Begeisterung
teilen, einladen zu einer ersten Zusammenkunft. Mögliche InteressentInnen
lassen sich an Schulen, in Kindergärten,
in Pfarren, in Jugendorganisationen vor
Ort finden. Wenn es bereits vorhandene Bezugspunkte gibt, wie z.B. das
Klimabündnis (hier gibt es auch eine/n
Verantwortliche/n im Gemeinderat) oder

CHRISTIAN ZETTL

ehemalige EntwicklungshelferInnen
bzw. Volontäre, lohnt es sich, dort anzuknüpfen. Es kann auch nützlich sein,
Kontakte zu BürgermeisterInnen bzw.
Pfarrer (oder Pastoralassistent) und Gremien in der Gemeinde bzw. Pfarre (Umweltgemeinderäte, Verantwortliche für
Weltkirche und Entwicklung) herzustellen und über das Anliegen der Bildung
einer Eine-Welt- oder Fairtrade-Gruppe
zu informieren. Auch Gemeindezeitung
bzw. Pfarrblatt (bzw. das Internet) bieten
sich für entsprechende Öffentlichkeitsarbeit an.

Es lohnt sich hier dem
Motto „Löse das Problem
deines Gegenübers“ zu
folgen.

Denn Pfarren wollen Gutes tun und wir
geben ihnen die Gelegenheit dazu.
Gemeinden wollen sich nachhaltig entwickeln und positive Öffentlichkeitsarbeit dafür, und der faire Handel für eine

gerechte Welt ist hier ein guter Ansatzpunkt. Geschäfte wollen besondere Produkte, der faire Handel bietet sie. Das
sind nur einige Beispiele, wie der faire
Handel zum Nutzen vieler Stakeholder
beiträgt.
Ist die Gruppe gebildet – ob innerhalb
einer Institution wie der Pfarre oder als
unabhängiger Verein – stellen sich
viele Fragen:
•• Was genau wollen wir?
•• Den Fairen Handel stärken, Produkte
verfügbar machen, zur Verwendung
von fairen Produkten in der Gemeinde, in der Pfarre, in Büros, in Vereinen
und in der Gastronomie anregen?
•• Bildungs- und Öffentlichkeitsarbeit
betreiben?
•• Lobbying zugunsten von Rahmenbedingungen für eine gerechtere
Weltwirtschaft, für die Umsetzung
und Einhaltung von grundlegenden
Menschenrechten, zugunsten von
konkreten Beschlüssen in den
politisch verantwortlichen Gremien
wie den Gemeinderäten betreiben?
15

AUS DEM BLICKWINKEL DER REGION

•• Unterstützung von konkreten Projekten in den Ländern des Südens?
•• Aufbau einer Gemeinde-/Pfarrpartnerschaft?

staltungen, Projektpartnerschaften mit
Nigeria und Tansania).

Die eigenen Visionen und Zielsetzungen
sollten jedenfalls schriftlich festgehalten
(z.B. Statut) und in die Öffentlichkeit
getragen werden (Folder, Homepage,
Facebook).

Möglichst konkrete, von den eigenen
Ressourcen her machbare Aktionen
schaffen mehr Öffentlichkeit und geben
der Motivation der Gruppe Auftrieb:
Kontakt herstellen mit dem nächstgelegenen Weltladen und Verkaufsbazare organisieren, gemeinsam mit
einschlägigen entwicklungspolitischen
bzw. kirchlichen NROs (wie Südwind,
Welthaus) Veranstaltungen, Workshops
(an Schulen) und Ausstellungen planen.
Sicher gibt es auch in Ihrer Umgebung
viele AkteurInnen, die sich bereits für
eine gerechte Welt einsetzen oder in
deren Portfolio dieses Engagement gut
passen würde. (Siehe dazu auch den
Beitrag von Elke Schaupp von FairTrade
Österreich.)

In unserem Fall ging die Initiative vor 23
Jahren von Mitgliedern des Ausschusses
für Weltkirche und Entwicklung der Pfarre aus. Es waren vier Frauen, die mutig
und entschlossen die ersten Schritte
setzten, die in die Gründung des eigenständigen Vereins „Unsere Erde – eine
Familie“ mündeten. Vordringliche Ziele
waren: dem Fairen Handel einen festen Platz geben (wir gründeten einen
Weltladen), Bewusstseinsbildung (durch
Workshops, Ausstellungen, …), konkrete
Beziehungen mit Menschen aus dem
Süden aufbauen und Entwicklungsprojekte unterstützen (Begegnungen mit
Gästen aus dem Süden, Kulturveran16

Von der Idee zum Tun

Gute Gelegenheiten für ein effektiveres
öffentliches Auftreten und Vernetzung
mit anderen gleichgesinnten AkteurIn-

CHRISTIAN ZETTL

nen in der Region bieten Kampagnen
bzw. Schwerpunktwochen, wie etwa
die Fairen Wochen (jeweils April/Mai),
der World Fairtrade Day/Weltladentag
(2. Samstag im Mai), die Europäische
Aktionswoche Nachhaltigkeit (Mai/
Juni) oder der Sonntag der Weltkirche/
Weltmissionssonntag (Oktober). Auch
die Möglichkeit, Projektförderungen für
entwicklungspolitische Bildungs-/Öffentlichkeitsarbeit zu nutzen, sollten ins
Auge gefasst werden. So konnten wir
in den Jahren 2003 und 2004 im Rahmen des „Schwerpunkts Klimabündnis
Bucklige Welt“ das Projekt „Faire Welt
– Bucklige Welt“ verwirklichen, das den
Fairen Handel erstmals in der Region
Bucklige Welt einer breiteren Öffentlichkeit bekannt machte. Damit wurden
wichtige Grundlagen für die spätere
Entwicklung hin zur „Fairtrade Region“
im Jahre 2013 geschaffen. Eine unmittelbare Folge dieses Projekts war die
Gründung eines Weltladens in der Stadt
Kirchschlag. Lokale Akteure wurden in
ihrem (bisher isolierten) Tun bestärkt
bzw. zu neuen Aktionen ermutigt.

Auf dem Weg zur
Fairen Gemeinde
Ist einmal ein gewisses öffentliches Bewusstsein vorhanden, sollte die Schaffung von dauerhaften und verbindlichen
Rahmenbedingungen für den Fairen
Handel in der Gemeinde bzw. in der Region in Angriff genommen werden. 2005
forderten die Weltläden anlässlich der
Kampagne zum World Fairtrade Day gegen Kinderarbeit Gemeinde- und Stadtverantwortliche in ganz Österreich dazu
auf, in öffentlichen Einrichtungen fair
gehandelte Produkte zu verwenden. In
Zusammenarbeit mit der kirchlichen entwicklungspolitischen NRO Welthaus verbanden wir die Kampagne mit Ziel, einen
entsprechenden Gemeinderatsbeschluss
für den Fairen Handel in Lanzenkirchen
herbeizuführen. Die Gemeinderäte wurden zum Fairen Handel befragt und zu
einem biofairen Mittagessen eingeladen.
Dabei wurden die Ziele der Kampagne
vorgestellt, eine von 100 GemeindebürgerInnen unterschriebene Petition
übergeben und der Wunsch nach einem
17

AUS DEM BLICKWINKEL DER REGION

entsprechenden Gemeinderatsbeschluss
bekräftigt. Die Kampagne hatte Erfolg –
der Beschluss, den Fairen Handel in der
Beschaffung und in der Öffentlichkeitsarbeit verstärkt zu berücksichtigen erfolgte
im März 2006. Eine konkrete und einfach
zu verwirklichende Einstiegsaktivität zur
Umsetzung des Beschlusses bildeten die
Weltladen-Geschenkskörbchen, die seitdem von der Gemeinde für Geburtstagsgratulationen älterer GemeindebürgerInnen eingesetzt werden.
Doch Papier ist geduldig – ein Beschluss
alleine reicht nicht: Es braucht kontinuierliche Bewusstseinsbildung durch sympathische Veranstaltungen und Aktionen,
an denen die örtliche Prominenz eingebunden wird und die Bevölkerung gerne
teilnimmt – in Lanzenkirchen u.a. in Form
von Fairem Brunch (mit fairen und regionalen Produkten), von Bürgermeister-/Gemeinderäte-Benefiztorschießen, natürlich
mit fair gehandeltem Ball (zugunsten der
Jugendprojekte von Jugend Eine Welt),
von Kochkursen mit fairen und regionalen
Zutaten (angeleitet von Gemeindebewoh18

nerInnen, die aus dem globalen Süden
stammen, bei uns z.B. aus Thailand) oder
einer Fairen Modeschau (gestaltet von
SchülerInnen der HLW Sta.Christiana). Sie
sehen, der Kreativität sind keine Grenzen
gesetzt. Mit diesen und anderen Aktivitäten wurde schließlich auch der Weg dafür
gebahnt, dass Lanzenkirchen 2011 zur
Fairtrade-Gemeinde ernannt wurde.

CHRISTIAN ZETTL

knüpfen und ein breites und leicht zugängliches Angebot rund um den Fairen
Handel schaffen.
Wie anfänglich gesagt: Der Weg ist nicht
einfach, aber falls Sie ihn einschlagen und
einige der hier genannten Tipps verfolgen, dann werden Sie wahrscheinlich in
Ihrem Leben sehr bereichert werden.

Eine eigens eingerichtete überparteiliche
Arbeitsgruppe – unter Teilnahme von
GemeinderätInnen, Bauern-, Eltern- und
LehrervertreterInnen, VertreterInnen der
Pfarre und des Weltladens – sorgt seitdem laufend für Aktionsideen und den
Kontakt zur Bevölkerung, zu Schulen,
Betrieben, Vereinen und zur Gastronomie. Eine Idee war besonders erfolgreich:
Schwerpunktwochen unter dem Titel
„Faire Wochen“, die jedes Jahr Ende
April/Anfang Mai pädagogische Aktivitäten an Schulen und in Kindergärten, das
traditionelle WELTLADEN-Fest zum World
Fairtrade Day und spezielle kulinarische
Angebote der örtlichen Gastronomie
(Fairtrade und regional) miteinander ver19

Unterstützung durch Ihre nationale
Fair-Trade Organisation

Elke Schaupp, FAIRTRADE Österreich
www.fairtrade.at

Was sind Fair-Trade-Towns
und Fair-Trade-Regionen?
Die Fair-Trade-Towns-Initiative ist eine
einzigartige Bewegung, die sich über
26 Länder weltweit und alle Kontinente
spannt. Sie folgt dem Motto „Tue Gutes und rede darüber“ und verleiht an
engagierten Gemeinden, Städten und
Regionen einen Titel, um umfassendes
Engagement für den fairen Handel nach
außen sichtbar zu machen!
Fair-Trade-Towns und Fair-Trade-Regionen leisten einen aktiven Beitrag zur
Verbesserung der Lebens- und Arbeitsbedingungen von Kleinbauernfamilien
und ArbeiterInnen im globalen Süden.
Geschäfte und Gastronomiebetriebe in
Fair-Trade-Towns und Fair-Trade-Regionen bieten ihren Kundinnen und Kunden
fair gehandelte Produkte an, Gemeinderätinnen und Gemeinderäte unterstützen
den Prozess auf politischer Ebene. Die
20

Gemeinden setzen auf sozial-faire Beschaffung und führen Maßnahmen zur
Bewusstseinsbildung und Sensibilisierung der Bevölkerung durch. Auch Schulen, Kindergärten, Vereine und zahlreiche
weitere Institutionen können sich am
fairen Engagement der Gemeinde oder
Region beteiligen!

ELKE SCHAUPP

www.fairtradetowns.org
Sollte es in ihrem Land noch keine nationale Fair Trade Organisation geben,
die den Titel „Fair-Trade-Town“ verleiht,
wenden Sie sich an die internationale
Koordinationsstelle der Kampagne Fair
Trade Towns! Die Kontaktdaten finden
Sie hier: www.fairtradecentre.org

Wer verleiht den Titel?
Der Titel „Fair-TradeTown“ wird von nationalen
Fair-Trade-Organisationen
verliehen, also Mitgliedsorganisationen von FAIRTRADE International oder
der World Fair Trade
Organisation.
Auf der internationalen Website zur
Kampagne finden Sie die regionalen
Anlaufstellen für Beratung und Unterstützung rund um den Titel „Fair-TradeTown“ und „Fair-Trade-Region“:

In der Regel ist eine bestimmte Anzahl
an bereits ernannten Fair-Trade-Towns
in der Region Voraussetzung, damit der
Titel dann auch an die Gesamtregion
verliehen werden kann. Sollten Regionen nicht die Gesamtauszeichnung als
„Fair-Trade-Region“ anstreben, so stellt
die Auszeichnung einzelner Gemeinden
zur „Fair-Trade-Gemeinde“ trotzdem
einen wichtigen und motivierenden
Zwischenschritt für die engagierten Menschen vor Ort dar.
Selbstverständlich werden Gemeinden,
Städte und Regionen durch die nationalen Fair Trade Organisationen auf dem
Weg zum Titel und auch danach beglei-

tet! Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern stehen für alle inhaltlichen Fragen
zum fairen Handel gerne zur Verfügung
und unterstützen nach Möglichkeit auch
konkrete Aktivitäten vor Ort, zum Beispiel durch die gemeinsame Entwicklung
von Aktionsideen und über die Bereitstellung von Info- und Dekomaterialien.
Rufen Sie Ihre nationale Fair-Trade-Organisation einfach einmal an oder schreiben
Sie eine E-Mail. Gerne informieren sie
Sie oder geben auch Feedback zu Ihrer
Strategie. Oft kennen die Fair Trade Organisationen auch andere Interessierte in
Ihrer Gemeinde oder Region, die Sie in
Ihre Planungen miteinbeziehen können.
Ihre Fair Trade Organisation kann Ihnen
auch Tipps zum Aufbau eines Fair-Trade-Arbeitskreises geben oder – in
kleinen Mengen – Kostproben von fair
gehandelten Produkten schicken, mit
denen Sie auf die Suche nach UnterstützerInnen gehen können. Denn die
Entwicklung zuerst einer Gemeinde und
später einer ganzen Region zu einer
Fair-Trade-Region wird durchwegs von
21

U N T E R S T Ü T Z U N G D U R C H FA I R - T R A D E

Stakeholder-Analyse

einem engagierten Team getragen. Erstens sind so viele Kompetenzen in einer
Gruppe vereint, zweitens entsteht so
ein größeres Netzwerk, drittens können
sich diese Teammitglieder gegenseitig
motivieren und der inspirierende, aber
nicht immer einfache Prozess zur Fair-Trade-Gemeinde oder Region wird so für
diese engagierten MitarbeiterInnen noch
fruchtbarer.

Matthias Haberl, Südwind NÖ Süd
www.suedwind-noesued.at

Ihre Fair-Trade-Organisation kann Ihnen
auch mit Kontakten zu anderen Arbeitsgruppen behilflich sein. Diese wiederrum
können Sie mit wichtigen Tipps unterstützen.
Eine spannende Möglichkeit zur Vernetzung und zum Austausch mit Menschen
aus anderen engagierten Gemeinden,
Städten und Regionen gibt es im Rahmen der einmal jährlich stattfindenden
Fair-Trade-Towns-Konferenz.
Erkundigen Sie sich bei Ihrer nationalen
Fair-Trade-Organisation, vielleicht ist
auch eine finanzielle Unterstützung für
den Besuch der Konferenz möglich!
22

Ähnliche Konferenzen finden in den
meisten beteiligten Ländern auch regelmäßig auf nationaler Ebene statt. Sie
schaffen Inspiration und Motivation und
bieten auch inhaltliches Wissen über die
Wirkung des fairen Handels in den Ländern des globalen Südens!

An der Entwicklung eines Dorfes, einer
Stadt oder einer ganzen Region zu einer
FairTrade Region sind viele verschiedene Menschen und Institutionen beteiligt.
Manche davon sind freiwillig dabei,
andere werden durch ihre Position automatisch miteinbezogen. Manche davon stehen Ihrer Initiative wohlwollend
gegenüber, während andere Vorbehalte
und Ängste dagegen haben. Manche
davon können dem Prozess großen
Schwung geben während andere nur
wenig Einfluss haben.
Gerade im Sinne einer demokratischen
und partizipativen Vorgehensweise der
Regionsentwicklung ist es wichtig, möglichst viele Stakeholder adäquat miteinzubinden.

Je mehr Menschen außerdem Ownership an dem
Projekt haben, also das

Gefühl und die Möglichkeit, den Prozess mitzugestalten, desto größer ist
die Dynamik und sind die
Veränderungschancen.
Die sogenannte „Stakeholder-Analyse“
(oder auch „Umfeldanalyse“) hilft dabei,
sich einen Überblick über die AkteurInnen zu machen, welche in der Regionsentwicklung dabei sind. Das Ziel davon
ist, das geeignete Vorgehen in Bezug auf
die verschiedenen Parteien zu finden,
um den Prozess einer FairTrade Region
möglichst gut zu entwickeln.

Eine klare und einfache
Stakeholder-Analyse kann
zum Beispiel wie folgt
aussehen:
1) In einem ersten Schritt werden mögliche Stakeholder identifiziert. Sie kennen
Ihre Region und wissen vermutlich, wer
hier wichtig ist. Gleichzeitig lohnt es
23

S T A K E H O L D E R - A N A LY S E

sich bestimmt, Zeit in die Recherche zu
investieren, da man dadurch oft weitere
Kooperationspartner finden kann.

einbinden. Wieder andere müssen erst
überzeugt werden, dass die Regionsentwicklung hin zu einer FAIRTRADE Region ein wichtiger und nützlicher Schritt
ist. (Siehe dazu die Kapitel „Strategie
einer NGO für die Prozessgestaltung“
oder auch „Aus dem Blickwinkel einer
Region“ in diesem Handbuch.)

Bildquelle: www.pmexamsmartnotes.com/identify-stakeholders

2) Sammeln Sie zu den Stakeholdern
Informationen. Manche haben vielleicht
bereits Erfahrung mit Prozessen im Bereich der Regionalentwicklung. Andere
kann man über ähnliche Interessen

M AT T H I A S H A B E R L

24

Eine übersichtliche Matrix ist jene, in
der man die Stakeholder aufgrund der
beiden Faktoren Macht und Interesse/
Zustimmung einteilt:
•• Jene AkteurInnen, die mächtig und
positiv am Projekt interessiert sind,
sollen enge Kooperationspartner sein.
•• Jene AkteurInnen, die nicht so wichtig
aber der Entwicklung gegenüber positiv eingestellt sind, sollen eingebunden werden. Sie können wichtige MultiplikatorInnen für Ihr Anliegen sein.
•• Jene AkteurInnen, die mächtig sind,
aber Ihnen eher kritisch gegenüberstehen oder kein großes Interesse
haben, sollen überzeugt und motiviert
werden. Sie könnten sonst die positive Entwicklung stoppen.
•• Jene AkteurInnen, die nicht wichtig
sind und auch kein großes Interesse
haben bzw. der Initiative kritisch gegenüberstehen, können großteils vernachlässigt werden.
Sie finden diese Übersicht samt Matrix
unter dem Namen Power-Interest-Grid
samt Vorlagen online.

3) Wenn Sie die Stakeholder identifiziert
und festgestellt haben, welche für Sie
von besonderer Bedeutung sind, dann
ist es Zeit, sich eine Strategie zu überlegen, diese passend einzubinden. Dazu
gibt es natürlich viele Möglichkeiten und
Sie werden jene finden, die auch für Ihre
Organisation am passendsten ist. Eine
Möglichkeit ist z.B. die Regionale Vernetzungskonferenz. (Siehe dazu das Kapitel
„Vernetzungstreffen einer fairen Region“
in diesem Handbuch.)
Das Ziel dieser Analyse ist, jene AkteurInnen, die Ihren Prozess voranbringen
können und wollen, zu verbinden und
so eine möglichst produktive Arbeit zu
erlauben, die viele Interessierte miteinschließt.
Nun arbeitet die vorgestellte Analyse mit
einem klassischen Begriff von „Macht“.
Wir möchten hier unterstreichen, dass
wir in unserer Arbeit als Ziel haben oft
jene Menschen und Institutionen zu stärken, die auf den ersten Blick „machtlos“
erscheinen. Raji Hunjan und Jethro Pettit
25

S T A K E H O L D E R - A N A LY S E

Vernetzungskonferenz einer
fairen Region

weisen in ihrem augenöffnenden Methodenhandbuch1 auf die verschiedenen
Dimensionen von „Power“ hin. „Macht“
bedeutet dann nicht nur in einem regionalen oder lokalen Kontext Macht über
Ressourcen, Entscheidungen und Menschen zu haben, sondern auch die Fähigkeit unter prekären (sozialen, wirtschaftlichen, politischen) Bedingungen aktiv zu
sein und Maßnahmen zu setzen. Das ist
in der Tat viel schwieriger, das heißt die
Kompetenz sogar deutlich größer einzuschätzen, als wenn man sowieso an den
„klassischen“ Hebeln der Macht sitzt.

Wesentliche Bestandteile im Prozess
zu einer fairen Region bilden Vernetzungstreffen, auf denen sich die beteiligten Personen austauschen, updaten
und gemeinsam weitere Schritte planen können. Südwind NÖ Süd hat hier
eine erprobte Strategie, die wir mit
Ihnen teilen möchten.
Die folgende Struktur ist für 50-100
TeilnehmerInnen gedacht und dauert
rund drei Stunden.

Darum möchten wir Sie ganz besonders
dazu ermutigen, auch jene AkteurInnen
in ihr Schema als „machtvoll“ mit aufzunehmen, die anfänglich möglicherweise
nicht dem klassischen Bild von „mächtig“ entsprechen.

Ziel der Konferenz
Das Hauptziel ist den
Regionsprozess durch
die Konferenz weiter
anzutreiben.

in die Dynamik miteinbringen und konkrete Zielformulierungen erlauben eine
kohärente Arbeit und nehmen eine mögliche Unsicherheit der TeilnehmerInnen.
2. Eine gelungene Konferenz bietet eine
Standortdiskussion im Prozess. Durch
das gemeinsame Reflektieren über das
bereits Erreichte und gemeinsame Ziele
sowie die nächsten Schritte zur Zielerreichung wird das Engagement kohärent
gebündelt. Alle Beteiligten können dadurch weiter an einem Strang ziehen.
3. Durch die Vorstellung erfolgreicher
Maßnahmen und inhaltlichen Input von
außenstehenden ExpertInnen wird einerseits der bisherigen Arbeit Respekt
entgegengebracht und außerdem bekommen die TeilnehmerInnen Nahrung
für weitere Ideen und Schritte.

Das geschieht auf mehreren Ebenen:

Vorbereitung
1

Hunjan, Raji; Pettit, Jethro (2011): Power: A practical guide for

facilitating social change. http://www.carnegieuktrust.org.uk/
getattachment/f4cd28e9-8518-4d7b-9c9b-119e555d79df/Power
---A-Practical-Guide-for-Facilitating-Social-.aspx , 09.11.2015.

26

1. Eine gelungene Konferenz ist eine
große Motivation für alle Beteiligten.
Vergangene Erfolge werden gefeiert,
neue engagierte Menschen können sich

Das ist im Prinzip ganz einfach. Machen
Sie früh genug eine Einladung, die gut
aussieht. Senden Sie sie über alle Kanä27

VERNETZUNGSKONFERENZ

M AT T H I A S H A B E R L

le, die Ihnen zur Verfügung stehen, aus.
Rufen Sie gegebenenfalls wichtige Stakeholder nochmal an (z.B. BürgermeisterInnen). Und insistieren Sie freundlich
aber bestimmt, dass diese AkteurInnen
die Einladung auch an andere Netzwerke
schicken.
Bitten Sie die TeilnehmerInnen um eine
Anmeldung per Email oder Telefon bis
zu einem bestimmten Datum. Das erlaubt Ihnen erstens zu planen, denn Sie
wissen, wieviele Personen Sie erwarten
können. Und zweitens können Sie bei
manchen TeilnehmerInnen, die Ihnen besonders wichtig wären und die sich noch
nicht angemeldet haben, noch einmal
nachfragen.

und bitten Sie die TeilnehmerInnen, sich
an jenen Tisch zu setzen, der ihnen am
ehesten entspricht. Die Tische beschriften Sie mit farbigen A4 Kärtchen, z.B.
Politik auf einem roten Kärtchen, Bildung
auf einem Grünen, … . Das erlaubt Ihnen
nämlich die Gruppen später ein weiteres
Mal auf Grund der Farben zu mischen
(siehe unten).

Ablauf der Konferenz

2. Begrüßung

1. Vor Konferenzbeginn

Begrüßen Sie die VIPs, z.B. den Veranstalter, Regionsverantwortliche, BürgermeisterInnen, … . Spätestens hier kennen
alle im Raum diese EntscheidungsträgerInnen, was wichtig ist, um sie gegebenenfalls anzusprechen.
Versuchen Sie möglichst alle in die Be-

„Es gibt für alles eine zweite Chance,
außer für den ersten Eindruck“
Bereiten Sie Tische mit gesellschaftlichen
Sektoren vor (Politik, Wirtschaft/Gastronomie, Bildung, Pfarren, Weltläden)
28

Am Eingang verteilen Sie Namensschilder. Sie sind wichtig, da sie den Kontakt
zwischen den TeilnehmerInnen deutlich
erleichtern. Sammeln Sie die E-Mail-Adressen der TeilnehmerInnen, um ihnen
im Anschluss die Dokumentation zukommen zu lassen.

grüßung miteinzubeziehen. Zum Beispiel
können Sie die TeilnehmerInnen nach
den Orten der Region begrüßen, aus
denen sie kommen. Das ist auch sinnvoll,
da jeder einen Überblick über die Struktur der Gruppe erhält.

3. Arbeitsgruppen nach Sektoren
„Tauschen Sie sich bitte über Ihre
Erfahrungen, Aktivitäten, Schwierigkeiten
und Projekte im Bereich des Fairen
Handels aus.“
Geben Sie den TeilnehmerInnen 20-30
Minuten Zeit, sich über Erfolge und Fragen aus der letzten Zeit bezüglich des
fairen Handels auszutauschen. Das ist
wichtig, denn erstens können so Ideen
weitergegeben werden und zweitens
erkennen die TeilnehmerInnen die Entwicklung in ihrem Sektor.
Sie können abschließend kurz Stimmen
aus den jeweiligen Gruppen einholen.
Achten Sie darauf, dass das nicht länger
als eine Minute pro Gruppe ist. Es soll ja
nur einen Überblick geben.

4. Good Practice Vorträge/
Impulsvorträge
Wir laden immer Vortragende ein, die
aus der Region sind und sinnvolle Maßnahmen gesetzt haben. Diese Vorträge
sollen jeweils nicht länger als 10 Minuten
dauern (manchmal ist hier strenge Moderation nötig). Wir hatten bereits bis zu
sieben Vortragende, was viel war, aber
gut angekommen ist, da die Vorträge
„kurz und knackig“ waren.
Lassen Sie hier aus Zeitgründen eher
keine Nachfragen der Zuhörenden zu.
Stellen Sie, falls Dinge unklar präsentiert
wurden, selbst eine konkrete, klärende
Nachfrage. Falls Sie die ZuseherInnen
doch intensiver einbinden möchten,
dann limitieren Sie die Anzahl der möglichen Nachfragen. Grundsätzlich ist ein
intensiver Dialog auf der Konferenz sehr
wichtig. Da wir diesen Austausch in den
anderen Phasen der Konferenz haben
und auch die zeitliche Struktur in unserer
Verantwortung liegt, schränken wir die
Nachfragen in dieser Phase ein.
29

VERNETZUNGSKONFERENZ

Bei 5-7 Vortragenden benötigen Sie für
diese Phase 90 Minuten.

5. Sektorenübergreifendes
Arbeiten
Da wir für die Region eine ganzheitliche
Strategie möchten, ist es wichtig zukünftige Schritte sektorenübergreifend zu
diskutieren. Zu diesem Zweck mischen
wir die Gruppe, was nach dem Zuhören
in der vorangegangenen Phase auch
sinnvolle physische Dynamik in die Veranstaltung bringt, da die TeilnehmerInnen ihren Tisch wechseln.
Wahrscheinlich kennen Sie selbst Methoden, wie man Gruppen teilt. Wir verwenden oft folgende, da sie bei den TeilnehmerInnen gut ankommt und schnell und
klar ist.
Die Tische sind ja mit farbigen Kärtchen
(mit dem Hinweis auf die Sektoren) bestückt worden. Vor den Veranstaltungen
haben wir an die Stuhlbeine kleine,
farbige Zettel geklebt. Nun machen wir
30

M AT T H I A S H A B E R L

die TeilnehmerInnen darauf aufmerksam
und bitten sie, sich an den Tisch mit ihrer
Farbe zu setzen.

Falls Sie es noch nicht gemacht haben,
wäre hier der Platz für ein Gruppenfoto.

Nachbereitung
In dieser Phase bitten wir die nun gemischten Gruppen, sich (auch aufgrund
der Inspirationen durch die Vorträge)
Ideen für die Weiterentwicklung der fairen Region zu überlegen. Diese sollen
möglichst konkret und umsetzbar sein.
Für diese Ideenbörse haben die TeilnehmerInnen 30 Minuten Zeit, im Anschluss
präsentiert eine Person die Ergebnisse
aus ihrer Gruppe dem Plenum. Sie halten
die Ergebnisse ebenfalls fest, um Sie im
Anschluss an die Konferenz den TeilnehmerInnen zu schicken.

6. Abschluss
Bedanken Sie sich bei den TeilnehmerInnen für ihr Kommen. Weisen Sie auf Aktionen oder Veranstaltungen hin, die in
der kommenden Zeit stattfinden. Laden
Sie die TeilnehmerInnen ein, noch länger
zu bleiben und mit den anderen das Buffet zu genießen.

Schicken Sie im Anschluss an die Konferenz eine Dokumentation an die TeilnehmerInnen. Diese kann neben den
entwickelten Ideen auch Präsentationen
der Vorträge beinhalten.
Weisen Sie in dieser Nachricht auch auf
bereits geplante oder angedachte kommende Schritte hin.

Wir hoffen, diese Anleitung ist für Sie
nützlich. Wir hoffen und sind überzeugt,
dass eine gelungene Konferenz den
Werdegang einer fairen Region stark
unterstützt.
Matthias Haberl, Südwind NÖ Süd
www.suedwind-noesued.at

Rahmen
Selten erwähnt und doch äußerst wichtig
ist der Rahmen bei einer solchen Konferenz. Geben Sie genügend Pausen für
informellen Austausch. Hier werden viele
Kontakte geknüpft und Inhalte der Konferenz reflektiert.
Organisieren Sie ein Catering, das aus
fair gehandelten und regionalen Produkten besteht. Alles andere wäre ein falsches Zeichen und nicht konsequent.

31

Links und Kontakt

K O N TA K T

Die letzte Seite im Heft ist die
erste Seite im Netz …

Südwind NÖ Süd

FAIRTRADE Österreich

Seit rund 30 Jahren entwicklungspolitische Bildungs-, Forschungs- und Öffentlichkeitsarbeit. Enges Netzwerk in
Niederösterreich, starke Kooperation mit
Schulen und Gemeinden, Publikationen
und Handbücher. Wichtiger Partner für
die Entwicklung der LEADER-Region
„Bucklige Welt – Wechselland“ zur ersten
FAIRTRADE Region Niederösterreichs.
www.suedwind-noesued.at

Überparteilicher, überkonfessioneller gemeinnütziger Verein zur Förderung des
Fairen Handels mit Entwicklungsländern.
FAIRTRADE Österreich betreibt selbst
keinen Handel, sondern vergibt das
FAIRTRADE-Gütesiegel für zertifizierte
Produkte in Österreich.
www.fairtrade.at

LEADER Region
Bucklige Welt-Wechselland

Die Mitgliederorganisationen von FAIRTRADE International sind das größte und
anerkannteste System des fairen Handels
weltweit. Hier finden Sie auch Links zu
Ihrer nationalen FAIRTRADE Organisation.
www.fairtrade.net

Erste FAIRTRADE Region Niederösterreichs. Die Verbindung von regionalen,
saisonalen und fair gehandelten Produkten wird forciert. Ein allgemeines Bewusstsein für die Bedeutung von nachhaltigem Konsum erhöht nicht nur die
lokale Lebensqualität, sondern ist sowohl
für regionale AnbieterInnen als auch für
ProduzentInnen in den Ländern des Südens von zentralem Interesse.
www.buckligewelt-wechselland.at
32

FAIRTRADE International

CONCORD
Europäische Vereinigung von Hilfs- und
Entwicklungsorganisationen. Die nationalen Dachorganisationen und weitere
Organisationen sind Mitglieder. Koordi-

niert die Förderung zu internationalen
Projekten, u.a. für dieses Handbuch.
www.concordeurope.org

KONTAKT
Viele sagen es, wir meinen es:
Wenn Sie Fragen zu diesem Handbuch
haben, Feedback zu Ihrer Strategie
möchten, Ihre Erfolge im Fairen Handel
mit uns teilen wollen, sich vernetzen
möchten, einfach einen Austausch anstreben, dann sind Sie mehr als herzlich
dazu eingeladen uns zu kontaktieren.

Wir teilen gerne unser
Wissen und unsere
Erfahrungen und lernen
mit und von Ihnen.
suedwind.noesued@oneworld.at
+43 (0)2622 / 24832
www.suedwind-noesued.at

33

VERNETZUNGSKONFERENZ

unsere Welt
unsere Würde
unsere Zukunft

www.suedwind-noesued.at
        
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