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Full text: Projekte, Programme und Maßnahmen der Gewaltprävention in Berlin / Glock, Birgit

Projekte, Programme und Maßnahmen
der Gewaltprävention in Berlin:
Eine Meta-Evaluation und Evaluationssynthese von Berliner Evaluationen
(2006 bis 2014)

Birgit Glock

Berlin 2014

Impressum
Arbeitsstelle Jugendgewaltprävention
im Auftrag der Landeskommission Berlin gegen Gewalt
Camino – Werkstatt für Fortbildung, Praxisbegleitung und Forschung
im sozialen Bereich gGmbH
Boppstr. 7
10967 Berlin
Telefon (030) 6107372-0
Fax (030) 6107372-29
www.jugendgewaltpraevention.de

Inhalt

Abbildungs- und Tabellenverzeichnis

5

Kurzzusammenfassung

6

1

Ziel und Fragestellung

7

2

Methodisches Vorgehen und empirische Umsetzung

9

2.1

Meta-Evaluation und Evaluationssynthese

2.2

Kommunikative Validierung der Ergebnisse durch Qualitätszirkel

10

2.3

Recherche und Auswahl

10

3

Ergebnisse

9

13

3.1

Deskription der vorhandenen Evaluationen

13

3.2

Evaluationssynthese

17

3.3

Zusammenfassung der wichtigsten Ergebnisse und Bewertung durch die
Qualitätszirkel

23

4

Empfehlungen

27

5

Anhang

28

6

Literaturverzeichnis

32

5

Abbildungs- und Tabellenverzeichnis

Abbildungs- und Tabellenverzeichnis
Abbildung 1: Entwicklung und Fortschreibung des Evaluationskonzepts

7

Abbildung 2: Zentrale und komplementäre Bereiche der Prävention

12

Abbildung 3: Evaluierte Projekte nach Handlungsfeldern (n=36)

14

Tabelle 1: Evaluierte Projekte nach Arbeits- und Umsetzungsschwerpunkten

15

Auswertung vorhandener Evaluationen

6

Kurzzusammenfassung
Im vorliegenden Bericht werden die wesentlichen Ergebnisse der Auswertung von bereits
vorliegenden Evaluationen zur Zielerreichung und Wirkung gewaltpräventiver Projekte, Programme und Maßnahmen in Berlin dargestellt.
Die recherchierten Studien durchlaufen zunächst eine methodische Qualitätsprüfung (MetaEvaluation). Die Evaluationen, die eine methodisch ausreichende Qualität aufweisen, werden
daran anschließend qualitativ ausgewertet (Evaluationssynthese). In einem weiteren Schritt
werden die wesentlichen Ergebnisse einer Bewertung durch Expertinnen und Experten aus
Wissenschaft und Praxis in handlungsfeldbezogenen Qualitätszirkeln unterzogen (kommunikative Validierung).
Mit 36 vorhandenen Evaluationen ist die Zahl der evaluierten Projekte, Programme und
Maßnahmen in Berlin vergleichsweise gering. Den Angeboten wird im Allgemeinen bescheinigt, dass sie entweder ihre Ziele erreichen und/oder eine gewaltpräventive Wirkung entfalten. Bislang wenig analysiert sind die Wirkmechanismen der Gewaltprävention. Förderlich für
gewaltpräventive Projekte sind insbesondere der Lebensweltbezug sowie die Kontinuität der
Angebote. Die Ergebnisse der inhaltlichen Auswertung werden in den handlungsfeldbezogenen Qualitätszirkeln kritisch diskutiert, im Wesentlichen aber bestätigt.
Abschließend werden Empfehlungen zur weiteren Qualifizierung von Berliner Evaluationen
skizziert.

Ziel und Fragestellung

1 Ziel und Fragestellung
Eine der zentralen Aufgaben der Arbeitsstelle Jugendgewaltprävention ist die Entwicklung
und Fortschreibung eines übergreifenden Evaluationskonzepts. Hierfür hat die Arbeitsstelle
ein dreisäuliges Evaluationsmodell entwickelt.
Im Rahmen der ersten Evaluationssäule werden bereits vorhandene Evaluationen ausgewertet. In der zweiten Evaluationssäule werden Konzepte für externe Evaluationen von gewaltpräventiven Projekten entwickelt und umgesetzt. Konzepte der Selbstevaluation stellen die

dritte Säule des Konzepts dar. Die Ergebnisse aus allen drei Evaluationssäulen werden in
handlungsfeldbezogenen Qualitätszirkeln reflektiert. Das Evaluationsmodell lässt sich gra1
fisch folgendermaßen darstellen:
Abbildung 1: Entwicklung und Fortschreibung des Evaluationskonzepts

Im Folgenden wird ausschließlich die erste Evaluationssäule thematisiert; eine Handreichung
zur Selbstevaluation (dritte Evaluationssäule) wird im Herbst 2014 erscheinen.

1

Die beiden anderen Evaluationssäulen sind ausführlicher im Bericht 2013 beschrieben (Arbeitsstelle Jugendgewaltprävention 2014a).

7

Auswertung vorhandener Evaluationen

8

Das Ziel der ersten Evaluationssäule ist es, aus bereits vorliegenden Evaluationen empirische
Befunde über gewaltpräventive Programme, Maßnahmen und Projekte zu akkumulieren (Arbeitsstelle Jugendgewaltprävention 2014a, 10). Dabei geht es in der vorliegenden Auswertung nicht darum, einzelne Projekte, Programme oder Maßnahmen zu bewerten oder zu
empfehlen, sondern die unverbunden nebeneinander stehenden Erkenntnisse aus Einzelstudien miteinander zu verknüpfen. Denn durch die Kombination der Ergebnisse können allgemeingültigere Aussagen über die Erfolgsbedingungen und Wirkmechanismen von gewaltpräventiven Angeboten getroffen werden. In der vorliegenden Auswertung werden deshalb
folgende Fragen beantwortet:



Was wirkt gewaltpräventiv? Welche gewaltpräventiven Angebote bewähren sich?



Wer wird erreicht und auf wen wirkt es? Was wirkt bei welcher Zielgruppe?



Wie wirken die Projekte, Programme und Maßnahmen? In welchen Bereichen finden Veränderungen statt?



Warum wirken Projekte, Programme und Maßnahmen gewaltpräventiv? Was sind förderliche und was sind hinderliche Faktoren?

Es geht also – anders gewendet – um die Generierung von verallgemeinerbarem, steuerungsrelevantem Wissen über die Zielerreichung und Wirkfaktoren gewaltpräventiver Angebote in Berlin. Dabei wird die Ebene der Einzelprojekte zunächst bewusst verlassen. Welche
gewaltpräventiven Projekte, Programme oder Maßnahmen unter welchen Bedingungen empfehlenswert sein könnten, wird in einem sich daran anschließenden späteren Arbeitsschritt
von der Arbeitsstelle Jugendgewaltprävention genauer betrachtet.

Methodisches Vorgehen und empirische Umsetzung

2 Methodisches Vorgehen und empirische Umsetzung
Um aus bereits vorhandenen Evaluationen belastbare Ergebnisse zu generieren, durchlaufen
die Studien zunächst eine methodische Qualitätsprüfung (Meta-Evaluation). Die Evaluationen, die eine methodisch ausreichende Qualität aufweisen, werden daran anschließend qualitativ ausgewertet (Evaluationssynthese). In einem weiteren Schritt werden die wesentlichen Ergebnisse einer Bewertung in handlungsfeldbezogenen Qualitätszirkeln unterzogen
(kommunikative Validierung).

2.1 Meta-Evaluation und Evaluationssynthese
Die Verfahren der Meta-Evaluation und der Evaluationssynthese sind bereits ausführlich im
Bericht 2013 beschrieben und werden im Folgenden nur noch einmal kurz skizziert (Arbeits2
stelle Jugendgewaltprävention 2014a, 13ff).
Meta-Evaluationen stellen eine „Bewertung von Evaluationsstudien“ (Widmer 1996, 4) dar:
Sie bewerten systematisch sowohl den Prozess als auch die Ergebnisse von anderen Evaluationen (Cooksy/Caracelli 2005, 31; DeGEval 2008, 38). Besondere Bedeutung hat die Nutzung von Standards bzw. Kriterien, anhand derer die primären Evaluationen bewertet werden. Für die Entwicklung dieser Kriterien kann auf verschiedene Evaluationsstandards, die in
Form von Katalogen bei den entsprechenden Fachverbänden vorliegen, zurückgegriffen werden. Sie bieten Leitlinien, wie die Qualität von Evaluationen sicherzustellen ist (DeGEval
2008, 19; Widmer 1996, 10). Die von der Arbeitsstelle Jugendgewaltprävention auf dieser
Basis entwickelten Kriterien, die zur Bewertung der primären Evaluationsstudien herangezogen werden, sind im Bericht 2013 ausführlich dargestellt (Arbeitsstelle Jugendgewaltprävention 2014a, 14f).
Eine Evaluationssynthese zielt auf eine Kombination der Ergebnisse einzelner Evaluationsstudien, um allgemeine Aussagen über Programme, Projekte und Maßnahmen treffen zu
können (Caspari 2010, 1; Cooksy/Caracelli 2005, 32). Dadurch kann zeit- und ressourcensparend die Aussagekraft einzelner Studien erhöht werden, sollten sich ähnliche Ergebnisse
in anderen Studien mit unterschiedlichen Zugängen und Methoden finden (U.S. General
Accounting Office 1992, 65; Widmer 1996, 3).
Für die vorliegende Evaluationssynthese wurden entsprechend der relevanten Fragestellungen Kategorien entwickelt. Einzelne Textsegmente der Evaluationsberichte wurden den entwickelten Kategorien zugeordnet, somit eine Codierung des Materials durchgeführt. In einem
weiteren Schritt wurden die Textsegmente entlang der relevanten Themenschwerpunkte

2

Die folgenden Textteile sind mehr oder weniger wortgleich aus dem Bericht entnommen.

9

Auswertung vorhandener Evaluationen

10

zusammengefasst. Das Vorgehen entspricht einer qualitativen Inhaltsanalyse, bei der das
Material kategorienbasiert ausgewertet wird (Mayring 2001, 7).

2.2 Kommunikative Validierung der Ergebnisse durch Qualitätszirkel
Die Evaluationssynthese nähert sich ihrem Gegenstand im Wesentlichen über qualitative
Methoden. Um die Qualität qualitativ gewonnener Ergebnisse abzusichern, bedient sich die
Forschung verschiedener Methoden: Eine Strategie ist die kommunikative Validierung (vgl.
u.a. Steinke 2000, 320). Hierbei werden die erarbeiteten Ergebnisse mit Expertinnen und
Experten aus Wissenschaft und Praxis reflektiert (Steinke 2000, 320).
Der Grundgedanke dabei ist, dass die mit Hilfe qualitativer Verfahren gewonnenen Daten
und Ergebnisse in einem zusätzlichen Schritt an die Adressatinnen und Adressaten der Forschung zurückgespiegelt werden (Steinke 2000, 320). In gemeinsamen Diskussionen und
Reflexionen werden die erarbeiteten Ergebnisse zum einen auf ihre Plausibilität und zum
anderen auf ihre Relevanz geprüft (Flick 2006, 325). Zudem kann eine Verständigung über
mögliche Interpretationen stattfinden, die über das hinausgehen, was anhand der Daten
gezeigt werden kann. Die kommunikative Validierung ist ein wichtiger Bestandteil einer multimethodischen und multiperspektivischen Herangehensweise.
Durch die jeweiligen handlungsfeldbezogenen Qualitätszirkel fand eine Bewertung der wichtigsten Ergebnisse aus den vorhandenen Evaluationsstudien statt.

2.3 Recherche und Auswahl
Für die Generierung von steuerungsrelevantem Wissen sind für den vorliegenden Bericht
ausschließlich Berliner Evaluationen recherchiert worden. Die Recherche von Berliner Evaluationen zu gewaltpräventiven Projekten, Programmen und Maßnahmen gestaltete sich zeitaufwändig, da viele Evaluationen über klassische Recherchewege, wie bspw. über Bibliothekskataloge, nicht zu finden waren. Sie umfasste die folgenden Schritte:



freie Recherche im Internet,



persönliche und telefonische Expertengespräche,



Recherche nach freien Trägern, Bezirksämtern und Quartiersmanagements in Berlin,



Anschreiben an die Quartiersmanagement-Koordinierungsstellen der Bezirke, die Quartiersmanagements sowie schriftliche und telefonische Kontaktaufnahme mit verschiedenen freien Trägern und Institutionen, die im Bereich der Gewaltprävention in Berlin tätig
sind (unter anderem Mediationsbüro Mitte, Amt für kirchliche Dienste – Arbeit mit Kindern und Jugendlichen, Lichtjugend, Gangway e.V., GskA gemeinnützige Gesellschaft für
sozial-kulturelle Arbeit mbH, Deutsches Institut für Urbanistik gGmbH).

11

Methodisches Vorgehen und empirische Umsetzung

Die mit Hilfe dieser Strategie identifizierten Evaluationen sind in einem zweiten Schritt an
den für den Bericht 2013 entwickelten Auswahlkriterien gemessen worden (Glock/Karliczek
2014, 11f):



Publikation der Studie zwischen 2006 und Juni 2014,



Evaluation im engeren Sinne, d.h. Untersuchungen, die systematisch den Wert oder den
Nutzen eines Angebots nach wissenschaftlichen Kriterien analysieren und sich auf empirisch gewonnene qualitative und/oder quantitative Daten stützen,

3



extern durchgeführte Evaluationen, also keine Selbstevaluationen,



überregionale Programme, wie beispielsweise das buddY-Programm oder der TäterOpfer-Ausgleich, die zwar in Berlin durchgeführt, aber in anderen Bundesländern evaluiert wurden, wurden nicht in die Auswertung einbezogen.

Zusätzlich wurden, auch wegen der Heterogenität der recherchierten Evaluationen, weitere
inhaltliche Auswahl- bzw. Zuordnungskriterien definiert:
In die Analyse einbezogen sind die Studien, die sich mit Projekten, Maßnahmen oder Programmen in Berlin beschäftigen, bei denen die Reduktion oder Verhinderung gewalttätigen
Verhaltens das primäre Ziel darstellt oder deren Zielgruppe Kinder und Jugendliche sind, die
durch Gewalt auffallen. Die in diesem Bereich evaluierten Projekte, Programme oder Maßnahmen stellen zentrale Bereiche der Jugendgewaltprävention dar.
Zudem sind Evaluationen zu Projekten, Programmen und Maßnahmen erfasst, die sich an
Kinder und Jugendliche im Allgemeinen sowie Eltern und Fachkräfte richten und bei denen
die Reduktion bzw. Verhinderung von gewalttätigem Verhalten lediglich ein untergeordnetes
Ziel ist. Allerdings sind hier nur solche aufgenommen, die im Fachdiskurs im Kontext der
Entstehung und Prävention von Jugendgewalt verortet werden. Sie können als komplementäre Bereiche der Prävention bezeichnet werden.4
Projekte in beiden Bereichen lassen sich voneinander abgrenzen, dennoch können sie gemeinsame Schnittmengen aufweisen (so bspw. die Förderung von Sozialkompetenz). Quantitativ betrachtet überwiegen die Evaluationen aus den zentralen Bereichen der Prävention
(siehe Anhang Seite 28). Das verdeutlicht Abbildung 2.

3

Zu einer genaueren Definition von Evaluationen siehe Bericht 2013 (Arbeitsstelle Jugendgewaltprävention 2014a,
10).
4

Bei der für die Auswahl und Zuordnung getroffenen Unterscheidung zwischen zentralen und komplementären
Bereichen der Jugendgewaltprävention handelt es sich um eine analytische Trennung. Für die inhaltliche Analyse
wird diese analytische Aufteilung nicht aufrechterhalten, denn das Ziel der Evaluationssynthese ist es, möglichst
mehrdimensionales Wissen über die Mechanismen und Wirkweisen gewaltpräventiver Projekte zu generieren.

Auswertung vorhandener Evaluationen

12

Abbildung 2: Zentrale und komplementäre Bereiche der Prävention

Zentrale
Bereiche der
Prävention

Komplementäre
Bereiche der
Prävention

Evaluationen können die gewaltpräventive Wirkung von Projekten, Programmen oder Maßnahmen auf unterschiedliche Weise messen. Das für den Nachweis von Wirkungen teilweise
eingeforderte ausschließlich experimentell oder quasi-experimentell angelegte Untersuchungsdesign bei Evaluationen (vgl. u.a. Stiftung Deutsches Forum für Kriminalprävention
2013, 23f) ist aufgrund der wenig formalisierten Struktur von Projekten sowie komplexer
externer Faktoren im Bereich der Jugendgewaltprävention oftmals nicht umzusetzen (vgl.
u.a. Lüders 2010, 127f; Beywl 2006, 33ff). Angewendet werden deshalb auch wirkungsorientierte Evaluationsdesigns, die darauf zielen, den Grad der Zielerreichung zu messen und
zu bewerten (Beywl 2006, 38f). Um der Vielfalt und Komplexität der Projekte und Evaluationen in der Jugendgewaltprävention gerecht zu werden, bezieht die vorliegende Auswertung
beide Formen der Evaluation ein. Mit den für die Meta-Evaluation entwickelten Bewertungskriterien wird sichergestellt, dass nur methodisch und wissenschaftlich überzeugende Studien zur Generierung von Ergebnissen verwendet werden.

13

Ergebnisse

3 Ergebnisse
Bevor in den nachfolgenden Kapiteln die wesentlichen inhaltlichen Ergebnisse der Evaluationssynthese sowie die Bewertung durch die handlungsfeldspezifischen Qualitätszirkel vorgestellt werden, sollen die Berliner Evaluationen zunächst beschrieben werden.

3.1 Deskription der vorhandenen Evaluationen
In Berlin sind, so das Ergebnis der Recherche, im Zeitraum Januar 2006 bis Juni 2014 insgesamt 36 Projekte evaluiert worden. Es existieren zwar keine genauen Daten über die Anzahl
der in Berlin in diesem Zeitraum durchgeführten gewaltpräventiven Projekte, Programme
oder Maßnahmen, dennoch kann auf der Basis der ersten Ergebnisse aus dem Monitoring
gefolgert werden, dass demgegenüber die Zahl der evaluierten gewaltpräventiven Angebote
in Berlin vergleichsweise gering ist (Schroer-Hippel/Karliczek 2014, 33ff).
Die

Landschaft

der

gewaltpräventiven

Angebote

in

Berlin

ist

vielfältig

(Schroer-

Hippel/Karliczek 2014, 33ff). Um dieser Heterogenität gerecht zu werden, untersucht die
Arbeitsstelle Jugendgewaltprävention Projekte, Programme und Maßnahmen in verschiedenen präventionsrelevanten Handlungsfeldern. Sie lassen sich in den Bereichen Kinder- und
Jugendhilfe, Schule, Polizei, Arbeit mit Jugendlichen nach Straffälligkeit, Integration und
Migration sowie im Sport und in der Stadtentwicklung verorten. Die Handlungsfelder sind
nicht identisch mit den Fachressorts. Sie sind stattdessen inhaltlich-thematisch bestimmt
(siehe zu einer genauen Darstellung Arbeitsstelle Jugendgewaltprävention 2014b, 5ff).
Die evaluierten Projekte verteilen sich nicht gleichmäßig über die verschiedenen Handlungsfelder der Jugendgewaltprävention, so das zweite Resultat der Recherche. Über die Hälfte
aller evaluierten Projekte sind in den Bereichen Integration und Migration, Kinder- und Jugendhilfe sowie im Handlungsfeld Schule angesiedelt (siehe Abbildung 3: Evaluierte Projekte
nach Handlungsfeldern).

Auswertung vorhandener Evaluationen

14

Abbildung 3: Evaluierte Projekte nach Handlungsfeldern (n=36)

Integration und Migration

Handlungsfeld

Kinder- und Jugendhilfe
Schule
Stadtentwicklung
Arbeit mit Jugendlichen nach Straffälligkeit
Sport
Polizei
0

1

2

3

4

5

6

7

8

9

Anzahl der Evaluationen
Die mit Abstand geringste Zahl an Evaluationen findet sich im Handlungsfeld Polizei, gefolgt
von den Handlungsfeldern Arbeit mit Jugendlichen nach Straffälligkeit sowie Sport. Im Mit5
telfeld liegt die Stadtentwicklung.
Die evaluierten Projekte, Programme und Maßnahmen sind ebenfalls durch eine große Heterogenität gekennzeichnet. Auch wenn es nicht immer möglich ist, die recherchierten Evaluationen trennscharf zuzuordnen, so ist es doch möglich, sie nach hauptsächlichen Arbeitsschwerpunkten bzw. Umsetzungsformaten zu kategorisieren. Die Zuordnung wurde auf der
Basis der Projektbeschreibung in den Evaluationsberichten vorgenommen, wobei der
Schwerpunkt des Angebots zur Einordnung verwendet wurde. Teilweise nicht überschneidungsfrei einzuordnen sind Evaluationen, die mehrere Projekte analysierten, wie bspw. in
den Modellprojekten der Landeskommission Berlin gegen Gewalt zur Steigerung der Erziehungskompetenz von Eltern mit Migrationshintergrund und zur Steigerung der Konfliktlösungskompetenz von männlichen Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund
(Schenkel et al. 2010). In diesem Fall wurde die Evaluation zwei Kategorien zugeordnet, weil
eine eindeutige Zuordnung den evaluierten Projekten nicht gerecht geworden wäre: Rund
die Hälfte der Projekte bot Trainings an, die andere Hälfte individuelle und/oder kollektive
Gespräche und/oder andere Beratungsangebote.

5

Im Laufe des Jahres 2014 werden weitere Evaluationen hinzukommen, deren Ergebnisse momentan noch nicht
veröffentlicht sind. Auch sind darüber hinaus ab 2015 laufend neue Ergebnisse aus den von der Arbeitsstelle Jugendgewaltprävention durchgeführten bzw. beauftragten externen Evaluationen zu erwarten.

Ergebnisse

Mehrheitlich lassen sich die evaluierten Angebote im Bereich Training verorten. Sie umfassen
ein weites Angebot, das von freiwilligen Trainings im Schulkontext bis zu verpflichtenden
Trainings nach richterlicher Weisung reicht. Einen weiteren großen Anteil machen die Ange-

bote an Einzelne oder Gruppen mit unterschiedlichen Methoden sowie Fortbildung und Multiplikatorenausbildung aus. Projekte, die einen Schwerpunkt in der Vernetzung und Kooperation oder der Mediation haben, stellen eine Minderheit dar (siehe Tabelle 1).
Tabelle 1: Evaluierte Projekte nach Arbeits- und Umsetzungsschwerpunkten

Trainings



Ambulante Maßnahmen (Körner 2006)



Breakdance Gruppe (Helow 2012)



Coole Kids starten durch (Scheithauer et al. 2006)



fairplayer.manual (Scheithauer et al. 2009, 2010)



fairplayer.sport (Scheithauer, Hess 2010)



Klassentraining (Berschuck 2012)



Kurzintervention (Cornel 2010)



Maxime Wedding (Hayes 2013)



Medienhelden (Schultze-Krumbholz et al. 2013, 2014)



Modellprojekte der Landeskommission Berlin gegen Gewalt zur Steigerung der Erziehungskompetenz von Eltern mit Migrationshintergrund und zur Steigerung der Konfliktlösungskompetenz von männlichen Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund
(Schenkel et al. 2010)



TESYA family (Schwenzer 2010)

Angebote an einzelne oder Gruppen mit unterschiedlichen Methoden (Beratung, Gespräche,
Freizeitangebote)



Elternlotsen (Böhme 2011)



Familienklasse (Schwenzer 2013)



Familie und Nachbarschaft (Wießmeier 2013)



Interkulturelle Familienhilfe (Thimm et al 2012)



KICK im Boxring (Petry et al. 2012)



KICK on Ice (Petry et al. 2012)

15

Auswertung vorhandener Evaluationen

16


Modellprojekte der Landeskommission Berlin gegen Gewalt zur Steigerung der Erziehungskompetenz von Eltern mit Migrationshintergrund und zur Steigerung der Konfliktlösungskompetenz von männlichen Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund
(Schenkel et al. 2010)



Opstapje (Schumann et al. 2008)



Projekte des Quartiersmanagements Moabit West (Stadtmuster o.J.)



Rechtskundepaket (Palloks 2010)



Streetwork und mobile Jugendarbeit (Tossmann et al. 2007)



Werkpädagogische Gruppe (Schütt 2012)

Fortbildung, Multiplikatorenausbildung



Heroes (Kavemann 2012)



Stadtteilmütter Charlottenburg Nord (Wießmeier 2011)



Stadtteilmütter gehen in die Schule (Behn et al. 2010)



Stadtteilmütter Kreuzberg (Maschewsky et al. 2011)



Stadtteilmütter Neukölln (Koch 2009)



WIB2-Jugend. Wir im Brunnenviertel (Jacobi, ohne Jahr)



WIB3-Jugend. Wir im Brunnenviertel (Beer 2011)

Kooperation und Vernetzung



Familien im Zentrum (Böhme 2011)



Lokaler Bildungsverbund Reuterkiez (Koch et al. 2012)



Passage+ (Merkel 2013)



Soziales Frühwarnsystem in Berlin Mitte (Gries et al. 2009)

Mediation



Peermediation im Strafvollzug (Gottbehüt 2008)

Sonstiges



Kriminalprävention in Großsiedlungen (Lukas 2010)



Transfer interkultureller Kompetenz (Scheibner et al. 2012)

Ergebnisse

3.2 Evaluationssynthese
In die weitere Auswertung konnten 35 der 36 recherchierten Evaluationen einbezogen werden. Eine Evaluation wurde der Arbeitsstelle Jugendgewaltprävention von dem Auftraggeber
nicht zur Verfügung gestellt, so dass diese weder methodisch überprüft noch inhaltlich ausgewertet werden konnte.
In die inhaltliche Auswertung (Evaluationssynthese) sind die Evaluationen einbezogen, die
methodisch überzeugend waren. Von den 35 betrachteten Evaluationen sind 13 aufgrund
methodischer Mängel aus der weiteren Analyse ausgeschlossen worden. Das entspricht einem Anteil von rund 37 %.
Die Frage, die anhand der inhaltlichen Auswertung beantwortet werden soll ist, wie, und
wenn ja, für wen und in welcher Form die verschiedenen Projekte oder Maßnahmen ihre
Ziele erreichen und gewaltpräventiv wirken. Überwiegend machen die inhaltlich ausgewerteten Evaluationen entweder gar keine Angaben über die Geschlechterverteilung oder werten
die Ergebnisse nicht nach weiblichen und männlichen Jugendlichen getrennt aus. Geschlechtsspezifische Unterschiede in der Zielerreichung und Wirksamkeit gewaltpräventiver
Projekte werden in den vorhandenen Evaluationen also wenig berücksichtigt. Sie spielen
dementsprechend auch in der folgenden Darstellung der inhaltlichen Ergebnisse eine untergeordnete Rolle.

3.2.1

Was wirkt?

Die meisten Evaluationen kommen zu dem Ergebnis, dass das evaluierte Angebot im Wesentlichen entweder seine Ziele erreicht und/oder eine gewaltpräventive Wirkung entfaltet.
In den Studien werden kaum Projekte, Programme oder Maßnahmen identifiziert, die ihre
Ziele verfehlen oder die keine Wirkung haben.
Generell wird den Trainings für Eltern, Kinder und Jugendliche attestiert, eine Wirkung im
Sinne der gestellten Ziele zu erreichen. Die meisten Elterntrainings sind eher in den komplementären Bereichen der Gewaltprävention anzusiedeln; ihnen kommt eine hohe Relevanz
für die Erhöhung der Erziehungskompetenz zu. Dass gerade ein Training, welches nicht nur
an den Jugendlichen, sondern ebenfalls am Verhalten der Eltern ansetzt, gewaltpräventiv
wirkt, wird stellvertretend für andere Evaluationen an den Kursen von TESYA family verdeutlicht: „Grundsätzlich erscheint TESYA family als ein sehr geeigneter und erfolgreicher Ansatz,
um die Verhaltensauffälligkeiten der Jugendlichen nicht isoliert zu bearbeiten, sondern mit
Unterstützung der Eltern“ (Schwenzer 2010, 22). Den Trainings für Kinder und Jugendliche
wird überwiegend, wenn auch nicht uneingeschränkt, ebenfalls eine gewaltpräventive Wirkung attestiert: „Die ersten Befunde der hier dargestellten Pilotevaluation … sprechen dafür,
dass mit dem fairplayer.manual ein wichtiger Beitrag zur Reduktion von Bullying im Jugendalter geleistet werden kann“ (Scheithauer/Dele Bull 2010, 279). Ihre Wirksamkeit wird im
Wesentlichen im primärpräventiven Bereich verortet, wie die an Schulen durchgeführten

17

Auswertung vorhandener Evaluationen

18

Programme Medienhelden oder fairplayer.manual zeigen. Sie wird aber auch im Bereich der
sekundären und der tertiären Bereich der Prävention deutlich. Das ergeben beispielhaft die
Evaluationen zu den ambulanten Maßnahmen (Körner 2006) oder TESYA family (Schwenzer
2010). Allerdings kommen einige, wenige Evaluationen auch zu dem Schluss, dass das Projekt bzw. der Trainingskurs nicht die gewünschten Effekte auf das Verhalten der Jugendlichen hatte.
Zudem wird Projekten oder Maßnahmen, die auf Fortbildung und Multiplikatorenausbildung
sowie auf Angebote an einzelne oder Gruppen mit unterschiedlichen Methoden setzen, eine
Wirksamkeit bescheinigt. Das zeigt beispielhaft die Evaluation der Modellprojekte der Landeskommission Berlin gegen Gewalt zur Steigerung der Erziehungskompetenz von Eltern mit
Migrationshintergrund und zur Steigerung der Konfliktlösekompetenz von männlichen Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund: „Alle umgesetzten Angebotsarten – sowohl verbindliche Trainingsangebote und geschlossene, halboffene oder offene Gesprächsgruppen als auch Einzelgespräche sowie Veranstaltungen – können als sinnvolle Angebote
bezeichnet werden“ (Schenkel/Schwenzer 2010, 42). Gerade die Familienbildungsprogramme, die – wie die Stadtteilmütter – auf einer Kombination von Aus- und Fortbildung und
aufsuchender Arbeit beruhen, werden als wirksam eingeschätzt, selbst wenn sie weniger
direkt auf Gewaltverhalten Einfluss nehmen: „Auf diese Weise entstand ein breiter, umfassender Ansatz, der dem Bedarf und der sozialen Realität von sozial belasteten Familien angemessen erscheint. Er ist somit in der Lage, auch besonders auf die zahlreichen Krisensituationen zu reagieren, in denen sich die Familien befinden. Dadurch besteht die Möglichkeit,
belastende Situationen aufzulösen, was bei einem großen Teil der befragten Frauen nach
deren Aussagen ganz oder teilweise gelungen ist“ (Maschewsky-Schneider et al. 2011, 99).
Zwar gibt es einzelne Angebote, die im sekundären oder sogar tertiären Präventionsbereich
auf Fortbildung und Multiplikatorenausbildung sowie Mediation und offene Angebote setzen,
insgesamt konzentrieren diese sich aber im primären bzw. komplementären Bereich der
Gewaltprävention.
Ambivalentere Ergebnisse sind im Bereich von Kooperation und Vernetzung zu erkennen.
Während einige Evaluationen betonen, dass es durchaus gelungen ist, neue Formen der
Zusammenarbeit zu initiieren, kommen andere Evaluationen zu dem Schluss, dass das nicht
funktioniert hat. Ein Beispiel hierfür ist die Evaluation des sozialen Frühwarnsystems BerlinMitte: „Grundsätzlich lässt sich die Ausgangsthese bestätigen, wonach zwar bereits vielfältige Kontakte und Kooperationsbeziehungen zwischen den verschiedenen Akteuren … existieren, diese jedoch nach wie vor als suboptimal zu bezeichnen sind“ (Gries et al. 2009, 186).

3.2.2

Wer wird erreicht und auf wen wirkt es?

Die Angebote der Gewaltprävention in Berlin reichen von Projekten für Schülerinnen und
Schüler (so bspw. fairplayer.manual, Medienhelden) über Maßnahmen für verhaltensauffällige Kinder und Jugendliche sowie Angebote für Familien in benachteiligten Stadtquartieren

Ergebnisse

(so bspw. TESYA family, Familienklasse, Stadtteilmütter) bis hin zu Maßnahmen für die gesamte Bewohnerschaft eines Quartiers. Es ist also eine große Heterogenität zu verzeichnen.
Die Studien lassen den Schluss zu, dass es den Projekten und Programmen im Wesentlichen
gelingt, die anvisierte Zielgruppe zu erreichen. Das ist bei den Maßnahmen, die verpflichtend
angeboten werden (wie bspw. Trainingskurse nach richterlicher Weisung) oder die sich an
alle Schülerinnen und Schüler einer Klasse richten, nicht überraschend. Dennoch gilt das
auch für solche Projekte oder Programme, die selbst einen geeigneten Zugang zu ihrer Zielgruppe finden müssen. So zeigt stellvertretend die Evaluation der mobilen Jugendarbeit,
dass es gelungen ist, mit den Angeboten sozial benachteiligte und delinquente Jugendliche
zu erreichen: „Es zeigt sich, dass 86 % der Befragten von mindestens einem der genannten
Merkmale sozialer Benachteiligung betroffen sind bzw. eine riskante oder delinquente Verhaltensweise an den Tag legen“ (Tossmann et al. 2007, 62). Das zeigen auch die Stadtteilmütterprojekte. Zwar sind einige Erwartungen – gerade in Bezug auf die Quantität der besuchten Familien sowie das Alter der Kinder – nicht erfüllt, aber dennoch gelingt es mit diesen Projekten, bislang schwer zu erreichende Familien zu beraten: „Die hier vorgelegten
Evaluationsergebnisse beschreiben die Erreichung von vorwiegend sozial benachteiligten und
unterprivilegierten Frauen türkischer und arabischer Herkunftssprache, die erfahrungsgemäß
durch herkömmliche Präventionsangebote der Familienbildung wenig oder nicht angesprochen werden“ (Koch 2009, 147).
Allerdings, auch das zeigen einige Evaluationen, gibt es bei der Zielgruppenerreichung
durchaus Schwierigkeiten. Das wird unter anderem bei den Modellprojekten der Landeskommission Berlin gegen Gewalt deutlich, von denen einige Projekte aufgrund von Zugangsschwierigkeiten ihre Zielgruppe im Laufe des Projekts teilweise deutlich veränderten (Schenkel/Schwenzer 2010, 38). So stellte sich der Zugang zu migrantischen Vätern in zwei Projekten als derart schwierig dar, dass sie als Zielgruppe aufgegeben wurden (Schenkel/Schwenzer 2010, 38). Ähnliches gilt für Roma-Familien (Schenkel/Schwenzer 2010, 39).
Aber auch das Projekt Maxime Wedding, welches darauf zielt, islamistischem Extremismus
bei Jugendlichen vorzubeugen und eine ideologische Radikalisierung zu verhindern, kämpft
mit der Herausforderung, Jugendliche in ihre Trainingskurse zu bekommen, die dem Profil
des Projekts entsprechen: „Zudem stellte sich heraus, dass die Jugendlichen, die für das
Anti-Gewalt- und Kompetenztraining empfohlen wurden, oftmals nicht der Zielgruppe entsprachen, also entweder lediglich adoleszentes Verhalten ohne wirkliche Gewaltproblematik
gezeigt haben oder keinen religiösen oder ethnischen Konflikthintergrund hatten“ (Hayes
2013, 53). Vergleichbares lässt sich anhand der Evaluation eines anderen sozialen Trainingskurses zeigen.
Für die Einschätzung von Zielerreichung und der Wirksamkeit ist es – neben der Frage der
Zielgruppenerreichung – wichtig zu wissen, auf wen das Projekt oder die Maßnahme einen

Effekt hat. Gibt es bestimmte Programme, die für bestimmte Zielgruppen oder in bestimmten Kontexten besonders wirksam sind? Die Evaluationen geben erste Hinweise. Soziale

19

Auswertung vorhandener Evaluationen

20

Trainingskurse, so das Ergebnis einer sicher nicht einfach zu verallgemeinernden Berliner
Evaluation, die verschiedene Formen der ambulanten Hilfen untersucht, nützen insbesondere
Jugendlichen, die eine gewisse Sozialkompetenz aufweisen und sich an Gleichaltrigen orientieren: „Jugendliche, die sich für Gleichaltrige interessieren, profitieren von sozialen Trainingskursen, aber umgekehrt gilt auch, dass sie sich in sozialen Trainingskursen weniger gut
(i.S. der Legalbewährung) entwickeln, wenn sie im Fragebogen ihr Desinteresse am Anderen
und seiner Innenwelt dokumentieren“ (Körner 2006, 274). Soziale Trainingskurse passen
also nicht zu jedem Jugendlichen.
Die Studien zu den Stadtteilmüttern zeigen, dass gerade die Frauen, die selbst zu Stadtteilmüttern ausgebildet wurden, die meisten Gewinne in Bezug auf individuelle Kompetenzen zu
verzeichnen hatten: „Bei der Zielgruppe der Stadtteilmütter, die die längste Verweildauer im
Projekt aufweist, zeichnet sich in den Evaluationsergebnissen die größten Veränderungen
ab. Diese schließen sowohl persönliche, familiäre als auch berufliche Weiterentwicklungsmöglichkeiten ein“ (Koch 2009, 148). Das ist ein Ergebnis, das für mehrere Multiplikatorenprojekte herausgearbeitet wurde (vgl. u.a. Nörber 2003) und sich verallgemeinern lässt.
Darüber hinaus, auch das zeigen einige Evaluationen, ist der Gewinn bei denjenigen am
höchsten, die zu Beginn mit den schlechtesten Kenntnissen gestartet sind: „Ein weiteres
wichtiges Ergebnis ist, dass der Wissenszuwachs und die Motivation zu konkreten Verhaltensänderungen in der Kindererziehung bei den befragten Familienmüttern am Größten ist,
die nicht in Deutschland aufgewachsen sind, kaum über deutsche Sprachkenntnisse verfügen und sich weniger mit dem deutschen Erziehungs-, Bildungs- und Gesundheitssystem
auskannten“ (Behn et al. 2010, 91).

3.2.3

Wie wirkt es?

Neben der Frage, auf wen gewaltpräventive Angebote wirken, ist es für ihre Weiterentwicklung ebenso entscheidend, etwas über die Art und Weise ihrer Wirksamkeit zu erfahren. Die
Wirkung gewaltpräventiver Programme und Projekte wird im Wesentlichen im Bereich des

sozialen Lernens und der sozialen Kompetenzerhöhung verortet, wenngleich die meisten
Evaluationen hierzu nur erste Hinweise geben.
Es zeigt sich, dass sich die Wirksamkeit eines Projekts, Programms oder einer Maßnahme in
Einstellungsveränderungen bemerkbar macht. Das verdeutlicht beispielhaft die Evaluation
des Programms fairplayer.sport: „Wenn es gelingt, auf motivationaler Ebene Prozesse in
Gang zu setzen, die zu einer verstärkten Auseinandersetzung mit den Themen Fairness und
Moral auf dem und abseits des Fußballplatzes führen, dann kann das Programm [fairplayer.sport; Anm. d. Verf.] als Erfolg gewertet werden. Die ersten Ergebnisse der Evaluation
sprechen dafür“ (Scheithauer/Hess 2010, 81). Schülerinnen und Schüler sollen durch die
Programme fairplayer.manual oder Medienhelden angeregt werden, sich über die Folgen
ihres Handelns Gedanken zu machen: Dafür werden kognitive Kompetenzen gefördert, wie
beispielsweise Perspektivenübernahme oder Empathie (Schultze-Krumbholz et al. 2014, 65).

Ergebnisse

Ähnliches lässt sich anhand der Evaluationen zu den Projekten und Maßnahmen zeigen, die
sich im weitesten Sinne der Erhöhung von Erziehungs- und Konfliktlösekompetenz verschrieben haben. Auch hier wird expliziert, dass die Projekte zu Einstellungsveränderungen führen.
Die Untersuchung von Schwenzer konnte zeigen, dass „bei den Eltern … eine Perspektivenverschiebung stattgefunden hat: Sind sie zu Beginn der Trainings noch davon ausgegangen, dass ihre Kinder ein Problem haben, das nichts oder wenig mit ihnen selbst zu tun hat,
nehmen sie nun ihren eigenen Anteil an der Problematik wahr“ (Schwenzer 2010, 14). Projekte oder Programme entfalten zudem eine Wirkung, indem die Zielgruppen Wissen akkumulieren, Einstellungen reflektieren und Selbstvertrauen aufbauen. Bei den Stadtteilmütterprojekten wird ebenfalls nachgewiesen, dass sowohl die ausgebildeten als auch die aufgesuchten Mütter nach dem Projekt über ein besseres Wissen sowie über ein gestärktes Bewusstsein, beispielsweise in Bezug auf die Wichtigkeit von Grenzsetzungen in der Erziehung,
verfügen (vgl. u.a. Maschewsky-Schneider et al. 2011, 92; Koch 2009, 148).
Über die Mechanismen, wie sich Wandlungsprozesse in den Einstellungen auf ein verändertes Verhalten niederschlagen, ist in den Evaluationen nicht viel zu erfahren. Dennoch können
die Ergebnisse aus einigen Untersuchungen dahingehend interpretiert werden, dass Einstellungs- und Verhaltensebene miteinander korrespondieren. So präsentieren die Studien zur
Wirksamkeit der Schulprogramme fairplayer.manual und Medienhelden beispielsweise folgenden Befund: „Die … Analysen … konnten zeigen, dass sich die Kontrollgruppe durchweg
negativ entwickelte, d.h. dass in dieser Gruppe Cybermobbing und beide Aggressionsformen
über fast ein Jahr hinweg zunahmen und die Bereitschaft zu Cybermobbing unverändert
blieb“ (Schultze-Krumbholz et al. 2014, 75). Zudem können auch die Evaluationen zu den
Projekten zur Erhöhung der Erziehungskompetenz von Eltern und der Konfliktlösekompetenz
von Kindern und Jugendlichen nachzeichnen, dass sich sowohl die Einstellungen als auch die
Verhaltensweisen der Zielgruppe verändert haben. Insbesondere bei verhaltensauffälligen
Jugendlichen kann es gelingen, ihnen alternative Handlungsmöglichkeiten zu vermitteln:
„Die Jugendlichen haben ebenfalls gelernt, konstruktiv mit Konflikten umzugehen und alternative Handlungsmöglichkeiten in Konfliktsituationen anhand von konkreten Strategien umzusetzen. Sie konnten diese Strategien benennen; es gab positive Rückmeldungen seitens
der Schule und der Eltern zum Rückgang des aggressiven Verhaltens“ (Schwenzer 2010,
14).
Kurz gefasst: Die Projekte „wirken“, indem die angesprochenen Zielgruppen Wissen akkumulieren, ihre eigenen Einstellungen und Motivationen reflektieren sowie alternative Handlungsstrategien erlernen und neue Verhaltensweisen realisieren. Insgesamt, das legt die Auswertung der Evaluationen nahe, ist das Wissen über die Art und Weise der Wirkung gewaltpräventiver Projekte bislang jedoch noch unterentwickelt.

21

Auswertung vorhandener Evaluationen

22
3.2.4

Warum wirkt es?

Zielerreichung und Wirksamkeit von Projekten, Programmen und Maßnahmen wird durch
bestimmte Faktoren gefördert, durch andere eher behindert. Was lässt sich anhand der Untersuchungsergebnisse aus den Berliner Evaluationen in Bezug auf Einflussfaktoren für die
Wirksamkeit gewaltpräventiver Angebote in Berlin folgern?
Zunächst lassen die Evaluationen den generellen Schluss zu, dass persönliche Bekanntschaf-

ten und informelle soziale Netzwerkstrukturen förderlich für die Wirksamkeit eines Projekts
sind. Das gilt zum einen für die Umsetzung des Projekts, insbesondere was die Erreichung
der Zielgruppe betrifft. Gerade bei Projekten, die – wie beispielsweise MAXIME Wedding –
mit schwer erreichbaren Zielgruppen arbeiten, stellte sich der gute Kontakt des Projekts zur
Polizei als wichtig heraus: „Der Kontakt zur Polizei (Arbeitsbereich Migration und Integration)
hat im Besonderen dazu beigetragen, Türen zu öffnen. Der thematische Schwerpunkt auf
Islam, Interreligiosität und Extremismusprävention löst bei den Kontaktpersonen unterschiedliche Vorbehalte aus, die den Aufbau von Arbeitsbeziehungen erschweren. Hier war
die Referenz zur Polizei eine gute Hilfe, um das Angebot als „unbedenklich“ auszuweisen und
erste Hemmschwellen abzubauen“ (Hayes 2013, 8,9). Zum anderen gilt das auch für die
Wirksamkeit des Projekts, insbesondere was den Zugang zur Zielgruppe anbetrifft. Denn
auch in den Projekten der Stadtteilmütter gelingt der Zugang zu den über herkömmliche
Angebote eher schwer zu erreichenden Frauen hauptsächlich über informelle soziale Netzwerke: „Die Befragungen in den verschiedenen Teilevaluationen haben … ergeben, dass die
besuchten Familien primär über die sozialen Netzwerkstrukturen der Stadtteilmütter gewonnen werden konnten“ (Koch 2009, 148). Es ist also die kulturelle und/oder soziale Nähe, die
es ermöglicht, marginalisierte Zielgruppen zu erreichen. Diesen Sachverhalt fasst die Evaluation zu den Stadtteilmüttern in Kreuzberg folgendermaßen zusammen: „Als wesentliche
Stärke des Konzepts erwies sich in der Praxis vor allem seine Alltagsnähe, da die STM
[Stadtteilmütter; Anm. d. Verf.] aus dem gleichen Quartier stammen, den gleichen sozialen
und kulturellen Hintergrund haben und mit den Lebensbedingungen vertraut sind (Maschewsky-Schneider et al. 2011, 97). In eine ähnliche Richtung weisen die Ergebnisse der Evaluation der interkulturellen Familienhilfe, sie akzentuieren darüber hinaus die Bedeutung einer
gemeinsamen Sprache: „An den Bewertungen der Eltern und der Fachkräfte wird deutlich,
dass die gemeinsame Sprache und das gegenseitige Verstehen am häufigsten als sehr wichtig eingestuft werden“ (Thimm 2012, 111).
Zudem ist eine vertrauensvolle, stabile und kontinuierliche Beziehungsebene in der Projektarbeit erforderlich. So wird durch eine Untersuchung der mobilen Jugendarbeit herausgearbeitet, dass eine wesentliche Grundlage der erfolgreichen Arbeit eine vertrauensvolle Beziehung der Sozialarbeiter/innen zu den Jugendlichen darstellt, ebenso wie eine akzeptierende
Grundhaltung: „Wesentliche Grundlage dieser Arbeit ist der Aufbau und die Pflege einer
vertrauensvollen Beziehung zu der jugendlichen Klientel. In diesem Zusammenhang wird von
den befragten Professionellen betont, dass für eine wirksame Straßensozialarbeit eine akzeptierende Grundhaltung den entsprechenden Jugendlichen gegenüber … erforderlich sind“

Ergebnisse

(Tossmann et al. 2007, 115). Wie wichtig der persönliche Dialog, intensive Arbeit und Kontinuität bei der Arbeit auch mit schwierigen Jugendlichen sind, zeigen auch andere Projektevaluationen (siehe unter anderem Schenkel/Schwenzer 2010, 40).
Eine Verankerung der Projekte im jeweiligen Sozialraum, eine umfassende Partizipation von
Kindern, Jugendlichen, Eltern und Fachkräften sowie eine breite politische und öffentliche
Unterstützung werden darüber hinaus als förderliche Faktoren identifiziert.
Umgekehrt – und dazu geradezu spiegelbildlich – werden mangelnde Unterstützung und
Regelmäßigkeit sowie ein fehlender Lebensweltbezug als hinderliche Faktoren für die Wirksamkeit eines Projekts identifiziert. Das gilt insbesondere für die Erreichung bzw. Arbeit mit
der Zielgruppe. Die mangelnde Unterstützung seitens etablierter Institutionen in einem
Quartier stellt einen erheblichen Teil der Schwierigkeiten, die das Projekt MAXIME Wedding
bei der Erreichung der Zielgruppe hatte: „Entgegen der ursprünglichen Annahmen vermittelten die etablierten Institutionen im Kiez keine Jugendlichen an die Trainings, obwohl der
Bedarf im Kiez gegeben ist. Es kann spekuliert werden ob hier Missverständnisse (z. B. die
Annahme die Trainings seien kostenpflichtig) oder Konkurrenzsituationen zwischen etablierten Projektträgern eine Rolle spielen“ (Hayes 2013, 53). Ebenfalls ist es, gerade bei der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen wichtig, die Projekte und Programme langfristig und kontinuierlich anzubieten. Diese Erkenntnis legen nicht nur die Untersuchungen von Projekten
nahe, die sich im Bereich der sekundären oder gar tertiären Prävention bewegen, sondern
ebenfalls die Ergebnisse aus Studien zur primären Prävention. Die Wirksamkeitsuntersuchungen der primärpräventiven Schulprogramme Medienhelden oder fairplayer.manual demonstrieren, dass eine kurze Intervention allenfalls einen entwicklungsbedingten Anstieg
problematischen Verhaltens verhindern kann, nicht aber zu einer Reduktion führt (SchultzeKrumbholz et al. 2014, 75).

3.3 Zusammenfassung der wichtigsten Ergebnisse und Bewertung
durch die Qualitätszirkel
Die wesentlichen Ergebnisse der Evaluationssynthese werden im Folgenden zusammengefasst und durch die handlungsfeldbezogenen Qualitätszirkel bewertet. Auswertung und Bewertung vorhandener Evaluationen werden von kurzen Schlussfolgerungen abgerundet.

3.3.1

Ergebnis 1: Evaluationsdefizit

Im Zeitraum von 2006 bis 2014 sind 36 gewaltpräventive Angebote evaluiert worden. Die
gewaltpräventive Projektelandschaft in Berlin ist, so ein zentrales Ergebnis der Auswertung,
durch ein Defizit an Evaluationen gekennzeichnet. Auch wenn der Arbeitsstelle Jugendgewaltprävention keine genauen Befunde aus anderen Städten vorliegen, ist – auch aufgrund
der bereits durchgeführten überregionalen Recherche zu Evaluationen im Bereich Jugendgewaltprävention – zu vermuten, dass Berlin hierbei keinen Sonderstatus einnimmt.

23

Auswertung vorhandener Evaluationen

24

Das Ergebnis finden die Expertinnen und Experten aus Wissenschaft und Praxis im Allgemeinen nachvollziehbar und plausibel. Es spiegelt auch ihre Erfahrungen wider. Sie vermuten,
dass sich der Mangel an Evaluationen mit der Struktur gewaltpräventiver Angebote erklären
lässt. Während es zwar auch „große“ Programme gibt, überwiegen – so die Interpretation
einiger Teilnehmer/innen – kleine Projekte, Programme oder Maßnahmen, denen oftmals die
Mittel fehlen, externe Evaluationen zu beauftragen. Die Initiierung einer stärkeren Kooperation zwischen Projekten und Hochschulen bei Evaluationen wird in diesem Zusammenhang
angeregt.
Der Arbeitsstelle Jugendgewaltprävention liegen derzeit keine genauen Informationen über
die Struktur der gewaltpräventiven Angebote in Berlin vor. Wie das Verhältnis zwischen
„großen“ und „kleinen“ Projekten ist, kann derzeit nicht beantwortet werden. Sicher ist, dass
die Zahl der Evaluationen erhöht werden sollte, auch um der heterogenen und vielfältigen
Angebotsstruktur in Berlin gerecht zu werden.

3.3.2

Ergebnis 2: Ziele und Wirkung erreicht

Den evaluierten gewaltpräventiven Angeboten wird überwiegend attestiert, ihre Ziele zu
erreichen und/oder wirksam zu sein. Sie erreichen zudem in aller Regel ihre Zielgruppen,
auch wenn es nach wie vor schwer zu erreichende Zielgruppen gibt. Projektevaluationen, so
ein weiteres Resultat, sollten Genderaspekte stärker als bisher berücksichtigen.
Ein Ergebnis, das in den handlungsfeldbezogenen Qualitätszirkeln zustimmend aufgenommen wird. Allerdings wird hinterfragt, ob und inwieweit Evaluationen überhaupt öffentlich
gemacht werden, die zu dem Ergebnis kommen, dass das Programm oder das Projekt seine
Ziele nicht erreicht oder es bei der anvisierten Zielgruppe nicht wirkt. Unliebsame Ergebnisse, so vermuten einige Expertinnen und Experten, bleiben in der Schublade. Das ist zwar für
die Qualifizierung der gewaltpräventiven Angebote ein Hindernis, aus Sicht der Expertinnen
und Experten aber durchaus nachvollziehbar: Die Angst, die Finanzierung eines Projekts
durch schlechte Evaluationsergebnisse zu gefährden, ist groß. Eine Verzerrung der Auswertungsergebnisse ist nicht ausgeschlossen.
Eine Verbesserung der Praxis, so eine grundlegende Schlussfolgerung aus der Auswertung
und Bewertung vorhandener Evaluationsergebnisse, kann nicht alleine anhand von „best
practice“, sondern – salopp formuliert – auch durch „bad practice“ erfolgen. Denn aus gewaltpräventiven Angeboten, die im Ganzen oder auch in Teilen nicht funktionieren, können
wichtige Folgerungen gezogen werden. Einerseits kann die konkrete Projektpraxis verbessert
werden, andererseits können durch das Beobachten von Schwächen und das Aufzeigen von
Hindernissen grundlegendere Annahmen über die Möglichkeiten und Grenzen gewaltpräventiver Angebote gesammelt werden. Das heißt, dass „schlechte“ Evaluationsergebnisse nicht
dazu führen dürfen, dass dem Projekt oder Programm umgehend die finanzielle Grundlage
entzogen wird. Ihm sollte zunächst die Gelegenheit gegeben werden, die Projektpraxis zu
verbessern. Die Veröffentlichung von „schlechten“ Evaluationsergebnissen sollte positiv ho-

Ergebnisse

noriert werden. Evaluationen, welche die Zielerreichung und/oder die Wirksamkeit des von
ihnen untersuchten Projekts konstruktiv hinterfragen, sind für die Qualifizierung gewaltpräventiver Angebote in Berlin von entscheidender Bedeutung.

3.3.3

Ergebnis 3: Trainingskurse wirken, aber nicht für jeden

Den in Berlin angebotenen Projekten, Programmen und Maßnahmen wird im Allgemeinen
eine Relevanz für die Gewaltprävention bescheinigt. Insbesondere den Trainingskursen werden, wenn auch nicht unisono, gewaltpräventive Effekte bescheinigt. Ihre gewaltpräventive
Wirkung können sie jedoch nur entfalten, wenn Zielgruppe und Training zueinander passen,
so das Ergebnis einer Berliner Evaluation.
Das Resultat wird in den handlungsfeldbezogenen Qualitätszirkeln grundsätzlich bestätigt.
Denn viele der gewaltpräventiven Angebote in Berlin sind, so die Expertinnen und Experten
weiter, explizit zielgruppenspezifisch ausgelegt, so dass die Passgenauigkeit für die Zielerreichung und Wirksamkeit wichtig ist. Thematisiert wird auch, ob und inwieweit die Kategorie
„Training“ möglicherweise zu weit gefasst ist, um der Heterogenität der Arbeitsschwerpunkte
gerecht zu werden. Denn gerade die Aspekte von Freiwilligkeit und Eigenmotivation sind für
die Bewertung von Trainings erheblich.
Bislang liegen der Arbeitsstelle noch keine ausreichenden Evaluationsbefunde zu den Trainingskursen vor, so dass die Frage, wie Zielgruppe und Trainings zueinander passen, erst
ansatzweise beantwortet werden kann. Eine zentrale Folgerung ist, dass das Wissen darüber
erhöht werden muss. Sie wurde bereits in den Ausschreibungen der Arbeitsstelle Jugendgewaltprävention für die externen Evaluationen berücksichtigt, so dass hierzu mit neuen Befunden zu rechnen ist.

3.3.4

Ergebnis 4: Angebote wirken, aber wie?

Gewaltpräventive Angebote wirken, weil sie Veränderungen im Bereich des Verhaltens und
der Einstellung initiieren, so das Ergebnis der inhaltlichen Auswertung vorhandener Evaluationen. Welche Mechanismen sich dafür verantwortlich zeichnen und wie die Vermittlung zwischen diesen Ebenen aussieht, ist in den bislang zugänglichen Evaluationen theoretisch wie
empirisch unterbestimmt.
Das Resultat wird von den Expertinnen und Experten reflektiert und generell bestätigt. Auch
sie gehen davon aus, dass die Frage nach der Wirkweise gewaltpräventiver Angebote bislang nicht zufriedenstellend beantwortet ist. Gerade der Zusammenhang zwischen einem
Einstellungs- und einem Verhaltenswandel ist von großem Interesse, ist aber aus ihrer Sicht
ungenügend betrachtet.

25

Auswertung vorhandener Evaluationen

26

In künftigen Evaluationen sollten Wirkweise und Wirkmechanismen gewaltpräventiver Angebote stärker betrachtet werden. Hierbei kann und sollte Evaluation auch verstärkt auf Wissensbestände aus der Wissenschaft zurückgreifen.

3.3.5

Ergebnis 5: Förderlich sind der Lebensweltbezug und die Kontinuität

Förderlich für die Wirksamkeit eines gewaltpräventiven Angebots sind insbesondere der Le-

bensweltbezug und die Kontinuität der Maßnahme oder des Projekts. Das stellt ein zentrales
Ergebnis der inhaltlichen Auswertung der vorhandenen Evaluationen dar.
Beide Faktoren sind, so die Bewertung durch die handlungsfeldbezogenen Qualitätszirkel,
tatsächlich entscheidend für gewaltpräventive Angebote: einerseits in Bezug auf die Zielgruppenerreichung, andererseits für die Wirksamkeit des Projekts. Kontinuität, so die Expertinnen und Experten weiter, ist auch aus ihrer Perspektive ein förderlicher Faktor, der aber
oftmals durch die finanziellen Realitäten der Projekte konterkariert wird: Viele gewaltpräventive Angebote hangeln sich von einer temporären Projektfinanzierung zur nächsten, was eine
langfristige Perspektive unmöglich macht. Zusätzlich müsste künftig, auch das ein Ergebnis
der Reflexion, stärker differenziert werden, für welche Art von Projekten welche Faktoren
besonders hilfreich sind.
Gewaltprävention findet häufig in Form von Projekten statt. Dass diese temporär finanziert
werden, liegt in Finanzierungsvorschriften begründet. Rahmenbedingungen, die es erlauben,
auf einer regelmäßigen, kontinuierlichen und lebensweltbezogenen Basis mit Kindern und
Jugendlichen, aber auch mit deren Eltern zu arbeiten, sind anzustreben. So ist eine Verankerung von Evaluationen als festem Bestandteil von gewaltpräventiven Projekten, wie es im
Gesamtkonzept zur Reduzierung der Jugendgewaltdelinquenz als Ziel formuliert ist, sicherlich ein wichtiger Schritt in diese Richtung (Gesamtkonzept, 25ff).
Abschließend lässt sich festhalten, dass die handlungsfeldbezogenen Qualitätszirkel die Ergebnisse der inhaltlichen Auswertung im Wesentlichen bestätigt haben.

Empfehlungen

4 Empfehlungen
Das Ziel der Auswertung vorhandener Evaluationen durch die Arbeitsstelle Jugendgewaltprävention und der Bewertung der Ergebnisse durch die handlungsfeldbezogenen Qualitätszirkel
ist es, Wissen über die Erfolgsbedingungen und Wirkmechanismen gewaltpräventiver Angebote in Berlin zu generieren. Gewaltpräventive Angebote sind in Berlin bislang zu wenig evaluiert. Das ist ein zentrales Ergebnis der Analyse. Zwar begegnet die Arbeitsstelle Jugendgewaltprävention mit der Beauftragung von externen Evaluationen diesem Desiderat bereits,
dennoch sind weitere Schritte notwendig:



Empfohlen wird zunächst, zusätzliche Mittel für externe Evaluationen bereits in die Projektmittel einzuplanen. Das ist wichtig, auch um sicherzustellen, dass nicht nur große
Projekte, Programme oder Maßnahmen extern evaluiert werden.



Darüber hinaus könnte, um eine Bevorzugung großer und standardisierter Projekte zu
vermeiden, eine Projekt-Evaluations-Börse eingerichtet werden: Studentinnen und Studenten auf der Suche nach einem Thema für ihre Abschlussarbeit können auf diese Weise mit Projekten zusammengebracht werden, die ihrerseits aufgrund finanzieller Restriktionen nicht in der Lage sind, eine externe Evaluation zu beauftragen. Um die Qualität
der Evaluationen sicherzustellen, müssen die Arbeiten zum einen von einer Hochschullehrerin oder einem Hochschullehrer betreut werden, zum anderen den Standards und Kriterien für Evaluationen genügen.



Zudem wird empfohlen, Anreize einzuführen, die eine Evaluation lohnenswert machen.
Denkbar ist, dass bestimmte Verfahrensabläufe bei bereits evaluierten Projekten – so beispielsweise bei der Beantragung von Fördermitteln – beschleunigt und/oder abgekürzt
werden. Das könnte einen wichtigen Anreiz für Projektträger darstellen, sich verstärkt um
eine Evaluation ihres Projekts zu bemühen. Das soll nicht heißen, dass neue und innovative Projekte, die bislang nicht evaluiert wurden, benachteiligt werden. Auch hier müsste
es Anreize geben. Ziel ist die Entwicklung eines evaluations- und innovationsfreundlichen
Systems.

Entscheidend ist, dass Evaluationen für eine Qualifizierung bestehender gewaltpräventiver
Angebote genutzt werden. Dafür ist es wichtig, dass wirksame Teile oder förderliche Faktoren in Studien sichtbar gemacht werden. Gewaltpräventive Angebote können als lernende
Projekte oder Programme verstanden werden, die in verschiedenen Stufen und durch unterschiedliche Rückmeldungen verbessert werden (siehe zum Programm Soziale Stadt als lernendem Programm Walther 2007, o.S.). Es geht also – abschließend zusammengefasst –
darum, eine innovative Kultur der Evaluation in Berlin zu implementieren.

27

Auswertung vorhandener Evaluationen

28

5 Anhang
Evaluationen in zentralen Bereichen der Jugendgewaltprävention
Auswahl- bzw. Zuordnungskriterien für die evaluierten Programme, Projekte und Maßnahmen:


Verhaltensauffällige, gewalttätige Kinder und Jugendliche sind Zielgruppe
oder
 Reduktion bzw. die Verhinderung von gewalttätigem Verhalten ist primäres Ziel
HandlungsName des evaluierten
Evaluiert
6
Projekts
durch …
feld

6

Name

Institution

1

Ambulante Maßnahmen

Jürgen Körner

Freie Universität Berlin

1

Interkulturelle PeerMediation im Strafvollzug

Cornelia Gottbehüt

IBI – Institut für Bildung
in der Informationsgesellschaft e.V.

1

Passage+

Rainer Merkel

keine Angaben

1

Kurzintervention für Alkohol konsumierende delinquente Jugendliche und
Heranwachsende

Heinz Cornel

Alice Salomon Hochschule Berlin

2

Streetwork und mobile
Jugendarbeit

Peter Tossmann et al.

delphi – Gesellschaft für
Forschung, Beratung
und Projektentwicklung
mbH

2

TESYA family

Victoria
Schwenzer

Camino gGmbh

3

KICK im Boxring

Karen Petry et
al.

Deutsche Sporthochschule Köln

3

KICK on Ice

Karen Petry et
al.

Deutsche Sporthochschule Köln

1: Arbeit mit Jugendlichen nach Straffälligkeit
2: Kinder- und Jugendhilfe
3: Sport
4: Integration und Migration
5: Schule
6: Stadt
7: Polizei

29

Anhang

4

Coole Kids starten durch

Herbert
Scheithauer et
al.

Freie Universität Berlin

4

Modellprojekte für Eltern
und Jugendliche mit Migrationshintergrund

Kerstin Schenkel et al.

Camino gGmbh

5

Breakdance-Gruppe

Muriel Helow

Institut für Innovation
und Beratung an der
Evangelischen Hochschule Berlin e.V.

5

Fairplayer.Manual

Herbert
Scheithauer et
al.

Freie Universität Berlin

5

Familienklasse

Victoria
Schwenzer

Camino gGmbh

5

Klassentraining

Juliane Berschuck

Institut für Innovation
und Beratung an der
Evangelischen Hochschule Berlin e.V.

5

Medienhelden

Herbert
Scheithauer et
al.

Freie Universität Berlin

5

Rechtskundepaket

Kerstin Palloks

ebb – Evaluation, Beratung, Bildung

5

Werkpädagogische Gruppe

Merle Schütt

Institut für Innovation
und Beratung an der
Evangelischen Hochschule Berlin e.V.

6

Impulse zu Elternbeteiligung und Gewaltprävention in Bildungs- und Erziehungslandschaften

Liv Berit Koch
et al.

Camino gGmbh

6

Kriminalprävention in
Großsiedlungen

Tim Lukas et
al.

Max-Planck-Institut für
ausländisches und internationales Strafrecht

6

MAXIME Wedding

Jenny Hayes

IBI – Institut für Bildung
in der Informationsgesellschaft e.V.

7

Transfer interkultureller
Kompetenz (TiK)

Nicole Scheibner et al.

StatEval. Gesellschaft
für Statistik und Evaluation

Auswertung vorhandener Evaluationen

30

Evaluationen in komplementären Bereichen der Jugendgewaltprävention
Auswahl- bzw. Zuordnungskriterien für die evaluierten Programme, Projekte und Maßnahmen:


Kinder und Jugendliche sowie Eltern und Fachkräfte sind Zielgruppe
und



Reduktion bzw. die Verhinderung von gewalttätigem Verhalten ist untergeordnetes
Ziel
und

 das Projekt wird in der Fachdiskussion im Kontext der Gewaltprävention verortet
HandlungsName des evaluierten
Evaluiert
7
Projekts
durch …
feld

7

Name

Institution

2

Familien im Zentrum

Andreas
Böhme

Institut für Interkulturelle
Erziehung

2

Opstapje

Monika
Schumann
et al.

Katholische Hochschule für
Sozialwesen Berlin

2

Soziales Frühwarnsystem
in Berlin-Mitte

Jürgen Gries
et al.

Institut für Sozialforschung, Informatik und
Soziale Arbeit e.V.

2

Stadtteilmütter in BerlinKreuzberg

Ulrike MaschewskySchneider et
al.

Berlin School of Public
Health

2

Stadtteilmütter in Charlottenburg-Nord

Brigitte
Wießmeier
et al.

Evangelische Hochschule
Berlin

3

Fairplayer.Sport

Herbert
Scheithauer

Freie Universität Berlin

4

Elternlotsen

Andreas
Böhme

Institut für Interkulturelle
Erziehung

1: Arbeit mit Jugendlichen nach Straffälligkeit
2: Kinder- und Jugendhilfe
3: Sport
4: Integration und Migration
5: Schule
6: Stadt
7: Polizei

31

Anhang

4

Heroes

Barbara
Kavemann

keine Angaben

4

Interkulturelle Familienhilfe

Karlheinz
Thimm et
al.

Institut für Innovation und
Beratung an der Evangelischen Hochschule Berlin
e.V.

4

Stadtteilmütter Neukölln

Liv-Berit
Koch

Camino gGmbh

4

Stadtteilmütter gehen in die
Schule

Sabine Behn
et al.

Camino gGmbh

4

WIB2-Jugend. Wir im Brunnenviertel

Luise Jacobi

keine Angaben

6

Familie und Nachbarschaft

Brigitte
Wießmeier
et al.

Evangelische Hochschule
Berlin

6

Projekte des Quartiersmanagementgebiets MoabitWest

keine Angaben

Stadtmuster. Agentur für
urbanes Leben

6

WIB3-Jugend. Wir im Brunnenviertel

Ingeborg
Beer

Stadtforschung+
Sozialplanung

Auswertung vorhandener Evaluationen

32

6 Literaturverzeichnis
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Anhang

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Scheithauer, Herbert/Hess, Markus (2010): fairplayer.sport – Soziale Kompetenzen spielerisch fördern. In: Landeskommission Berlin gegen Gewalt (Hg.): Berliner Forum Gewaltprävention Nr. 41: Evaluation und Qualitätsentwicklung in der Gewalt- und Kriminalitätsprävention, S. 76–84.
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