21
mir, io möcht’ bei Sr. Hurfitl. Gnaden Fürbitt ein:
legen, daß ihın nidht mehre Kloftergüter dur Eu ftah
von Schlieben genommen mürden. Denn diefer fei
Willens fie zu nehmen und der Univerfität zu hen:
fen, verhoffend, an der hohen Schulen weltlide Lehrer
anzuftellen, die vom Wittenbergijhen Geifte angeftedt
jeien. Für diefelben müfle Geld und Fundation be:
jchaffet werden, anerwogen fie nicht wie die geiftlidhen
Behrer von FKirchliden Beneficien Unterhalt haben
fönnten, überdies au Weib und Kinder Hätten,
Darum folt id vor Sr. Hurifil. Gnaden fpredhen;
denn der Vogt fei ein Harter und gewifjenlofer Mann,
ebenmäßig Lutheraner wie fein Bruder Otto auf
Baruth. Tenn mein Wort, alio dacht’ er, gelte
annod) bei dem gnäbdigen Herrn. Wenn nidt, als:
dann wollt er bei Kaijer und Reich Klage führen.“
Auf diefe Botihaft hin bin ih hinüber gangen
zum Herrn Bifhof Georgen. Dieler aber lachet
bitter und zornig:
„Da Habt Ihr wiederum ein Stüclein von der
fegerifjdhen Sippe, von dem Schlieben, Minkwig und
den anderen allen. Rupfen fie mir die Federn aus,
warum nicht au) eurem Bruder, einem armen
Carthäufer?
Gebt euch Keine vergebliHe Mühe, Bruder.
Markgraf Hans ift Iutherifjgh bis in die Knoden,
Churfürft Joachim trüg! uf jeder Adhfel.
Spiget die Chiin uber verbrennet eu nach:
gehend8 nicht den Mund.
Un König Sigismundum von Polen, an
den Römiichen König Ferdinandum und an Herzog