Publication:
1982
URN:
https://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:kobv:109-1-9497397
Path:

Abgeordnetenhaus von Berlin - 9. Wahlperiode
15. Sitzung vom 28. Januar igj
bge
844
(A)
(B)
Frau Schaar
zur Selbsthilfe greifen können und auch von uns dabei unter
stützt werden. Denn Gewalt in dieser Welt, das wissen wir
alle, ist leider eine Gewalt, die zum großen Teil vom Manne
ausgeht. Das sollten sich die Männer nicht nur in diesem
Abgeordnetenhaus einmal überlegen.
[Beifall bei der AL]
Stellv. Präsident Franke: Nächster Redner ist der Abge
ordnete Swinne.
Swinne (F.D.P.): Herr Präsident! Meine Damen und Herren!
Einige Anmerkungen: Liebe Frau Schaar! Vielleicht wissen
Sie, daß es auch auf Initiative der F.D.P. zurückging, daß es
gemeinsam mit der SPD zu Frauenhäusern in Berlin ge
kommen ist.
[Frau Wiechatzek (CDU): Nicht nur!]
Ich darf Sie daran erinnern — die CDU hat auch ihren Bei
trag dazu geleistet, die AL damals in Form von Bürgerini
tiativen auch das Bewußtsein der Bevölkerung gestärkt —,
aber vielleicht nur als Anmerkung, daß beispielsweise im
Vorfeld dieser Erörterungen, ein Frauenhaus in Berlin zu
gründen, eine Delegation von Liberalen in London gewesen
war, die das dortige Frauenhaus besucht hat; dort waren von
der F.D.P. Herr Lüder, der damalige Abgeordnete Roloff so
wie Herr Dr. Dittberner, der immer noch unter uns ist, ver
treten. Die haben dort anstandslos das Haus besuchen kön
nen. Die Verklemmungen, die es teilweise im Berliner Bereich
gibt, sind im angelsächsischen Bereich nicht so selbstver
ständlich,
[Heiterkeit — Frau Wiechatzek (CDU): Sehr richtig!]
wobei, da Sie in der Frauenszene gut Bescheid wissen, die
Anregungen für diese Institution gerade aus dem angel
sächsischen Bereich nach Europa übergeschwappt sind.
Dann haben Sie auch kritisiert, daß der AL-Antrag nicht
behandelt worden ist. Sie wüßten sehr genau, wenn Sie Ge
spräche mit Ihrem Haushaltssprecher geführt hätten, daß
diese Frage im Haushaltsausschuß bereits diskutiert und
einvernehmlich auf die II. Lesung des Hauptausschusses ver
tagt worden ist; bereits bei dieser Vertagung haben sich alle
vier Fraktionen dafür ausgesprochen, daß dieses Finanzpro
blem des Frauenhauses hier in Berlin im Sinne der Frauen
häuser gelöst werden soll.
Die Argumente, die die CDU hier vorgetragen hat, teile
ich auch. Ich bin der Auffassung, daß der Antrag der SPD,
der hier vorgelegt worden ist, eindeutig wortgleich ist mit
den Initiativen, die die SPD in Hamburg ergriffen hat; wer
den entsprechenden Bericht, der vorliegt, schon einmal
durchgelesen hat, weiß das; dieser Bericht befindet sich be
reits bei den Unterlagen des Abgeordnetenhauses und ist
hier einzusehen. In der Studie, die wir als Mitglieder des
Frauenausschusses alle zugestellt erhalten haben, steht, daß
das nicht spezifisch Hamburg betrifft, sondern auf die Bun
desrepublik Deutschland übertragbar ist, also auch auf Ber
lin. Deswegen ist die Anregung richtig. Es geht nicht darum,
neue Expertisen anzufertigen, sondern darum, daß der Senat
durch Anregung des Parlaments aufgefordert ist, Konse
quenzen aus den Untersuchungen zu ziehen, damit die Lage
der Frau wirklich besser wird. In diesem Sinne werde ich
auch im Ausschuß mitarbeiten.
[Beifall bei der F.D.P. und der CDU]
Stellv. Präsident Franke: Schönen Dank! Weitere Wort
meldungen liegen nicht vor. Der Ältestenrat empfiehlt Über
weisung an den Ausschuß für Frauenfragen. Wer dem zu
zustimmen wünscht, den bitte ich um das Handzeichen. —
Danke sehr! Das ist so beschlossen.
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Ich rufe auf
lfd. Nr. 21, Drucksache 9/327:
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Antrag der Fraktion der F.D.P. über Ausbau di ioIs
Tucholsky-Geburtshauses zu einem Liieraturzentn ;hle
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Der Senat wird aufgefordert, darauf hinzuwirken, daß
das Tucholsky-Geburtshaus in Moabit über eine Auf
bewahrungsstätte für Erinnerungsstücke hinaus in ein
Literaturzentrum als Begegnungsstätte für Schriftstel
ler, Bürger und Nachwuchsautoren ausgebaut wird.
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Zur Begründung hat das Wort Herr Professor Dr. Kun;
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Dr. Kunze (F.D.P.): Herr Präsident! Meine Damen ui
Herren! Wenn man über Tucholsky spricht, sollte man si
nicht bei der Vergangenheit allein aufhalten, sondern d ltur
einmal auch ganz praktisch und konkret sehen. Deswegi ähri
zwei Fragen zu Beginn; ob die rhetorisch sind oder niclF 0 '
mag dann jeder selbst beurteilen. Ob Tucholsky in Beding 1 ' 1 ‘
Schulen lesen dürfte, ist eine Frage, deren Beantworte
jedenfalls zumindest mir offen erscheint.
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Ob Tucholsky heute im Fernsehen auftreten dürfte, K nte
barett machen dürfte,
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[Frau Brunn (SPD): In Bayern nicht!]
das ist etwas, wo man sagen kann, da muß er, um bayerisd
Verhältnisse kritisch und satirisch zu behandeln, weit reis:
und nach Berlin kommen. Das ist jedenfalls gut für Berli ang
daß es in Berlin geht, das soll auch so bleiben!
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[Beifall der Frau Abg. Brunn (SPD)]
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tersi
Es ist an sich auch naheliegend, diesen Antrag als e»
konkrete und nützliche Fortsetzung der Aktuellen Stunde Hel
der heutigen Debatte zu werten, weil Tucholsky ja im Kam öllic
gegen Rechtsradikalismus wohl ein ganz unübertroffene ;h v
positiver Zeuge ist, und deswegen der Umgang mit Tuche eid
sky heute auch ein praktisches Stück der Auseinandersetzui arf
mit rechtsextremistischen Tendenzen darstellt.
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[Beifall bei der AL — Kraetzer (CDU): Er war auch
laus
ein Kämpfer gegen die Weimarer Demokratie! -
Momper (SPD), zu Abg. Kraetzer gewendet: Das
kann man Tucholsky nun wirklich nicht nachsagen!]
— Sehen Sie, das ist ja das schwierige mit Literaten,
kann sie nie richtig einordnen.
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Stellv. Präsident Franke: Meine Damen und Herren, i||ehe
würde jetzt erst einmal dem Redner die Aufmerksamkeit di
Hauses wünschen. Ihre Argumente können Sie ja dann spät
hier oben austauschen.
Dr. Kunze (F.D.P.): Nein, ich bin sehr dankbar für dies:
Zwischenruf des Kollegen, weil der mich auf einen Punkt
Schreiben des Herrn Zwerenz an den Regierenden Bürgt
meister aufmerksam macht, den ich in der Höflichkeit is
Friedlichkeit, die mir eigen ist, gar nicht ansprechen wollt
ein Punkt nämlich, in dem Herr Zwerenz daran erinnert, d
der frühere Abgeordnete Herr Honig die Überlegung hi
vorgetragen haben soll, daß die Sozialdemokraten damals
Senat nicht so recht an das Tucholsky-Projekt heranwollti
weil Tucholsky kritisch den Sozialdemokraten gegenübi
gestanden hat. Ich halte das — ich sage das voller Schlh'
heit — erstens für groben Unfug, zweitens für eine wirklh
Unverschämtheit, ein solches Argument ernsthaft vorzutragi
und ich nehme auch an, daß es von der CDU-Fraktion zürnt
dest nicht mehr von diesem Platz aus hier vorgetragen wit
sondern sich auf den Vorgang eines Zwischenrufes
schränkt.
[Beifall bei der SPD]
Aber ich finde es schon ganz lebendig, insofern sind «
mitten in einer Auseinandersetzung drin über die praktisi
lens
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