Publication:
1982
URN:
https://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:kobv:109-1-9497397
Path:

L bgeordnetenhaus von Berlin - 9. Wahlperiode
11. Sitzung vom 26. November 1981
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en Dr. Kewenig
doch vor, im Jahre 1982 in Anlehnung an andere Länder
ne n Studentenwerkbeitrag von 30 DM pro Semester ern
ähren, das sind 5 DM pro Monat. Daß ein solcher Be-
ein ordnungsgemäßes Studium gefährden würde, kann
doch wohl ernsthaft nicht behaupten.
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, p a 3. Der in der Anfrage hervorgehobene „Zeit-, Kraft- und
tiq Z[ eldaufwand bei der Wohnungssuche“ sollte gleichfalls nicht
i vei jerbewertet werden. Solcher Aufwand entsteht in erster
;h ei inie für die Studienanfänger und jene Studenten, die von
vei nem anderen Hochschulort nach Berlin wechseln. Das sind
diesem Wintersemester ca. 4 000 der ca. 70 000 Studen-
n, die an den Berliner Hochschulen eingeschrieben sind,
h verweise im übrigen darauf, daß das Studentenwerk be-
Pj iits heute wieder freie Wohnheimplätze anbieten kann. Von
idim ner existentiellen Wohnungsnot kann nach Auskunft des
, tudentenwerkes also schon heute, vier Wochen nach Beginn
3S Wintersemesters, nicht mehr die Rede sein.
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“Sehr nachdrücklich wende ich mich gegen die Vorstellung,
e Erschwernisse in den wirtschaftlichen Rahmenbedingun-
en des Studiums müßten zwangsläufig eine Straffung des
tudiums verhindern. Sicherlich kann ein zügiges Studieren
aruriurch mehr oder weniger erforderliche Erwerbstätigkeit be-
df inträchtigt werden. Entscheidend für die Studiendauer ist
albi idoch nach allen Erfahrungen, die wir aus den Berliner
elbi ochschulen und aus den Hochschulen des Bundesgebietes
Birnen, die Gestaltung des Studienangebots durch die Fach
ereiche und nicht die Notwendigkeit zum Nebenerwerb,
t dAas Berliner Hochschulgesetz verlangt „ein getrafftes, auf
as Wesentliche gerichtetes Studium“. Entsprechende Stu-
enordnungen sollten bis spätestens Ende 1981 vorliegen,
not ie Studienordnungen, die mir bislang bekannt geworden
nd, lassen allenfalls zaghafte Schritte auf diesem Weg
rkennen. Ich appelliere deshalb an dieser Stelle noch ein-
al an die Hochschulen, diesen Auftrag des Berliner Hoch-
chulgesetzes ernst zu nehmen. Vermeidbarer Stoffumfang
t kein taugliches Mittel, um die Qualifikation der Absol-
• 1 enten anzuheben, sondern ist ein Hindernis für einen recht-
U eitigen Studienabschluß. Gerade unter den erörterten wirt-
chaftlichen Rahmenbedingungen des Studiums haben die
'ochschulen hier eine erhöhte Verantwortung für ihre
I™, tudenten. Eine Straffung und möglichst klare Gliederung
es Studiums und seiner Anforderungen ist nach meiner
uffassung ein Gebot der Stunde.
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Zu Frage 5: Der Senat ist der Ansicht, daß eine Neu-
gelung der Graduiertenförderung unerläßlich ist. Der zu-
[ändige Fachsenator hat deshalb entscheidend an den Emp-
hlungen der Kultusministerkonferenz zur Förderung des
ssenschaftlichen Nachwuchses mitgewirkt. Er wird in die-
em Rahmen weiterhin darauf hinwirken, daß der Bund seine
usage einhält, im Frühjahr kommenden Jahres den Ent-
’urf für eine gesetzliche Neuregelung vorzulegen. Nach
»einem Eindruck besteht auch begründete Hoffnung, daß die
iemühungen tatsächlich erfolgreich sind.
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Im übrigen ist darauf hinzuweisen, Frau Kollegin Kohlhepp,
ifo aß Anfang 1981 168 Stipendiaten an den Berliner Hoch
tal :hulen Darlehen aus der Graduiertenförderung erhielten,
isto ährend allein mehr als 3 200 Stellen für die Weiterarbeit
S d mger Wissenschaftler in Forschung und Lehre hier in Berlin
ätae ur Verfügung standen. Zu diesen Zahlen muß man noch
itipendien von Stiftungen u. a. m. hinzurechnen. Es findet
Iso auch nach Auslaufen der jetzigen Graduiertenförderung
fine Förderung junger Wissenschaftler in einem wirklich
Semerkenswert großen Umfang statt. Man sollte hier die
Jakten nicht verdrehen.
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Stellv. Präsident Longolius: Gestatten Sie eine Zwischen-
age, Herr Senator?
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Dr. Kewenig, Senator für Wissenschaft und Kulturelle An
liegenheiten; Bitte schön!
Stellv. Präsident Longolius: Bitte, Herr Dr. Jänicke!
Dr. Jänicke (AL): Was sind das für Stellen zur wissen- (C)
schaftlichen Fortbildung? — Das würde mich doch interes
sieren.
Dr. Kewenig, Senator für Wisenschaft und Kulturelle An
gelegenheiten: Nun, die Stellen, die Sie aus Ihrer Universi
tätstätigkeit gut kennen und die anfangen mit den wissen
schaftlichen Hilfskräften und die sich fortsetzen über die
wissenschaftlichen Mitarbeiterstellen bis zu den Hochschui-
assistentenstellen, d. h. also, das ganze Spektrum des soge
nannten Mittelbaus.
[Dr. Jänicke (AL): Da wird doch nicht geforscht,
vor allem im medizinischen Bereich nicht!]
— Ja, also, lieber Herr Kollege Jänicke, ich bin ganz ent
setzt. Sie sagen mir nun auf einmal, daß auf diesen 3 200
Stellen, die den Hochschulen zur Verfügung stehen, um
wissenschaftlichen Nachwuchs auszubilden, nicht geforscht
wird. Wenn das ein Bericht aus dem Alltag der Hochschule
sein soll, dann werde ich das zum Anlaß nehmen, mich ein
mal zu erkundigen, wo z. B. im medizinischen Bereich nicht
geforscht wird. — Der medizinische Bereich ist doch auch in
den Bereichen, die für die Krankenversorgung und für die
anderen Dinge vorgesehen sind, derart perfekt ausgestattet,
daß ich — verdammt noch mal — wirklich nicht weiß, was die
vielen Wissenschaftler machen, die an den Kliniken und an
den anderen Instituten für gutes und teures Geld des
Staates sitzen. Wenn das so ist, wie Sie sagen, daß die
herumsitzen, dann müssen wir uns tatsächlich überlegen, ob
wir da noch mehr Stellen einziehen können.
[Beifall bei der CDU]
Stellv. Präsident Longolius: Gestatten Sie noch eine wei
tere Zwischenfrage?
(D)
Dr. Kewenig, Senator für Wissenschaft und Kulturelle An
gelegenheiten: Aber bitte schön!
Stellv. Präsident Longolius: Bitte, Herr Dr. Jänicke!
Dr. Jänicke (AL); Wenn Sie mir auch nur einen einzigen
Assistenten im medizinischen Bereich nennen können, der
diese Tätigkeit zur Forschung nutzen kann statt zu Dienst
leistungen, dann bin ich Ihnen sehr dankbar.
Dr. Kewenig, Senator für Wissenschaft und Kulturelle
Angelegenheiten: Also, Herr Jänicke, ich bin gerne bereit,
Ihnen schriftlich den einen Assistenten zu nennen; Sie wer
den verstehen, daß ich im Moment niemand hier parat habe.
Ich hoffe aber, daß ich Ihnen mehr als einen nennen kann.
Es wäre schon trostlos, wenn es so wäre, wie Sie das schil
dern.
Ich darf vielleicht in meiner Beantwortung, und zwar der
Frage 6, fortfahren:
Mit dem — übrigens noch nicht abgeschlossenen — Aus
bau seiner Hochschulen hat Berlin bereits einen überpro
portionalen Beitrag zur Öffnung der Hochschulen geleistet.
Ich halte es für sinnvoll, daß diese Ressourcen nicht nur
von Abiturienten und Fachoberschulabsolventen genutzt
werden, sondern, soweit es um den Fachhochschulbereich
geht, auch von qualifizierten Berufstätigen, die zum Hoch
schulstudium befähigt sind, ohne eine formale Hochschul
zugangsberechtigung zu besitzen. Die Prüfung, in welcher
Weise eine solche Öffnung der Hochschulen als ein Bei
trag zum lebenslangen Lernen sachgerecht durchgeführt
werden kann, ist noch nicht abgeschlossen. Selbstverständ
lich ist darauf zu achten, daß der Ausbildungsstandard der
Hochschulen beibehalten wird. Jedenfalls wird eine solche
Weiterentwicklung des Hochschulzugangs nicht an den ge
genwärtigen schwierigen finanziellen Rahmenbedingungen
scheitern müssen.
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