Publication:
1982
URN:
https://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:kobv:109-1-9497397
Path:

gri9 ,geordnetenhaus von Berlin - 9. Wahlperiode
11. Sitzung vom 26. November 1981
563
i/b! n ^* irun 9 von Praxis-Semestern.
kan: |Dabei kann man auch gleich etwas zur Fachhochschule für
inftig jirtschaft sagen. Wissen Sie — das möchte ich auch dem
enoir mator sagen —: Wenn Sie bei der Fachhochschule für
n, di [irtschaft nur nachfragen, ob die ein Praxis-Semester ein-
warei iren wollen, dann wird es auf diese Nachfrage, wenn Sie
n hie ück haben, eine blumige, weitschweifende Antwort geben,
:u de per Sie werden nach dieser Antwort genauso schlau sein
pfleg je vorher. Hier genügt keine Nachfrage, hier müssen Sie
5sam! s Fachhochschule für Wirtschaft drängen, in dieser Rich-
n. Ic ig etwas zu tun, denn sonst wird daraus nichts!
[Beifall bei der CDU]
|
erner möchte ich der Fachhochschule für Wirtschaft noch
I Stammbuch schreiben, daß sie deswegen so ins Gerede
[^kommen ist und deswegen die Forderungen nach ihrer
jhließung so laut sind, die im ersten Moment auch ver
bindlich sind, weil sie sich eine Praxis definiert hat, die
jt der Realität aber auch gar nichts zu tun hat.
[Zurufe von rechts: Sehr gut! Sehr richtig!]
I ...
aenau diese zwei verschiedenen Vorstellungen von Praxis
npssen wieder zur Deckung gebracht werden! Dann wird
t|ch wieder die Fachhochschule für Wirtschaft sich vor dem
iuf nach ihrer Schließung nicht zu fürchten haben, diesen
‘f vielmehr unbeschadet überstehen können.
Dritte These: Die Durchlauferhitzer-Funktion — ich darf
einmal im fachwissenschaftlichen Jargon sagen — muß
seitigt werden! Was ist gemeint? Wie Sie wissen, wird
ph dem Vorexamen einer Fachhochschule jedermann die
gemeine Hochschulreife zuerkannt, und diese Regelung
Bildungsbereich der Bundesrepublik Deutschland ist
ßer einer ähnlichen in Bremen so ziemlich die einzige
fgelung, die existiert. Das bedeutet, hier hat sich Berlin
pen Alleingang geleistet, den es gilt, schnellstmöglich wie-
| T zu beseitigen. So scharf hat es der Senat nicht gesagt,
ihrerJifoch will ich das für die CDU-Fraktion so scharf formu-
ß ei
,Heyden
sollte Zweite These: Die Attraktivität der Fachhochschulen muß
gesamt gesteigert werden.
al] [Beifall bei der CDU]
w ) SSei enn man die Attraktivität der Fachhochschulen steigert,
a !rc |en sie — egal wie sich die Studentenzahlen entwickeln
c " * ä la longue bestehen können. Die Befürchtungen, daß die jet-
'9 e he j e Trendwende in den Studentenzahlen nach oben hin
l 't u < cht anhalten wird, teile ich auch.
ie, n
die i, Diese Trendwende muß ausgenutzt werden, um in dieser
m, ui lit die Attraktivität der Fachhochschulen so zu steigern,
re', di iß sie danach, wenn diese Trendwende nachläßt, überleben
n, ' W( nnen. Wie kann man das machen? — Ich will dazu zwei
ander )rschläge bringen, über die diskutiert werden kann.
■Der erste Vorschlag: Die Öffentlichkeit muß durch gezielte
formationen darauf hingewiesen werden, daß die Absol
uten von Fachhochschulen gute Berufsaussichten haben,
|ß zum Beispiel die Absolventen der Technischen Bauh
ochschule Berlin sofort vom Examen weg ihre Stellung
riden, obwohl augenblicklich, wie man ja weiß, die Arbeits
amkeit in Berlin nicht gering ist. Dieses muß verstärkt
rerden, um den Leuten kiarzumachen, daß die Berufsaus-
fchten einiger Studiengänge an den Universitäten bei wei-
m nicht so gut sind wie zum Beispiel die der Absolventen
e un sr Technischen Fachhochschule. Weiterer Vorschlag: Man
mu jß verdeutlichen, daß die Fachhochschulen eine Ausbil-
rbeitr mgsalternative zu den Universitäten darstellen. Diese Ver-
iutlichung wird zum Beispiel klargemacht — dabei befinden
, :r uns durchaus in Übereinstimmung mit der F.D.P.-Fraktion
r e | durch die Forderung nach berufsfeldbezogener Praxis in
n Studiengängen der Fachhochschulen oder sogar durch
[Zuruf von der SPD: Ha, ha, ha!]
|s bedeutet, wenn Sie den Huhn-Bericht dazu lesen, daß
Smit ganz wesentliche Teile des Studentenwegganges von
|n Fachhochschulen vermieden werden kann und daß die
fchhochschulen nicht in den Semestern zum Vordiplom
übermäßig belastet werden, nach den Vordiplom-Semestern (C)
aber leere Kapazitäten, unausgenutzte Kapazitäten haben,
weil eben die Studenten nunmehr in die Arena der Universi
tät drängen.
Vierte These: Die Fachhochschulen müssen auch geöffnet
werden für Bewerber ohne Fachhochschulreife. Damit soll
jetzt nicht einer diffusen allgemeinen Öffnung ohne jegliche
Voraussetzung das Wort geredet werden,
[Zuruf; Sehr richtig!]
sondern ich stelle mir vor - hier gebe ich Ihnen auch wieder
ein Beispiel, wie man so etwas machen könnte -: Man nimmt
einen ganz klaren Kriterienkatalog zur Zulassung in das
Gesetz auf; zum Beispiel könnte ich mir vorstellen — das ist
noch nicht ausgereift, aber in diese Richtung denkt die
CDU-Fraktion —: erstens Realschulabschluß, zweitens abge
schlossene Lehre mit gut oder besser oder ersatzweise eine
Meisterprüfung, mindestens fünfjährige Berufspraxis und
berufsfeldbezogene Zulassung. Das heißt also: Wenn je
mand aus einem Metallberuf kommt, soll es danach nicht
möglich sein, daß er dann zum Beispiel Gartenarchitektur
studiert. Dieses stelle ich mir vor — wenn er nicht im Besitz
der Fachhochschulreife ist.
Stellv. Präsident Longolius: Gestatten Sie eine Zwischen
frage?
Dr. Heyden (CDU); Aber gern, bitte!
Stellv. Präsident Longolius: Bitte schön, Herr Sellin!
Sellin (AL): Was halten Sie eigentlich von der Freiheit der
Berufswahl, daß Individuen wirklich ihre Qualifikation selbst
bestimmen, die sie erwerben wollen? (D)
[Zuruf von der CDU: Vor allem unabhängig
von jedem Bedarf!?]
Dr. Heyden (CDU): Wissen Sie, Herr Kollege, wenn Sie
die Freiheit absolutieren, dann meinen Sie das Gegenteil
von Freiheit, und wenn Sie jetzt glauben, jedermann solle
ohne jegliche Voraussetzungskriterien das machen können,
was er will, so kann das nicht angehen. Wir haben schließ
lich ein festgefügtes
[Staffelt (SPD): Das ist ja Dirigismus!]
— Das ist kein Dirigismus, denn Sie, Herr Staffelt, verlangen
ja auch für Ihre Fraktion, daß jedermann, der an einer Uni
versität studieren will, die allgemeine Hochschulreife haben
muß — und dabei sagen Sie doch auch nicht, daß das Diri
gismus sei. Ich bin gern bereit, die Diskussion etwas auf
zulockern und auch spaßhaft zu werden, damit die Diskus
sion nicht so ernst ist, doch bitte ich Sie, vielleicht erst
einmal meine Thesen anzuhören. Das Haus scheint sich
langsam wieder zu füllen, und dann können wir ja noch
einige Runden darüber diskutieren; man muß die Stunde
nutzen!
[Feilcke (CDU): Sehr gut! — Beifall bei der CDU]
Fünfte und letzte These: Alle anderen Zugänge, Zulas
sungen zu den Fachhochschulen bleiben weiterhin offen. Ich
meine insbesondere den jetzt beschrittenen Weg über die
Fachoberschule; auch dieser Weg muß weiter bestehen
bleiben; das heißt: Zusätzlich zur Öffnung der Fachhoch
schule für solche Bewerber, die keine Fachhochschulreife
haben, soll weiterhin die Möglichkeit bestehen bleiben, über
die Fachoberschule die Fachhochschulreife zu erwerben.
Ich glaube, mit diesem Ansatz, der hier von der CDU-Frak
tion dem Hause vorgelegt wird — in teilweiser Verstärkung
dessen, was der Senat vorgetragen hat —, werden wir es
schaffen, die Fachhochschulen in ihrer Selbständigkeit zu er-
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