Publication:
1982
URN:
https://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:kobv:109-1-9497397
Path:

11. Sitzung vom 26. November 1981
'er 19
igeordnetenhaus von Berlin - 9. Wahlperiode
559
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n Dr. Kewenig
i sind keine Einrichtungen des Zweiten Bildungsweges,
itj keine Vorbereitungsanstalten für den „Olymp“ einer
jsenschaftlichen Ausbildung, sie sind vielmehr eine echte,
iithin unverändert vorzügliche Berufsaussichten bietende
:e rnative.
rortun Lassen Sie mich deshalb zu Ihrer konkreten Frage 2 kom-
n: Der Senat hat bereits in der Regierungserklärung vom
Juli 1981 zum Ausdruck gebracht, daß er auf absehbare
it keine Gesamthochschulen bilden wird. Die bislang ver
wenden Erfahrungen mit integrierten Gesamthochschulen
anderen Bundesländern haben keineswegs den Beweis
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fmetl jracht, daß durch sie die Ausbildungsprobleme im ter-
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ren Bereich besser gelöst werden könnten als durch die
frechterhaltung deutlich unterschiedbarer Ausbildungs-
e Ze irichtungen; eher ist das Gegenteil der Fall. Ich darf bin
ar go lügen, daß sich diese Einschätzung nicht prinzipiell von
risser )r des vorigen Senats unterscheidet.
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ch sehe aber auch keinerlei Veranlassung, die bestehen-
' n Fachhochschulen in Berlin zu einer großen Fachhoch-
'fjfule — zu einer „Gesamtfachhochschule“ —, also horizon-
zusammenzuführen. Die spezifischen Entwicklungspro-
.^me jeder einzelnen Hochschule müssen und können
Im’J Imehr nach meinem Eindruck im Rahmen der jeweiligen
gebenheiten und Möglichkeiten gelöst werden. Institutio-
lle Verschmelzung führt eher zu neuen Problemen und
ikt von den eigentlichen Sachaufgaben ab, die wir zu
wältigen haben. Die Vielgestaltigkeit, die Buntheit der
jchschullandschaft allein bietet jeder Fachhochschule die
äle Chance, ein eigenständiges Profil zu entwickeln und
verwechselbar zu einer lebedigen Hochschulentwicklung
izutragen.
fSelbstverständlich bedeutet diese klare Absage an die
Igenwärtige Realisierung irgendeines Gesamthochschul-
nzeptes nicht, daß nach meiner Vorstellung das Verhältnis
Fachhochschulen untereinander und zu den Universitäten
rch gegenseitige Abschottung und Isolierung gekenn-
ichnet sein sollte. Vielmehr sollte Kooperation überall
irt stattfinden, wo sie sachlich erforderlich und deshalb
"" * boten ist: etwa bei der Anrechnung von Studien- und
üfungsleistungen oder bei der gegenseitigen Nutzung von
rschungs- und Verwaltungseinrichtungen, aber auch bei
lern möglichst großzügigen „Austausch“ von Studenten
d Professoren in der einen oder der anderen Richtung.
nner |ch kann und will hierzu nicht in Einzelheiten gehen. Vor
• rline fern die unmittelbar Beteiligten sind aufgefordert, ihre
iwer loperationsbedürfnisse darzustellen. Wichtige Anregungen
labe: |*'arte ich gerade hierzu auch durch den Abschlußbericht
ungs |i Herrn Professor Huhn. Wie Sie wissen, hat ein früherer
; die nat Herrn Huhn als Beauftragten für Fragen der Planung
her Gesamthochschule eingesetzt; seine Arbeiten sollen
zum 31. März 1982 abgeschlossen sein. Ein Zwischen-
For flicht über die gegenwärtige Lage der Fachhochschulen in
Jtheifidin und über Notwendigkeiten und Möglichkeiten für ihre
|rbesserung liegt vor. Die dort genannten Vorschläge und
ppfehlungen finden zu einem großen Teil meine Zustim-
png. Ich habe mit Herrn Huhn vereinbart, daß im Vorder
lind seiner weiteren Überlegungen „Alternativen zu einer
|genwärtig zu realisierenden Gesamthochschullösung und
»mit insbesondere Gedanken zu einer Konsolidierung be
eilender Fachhochschulen“ stehen sollten.
2u Ihrer Frage 3: Der Ausstattung der Technischen Fach-
chschule Berlin wurde eine Gesamtstudentenzahl von 5000
gründe gelegt. Bis zum Wintersemester 1978/79 hat die
Isamtstudentenzahl jedoch kontinuierlich abgenommen und
agnierte dann bei etwa 2 500. Erstmals seit Jahren hat sich
Wintersemester dieses Jahres die Zahl der Erstzulas-
hgen auf 830 gegenüber knapp 500 in den davor liegenden
|ntersemestern erhöht.
ie Gesamtzahl der Studenten ist damit zugleich auf über
0 gestiegen. Ob dies eine echte Trendwende ist, muß
zukünftige Entwicklung der Studentenzahlen zeigen. Nach
m Zwischenbericht des Planungsbeauftragten Prof. Huhn
!|>t es keine vergleichbaren Situationen an anderen Tech-
"chen Fachhochschulen in den Ländern der Bundesrepublik
utschland. Dies deckt sich mit meinen Erkenntnissen.
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rer Rückgang der Studentenzahlen dürfte insbesondere
f folgende Ursachen zurückzuführen sein:
1. ln den anderen Bundesländern ist das Studienplatz
angebot im Fachhochschulbereich erheblich erweitert worden
mit der Folge, daß es auch in den technischen Fächern auf
Fachhochschulebene keinerlei faktischen Zwang mehr in
Richtung auf Berlin gibt.
2. Die Mobilität der Studienbewerber hat ganz allgemein
deutlich nachgelassen. Verstärkt wird dieser Effekt durch
Standortnachteile Berlins. Beides gilt insbesondere im Fach
hochschulbereich.
3. Der in Berlin deutlich höhere Anteil von Abiturienten an
einem Altersjahrgang wirkt sich quantitativ notwendig negativ
in Richtung auf Fachhochschulen aus, da für Abiturienten ein
Fachhochschulstudium weniger attraktiv erscheint.
4. Nach erfolgreich abgeschlossenem Grundstudium, mit
dem nach der geltenden Rechtslage in Berlin die allgemeine
Hochschulreife erworben wird, wechselt ein ungewöhnlich
hoher Prozentsatz der Studenten von den Fach- an eine
wissenschaftliche Hochschule, und zwar in unterschiedlicher
Höhe.
Über die in der speziellen Berliner Situation liegenden
Gründe hinaus gibt es auch nicht an einen bestimmten Stand
ort gebundene Ursachen für das in den letzten Jahren zu
beobachtende Desinteresse an einer Fachhochschulausbil
dung im naturwissenschaftlich-technischen Bereich. Einmal ist
es bisher nur sehr begrenzt gelungen, das Fachhochschui-
studium als echte Alternative zum universitären Studium im
Bewußtsein der Öffentlichkeit und der Studienbewerber mit
allgemeiner Hochschulreife zu verankern. Außerdem und vor
allem entscheiden sich trotz sehr guter Berufschancen für
jüngere Ingenieure insgesamt zu wenig Abiturienten oder
Fachhochschüler für ein Ingenieurstudium. Unter diesem
Vorbehalt gegenüber den Naturwissenschaften und insbe
sondere den Ingenieurwissenschaften leiden auch die Tech
nischen Hochschulen und Universitäten, besonders aber die
Fachhochschulen. Begründet sein dürfte dieser Vorbehalt
einmal in den allgemeinen Mißtrauen, mit dem die nach
wachsende Generation dem technischen Fortschritt und
seinen Folgen begegnet. Bedingt sein dürfte dieser Vorbe
halt aber auch durch den 'weit verbreiteten — und wie ich
meine, falschen — Eindruck, die Ingenieurausbildung sei zu
„fachlich“, sei zu spezialisiert und anwendungsbezogen. Es
deutet sich jedoch, wenn nicht alle Zeichen trügen, an dieser
Stelle eine Tendenzwende an, die hoffen läßt, daß nicht nur
die TFH tatsächlich wieder mit steigenden Studentenzahlen
rechnen kann. Die erheblich steigenden Studentenzahlen im
Wintersemester lassen uns insoweit tatsächlich hoffen.
Zur vierten Frage: Die Fachhochschule für Sozialarbeit und
Sozialpädagogik, hervorgegangen aus vier fachbezogenen
Akademien, hat sich nach erheblichen Schwierigkeiten kon
solidiert. Sie präsentiert sich heute als gut verwaltete Hoch
schule, die sich um die Reform der Ausbildung, die Entwick
lung anwendungsbezogener Forschung und berufsbezogener
Weiterbildung ebenso bemüht wie um den konstruktiven
Dialog mit der Berufspraxis. Mit diesen Bemühungen hat sie
durchaus schon Erfolge erzielt.
Verbesserungsbedürftig ist an der Fachhochschule für
Sozialarbeit und Sozialpädagogik fraglos die räumliche
Situation. Das Raumbedarfsdefizit beträgt unter Zugrunde
legung eines Richtwertes von 4 qm pro Student ca. 1 600 qm.
Ich habe an die HIS GmbH in Hannover ein Gutachten zu
der Frage vergeben, wie die Raumprobleme der Fachhoch
schule für Sozialarbeit und Sozialpädagogik zu lösen sind.
Ich erhoffe von diesem Gutachten vernünftige Hinweise.
Die übrigen Ausstattungsdefizite der Fachhochschule für
Sozialarbeit und Sozialpädagogik, die bei einem Vergleich
mit den anderen Berliner Fachhochschulen feststellbar sind,
werden nur allmählich ausgeglichen werden können. Ein Ge
samtkonzept zur Verbesserung der Attraktivität der Fach
hochschulen, das auch Vorschläge zur weiteren Entwicklung
der FHSS enthält, wird gegenwärtig in meinem Hause in
Zusammenarbeit mit dem Planungsbeauftragten, Herrn Kol
legen Huhn, erarbeitet.
Eine Hochschulpolitik, die ein Gleichgewicht zwischen
Kapazitäten im Hochschulbereich und Beschäftigungschancen
anstrebt, würde die Bereitschaft zu einer rigorosen Bedarfs
lenkung und zu einer Einschränkung der freien Wahl des
Berufs voraussetzen. Eine solche Bedarfslenkung ist nicht
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