Publication:
1982
URN:
https://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:kobv:109-1-9497397
Path:

bgeordnetenhaus von Berlin - 9. Wahlperiode
10. Sitzung vom 12. November 1981
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ung c jinerzeit auf Bund-Länder-Ebene ausgehandelte Konzept durch-
sinträc js verbessert werden könnte bzw. müßte. Erste Erfahrungen mit
SSE haben gezeigt, daß das Ziel der Maßnahme, vorrangig die
öglichkeit zur Berufsausbildung zu verbessern, nicht in dem ge-
ünschten Umfang erreicht werden konnte. En derartiges Ziel ist
eitside öglicherweise auch zu hoch gesteckt. Angesichts der brennen-
>n Problematik, alles zu tun, der Gefahr eines Abdriftens der
gendlichen Ausländer in soziale Randgruppen kurzfristig ent-
egenzuwirken, erscheint auch die berufliche Vorqualifizierung
eses Personenkreises für den unmittelbaren Eintritt in das Berufs-
ben als ein erster, ernstzunehmender Erfolg. Ich bin der Auffas-
jing, daß es in der gegenwärtigen Situation vorrangig auf kurzfri-
gräßtf jg greifende pragmatische Lösungen ankommt, auch wenn diese
cht ganz auf der Linie bildungspolitischer Ideale liegen sollten,
eine Damen und Herren.
Als erste Konsequenz aus den bisher vorliegenden Erfahrungen
ird bundesweit ab Kursbeginn September 1982 ein Mindestmaß
Deutschkenntnissen Zugangsvoraussetzung für MBSE, das
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vande aßt, für die sogenannten Null-Anfänger soll dem MBSE ein Inten-
v-Sprachkurs vorangehen.
Ebenso wichtig wie die Motivation der ausländischen Jugend-
;hen, das Angebot aufzugreifen, ist die Motivation der Berliner
Wirtschaft, Absolventen von MBSE hernach Chancen zum Erhalt
nes Ausbildungs- bzw. Arbeitsplatzes zu geben.
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Zur Verbesserung der Ausbildungschancen ausländischer
igendlicher, dies betrifft sowohl die Absolventen von MBSE als
ich qualifizierte Schulabgänger, hat der Senat in diesem Jahr erst-
ausläiflals zusätzlich 100 Ausbildungsplätze für ausländische Jugend-
ehmei ;he im Berufsamt beim Senator für Arbeit und Betriebe angebo-
n; in den Jahren 1982 und 1983 ist die Erhöhung der Aufnahme-
irchg- ipazität um nochmals jeweils 100 Plätze geplant, und ich bin
ichter eher, sie werden auch eingerichtet werden,
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leswe |Zu Ihrer Frage 8: Nach den Richtlinien über die Gewährung von
nam rschüssen aus den Mitteln des Landes Berlin zur Erhöhung des
jfsvo, jsbildungsplatzangebots werden zusätzliche Ausbildungsplätze
leziell für junge Ausländer in Verbindung mit der Durchführung
in Modellversuchen gefördert. Ein großes Berliner Einzelhandels
itemehmen hat einen Antrag auf Durchführung eines Modellver-
ichs zur Integration ausländischer Jugendlicher in kaufmännische
jsbildungsberufe - Lebensmittelfilialbetrieb - gestellt. In diesem
odellversuch sollen 30 türkische und 30 deutsche Jugendliche
flieinsam ausgebildet werden. Unmittelbar werden 30 Ausbii-
ngsplätze für ausländische Jugendliche geschaffen; die mit dem
odellversuch beabsichtigte Erschließung kaufmännischer Ausbil-
J ' mgsberufe für ausländische Jugendliche dürfte die Ausbildungs-
, 'ance von jungen Ausländern jedoch erheblich verbessern. Bei
n übrigen Förderungsfällen nach den Richtlinien wird nicht zwi-
hen zusätzlichen Ausbildungsverhältnissen mit deutschen und
isländischen Jugendlichen unterschieden. Ein Teil der mit Hilfe
c h (ja rr Richtlinien geschaffenen zusätzlichen Ausbildungsplätze ent-
iratioi ^ rn ' t Sicherheit auch auf ausländische Jugendliche. Ihre Anzahl
jedoch nicht bekannt. Eine Steigerung des Gesamtangebots an
r usbildungsplätzen nach den Richtlinien kommt auch den auslän-
Berli sc hen Jugendlichen zugute, die einen Ausbildungsplatz nachfra-
atecti än - Sowohl die Gesamtzahl der Ausbildungsplätze als auch die
te ^ ahl der ausländischen Auszubildenden steigt. Insofern hält der
jftver enat das Förderungsinstrumentarium für ausreichend. Er hält
/ereil lm it an den Grundsätzen fest, die den Richtlinien zu Grunde lie-
Indu ;n - Es heißt dort: „Ein Förderungsprogramm kann die Gewährung
durcl m Leistungen nicht ausschließlich oder überwiegend an Voraus-
Ende Zungen oder Eigenschaften knüpfen, die in der Person des Aus-
Allen Wungsplatzsuchenden liegen. Eine Förderung ausgewählter
ts. ew erbergruppen würde grundsätzlich zu Lasten anderer gehen“.
er Senat folgt hiermit auch einer Empfehlung, die der Landesaus-
Senal ;huß für Berufsbildung vor anderthalb Jahren dem damaligen
: hier enat an die Hand gegeben hat. Der Landesausschuß für Berufsbil-
in ge- mg hielt es grundsätzlich nicht für sachgerecht, wenn der Staat
dürfte igunsten wenig übezeugender Förderangebote an die private
srlich Wirtschaft versäumen würde, sich auf seine speziellen Zuständig-
etrifft Uten zum Beispiel auf dem Gebiet der allgemeinbildenden Schu-
•. 50 11 und der Berufsschulen sowie der Ausbildung des eigenen
das achwuchses zu konzentrieren. Es sei speziell Aufgabe der Berufs
schule, sich solcher Probleme, die insbesondere die sprach-didak-
tische Kompetenz der Betriebe überforderten, anzunehmen.
Einige Empfehlungen des Landesausschusses für Berufsbildung
hat der damalige Senat aufgegriffen. Der damals erzielte Konsens
der an der Berufsausbildung Beteiligten wird für diesen Senat
Richtschnur sein. So wurde, wie bereits erwähnt, das Ausbildungs
platzangebot für ausbildungswillige und geeignete jugendliche
Ausländer durch Aufstockung der Zahl der Ausbildungsplätze im
Berufsamt erhöht. Weitere kommen hinzu. Auf Einladung des frühe
ren Senators für Arbeit wurden im Frühjahr dieses Jahres Ausbil
dungsleiter und Beauftragte aller Ausbildungsbetriebe des öffent
lichen Dienstes in ganztägigen Informationsveranstaltungen um
ihre Mitwirkung bei der Ausbildung ausländischer Jugendlicher
gebeten. Ich erinnere der Ordnung und der Vollständigkeit halber
insoweit an bekannte Tatsachen.
Zur Berufsbildungswerbung bei türkischen Jugendlichen und
Eltern, insbesondere, um die Informationen in den Familien über
das System der Berufsausbildung die soziale Bedeutung des er
lernten Berufes zu fördern, werden gegenwärtig - Rücklauf dem
nächst zu erwarten - hierfür geeignete Tonbandkassetten produ
ziert, und es sollen noch weitere produziert und über Büchereien,
Schulen, Jugend- und Beratungseinrichtungen vertrieben werden.
Alles Hilfsmittel, die sicher nicht den Durchbruch bringen, aber
nützlich sein werden, wie wir hoffen.
Eine große Zahl von Fachkräften aus der beruflichen Bildung, wie
Ausbilder, Berufsschullehrer, Berufsberater, werden durch die Be
ratung und Ausbildung ausländischer Jugendlicher vor neue Auf
gaben und Probleme gestellt, ohne daß sie hierauf bisher fachlich
vorbereitet worden wären. Der Senator für Arbeit und Betriebe för
dert daher die Entwicklung und Erprobung entsprechender Weiter
bildungsangebote durch Zuwendung an entsprechende Träger -
eine derartige Entscheidung ist erst kürzlich über meinen Tisch ge
gangen. Schwerpunktthemen sind Erfahrungsaustausch unter
Praktikern über sozialpsychologische Grundlagen des Zusammen
lebens und so weiter mit ethnischen Minderheiten.
Es liegt auf der Hand, meine Damen und Herren, daß die beruf
liche Qualifizierung der ausländischen Jugendlichen von großer
Bedeutung für den sozialen Frieden in unserer Stadt sein wird. Der
Regierende Bürgermeister hat in seiner Regierungserklärung vor
dem Abgeordnetenhaus die Notwendigkeit unterstrichen, wirkliche
Brücken zu den integrationswilligen Ausländern zu bauen. Dies
schließt insbesondere verstärkte Bemühungen um die Eingliede
rung ausländischer Jugendlicher in die Berufsausbildung ein. Es
muß allerdings hervorgehoben werden, daß die bei der Zahl der
ausländischen Auszubildenden künftig erzielbaren Zuwächse bei
unveränderten Randbedingungen nicht verhindern können, daß die
Durchschnittsqualifikation der ausländischen Jugendlichen sinkt.
Die Zahl der ausländischen Schulabgänger, die in Berlin aufge
wachsen sind, wird noch bis in die 90er Jahre hinein erheblich an-
steigen. Jetzt sind wir wieder beim zentralen Problem unserer Stadt
- diese Problematik potenziert sich noch durch den Familien-Nach-
zug. Allein in den vergangenen drei Jahren sind - wie bereits ge
sagt - insgesamt nahezu 10 000 türkische Jugendliche im Alter von
14 bis unter 20 Jahren - also in der Altersgruppe, auf die die vorbe
rufliche und berufliche Bildung zielt - nach Berlin zugezogen. Die
Zahl der jährlich nachgezogenen türkischen Jugendlichen in
diesem Alter hat sich in den vergangenen fünf Jahren vervierfacht.
Das heißt nichts anderes, als daß Integrationserfolge im Schul- und
Wohnbereich durch die anhaltende Zuwanderung immer wieder
gefährdet beziehungsweise unterlaufen, möglicherweise sogar völ
lig in Frage gestellt werden. Auch wenn es nichts Neues ist: Wir
müssen immer wieder darüber reden und dieses - auch für diesen
Ausbildungskomplex - zentrale Problem - und darüber hinaus
natürlich für die Stadt insgesamt - zum selbstverständlichen Hinter
grund aller unserer Überlegungen machen. Der Regierende Bürger
meister hat deswegen vor dem Abgeordnetenhaus erklärt, daß der
Senat in Abstimmung mit dem Bund und den anderen Ländern die
Überlegung zur Steuerung der Familienzusammenführung voran
treiben wird. Alle erzielbaren Erfolge der beruflichen Integration
würden andernfalls - allein aus demographischen Gründen - in
einem Faß ohne Boden verschwinden. Ich zitiere:
Nur wenn es gelingt, wirksame Maßnahmen gegen einen wei
teren Ausländerzuzug zu ergreifen, werden wir mit denen, die
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