Publication:
1982
URN:
https://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:kobv:109-1-9497397
Path:

l r 198 ^eordnetenhaus von Berlin - 9. Wahlperiode
10. Sitzung vom 12. November 1981
497
m Wronski
n köni 2u diesem Komplex fasse ich zusammen: Der Senat hält es nicht
erfolgversprechend, die Struktur des Ausbildungsplatzangebots
ser p,, irch berufslenkende Maßnahmen zu verändern.
[Beifall bei der CDU]
Senat besitzt auch kein Instrument zur Beeinflussung der Be-
Isstruktur des Ausbildungsplatzangebots im dualen System. Er
1 nur die Möglichkeit, sein eigenes Ausbildungsplatzangebot aus
wogen zu gestalten. Diese Möglichkeit wird genutzt. Der Senat
.jbt bei der Auffassung, die bereits die CDU-Fraktion in der Oppo-
jon nachdrücklich unterstützt hat: Das Land Berlin wird sich
literhin zu seiner Verpflichtung bekennen, die sich aus den
beitgeberfunktionen des Staates ergibt und in Berufen, in denen
ir öffentliche Dienst nicht als alleiniger Nachfrager auftritt, über
m Eigenbedarf ausbilden. Wir nehmen das Risiko einer eventuel-
oder eventuell nicht möglichen Weiterbeschäftigung bewußt
s diesen übergeordneten grundsätzlichen Überlegungen der
ruflichen Qualifikaton in Kauf. Ausbildungsplätze sind deswegen
sdrücklich, wie Sie wissen, von den Sparmaßnahmen des Senats
isgenommen worden.
[Feilcke (CDU): Sehr gut! - Beifall bei der CDU]
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,un 9 e Als weiterer Beitrag zur Erhöhung des Ausbildungsplatzange-
tworle its, insbesondere für ausbildungsplatzsuchende, weniger lei-
«elchi jngsstarke, unversorgte Jugendliche werden die Ausbildungs-
n d w aßnahmen des Berufsamts fortgeführt und auf Sicht sogar erwei-
idel e: rt werden. Der Senat hält die in Berlin durchgeführte überbetrieb-
he Ausbildung, die von Kammern, Innungen und Verbänden
^rchgeführt wird als Ergänzung der betrieblichen Ausbildung, für
w ®^ £ nen wichtigen Beitrag zur Erhöhung des Ausbildungsplatzange-
its. Die bisherige Förderung der überbetrieblichen Ausbildung
ch den Richtlinien über die Gewährung von Zuschüssen aus Mit-
In des Landes Berlin usw. wird beibehalten. Auch überbetrieb-
he Ausbildungsstätten sind jedoch keine Instrumente der Berufs-
nkung.
ich komme nun zu Ihrer vierten Frage: Einer vor wenigen Wochen
röffentlichten Untersuchung des Instituts für Arbeitsmarkt- und
ag un{ erufsforschung zufolge ist die Zahl der Bundesbürger, die keine
(Jane jgeschlossene Berufsausbildung haben, ständig zurückgegan-
n. Noch 50 % der heute 60- bis 65jährigen Wohnbevölkerung in
□bieirfcr Bundesrepublik haben keinen beruflichen Abschluß. Bei den
wanzig- bis Vierundzwanzigjährigen sind es nur noch knapp 30 %.
lach einer Berechnung im Berufsbildungsbericht 1981 der Bun-
Strulpsregierung blieben von den Jugendlichen, die 1979 die Mittel-
ufe verlassen haben, rund 11 % ohne volle berufliche Qualifizie-
;h auilrig. Der Anteil der Ungelernten an den Erwerbstätigen wird also
■ aller eher zurückgehen. Es ist - da dürfen wir uns Deutsche insgesamt
in dir ohl auf die Schulter klopfen - auch im internationalen Vergleich
ne beachtliche gesellschaftliche Leistung, fast 90 % eines Alters-
selbsShrgangs auf einen Beruf vorzubereiten. An diesem Erfolg haben
derbe eie Anteil: Die Stern der Jugendlichen, die Jugendlichen selbst,
tze» jie Schule, die Berufsberatung und die verschiedenen Träger
rn de: erufsvorbereitender Maßnahmen.
* Wenn die hier dem Senat gestellte Frage darauf abzielen sollte,
ich die übrigen 11 % der Jugendlichen restlos in die Berufsausbil-
lung bis zu einem erfolgreichen Abschluß einzubeziehen, darf
licht übersehen werden, daß mit einer solchen im Prinzip gutge-
leinten Zielsetzung auch die Frage der Grenze der Leistungsfähig
en eines wenn auch geringen Teils der Jugendlichen berührt wird,
s ist denn auch oberstes Ziel der Berufspolitik des Senats, den
Dank r °ß tm öglichen Teil der nachwachsenden Generation beruflich zu
ualifizieren. Der Senat leistet dazu einen erheblichen Beitrag. Die
ln der Berufsausbildung Beteiligten haben diese Absicht mit der
feispielhaften Ausweitung des Ausbildungsplatzangebots in Berlin
=rufs- fnterstrichten.
Es bleibt daneben die Aufgabe, auch Arbeitsplätze für Ungelernte
ausreichendem Umfang anzubieten. In unserer konkreten
nicht trbeitsmarktsituation heißt dies aber auch, daß nicht zuletzt auch
Uf ch politische Eingriffe und Entscheidungen aufgeblähte Über-
n gebote an zugewanderten ungelernten Erwachsenen zu reduzie-
Dahinter verbirgt sich im Klartext das ganze Problem der aus-
ndischen Bevölkerung, das auf uns drückt Mit den vorhandenen
Arbeitsplätzen - ich sage mal - für Ungelernte könnten einem Teil der
''eien anderen arbeitslosen ausländischen Jugendlichen Einstiegs
chancen in Arbeit und Beruf eröffnet werden. Keine noch so ausge
klügelten Motivierungsmaßnahmen und keine neuerliche biidungs-
politische Offensive können die durch nachziehende ausländische
Familienangehörige, Scheinasylanten und illegal Beschäftigten aus
gelösten Probleme in absehbarer Zeit auf dem Arbeitsmarkt aus-
gleichen. Wir bewegen uns, wenn eine solche nüchterne Betrach
tung hier vorgelegt wird, nicht auf dem Gebiet von Integration oder
Vorstellungen, wie Sie sie, Herr Kollege Kern, hiereingeführt haben,
oder jedenfalls in anderer Weise. Denn wenn wir, was wir wol
len, die hier lebenden Ausländer integrieren wollen, ist es ge
radezu eine Voraussetzung, den ungehemmten Zustrom in Grenzen
zu halten. Hier handelt es sich nämlich um zwei unterschiedliche
Aufgabenstellungen, und unterschiedliche Problemlagen erfordern
unterschiedliche Lösungsansätze.
Stellv. Präsident Longolius: Gestatten Sie eine Zwischen
frage, Herr Senator?
Wronski, Senator für Arbeit und Betriebe: Ja, das ist mir eine an
genehme Unterbrechung.
[Heiterkeit]
Stellv. Präsident Longolius: Bitte, Herr Kern!
Kern (SPD): Meine Zwischenfrage bezieht sich auf das, was Ihr
Schwerpunkt in der Regierungserklärung war. Sie haben davon ge
sprochen, daß man die Jugendlichen motivieren muß zur Aufnahme
einer Berufsausbildung. Meine Frage geht dahin, wie Sie das nun
wirklich tun wollen, wie Sie die Motivation voranbringen wollen.
Darauf brauchen wir Antworten.
Wronski, Senator für Arbeit und Betriebe: Gestatten Sie, daß ich
dennoch zunächst einmal die von Ihnen mit der Großen Anfrage ge
stellten Fragen der Reihe nach beantworte. Oder möchten Sie, daß
alles durcheinander geht?
[Heiterkeit bei der CDU]
Dann bleibe ich bei der Reihenfolge und beantworte jetzt die
Frage 5 der Großen Anfrage der SPD-Fraktion.
Dem Senat ist bekannt, daß in den letzten Jahren zunehmend Be
schäftigungen in Berlin wie im übrigen Bundesgebiet - danach
haben Sie ja gefragt, nehmen Sie mir es nicht übel, wenn ich Ihnen
antworte, und zwar sehr sorgfältig - ausgeübt werden, die sich in
ihrer Arbeitsstruktur, was Zeit, Inhalt und Organisation angeht, von
herkömmlichen Arbeitsverhältnissen deutlich unterscheiden und
deshalb als alternativ - das ist ja Ihre Frage - bezeichnet werden
können. Nach Aussagen von Kennern - der ich nicht bin, ich habe
mir das sagen und aufschreiben lassen - der alternativen Szene
kann in Berlin zur Zeit von etwa 3 500 derartigen Beschäftigungs
verhältnissen ausgegangen werden.
[Zuruf von der SPD]
- Danke für das Kompliment, das Sie den Ermittlern eben herüber
gerufen haben. - Der Anteil Jugendlicher an der Anzahl der so Be
schäftigten ist nicht zu beziffern, und dennoch ist erkennbar, daß
sich besonders Jugendliche zunehmend von diesen oft selbst
bestimmten Beschäftigungsformen angezogen fühlen. Ich erlebe
das im engsten Familienkreis, wenngleich meine Kinder einer so
genannten konservativen Tätigkeit dennoch nachgehen, aber ange
zogen fühlen sie sich auch. Ein alternativer Arbeitsmarkt in Abgren
zung zu dem in der Arbeitsmarktpolitik gebräuchlichen Begriff „Ar
beitsmarkt“ mit seiner Angebots- und Nachfrageseite, wie es sich
im Vermittlungsgeschäft der Arbeitsämter dokumentiert, ist bisher
statistisch nicht belegbar. Dem Senat sind auch keine Aussagen
über alternative offene Stellen beziehungsweise Nachfragen nach
derartiger Arbeit bekannt. Er sieht daher gegenwärtig auch keine
Ansatzmöglichkeiten für eventuelle Förderungsmaßnahmen. Der
Senat wird dennoch gerade vor dem Hintergrund - und nun hören
Sie bitte gut zu, das ist meine Meinung, und dazu stehe ich - der
momentanen und in absehbarer Zukunft zu erwartenden ungünsti
gen Arbeitsmarktsituation die Entwicklung - das sage ich jetzt ein-
(C)
(D)
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