Publication:
1982
URN:
https://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:kobv:109-1-9497397
Path:

von Berlin - 9. Wahlperiode
9. Sitzung vom 22. Oktober 1981
367
;en Dr. Kewenig
A gruppe inzwischen etwas geworden ist, das unstreitig zu den
großen Institutionen unseres Kulturlebens gehört, die Schaubühne,
[Heiterkeit bei der SPD]
e |e klein angefangen hat, dann gefördert worden ist und inzwischen
®ne, wenn Sie so wollen, etablierte und mit einem wunderbaren
Jieater von dieser Stadt ausgestattete Gruppe geworden ist. Ich
ls Ibffe, Frau Kollegin, daß dem Beispiel der Schaubühne noch viele
»idere freie Gruppen folgen, und ich werde mit Engagement und
oh mit finanziellen Mitteln den Weg und den Aufstieg derartiger
ier Gruppen fördern.
[Präsident Rebsch: Herr Abgeordneter Meisner!
Dr. Meisner (SPD): Herr Senator! Nachdem ich meine Freude
lim Ausdruck gebracht habe, daß Sie die „Schaubühne“, nachdem
äie etabliert ist, auch anerkennen - ich bitte, das auch noch einmal
»rer Fraktion zu sagen -, und nachdem ich andererseits die Freude
|m Ausdruck gebracht habe, daß Sie den Bezug Ihrer persönli
chen Anschauung, was ein mittlerer Bereich ist, auf die finanzielle
ibrderung hier zurückgenommen haben, komme ich zu meiner
|e läge - Sie haben auf eine ausdrückliche Frage im Interview das
Irips-Theater aus der Reihe der „strahlenden Institutionen“ heraus-
»nommen: Ist das Grips-Theater eine der Institutionen des mittle-
n Bereichs, die Sie nicht so sehr interessieren?
i Präsident Rebsch: Herr Professor Dr. Kewenig, ich hoffe, Sie
|ben das Fragezeichen gehört.
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1S |Dr. Kewenig, Senator für Wissenschaft und Kulturelle Angele
genheiten: Herr Präsident! Herr Abgeordneter! Ich finde, wir sollten
jcht anfangen, die Institutionen, die wir hier in Berlin haben, einzeln
\ kategorisieren. Ich habe Ihnen schon gesagt, daß ich das nicht
3i |n werde. Ich kenne das Grips-Theater, ich habe eine gewisse Be-
c Minderung für bestimmte Aktivitäten dieses Theaters, andere be
achte ich mit einer gewissen Skepsis. Ich habe mir die neueste
Reduktion des Grips-Theaters angesehen. Ob ich aufgrund dieser
lauesten Produktion sagen würde, man muß dieses Theater unbe-
iingt in den Himmel der Institutionen mit internationalem F?ang he-
bn oder dieses Theater eher zum mittleren Bereich rechnen,
arüber sollten wir bei anderer Gelegenheit zusammen mit den
3etroffenen diskutieren.
S Im übrigen möchte ich noch einmal hervorheben, daß ich hier
cht eine Abfrage einzelner Institutionen beantworten möchte, ins-
|sondere deshalb nicht - ich wiederhole es noch einmal -, weil
ch daraus weder generell noch konkret für die Jahre 1981 oder
B82 irgendwelche finanziellen Folgerungen ergäben.
[Beifall bei der CDU]
|Präsident Rebsch: Nächster Redner ist der Abgeordnete
?epka.
I
J
Rzepka (CDU): Herr Senator, teilen Sie meine Ansicht, daß der
(pilege Dr. Meisner dadurch, daß er sich hier zum verlängerten Arm
?pr alternativen Zeitung „Zitty“ im Parlament macht und von Ihnen
pstlegungen zu erreichen sucht, Unruhe in die Berliner Kultur-
lene tragen will?
[Heiterkeit bei der SPD]
5Präsident Rebsch: Zur Beantwortung hat das Wort Herr Pro-
6ssor Dr. Kewenig.
bN |Dr. Kewenig, Senator für Wissenschaft und Kulturelle Angele-
nheiten: Herr Kollege, ich teile diese Auffassung nur deshalb
; ht, weil es Herrn Kollegen Meisner ebensowenig wie „Zitty“ ge-
n gen ist, mich zu irgendwelchen ganz konkreten, die Existenz be-
nC ji immter Institutionen bedrohenden Aussagen zu bringen.
frei# [Beifall bei der CDU)]
Präsident Rebsch: Nächste Zusatzfrage der Abgeordnete
Sauberzweig!
Dr. Sauberzweig (SPD); Herr Senator! Da Sie vorhin selbst for
muliert haben, daß in diesem Zusammenhang Privatinitiativen wich
tig seien, und da Sie nach in der „Welt“ wiedergegebenen Äußerun
gen selbst formuliert haben, „wir werden überlegen, ob nicht eine
Reihe der kulturpolitischen Institutionen allmählich in privatrecht
liche Rechtsform überführt werden können“, frage ich Sie, ob Sie
bei dieser Formulierung voll im Blick gehabt haben, was es bedeu
tet, derartige Institutionen in private Rechtsformen zurückzuführen
und was dies für die Preise und die Zugänge zu diesen Institutionen
zur Folge hat?
Präsident Rebsch: Herr Professor Kewenig!
Dr. Kewenig, Senator für Wissenschaft und Kulturelle Angele
genheiten: Herr Präsident! Herr Kollege Sauberzweig! Nachdem
ich mir die Bilanzen der öffentlich-rechtlich geführten großen Insti
tutionen wie Oper oder Schauspielhaus angesehen habe, drängt
sich mir geradezu die Frage auf - und nur diese Frage habe ich in
der „Welt“ aufgeworfen -, ob man sich nicht einmal sehr genau an-
sehen sollte, was zum Beispiel in Düsseldorf oder in Hamburg pas
siert ist. Da sind nämlich die sogenannten Staatsschauspielbühnen
in private Trägerschaft überführt worden. Diese Überlegung scheint
mir insbesondere deshalb notwendig zu sein, weil wir einen Kron
zeugen für den möglichen Erfolg einer solchen Operation nunmehr
in Berlin haben. Boy Gobert hat nämlich, wie Sie alle wissen und
aus den Bilanzen ablesen können, das Thalia-Theater in Hamburg
mit großem Erfolg als GmbH - mit einem natürlich erklecklichen
Staatszuschuß - geführt. Und ich halte es in der Tat für eines der
Probleme der Kameralistik, daß auf die Frage, wie groß oder wie ge
ring der Zuschuß wird, den wir den Bühnen oder der Oper zuwei
sen müssen, das Einspielergebnis keinerlei Einfluß hat. Ich halte
dies für einen außerordentlich schlechten Befund, weil er nämlich
diejenigen Leute demotiviert, die versuchen, ein publikumswirk
sames Programm zu machen,
[Rasch (F.D.P.): Das ist gut!]
ein Programm, mit dem sie auch tatsächlich ihre Theater füllen kön
nen.
[Beifall bei der CDU und der F.D.P.]
Insofern möchte ich das, was ich in der „Welt“ gesagt habe, hier
noch einmal wiederholen, daß wir uns nämlich diese Frage ernst
haft vorlegen und überprüfen werden.
[Rasch (F.D.P.): Sehr gut!]
Zu welchem Ergebnis wir kommen, das weiß ich nicht; das werden
wir mit Ihnen, Herr Kollege Sauberzweig, und mit den anderen
Damen und Herren hier im Abgeordnetenhaus diskutieren, wenn es
soweit ist. Wir sind leider mit vielen unserer Fragen noch nicht so
weit, daß wir sie Ihnen zur Entscheidung vorlegen können.
[Beifall bei der CDU]
Präsident Rebsch: Nächste Zusatzfrage Herr Sauberzweig!
Dr. Sauberzweig (SPD); Herr Senator, darf ich da noch einmal
nachfragen? Ich bin Ihnen für die Berichtigung bzw. Klarstellung
dankbar, aber ich wollte nur wissen, ob wir uns dann insoweit hin
sichtlich der Interpretation in Übereinstimmung befinden, als es
sich hier zwar um privatrechtliche Formen handelt, aber in dem Sin
ne, daß sie - wie in Hamburg und an anderen Stellen - überwie
gend, wenn nicht fast vollständig GmbH-Lösungen sind, in denen
das Land Hamburg zum Beispiel der Träger ist, das heißt, daß sich
insofern nur die Rechtsform verändert, aber nicht die öffentliche
Verantwortung.
Präsident Rebsch; Bitte, Herr Senator!
(C)
(D)
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