Publication:
1982
URN:
https://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:kobv:109-1-9497397
Path:

19| bgeordnetenhaus von Berlin - 9. Wahlperiode
8. Sitzung vom 8. Oktober 1981
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r, Sauberzweig
ird Ich bin gleichzeitig der Meinung, daß es berechtigt ist, nach einer
lei »it, in der dieses Modell nun gelaufen ist, auch Bilanz zu ziehen,
ich zu fragen: Was ist gut gelaufen, wo müssen wir korrigieren? -
au sind wir als SPD-Fraktion bereit. Aber wir werden auch ganz
nau hinsehen, was der neue Senat nun von seinen Vorschlägen,
hier vorgetragen worden sind, verwirklicht.
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In der Antwort auf meine Kleine Anfrage ist wohl deutlich gewor-
n, daß der Film, unabhängig von seiner Ausstrahlung nach innen
Schauspieler in Berlin, Produzenten, Regisseure, die wieder in
»rlin leben können, die wieder auch einen Anreiz haben, wegen
Films in Berlin zu leben -, natürlich auch einen bedeutenden
’irtschaftsfaktor darstellt. Dies wird von uns überhaupt nicht ver-
nnt. Die Verklammerung von Wirtschaft und Kultur gerade im
mbereich ist notwendig, muß gesehen werden, aber es müssen
ich diese beiden Akzente in ein vernünftiges und ausgewogenes
jrhältnis gebracht werden. Und ich sehe zumindest Anzeichen da-
iH r, daß der Senat nach einer vorübergehenden Unklarheit, die in
r Sommerpause und bis jetzt da war - das ist nicht wegzudisku-
ren -, seine verschwommene und unklare Haltung offensichtlich
korrigieren und deutlichere Zeichen zu setzen bereit ist. Denn
Öffentlichkeit muß ja wissen, wer was und wieviel für die Fiim-
m Äderung tut, und die bisherige Unklarheit hat schon in dem einen
n d ier anderen Punkt zu Verunsicherung geführt und könnte die Ge-
itai ir heraufbeschwören, daß die Filmproduktion wieder an Berlin
at rbeigeht und sich woandershin orientiert. Ich bitte, das sehr, sehr
sii nst zu nehmen, denn wir haben es hier wirklich mit einem sehr
beijfiziien Bereich zu tun.
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Der Senat hat hier gesagt, daß er das Berliner Filmförderungs-
odell fortentwickeln wird. - Wir begrüßen das. Wir werden die
rzelheiten sehr genau unter die Lupe nehmen, und wir sind der
inung, daß das bisherige Modell ausbaufähig ist und daß es
gentlich im Kern keiner Korrektur bedarf, sondern höchstens be-
immter kleinerer Korrekturen am Rande,
jWir könnten uns sehr gut vorstellen, daß die Wirtschaftsförde-
ng des Bundes - und die Filmförderungsanstalt sitzt ja in Berlin -
id die regionalen Förderungen besser als bisher aufeinander ab
stimmt werden könnten, daß die kulturellen Aspekte stärker als
her beleuchtet und beachtet und daß schließlich die Produktion
;etz|d auch die Vertriebsförderung mit in die Betrachtungen einbezo-
n werden sollten.
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in nächster Punkt ist - und hier bin ich mit dem Kollegen Kunze
ier Meinung -, daß es wichtig ist, die Kinder- und Jugendfilmpro-
iktion nicht zu vernachlässigen. Wir haben keinen Anlaß zu
jgen, hier ist genug auf dem Markt oder dieses wird vom Markt
jlbst geregelt. Hier besteht ein Nachholbedarf. Und wer einmal
eht, wie zum Beispiel - vielleicht unter bestimmten anderen
Spekten - in osteuropäischen Ländern der Kinderfilm gefördert
d, der wird zum Nachdenken angeregt darüber, ob wir in
ustjjserem Land hierfür genügend tun.
[Beifall des Abg. Dr. Kunze (F.D.P.)]
:in zweiter Punkt; Ich finde es bedauerlich, daß über die Experi
ntal- und Dokumentarfilme, die ja auch in das zusätzliche Förde-
_iet igsprogramm mit aufgenommen waren, hier kein Wort verloren
wef >rden ist; ich schließe daraus, daß dieser Betrag offensichtlich
mp< ch der Streichung anheimfallen soll. Dies war ein Teil, der zusätz-
äi m h in das Förderungsprogramm hineingenommen worden war;
und iine Vermutung kann ja, wenn das anders ist, von der Seite des
nats berichtigt werden.
fch unterstreiche schließlich, daß die Filmförderung auch eine
tlid derung der Abspielstätten, der Kinos, ist; denn wo man nicht
ihr vorführen kann, da braucht man auch nicht mehr zu produzie
re Und der eingeschlagene Weg, der auch Beifall gefunden hat in
!n letzten Jahren, die Filmtheater zu fördern und besser auszustat-
■>i war gewiß kein schlechter; trotz mancher Klagen ist Berlin
lu te immer noch eine Stadt, die soviel Kinos hat wie keine andere
wische Großstadt.
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[Wohlrabe (CDU): 711]
zese Rimförderung ist, wie ich meine, nur sinnvoll, wenn sie langfristig
gelegt ist Der Senat hat hier eine gesunde Basis übernehmen
inen, auf der sich aufbauen läßt. Was wir gehört haben, gibt ge
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wisse Hoffnungen. Zunächst gab es Besorgnis. Und es kommt jetzt
darauf an, diesen sensiblen Bereich zu stabilisieren.
Im übrigen genießt der deutsche Film wieder international hohes
Ansehen. Wir sollten das nicht verkennen. Berlin hat dazu bisher
seinen Beitrag geleistet, ln der Kasse allerdings hat sich diese
Anerkennung noch nicht immer wirtschaftlich niedergeschlagen.
Deshalb braucht der Rim nach wie vor unsere Hilfe, und die Film
stadt Berlin - darüber scheint ja im Grundsatz, Herr Senator
Pieroth, Einvernehmen zu bestehen; die Einzelheiten werden wir
natürlich zu diskutieren haben - sollte hier nicht durch eine unklare
Politik Unsicherheit schaffen, sondern den beschrittenen Weg mit
einer klaren Konzeption, mit neuen Überlegungen und Akzenten
fortsetzen. Das erwartet die SPD-Fraktion von diesem Senat und
das erwarten die Filmemacher und die Filmschaffenden vom Land
Berlin. Ich hoffe, daß wir auf diesem Weg die aufgetretenen
Schwierigkeiten ausräumen können. Wir werden daran mitwirken,
aber wir werden auch sehr genau hinsehen, was von Ihnen vorge
schlagen wird. - Ich danke Ihnen.
[Beifall bei der SPD und der F.D.P.]
Stellv. Präsident Franke: Das Wort hat die Frau Abgeordnete
Kohlhepp.
Frau Kohlhepp (AL): Herr Präsident! Meine Damen und Herren!
Herr Senator Pieroth, Sie sagten, Sie hätten Gespräche geführt. Sie
werden wahrscheinlich auch einen Brief von einigen Gruppen Ber
liner Filmschaffender bekommen haben. Offensichtlich haben Sie
Ihre Gespräche nicht auf diesen Kreis ausgedehnt denn wir haben
von diesen Gruppen erfahren, daß Sie nicht auf ihre konkreten Vor
schläge und Konzeptionen eingegangen sind; diese Gruppen
haben nur die lapidare Mitteilung erhalten, die Mittel seien er
schöpft.
Nun muß ich fragen, weshalb Sie mit diesen Gruppen keine Ge
spräche geführt haben. Gehören die nicht zu der von Ihnen geför
derten Elite? Wir meinen, daß es wichtig ist die Art und Weise der
Filmförderung auch hier in Betracht zu ziehen: Filme sind nicht für
einige Privilegierte da; statt dessen muß die Eigeninitiative der Film
schaffenden gefördert werden, Filme müssen auch für Projektgrup
pen möglich sein, und - ich möchte mich hier der Kritik anschlie-
Ben, die Herr Dr. Sauberzweig und auch Herr Dr. Kunze vorgetra
gen haben - Dokumentarfilme, Experimentalfilme, Kinderfilme
dürfen nicht vernachlässigt werden.
Wir erwarten eine effektive Förderung solcher Ansätze, die Sie
nicht an Ansätzen der freien Marktwirtschaft messen können. Wir
erwarten, daß kleine, basisnahe und kollektiv arbeitende Gruppen
so unterstützt werden, daß sie sich gegenüber kapitalkräftigen
Großbetrieben halten können. Sie sollten nicht gezwungen werden,
ihre Struktur so zu verändern, daß sie nur noch in der Lage sind,
Fließbandkultur zu liefern.
[Beifall bei der AL]
Stellv. Präsident Franke: Weitere Wortmeldungen liegen
nicht vor. Damit ist die Große Anfrage erledigt.
Ich rufe auf
lfd. Nr. 8, Drucksache 9/117:
Große Anfrage der Fraktion der SPD über wider
sprüchliche und konzeptionslose Wohnungsbaupoli
tik
Die Fraktionen haben sich verständigt, diese Anfrage zu vertagen.
Lfd. Nr. 9, Drucksache 9/103:
Wahl von vier Personen zu Mitgliedern des Verwal
tungsrats der Feuersozietät Berlin
Es werden vorgeschlagen von der Fraktion der CDU Herr Jürgen
Ulzen und Herr Günter Elsner, von der Fraktion der SPD Herr Ab
geordneter Gerald Lorenz und Herr Alexander Voelker. Wer den
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(D)
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