Publication:
1982
URN:
https://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:kobv:109-1-9497397
Path:

J bgeordnetenhaus von Berlin - 9. Wahlperiode
17. Sitzung vom 25. Februar 1982
981
jlellv. Präsident Franke
115 ierzu liegt Ihnen ein fotokopierter Änderungsantrag der Fraktion
, r Alternativen Liste vor:
Ile
Di _
ftn
g s Nach „ein Konzept vorzulegen,“ soll folgen:
das die Weiterführung der klinischen Naturheilkundeabtei-
: lung im Krankenhaus am Urban, Bereich Wartenburgstraße
, in Kreuzberg, sichert
de
In dieses Konzept sind Pläne für einen anderen Standort
I unter Beibehaltung der jetzigen räumlichen, funktionalen
und personellen Rahmenbedingungen der Naturheilkun-
!,ei deabteilung unter öffentlicher Trägerschaft aufzunehmen.
atz
iini Bis zur Vorlage dieses Konzepts ist die Vereinbarung zwi-
Ge sehen den Krankenkassen und dem Senator für Gesundheit,
die Soziales und Familie hinsichtlich Strukturmaßnahmen be-
ieit treffend Naturheilkundeabteilung in der Wartenburgstraße
uni auszusetzen,
an
ur Begründung der Abgeordnete Swinne!
ge-
hu!
Swinne (F.D.P.); Herr Präsident! Meine Damen und Herren! Wie
; der Zufall will, steht der Antrag meiner Fraktion über den Erhalt
iner klinischen Naturheilkundeabteilung am Ende der ausgedruck-
n Tagesordnung - die aber wahrscheinlich umfangreicher sein
ird. Ähnlich geht es auch der Naturheilkunde mit ihrem Ansehen
ei der sogenannten Schulmedizin. Der Hang, die Naturheilkunde
u verdrängen, besteht auf vielfältige Weise, aber das soll hier nicht
rörtert werden.
kli-
Meine Fraktion hat in den vergangenen Wochen sehr aufmerk-
am die öffentliche Diskussion um die Schließung der einzigen Ber-
t 11 ner naturheilkundlichen Krankenhausabteilung in der Wartenburg-
Ge traße, die zum Krankenhaus am Urban gehört, verfolgt. Dabei ist
lir aufgefallen, daß die bezirklichen Vertreter der SPD und der
IDÜ in Kreuzberg aus Gründen, die mir nicht bekannt sind, sich bis
eute nicht in der Lage sahen, eindeutig Stellung zu nehmen, ob es
ine Möglichkeit gibt, die dortige naturheilkundliche Abteilung fort-
uführen.
[Dr. Kunze (F.D.P.): Pfui!]
:h hielte es für gut, wenn das Abgeordnetenhaus unserem Antrag
lehrheitlich folgen könnte, der dem Senat ein größeres Maß an Pla-
iungs- und Entscheidungsfreiheit in dieser Frage einräumt, da er
ich nicht unbedingt an den jetzigen Standort in der Wartenburg-
traße klammert. Für meine Fraktion wäre es eine verhängnisvolle
’ntwicklung, die wir politisch nicht mittragen würden, wenn im
dajNenwärtigen Bettenreduzierungskonzert die klinische Naturheil-
unde in Berlin ausradiert werden würde; denn mit der endgültigen
'chließung einer klinischen Naturheilkundeabteilung wäre Berlin
n schlechter Dienst - auch als Ort der Weiterbildung und der
ehre - erwiesen. Nach meiner Kenntnis ist die klinische Natur-
isilkunde als Teilgebiet von der Ärztekammer im Rahmen der
Weiterbildung der Arzte anerkannt. Gerade in unserer Zeit, mit ihrer
nehmenden Skepsis gegenüber der sogenannten Apparate-Me-
izin und dem schon allseits gesehenen fehlerhaften Drang zu jeg-
cher Pille, sollte man dem Kreis der Kranken, die sich kritisch mit
irer Krankheit auseinandersetzen und bereit sind, sich aktiv einen
feitrag zu ihrer Gesundung zu leisten mit Methoden und Mitteln,
lie sie verstehen, einen Raum belassen, wo sie unter ärztlicher Auf-
cht und Leitung durchaus bewährte Verfahren zur Gesundung
rhalten. - Ich danke Ihnen.
de 1
der
[Beifall bei der F.D.P.]
Stellv. Präsident Franke: Das Wort in der Beratung hat der
^geordnete Rabatsch.
Rabatsch (AL); Herr Präsident! Meine Damen und Herren! Herr (C)
Kollege Swinne, nun ist es ja so, daß Sie wahrscheinlich nicht den
direkten Bezug zu Kreuzberg haben, der notwendig wäre, wenn Sie
solche Aussagen, wie Sie sie eben gemacht haben, vertreten wol
len. Denn es ist ja so, daß der Gesundheitsausschuß der Bezirks
verordnetenversammlung Kreuzberg sogar an Ort und Stelle in der
Wartenburgstraße die Sitzung durchgeführt hat und daß dort auch
die Mitarbeiter dieser Wartenburgstraße gehört wurden,
[Swinne (F.D.P.): Bloß wurde keine Entscheidung
getroffen I]
und von da her gibt es eine Reihe von Stellungnahmen. Weil wir
uns auch auf diese Stellungnahme beziehen und auch wissen, daß
es in Berlin keine weitere Naturheilkundeabteilung gibt und im ge
samten Bundesgebiet nur zwei weitere Krankenhäuser mit derarti
gen Einrichtungen bestehen, ist es notwendig, das für Berlin zu er
halten. Die Sache wird daher vom Inhalt her von uns unterstützt,
aber wir wissen eben auch, daß die Mitarbeiter und auch die Kreuz
berger Bevölkerung, die ein immer größeres Interesse am Ausbau
und auch an der Wahrnehmung dieser Heilmethode hat, ein Interesse
haben, daß diese Naturheilkundeabteilung dort erhalten bleibt. Des
halb haben wir diesen Änderungsantrag gestellt, und da ich Ihr leb
haftes Kopfnicken als Zustimmung werte, hoffe ich, daß Sie auch
unserem Änderungsantrag zustimmen. Soweit ich informiert bin,
soll hier eine direkte Abstimmung durchgeführt werden. Wenn es
der Fall sein sollte - wie schon in der Vergangenheit -, daß Sie auf
Änderungsanträge von uns nicht eingehen wollen, dann könnten
wir diesem Antrag auf Direktabstimmung natürlich nicht zustimmen,
sondern müßten die Überweisung an den Ausschuß für Gesund
heit, Soziales und Familie beantragen, um das Problem dort in einer
noch intensiveren Weise und gezielt auf die Frage hin, wie Berlin
solch eine Naturheilkundeabteilung sichern kann, zu diskutieren.
Die Ausgangsposition ist auf jeden Fall: Erhaltung der Warten
burgstraße, Vorlage eines Konzepts - das unterstützen wir. Falls
sich - bezogen auf die Vereinbarung zwischen dem Senat und den
Krankenkassen - heraussteilen sollte, daß eine Erhaltung in der (D)
Wartenburgstraße nicht möglich ist, dann muß in dieser Konzeption
unbedingt angegeben werden, daß ein anderer Standort, aber auch
in einem städtischen Haus, gesucht und auch gefunden wird.
[Beifall bei der AL]
Stellv. Präsident Franke: Meine Damen und Herren! Ich werde
soeben davon informiert, daß der Änderungsantrag, der Ihnen unten
vorliegt, noch ergänzt worden ist. Es heißt im ersten Absatz des »
Änderungsantrages „unter öffentlicher Trägerschaft aufzunehmen“.
Hinzugefügt wurde „falls die Naturheilkundeabteilung in der
Wartenburgstraße nicht zu erhalten ist“.
Nunmehr hat das Wort der Abgeordnete Schicks.
Schicks (CDU); Herr Präsident! Meine Damen und Herren! Es
war ja vorgesehen, über den Antrag der Fraktion der F.D.P. heute
hier gleich abzustimmen. Das wäre uns auch möglich gewesen.
Wir sind aber nicht in der Lage, dem Änderungsantrag der AL zuzu
stimmen, weil er zu präjudizierend ist. Ich weise nur darauf hin, daß
die naturheilkundliche Abteilung in der Wartenburgstraße lediglich
mit 40 % Naturheilkunde-Patienten ausgelastet ist. Ich beantrage
daher Überweisung in den Ausschuß für Gesundheit, Soziales und
Familie sowie in den Hauptausschuß.
Stellv. Präsident Franke: Meine Damen und Herren! Weitere
Wortmeldungen liegen mir nicht vor. Es ist beantragt worden, den
Antrag in den Ausschuß für Gesundheit, Soziales und Familie so
wie in den Hauptausschuß zu überweisen, einschließlich des Ände
rungsantrages. Wer diesen Überweisungen seine Zustimmung zu
geben wünscht, den bitte ich um das Handzeichen. - Danke sehr!
Das ist so beschlossen.
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