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Periodical volume Nr. 42, 23. März 1950, Ordentliche Sitzung

Full text: Stenographischer Bericht Issue 1950

42. Sitzung vom 23. März 1950 Dumstrey Mattick aufklangen —, daß das Problem des Segelflugsports wegen der dlfficilen Situation nicht von Berlin allein aus gelöst werden kann, sondern daß die Dinge eben lediglich von der deutschen Ebene aus erledigt werden können. Trotzdem unterstützen wir diesen Antrag, der ja den Magistrat nur auffordert, die Frage einmal im Gespräch mit den Alliierten anzupacken. Denn wir wissen ja, Kollege Mattick, daß manche Mühlen sehr langsam mahlen. Wir teilen auch die Bedenken, die der Kollege Mattick geäußert hat und die auch aus den ersten Sätzen des Antrags selbst deutlich werden, so daß wir also in gleicher Schau zu der Frage Stellung nehmen und darum vom Standpunkt der Christlich-Demokratischen Union gar keine Bedenken haben, diesem Antrag der FDP zuzustimmen. Stellv. Vorsteher Frau Dr. Maxsein: Weitere Wortmeldungen liegen nicht vor; wir kommen zur Abstimmung. Wer dem Antrag der Fraktion der FDP über Freigabe des Segelflugsports seine Zustimmung geben will, den bitte ich, das Handzeichen zu geben. (Widerspruch und Zurufe: Ausschuß!) — Verzeihung! Eis war der Antrag auf "Überweisung an den Ausschuß gestellt worden. Ich frage also, wer für die Überweisung ist. Ich bitte um das Handzeichen. — Einstimmig beschlossen. Wir kommen zur lfd. Nr. 28 der Tagesordnung, Drucksache 633: Antrag der Fraktion der SPD über Bau sportlicher Übungsstätten. Das Wort hat der Herr Stadtverordnete Barthelmann. Stadtv. Barthelmann (SPD): Meine Damen und Herren! Wenn Sie die heutige Tagespresse durchlesen, dann finden Sie darin überall Abhandlungen über die Pläne des Bauamtes, wie Berlin in der nächsten Zeit gestaltet werden soll und wie man Berlin wieder aufbauen will. Ich glaube, der Antrag, den ich hier zu begründen habe, paßt in diese Pläne des Bauamtes hinein. Die Sportler Berlins und die sporttreibende Berliner Jugend fordern von der Stadt Berlin, daß sie sich um das Problem der Herstellung der Sportplätze und der Wiedererrichtung von Sportstätten kümmert. Der Antrag, der in vier Punkte gegliedert ist, fordert im ersten Punkt vom Magistrat die Vorlage eines Sportstättengesetzes. Schon nach dem ersten Weltkrieg haben verschiedene deutsche Länder versucht, ein solches Sportstättengesetz durchzuführen, aber nur ein einziges Land hat das damals getan. Trotzdem war die segensreiche Auswirkung dieser Anregung schon so groß, daß viele Forderungen, die in dem Sportstättengesetz gestellt waren, ziemlich erfüllt wurden, auch in der Stadt Berlin. Dieses Sportstättengesetz soll die Verwaltung gesetzlich verpflichten, ihr Augenmerk darauf zu richten, daß auch für die, die nach uns kommen, überall genügend Sportstätten errichtet werden. Unter Sportstätten verstehen wir allerdings nicht nur den Sportplatz und das Stadion, sondern wir fordern ebenso die Anlage von Spielplätzen für die Jugend, ebenso die Anlage von Kinderspielplätzen. Dabei sind die Bedürfnisse des Schul- und Volkssportes zu berücksichtigen. Der Sportplatz muß dorthin kommen, wo er am dringlichsten gebraucht wird. Wir brauchen Sportplätze auch in engem Zusammenhang mit der Schule. Das körperliche Erziehungswesen liegt in Deutschland noch sehr im argen. Die Betonung der körperlichen Ausbildung für die Charakterbildung des Menschen ist aber notwendig. Wir wissen, daß all die Dinge, die wir in dem Antrag fordern, zukunftweisende Arbeit sind, die uns für die spätere Zeit Erfolge bringt. Wir wissen, daß im Augenblick die Notlage der Stadt Berlin vieles nicht durchführen läßt. Wir fordern aber, daß man nichts verbaut, daß Flächen freigehalten werden, die zur Anlage von Sportstätten dienen können. Dazu dient der Punkt zwei unseres Antrags. 175 Ein Sofortprogramm wird mit dem dritten Punkt unseres Antrages begründet: vermehrte Schaffung von Spiel- und Sportplätzen im Rahmen der Notstandsaktion. Meine Damen und Herren! Wenn Sie aufmerksam durch die Straßen Berlins gehen, sehen Sie überall, wie sich die Berliner Schuljugend auf der Straße oder auf Trümmerplätzen mit einem Ball beschäftigt. Es bestehen viele Möglichkeiten, abgeräumte Ruinenstätten der Schuljugend durch Notstandsmaßnahmen freizugeben, diese Plätze herzurichten, so daß sich die Kinder dort ungefährdet vom Verkehr tummeln können. Im vierten Punkt des Antrags fordert die sozialdemokratische Fraktion die Einrichtung einer Beratungsstelle für den Bau von Sportstätten, die besondere Musterbeispiele für neu zu schaffende zweckmäßige Sportstätten zu entwickeln hat. Meine Damen und Herren! Eine Zusammenfassung der Erfahrungen, die in Deutschland auf dem Gebiet des Sportstättenbaus gemacht worden sind, ist notwendig, um sie für Berlin nutzbar zu machen. Wir brauchen einen zweckmäßigen, planmäßigen Einsatz von Beratungskörperschaften, die bei dem Bau von Sportstätten mitwirken können. Leider stellen die Arbeiten, die von einzelnen Bezirken durchgeführt werden, nicht immer das Zweckmäßigste dar. Man hat sich die Erfahrungen der im Sport tätigen Menschen nicht zunutze gemacht. Die Beratungsstelle soll diesem Übelstand abhelfen. Unser Antrag, wenn er angenommen wird, kostet nicht viel Geld. Er schafft aber für die Zukunft die Möglichkeit, wirklich Wertvolles zu schaffen. Ich hoffe, daß die Stadtverordnetenversammlung diesem Antrag der SPD zustimmt und ihn verwirklicht. Stellv. Vorsteher Frau Dr. Maxsein: Das Wort hat der Herr Stadtverordnete Dumstrey. Stadtv. Dumstrey (CDU): Meine Damen und Herren! Im Namen der Christlich-Demokratischen Union begrüße ich diesen Antrag. Wir werden ihm zustimmen, und zwar der Überweisung an den Ausschuß zustimmen; denn es werden noch sehr intensive Vorarbeiten notwendig sein, um die Ziele durchzuführen, die der Antrag sich gesteckt hat. Der Punkt 2 ist unseres Erachtens von der Stadtverwaltung bereits in Angriff genommen worden. Er geht auf den Antrag zurück, den wir hier vor anderthalb Jahren gestellt haben und der dann im Sportausschuß beraten worden ist. Vor etwa einem Vierteljahr hat uns das Grünplanungsamt in einer Berichterstattung mitgeteilt, daß diesen Dingen nachgegangen wird. Aber insgesamt ist das Problem, das wir hier anpacken, so wesentlich, daß der Sportausschuß erheblich zu tun bekommen wird. Wir haben es notwendig, vor allem unter Berücksichtigung des Punktes 4, nicht in den einzelnen Bezirken auf eigene Faust zu arbeiten, sondern unsere verhältnismäßig schwachen Kräfte zusammenzufassen, um etwas zu schaffen. Ich möchte die Damen und Herren, die in den Ausschüssen sitzen, die über die Vergebung von Geldmitteln zu beschließen haben, schon mit Rücksicht auf diesen Antrag darauf aufmerksam machen, daß von einem Bezirk — ich glaube, Tempelhof — geplant war, eine größere Ausgabe für eine repräsentative Sportanlage zu sichern. Ich stehe mit meinen politischen Freunden durchaus auf dem Standpunkt, wie er hier in dem Antrag zum Ausdruck kommt, daß wir es nicht nötig haben, Stätten für sportliche Repräsentation zu schaffen, sondern wir haben es nötig, so viel wie möglich Spielflächen zu sichern, damit unsere Jugend dort gut untergebracht ist und im Interesse der gesundheitlichen Förderung ihre Heimstätte findet. Die CDU wird also der Überweisung des Antrages an den Ausschuß zustimmen. Stellv. Vorsteher Frau Dr. Maxsein: Herr Stadtverordneter Peschke!
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