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Periodical volume Nr. 3, 1. Februar 1949, Ordentliche Sitzung

Full text: Stenographischer Bericht Issue 1949

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Vorsteher S U H R : Die Aussprache ist erschöpft. Weitere
Wortmeldungen liegen nicht vor. Es ist der Antrag gestellt worden,
die Vorlage Drucksache Nr. 3 dem zuständigen Ausschuß, dem
Volksbildungsäusschuß, unter Heranziehung der Mitglieder des Ausschusses für P e r s o n a l und Verwaltung zu überweisen. Wer für diese
Überweisung ist, bitte ich, das Handzeichen zu geben. - Ich bitte um
die Gegenprobe. - Ich stelle einstimmige Annahme fest.

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Ich bitte dann um die Ermächtigung, daß die beiden Ausschüsse
vom Büro der Stadtverordnetenversammlung in k ü r z e s t e r F r i s t nicht
nur zur Konstituierung, sondern zur sofortigenBeeratung dieser Vorlage einberufen werden.
Da inzwischen H e r r B ü r g e r m e i s t e x Dr. F r i e d e n s b u r g eingetroffen ist, darf ich nunmehr den Tagesordnungspunkt 8 aufrufen:
Vorlage zur Beschlußfassung über das
Berliner Berggesetz
und bitte H e r r n B ü r g e r m e i s t e r Dr. F r i e d e n s b u r g , zur Begründung
das Wort zu nehmen.
B ü r g e r m e i s t e r Dr. F R I E D E N S B U R G : Meine Damen und
H e r r e n ! Das Gesetz, das der Magistrat Ihnen im Entwurf vorlegt, ist
selbstverständlich ein Ergebnis, ein Ausdruck der ungewöhnlichen Ausnahmeumstände, unter denen wir in Berlin zur Zeit leben. Seit vielen
J a h r e n ist uns zwar bekannt, daß der Boden Berlins von Braunkohlenlagern unterlagert ist, aber bisher hat man noch nicht ernstlich daran
gedacht, diese Braunkohlenvorkommen auszunutzen, weil es billiger
und zweckmäßiger erschien, die Kohle von Auswärts, aus der Lausitz
in F o r m von Briketts oder in F o r m von Elektrizität über den Draht
Iheranzuholen. E r s t die ungewöhnliche Notlage, die wir auf dem Gebiet
der Energieversorgung jetzt durchmachen, hat uns veranlaßt, der F r a g e
der Ausnutzung dieser unter unseren Füßen vorhandenen Schätze Aufm e r k s a m k e i t zuzuwenden. Ganz ungewöhnlich ist das aber nicht, wie ich
ausdrücklich betonen will. Die F r a g e der Ausbeutung der Kohle ist nicht
so etwas Besonderes, wie es vielleicht erscheinen mag. Mir ist von der
F i r m a Siemens mitgeteilt worden, daß sie vor 20 J a h r e n erwogen hat,
Braunkohlen im Süden Berlins aufzusuchen und auszubeuten. Ich weiß
•
auch aus meiner eigenen Arbeit bei der Zentralverwaltung der Brennstoffindustrie, daß dort erwogen wurde, unter dem F r i e d r i c k s h a i n die dort
bekannten Braunkohlenvorkommen auszubeuten. Wenn das auch nicht zu
e r n s t e n Versuchen geführt hat, so sehen Sie doch, daß es im K r e i s e der
Sachverständigen i m m e r wieder aufgetaucht ist, diese F r a g e anzupacken,
und'unter den jetzigen Verhältnissen - das möchte ich gleich vorwegnehmen - ist die F r a g e doch wesentlich e r n s t e r zu beurteilen, als es zunächst
        
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