Path:
Periodical volume Nr. 17, 17. Juni 1949, Ordentliche Sitzung

Full text: Stenographischer Bericht Issue 1949

26

17

Es ist uns von verschiedenen Stellen e r k l ä r t worden, daß wir für
die Westzonen selbstverständlich keine gesetzgeberischen Befugnisse
haben. Das ist richtig. Die gesetzgeberische Befugnis der Stadtverordnetenversammlung endet natürlich an den Grenzen der G e b i e t s k ö r p e r schaft Groß-Berlin, und wenn wir dieses Gesetz hier beschließen, dann
ist es selbstverständlich, daß dieses Gesetz gesetzliche Kraft nur für
G r o ß - B e r l i n hat. Wir haben t r o t z d e m bewußt die F o r m u l i e r u n g des Absatz 1 der Vorlage gewählt, weil wir auch hier noch einmal die F o r d e rung aufstellen wollen, daß das Patentamt seinen Sitz in Berlin hat, weil
wir die Hoffnung haben, mit Rücksicht auf die m a t e r i e l l e n patentrechtlichen Vorteile, die wir bieten können, u n s e r e Forderung auch durchzusetzen, und weil wir dann nicht e r s t ein neues Gesetz zu verfassen b r a u chen, sondern weil dieses Gesetz dann ausreichen würde, wenn der Wirtsdiaftsrat ihm beitritt, das Patentamt dorthin zu bringen, wo es hingehört,
nämlich nach Berlin.
Wir haben den Absatz 2 in dem ursprünglichen Antrag der S P D - F r a k tion gestrichen. E s handelt sich hier lediglich um die Festlegung, welche
Aufgaben das Patentamt hat, nämlich die Aufgaben, die sich aus den patentrechtlichen Gesetzen ergeben. Wir glaubten, dies im Gesetz nicht besonders verankern zu m ü s s e n . Daß nur jeweils das geltende P a t e n t r e c h t
Anwendung finden kann, ist eine Selbstverständlichkeit.
Der Absatz 3 der jetzigen F a s s u n g des B e s c h l u s s e s des Rechtspolitischen A u s s c h u s s e s trägt den Dingen Rechnung, die ich eben ausgeführt
habe, nämlich das Gesetz so zu gestalten, daß zonale Schwierigkeiten ü b e r wunden werden. Das i s t sehr wohl mit Zweigstellen, die in einzelnen Bundesländern e r r i c h t e t werden können, zu e r r e i c h e n .
Unterschiedliche Auffassungen sind bei der Debatte und bei der B e schlußfassung über § 2 der Vorlage aufgetreten. § 2 der Vorlage ist, um
das vorauszuschicken, mit einem Abstimmungsergebnis von fünf gegen
drei Stimmen vom Rechtspolitischen Ausschuß angenommen worden. E s
sind hier dieselben Meinungsverschiedenheiten aufgetreten, die in der Dehatte über die Uberleitungsverordnung für die Justiz vor etwa d r e i Monaten
in diesem Hause aufgetreten sind. E s handelt sich dabei um die F r a g e : wie
wird der P r ä s i d e n t des P a t e n t a m t s bzw. sein S t e l l v e r t r e t e r bestellt? Die
Mehrheit des A u s s c h u s s e s hat hierbei den Standpunkt v e r t r e t e n , analog der
Vorschrift des Artikels 69 der neuen Verfassung, die auch der Vorläufigen
Verfassung von Groß-Berlin nicht entgegensteht, zu verfahren und den
P r ä s i d e n t e n und seinen S t e l l v e r t r e t e r wie die höchsten Richter durch die
Stadtverordnetenversammlung wählen zu l a s s e n . Die Mehrheit des A u s schusses hat geglaubt, gerade damit die Persönlichkeit besonders h e r a u s zuheben und i h r e Arbeitsbefugnis und ihre Machtbefugnis auf eine möglichst
breite Basis stellen zu können.
        
Top of page

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.