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Periodical volume Nr. 15, 20. Mai 1949, Ordentliche Sitzung

Full text: Stenographischer Bericht Issue 1949

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Ich bedauere außerordentlich, daß der Magistrat sich nicht an die Geschäftsordnung gehalten h a t . - Das Wort hat H e r r Stadtverordneter
Schreiber.
Stadtv. Dr. S C tf R,E I B E R (CDU): Meine Damen und H e r r e n !
Die Ausführungen des H e r r n Stadtrat Klingelhöfer zwingen mich, mit
einigen Worten darauf zu antworten. H e r r Stadtrat Klingelhöfer ist der
Meinung, daß der Antrag, den ich eingebracht habe, dazu führt, daß
Westmark nach dem Osten abfließt, daß wir dadurch die Wöstmark/gefährden. Meine Damen und Herren, davon kann gar keine Rede sein.
Das, was Sie im Ausschuß beantragt^ und was Sie uns hier als Antrag
vorg^gj|egt haben, läuft doch darauf hinaus,, daß jemand,, der im Westsektor
eine Wohnung.hat - ich will jetzt den Architekten wieder als Beispiel nehjnns&i- und in der Ostzone arbeitet, der soll nach Ihrem Antrag, wenn er
"
k e i n e r l e i Westmarkeinnahmen hat, sondern nur Ostmarkeinnahmen, diese
Ostmark|p umgetauscht bekommen in einem gewissen beschränkten Umfang.
Das ist anscheinend kein Abfluß von Westmark n a c h d e m Osten. Das ist
offenbar durchaus in Ordnung. Wenn aber derselbe Architekt 10Ö DM West
Einnahme hat und alles übrige in Ostgeld.; verdient, dann soll das pl#tzlich eine furchtbare Sache sein, die u n s e r e Währung e r s c h ü t t e r t . Diese
Sache hat mit Währungserschütterung gar nichts zu tun. Denn die Westm a r k , die hier umgetauscht wird, wird ja nicht gegeben, damit sie im
Ostsektor oder in der Ostzone ausgegeben wird, sondern sie wird den
Leuten gegeben, die in den Westsektoren B e r l i n s wohnen, damit sie sie
hier ausgeben. Und wir subventionieren auch nicht die Wirtschaft des
Ostsektors in der Ostzone; denn die Leute, die Draußen arbeiten, k r i e gen ja ihre normale Entschädigung. Das, was sie bisher als Honorar oder
Provision bekommen haben, kriegen sie nach Wie vor, und die ganze Frage,
die hier angeschnitten worden ist, hat mit dem, was H e r r Stadtrat Klingelhöfer ausgeführt hat, gar nichts zu tun,
f
(Beifall bei der CDU.)

•

Stadtv. F r a u Dr. B A R O W S K Y (FDP):. Meine Damen und H e r r e n !
Ich möchte zunächst einmal erklären,* daß die F r a g e der P r o v i s i o n s v e r t r e ter von uns im Ausschuß durchaus mitbehandeltworden ist, und daß wir
damals der Auffassung waren, daß,* wenn wir r hier'Umtauschmöglichkeiten
für freie Berufe geben, '• diese P r o v i s i o n s v e r t r e t e r ' mit gemeint sind.
Aber zu dem Abänderungsantrag der CDU^möchte ich sagen: die Ausführungen, daß damit ein gewisser, 5, Abfluß derihWestmark nach (Osten « *
begünstigt wird, habe ich nicht so ve-rstanden, als ob das deshalb geschieht,
weil mali auch einen Umtäusch eventuell vornehmen will für diejenigen P e r sonen,- die bescheidene Westmarkeinnahmen vielleicht haben, sondern daß
hier mehr die Befürchtung besteht, daß, naanm- maeb-gerade bei Gewerbetreibenden gilt das vielleicht mehr als für freie Berufe - ihnen, obwohl sie
        
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