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Periodical volume Nr. 15, 20. Mai 1949, Ordentliche Sitzung

Full text: Stenographischer Bericht Issue 1949

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. sowjetisch besetzten Zone ihr Einkommen finden, nehmen Sie z . B . , an
H a n d e l s v e r t r e t e r , die in den westlichen Sektoren Berlins wohnen und
aus Chemnitz oder Leipzig oder irgendwoher ihre Bezüge haben von den
F i r m e n , die sie v e r t r e t e n . Diese Menschen haben natürlich, obwohl sie
Gewerbetreibende sind, keinen Betrieb im Ostsektor und keinen Betrieb
in der sowjetisch besetzten Zone. Die Formulierung des Währungsauss c h u s s e s würde also diesen Menschen nicht helfen. Oder nehmen Sie A r chitekten an, die hier in den Westsektoren Berlins ihr Büro haben und die
in der sowjetisch besetzten Zone oder im Ostsektor arbeiten. Diese m ü s s e n
hier i h r e Angestellten in Westmark bezahlen, sie haben hier ihre B e t r i e b s unkosten in Westmark, aber das Einkommen beziehen sie aus der sowjetisch
besetzten Zone oder aus dem Ostsektor, Diesen Menschen wird durch die
Formulierung des Währungsausschusses nicht geholfen, und deswegen bitte
ich Sie, eine etwas andere Formulierung anzunehmen, die, wie ich glaube,
k l a r e r macht, daß Sie auch diesen Kreisen helfen wollen, woran ich gar
nicht zweifele.
Und etwas a n d e r e s . Die Ausschußformulierung geht davon aus, daß
die betreffenden Menschen keinerlei Einkünfte in Westmark haben. Ich halte
das nicht für richtig und meine Freunde mit m i r . E s muß u n s e r e r Meinung
nach auch denen geholfen werden, die nur so geringe Einnahmen in Westmark
haben, daß die Gefahr besteht, daß sie ihren Betrieb oder ihre Tätigkeit nicht
aufrechterhalten können. Nehmen Sie z. B. einen Wirtschaftsprüfer, der in
den Westsektoren sein- Büro hat. Er hat meinetwegen acht oder zehn Angestellte, die er in Westmark bezahlen muß. Aber es ist der Zustand, daß er
im Ostsektor die Betriebe hat, die er betreut. Dieser Mann hat nur O s t m a r k einnahmen und ist nicht in der Lage, seine Angestellten durchzuhalten und
eine einigermaßen sachgemäße Lebensführung aufrechtzuerhalten. Ich glaube,
daß wir auch diesen Menschen helfen sollten.
Wir schlagen Ihnen deshalb vor, die Ziffer 5 in folgender Fassung anzunehmen:
Der Magistrat wird beauftragt, unverzüglich eine Verordnung
betreffend den Umtausch von monatlichen Beträgen von Ostm a r k in Westmark 1:1 in begrenzter Höhe an solche Gewerbetreibenden und Angehörigen der freien Berufe vorzunehmen,
die ihren Wohnsitz in den Westsektoren und keinerlei oder so
geringe Einkünfte in Westmark haben, daß dadurch die Aufrechterhaltung i h r e r Betriebe oder i h r e r Tätigkeit in F r a g e
gestellt wird.
Stadtv. F r a u K R A P P E (SPD): Meine Damen und H e r r e n l E s wurden hier die Probleme im einzelnen e r ö r t e r t , die im Währungsausschuß zur
Debatte standen. Ich möchte hier gleich an die Ausführungen m e i n e s V o r r e d n e r s , H e r r n Dr. Schreiber, anschließen und möchte in m e h r e r e n Punkten
        
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