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Periodical volume Nr. 10, 7. April 1949, Ordentliche Sitzung

Full text: Stenographischer Bericht Issue 1949

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Stadtrat F Ü L L S A C K : Meine hochverehrten Damen und
H e r r e n ! Der Antrag der FDP ist unterschrieben von meinem Magis t r a t s d i r e k t o r Schöpke. Ich hätte allerdings angenommen, daß mein
Kollege Schöpke, wenn er schon Zahlenmaterial herausgibt, Zahlenm a t e r i a l liefern würde, das auch stimmt.
(Zurufe von der F D P : Wer sagt, daß es Schöpke
ist!)
- E r hat ja selbst unterschrieben.
(Erneute Zurufe von der F D P . )
Nun, wir wollen uns darüber nicht unterhalten; das tun wir im Ausschuß.
Man spricht hier von einem Großhandel und von einem kommunalen
Handel, der gar nicht vorhanden ist; denn wir haben effektiv in den B e z i r ken lediglich Verteilungsstellen, und die F i r m e n des Großhandels, die eingeschaltet sind, sind genau so der verlängerte A r m eines V e r t e i l e r s , wie
es die kommunalen Verteilungsstellen selbst sind. Wenn man abervon 1945 ab,
ohne eine wirkliche Begründung dafür zu haben, bei diesen Kommunalverteilung s stellen, die in der bittersten Zeit Berlins alles getan haben, was
sie tun konnten, und die auch bis zum heutigen Tage i m m e r alles getan
haben, was ihnen möglich war, und zwar mit einer sehr großen Sauberkeit,
von kommunistischer Mißwirtschaft spricht, dann muß ich allerdings s a gen: das sind Informationen, die mir nicht bekannt sind.
(Zuruf von der F D P . )
- H e r r Rechtsanwalt Ronge, Sie sprechen vielleicht nachher, wenn ich
fertig bin.
(Erneute Zurufe von der F D P und Unruhe.)
Man muß sich doch einmal überlegen: wie sieht denn der Gang überhaupt
bei uns in Berlin aus? Wenn wir uns die Verteilung einmal näher b e t r a c h ten, so geht die Ware vom Zentrallager an die eingeschalteten V e r t e i l e r stellen. Wie man sagen kann, man müsse den großen F i r m e n nun innerhalb Berlins eine Wettbewerbsmöglichkeit geben, das werde uns mehr b r i n gen, ist mir unverständlich. Es wird verteilt, was uns über die Luftbrücke
nach Berlin geliefert wird. Da nützt selbst der Wettbewerb in Berlin nichts.
Wir können nicht mehr verteilen, als wirklich da ist.
Es wird aber der Antrag i m m e r mit der finanziellen Auswirkung b e gründet. Man sagt: die kommunalen Verwaltungsstellen sind zu t e u e r . E s
wird mit 350 Angestellten im Haupternährungsamt operiert, neuerdings
im "Tagesspiegel" mit über 700 Angestellten. Wie sehen die Dinge aus?
Selbst wenn wir die Verteilung der Waren abgeben würden, müßten wir auf
Grund des Übereinkommens der Kommandanten über die Lieferung der

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