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Periodical volume Nr. 10, 7. April 1949, Ordentliche Sitzung

Full text: Stenographischer Bericht Issue 1949

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Die amerikanische Öffentlichkeit, die amerikanische Regierung
und alle für die Entwicklung der amerikanischen Politik wichtigen und
entscheidenden Faktoren wissen und erkennen die Bedeutung d i e s e r
Stadt, der einzigen Stadt hinter dem Eisernen "Vorhang, der einzigen
Stadt, in der j e n s e i t s des Eisernen Vorhang Menschen um ihre F r e i h e i t
und nicht nur um ihre Freiheit, sondern auch für die F r e i h e i t der ganzen
Welt kämpfen* Die amerikanische Öffentlichkeit und die amerikanische
Regierung werden uns in diesem Kampf und in dieser Auseinandersetzung
nicht im Stich lassen.
(Bravo!)
Das i s t die feste Überzeugung, die ich aus den zahlreichen Berührungen
gewonnen habe, die mir in Amerika möglich waren.
Ich habe natürlich bei dieser Gelegnheit des Aufenthaltes sowohl in
Washington wie in New York, den beiden für die amerikanische Politik
wohl wichtigsten Zentren, nicht nur anläßlich dieser offiziellen Empfänge,
sondern auch in privaten Kreisen und in endlosen Berührungen mit weiter e n wichtigen Faktoren sprechen können. Ich habe eine Reihe von Kongreßv e r t r e t e r n , eine Reihe von Senatoren, die mir zum Teil von früher her
bekannt waren, die ich zum Teil bei dieser Gelegenheit kennengelernt habe,
in längeren Einzelunterhaltungen sprechen können. Ich habe sowohl im War
Department, das offiziell für meine Reise die Verantwortung trug, wie auch
im State Department eingehende Besprechungen über alle P r o b l e m e der B e r liner Situation und auch über einige P r o b l e m e , die u n s e r e Stadt Berlin mit
der gesamten Entwicklung Deutschlands verbinden, haben können.
Schon aus der Tatsache, daß ich auf dem Flugplatz Washington offiziell
von der Generalität, den maßgebenden Männern des War Department und von
Botschafter Murphy, dem offiziellen V e r t r e t e r des State Department, empfangen wurde, ging hervor, daß die Bedeutung und Wichtigkeit der erstmaligen
Anwesenheit eines offiziell legitimierten Vertreters eines deutschen Landes - in
diesem Falle erlaube ich mir zu sagen: eines deutschen Landes - durchaus
anerkannt wurde.
E s kann nicht in diesem Augenblick, in dem die d r e i Außenminister der
Westmächte über eine Reihe wichtiger F r a g e n Deutschlands beraten, meine
Aufgabe sein, mich über Einzelheiten zu äußern. Aber es v e r s t e h t sich von
selbst, daß ich über alle diejenigen Dinge, die u n s e r e Stadt berühren, in d i e s e m Zusammenhang habe sprechen können und daß ich meine oder, sagen
w i r b e s s e r , u n s e r e Meinung mit aller Deutlichkeit und mit allem F r e i m u t im
engeren Kreise habe zum Ausdruck bringen können. Ich habe darauf aufmerksam gemacht, daß u n s e r e Stadt nicht leben kann, wenn ihr nicht geholfen wird,
daß die Blockade so,"wie sie augenblicklich ist, kein Dauerzustand sein kann,
daß wir zu einer Lösung kommen müssen, daß, ehe wir zu einer Lösung k o m men, die Lebensmöglichkeiten für «unsere Stadt v e r s t ä r k t werden müssen, daß
        
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