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Periodical volume Nr. 6, 3. März 1949, Ordentliche Sitzung

Full text: Stenographischer Bericht Issue 1949

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Ich rufe dann die letzte Nummer u n s e r e r heutigen Tagesordnung auf:
Vorlage 36, Drucksache 4 1 :
Antrag der Fraktion der SPD über die Verleihung
des E h r e n b ü r g e r r e c h t s an H e r r n Dr. Rudolf WisseU.
Das Wort hat H e r r Stadtverordneter Neumann.
Stadtv. N E U M A N N (SPD) : Meine Damen und H e r r e n ! Die Stadtverordnetenversammlung ist in der Verleihung des E h r e n b ü r g e r r e c h t s
i m m e r sehr s p a r s a m gewesen, und das hat seinen guten Grund. Wir v e r t r e t e n allgemein die Auffassung, daß nur in ganz besonderen Fällen diese
höchste Ehrung einem Berliner Bürger zukommen soll.
Wenn wir jetzt beantragen, daß H e r r Dr. Rudolf Wisseil a m 8. März,
an dem Tage, an dem er 80 J a h r e alt wird, mit dieser Ehrung bedacht w e r den soll, so tun wir es wegen der besonderen Wirksamkeit von H e r r n Dr.
Rudolf Wissell für Berlin.
Dr. Rudolf Wissell, der Mann, der nun schon ein Menschenalter in
Berlin wirkt, hat sich auf den verschiedensten Gebieten des öffentlichen L e bens einen Namen gemacht. Mehrere Male war er im Reichskabinett v e r treten. Lange J a h r e hat er als Schlichter von Berlin den Versuch gemacht,
die damals in der schweren Zeit der K r i s e so starken Differenzen zwischen
Arbeitgebern und Gewerkschaften zu schlichten. Auf dem Gebiete der Sozialpolitik, der Gemeinwirtschaft und insbesondere der Handwerksforschung
ist er heute einer der Führendsten.
Ich bitte deshalb gerade um einstimmige Annahme des Antrages der
sozialdemokratischen Fraktion. Wir wollen diesem Mann die höchste Ehrung
an seinem Geburtstag geben.
Vorsteher S U H R : Weitere Wortmeldungen liegen nicht vor. Wir
kommen zu* Abstimmung. Wer d^m AnAr-ag der sozialdemokratischen F r a k tion auf Verleihung des Ehrenbürgerreclits an H e r r n Dr. Wissell seine Zustimmung geben will, darf ich um das Handzeichen bitten. - Ich stelle einstimmige Annahme fest.
Ich darf die Bitte aussprechen, daß der Magistrat diesem Beschluß
der Stadtverordnetenversammlung noch in den nächsten Tagen folgen möge,
so daß es uns möglich sein dürfte, an dem Tage der Vollendung des 80. L e b e n s j a h r e s von Rudolf WisseU ihm die Ehrenbürgerurkunde zu überreichen.
Rudolf Wissell würde dann der zweite Ehrenbürger von Berlin sein.
Ich darf in diesem Zusammenhang erwähnen, daß der andere E h r e n b ü r g e r von Berlin, Hugo Heimann, in den nächsten Wochen seinen 90. Geburtstag feiert, und ich erbitte die Ermächtigung, die m i r von Hugo Heimann in den letzten Wochen zugestellten Lebenserinnerungen in einer k l e i nen Auflage aus den zur Verfügung stehenden Mitteln des Büros der Stadtverordnetenversammlung drucken l a s s e n zu dürfen. Ich stelle Ihr
        
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