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Periodical volume Nr. 6, 3. März 1949, Ordentliche Sitzung

Full text: Stenographischer Bericht Issue 1949

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des, Magistrats. Geradezu grotesk aber ist es, zu behaupten, der Magistrat habe in irgendeiner Weise davon Vorteile gezogen und habe sich selber an Umtäuschen in den Wechselstuben beteiligt. Der Magistrat und die
städtische Verwaltung haben m keiner Form mit diesen Dingen irgendetwas
zu tun und haben auch keinen Einfluß auf sie.
•~:
Wir alle wünschen und hoffen, daß die außerordentlich schwierige
Situation auf währungspolxtischem Gebiet für die Bevölkerung in den Westsektoren Berlins in kurzer Zeit durch die Einführung der Westmark als
alleiniges legales Zahlungsmittel beseitigt und geklärt wird und daß dann
eine ganze Reihe von Schwierigkeiten, die augenblicklich für unsere Bevölkerung im Westen vorhanden sind, aufhören. Wir hoffen, daß dieser Tag
bald kommt. Wer aufmerksam den Gang der Ereignisse verfolgt, sieht ja
auch ganz deutlich, daß die alberne Polemik, die immer wieder von bestimmter Seite betrieben wird und ohne die alle diese Dinge nicht kommen
würden, nur zu sehr durchsichtigen Zwecken erfolgt, aber die Tatsachen
auf die Dauer nicht verschleiern kann. Ich habe hier nur zu erklären:' der
Magistrat hat keinen Einfluß, er nimmt und wird nicht nehmen irgendeinen
Einfluß auf die Kursbildung zwischen Ostmark und Westmark, solange er
nicht selbst Wechselstuben in seinen eigenen Anstalten im Stadtkontor einrichten kann. Der Magistrat als Behörde tauscht in den Wechselstuben keinerlei Gelder um, kann auch auf die Weise in keiner Form irgendeinen Einfluß nehmen.* Er kann infolgedessen auch in keiner Weise profitieren. Wenn
es überhaupt Schuldige gibt an dieser von uns allgemein bedauerten Situation,
so sind sie bei denjenigen zu suchen, die durch ihre Politik ein absolutes
Mißtrauen in die Solidität ihrer eigenen Währung überall hervorrufen.
(Beifall.)

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:

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Die Berliner Bevölkerung hat so viele Währungsmanipulatiönen'erlebt,
daß sie, wenn sie eine Nachricht hört, es würden von bestimmter Seite neue
Noten gedruckt, ganz naturgemäß sofort eine neue Gefahr für sich selber
am Horizont heraufziehen sieht. Meine Damen und Herren! Sie wissen aus
der Presse, daß im Westen neue Banknoten für das Westgeld gedruckt werden, weil die ersten Banknoten,provisorisch sind. Kein Mensch kommt auf
die Idee, daß damit eine Gefährdung des Westgeldes verbunden sei, weil jeder Mensch genau weiß: hier handelt es sich um einen ganz normalen Vorgang, bei dem nur alte bisherige Banknoten gegen neue Banknoten ausgewechselt werden zu gegebener Zeit, ohne daß durch irgendeine Manipulation irgendein Besitzer von Westgeld geschädigt wird. Wenn dieses Vertrauen gegenüber
einer anderen Währung nicht vorhanden ist, dann soll man die Schuldigen
nicht auf der westlichen Seite suchen, sondern da, wo durch eine Fülle von
Manipulationen>ein unausrottbares Mißtrauen in der Berliner Bevölkerung
grqßgeworden ist.
Wir hoffen, daß wir, wenn wir in Berlin-West endlich ein gesundes
und sauberes Geld bekommen, endgültig von den Sorgen befreit sein werden,
was ausunserem Geld wird. Dieses Geld, das uns künftig zur Verfügung
stehen wird, wird von niemand mehr manipuliert werden können. Es wird
        
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