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Periodical volume Nr. 6, 3. März 1949, Ordentliche Sitzung

Full text: Stenographischer Bericht Issue 1949

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haben. Sie ist so gut, daß die Analyseergebnisse der Technischen U n i v e r s i tät - wir haben dort eine Reihe von P r o b e n im Brennstofflaboratorium u n t e r suchen l a s s e n -, geradezu frappieren. Sie geben nämlich Wärmeeinheiten
von 3 400 bis 4 100, also das Anderthalbfache bis fast das Doppelte dessen,
was n o r m a l e r w e i s e anzunehmen war. Das ist unter dem Gesichtspunkt der
Wirtschaftlichkeit des Unternehmens, aber auch unter dem Gesichtspunkt
der "Versorgung u n s e r e r Bevölkerung von außerordentlich erfreulicher B e deutung.
Die zweite angenehme Überraschung ist die verhältnismäßig geringe
Wasserführung und vor allen Dingen die gute Zusammensetzung des Deckgebirges, das fast gar nicht aus Sand, sondern überwiegend aus Lehm, Mergel, Ton und Letten besteht, also aus Schichten, die für sich kein W a s s e r
enthalten können, weil sie keine P o r e n aufweisen, und die gleichzeitig W a s s e r , das etwa darüber oder darunter ist, nicht durchlassen, so daß der B e r g bau insofern unter recht günstigen Voraussetzungen starten könnte. Die W a s serfrage ist, wie ich schon früher ausgeführt habe, selbstverständlich i m m e r
ein gewisser Unsicherheitsfaktor beim Bergbau. Wir werden gerade dieser
F r a g e wegen sehr viel Sorgfalt aufwenden müssen, um keine unliebsamen
Überraschungen zu haben. Die Wasserfrage hat aber vor allen Dingen eine
Bedeutung, und darauf möchte ich hier besonders hinweisen. Wenn wir viel
W a s s e r erwarten, dann müssen wir eine hohe Kohlenförderung erzielen, damit der Energieaufwand zur Wasserhebung auch verantwortet werden kann.
Ob auf den Peckwiesen 100 t Kohle am Tage oder 1000 t Kohle am Tage gefördert werden, ändert nichts an der Wasserführung. Wir m ü s s e n die 5 oder
10 oder 20 oder 3 0 cbm W a s s e r in der Minute, die wir dort zu e r w a r t e n haben, heben, ob wir eine hohe oder eine niedrige Förderung haben. E s kommt
deshalb ausschlaggebend darauf an, daß die Relation zwischen der Wasserführung und der Kohlenförderung gesund ist. Auch aus diesem Grunde ist es notwendig, eine hohe Kohlenförderung herbeizuführen.
Ob die Ziffern, die der H e r r Stadtverordnete Wissell Ihnen wiedergegeben hat, in vollem Umfange e r r e i c h b a r sein werden, läßt sich selbst dann
nicht sagen, wenn wir mit allen Bohrungen b e r e i t s fertige E r g e b n i s s e haben
werden. Das ist gerade bei der Natur u n s e r e r Ablagerung von mancherlei
Unsicherheiten begleitet. Aber der Bergbau würde so, wie die Dinge hier l i e gen, überhaupt nicht zu verantworten sein, wenn wir nicht eine gewisse,Mindesthöhe an Förderung, also eine erhebliche Förderung erzielten. E s würde
uns selbstverständlich schon F r e u d e machen, wenn wir auf der Peckwiese
a m Tage 50 t, also 1000 Ztr. heben könnten. Das würde wahrscheinlich dem
H e r r n Kollegen Dünnebacke für die Versorgung seiner Reinickendorfer B e völkerung i m m e r schon willkommen sein. Aber eine solche niedrige F ö r derung würde wahrscheinlich angesichts der vorauszusehenden W a s s e r h a l tung nicht gut verantwortet werden können. Um das E x t r e m anzugeben: es
w ä r e selbstverständlich sinnlos, mehr Kohlen auf zuwenden, um das W a s s e r
zu pumpen, als nachher bei dem ganzen Bergbaubetrieb herauskommen. (Ich
will nur einmal das E x t r e m anführen, um Ihnen anzudeuten, wie das P r o b lem gelagert ist. Die Bohrungen sind noch im Gange. Insbesondere sind noch
        
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