Path:
Periodical volume Nr. 6, 3. März 1949, Ordentliche Sitzung

Full text: Stenographischer Bericht Issue 1949

6

31

glaube ich, darüber unter Umständen im, Verfassungsausschuß gemeinsam
mit dem Magistrat beraten und Stellung nehmen. Dann ist es selbstverständlich, daß der Magistrat sich streng gebunden fühlt an die bestehende V e r fassung, daß der Magistrat in dieser F r a g e keinerlei Gesichtspunkte irgendwelchen P r e s t i g e s oder irgendwelcher Eifersucht v o r t r a g e n wird.
Zweitens hat der Magistrat diesen Beschluß seinerzeit unter einem
b e s t i m m t e n Zeitdruck gefaßt und weil er unter dem Eindruck stand, es sei
notwendig, sofort zu handeln und sofort die notwendigen Instruktionen an die
B e z i r k s ä m t e r zu geben, damit nicht bei den Vorbereitungen für die Neubesetzung der Bezirksämter unmittelbar nach den Wahlen Beschlüsse gefaßt
würden, die mit der übereinstimmenden Meinung des M a g i s t r a t s und der
Stadtverordnetenversammlung, daß bei den B e z i r k s ä m t e r n Einschränkungen
vorzunehmen sind, nicht im Einklang stehen würden. Wenn hier der Wunsch
zum Ausdruck gebracht wird, nicht eine Vorlage zur Kenntnisnahme vor sich
zu haben, sondern eine Vorlage zur Beschlußfassung, so erlaube ich m i r ,
zu erklären, daß der Magistrat gegen eine solche Auffassung k e i n e r l e i Einwendungen zu machen hat. Es kommt uns auf die Sache und nicht auf die
F o r m an.
Stadtv. F I S C H E R (FDP) : Der Fraktion der F D P kam es bei dies e r Gelegenheit darauf an, festzustellen, daß in den Bezirken nicht gespart,
sondern zwangsläufig zu mehr Planstellen und Mehrausgaben geschritten
wird. Die Rechnung, die der H e r r V e r t r e t e r des Magistrats, H e r r Stadtrat
Theuner,hier aufgemacht hat, stimmt insofern nicht, als nicht eine I I - e r stelle wegfällt, sondern nur der P e r s o n a l r e f e r e n t oder der Verwaltungsdezernent zum Bürodirektor gemacht wird, so daß eine H - e r - S t e l l e zu einer
I - e r - S t e l l e wird. Außerdem hat der H e r r V e r t r e t e r des Magistrats zugegeben - und das bleibt hier festzustellen -, daß die besondere Einrichtung der
Jugendämter, gegen die sich die FDP in den Bezirken auch gewandt hat,
zu einer erhöhten Anforderung von Planstellen führt, die in jedem Bezirk
schätzungsweise zwischen 20 und 30 Stellen liegt.
Stadtrat T H E U N E R : Gegenüber der Erklärung des H e r r n Stadtverordneten F i s c h e r habe ich folgendes zu sagen. E s gibt in der Abteilung
für Verwaltung und P e r s o n a l bisher vier Stellen. Wenn eine I - e r - S t e l l e
bewilligt wird, dann gibt es in Zukunft nur noch drei Stellen. Diese Rechnung
stimmt absolut. Des weiteren wird die Verminderung der B e z i r k s a m t s s t e l len nicht zu einer Vermehrung der Planstellen führen, sondern, insgesamt
betrachtet, zu einer Verminderung.
Stadtv. N E U M A N N (SPD) : Meine Damen und H e r r e n ! E s i s t
m i r unverständlich, warum man in diesem Zeitpunkt überhaupt die a g i t a t o r i sche Behauptung aufstellt, daß die Verwaltung sich in ihren Stellen v e r g r ö ß e r e . Die Erklärung des H e r r n Stadtrats Theuner ist doch so eindeutig, daß
ich nicht v e r s t e h e , warum der H e r r Kollege F i s c h e r jetzt noch einmal diese
Ausführung gemacht hat. Die Begründung zu der Drucksache Nr. 18 sagt
ausdrücklich:
Die angespannte Finanzlage e r f o r d e r t ä u ß e r s t e Konzentration
der gesamten Berliner Verwaltung und möglichst s p a r s a m e
Verwaltungsführung.
        
Top of page

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.