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Periodical volume Nr. 36, 22. Dezember 1949, Ordentliche Sitzung

Full text: Stenographischer Bericht Issue 1949

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d i e s e r F r a g e , und zwar grundsätzlich der F r a g e der Bereinigung des Strafr e g i s t e r s , anzunehmen und entsprechende Vorlagen seitens des M a g i s t r a t s
zu beantragen bzw. mit eigenen Vorlagen an die F r a g e heranzugehen. E s ist
mit Recht im Ausschuß darauf hingewiesen worden, daß, das^jcftfregister mitRücksicht auf die vielen dort noch befindlichen, heute nicht m e h r verstandenen
Eintragungen der Bereinigung bedarf.
Der Ausschuß hatte sich weiter mit einem früheren Beschluß der Stadtv e r o r d n e t e n v e r s a m m l u n g , der Drucksache 296, zu befassen. In dieser Vorlage hat die Stadtverordnetenversammlung Stellung genommen zu der Behandlung vom Bund e r l a s s e n e r Gesetze und beschlossen, daß die Beratung und B e schlußfassung über solche Gesetzesvorlagen nach der Verfassung und Geschäftsordnung, wie es in den Beschlüssen heißt, zu erfolgen haben mit der
Maßgabe, daß in den Fällen, in denen der zuständige Ausschuß der Stadtverordnetenversammlung die Übernahme der für die Bundesrepublik Deutschland
geltenden Gesetze in G r o ß - B e r l i n ablehnt oder nur in wesentlich geänderter
F o r m zustimmt, dem Verfassungsausschuß der Stadtverordnetenversammlung
die Möglichkeit zu geben ist, dazu Stellung zu nehmen.
Im vorliegenden Falle war eine besondere TL&ge vorhanden. E s hari* <• delt sich im Grunde um das e r s t e Gesetz des Bundestages, das inzwischen auch
die Zustimmung des B u n d e s r a t e s gefunden hat und der B e r l i n e r Stadtverordnetenv e r s a m m l u n g vorliegt. Allerdings ist die Vorlage nicht erfolgt auf dem in der
damaligen Beschlußfassung gemeinten f o r m e l l e n Weg, sondern hier ist eben der
z i t i e r t e Beschluß der Stadtverordnetenversammlung vom 12. Dezember v o r a u s gegangen, in dem dem Magistrat auferlegt wurde, eine Gesetzesvorlage nach
Maßgabe des Bundesgesetzes zu machen.
Der Rechtspolitische Ausschuß hat sich eingehend mit der sich h i e r a u s
ergebenden Rechtslage befaßt. E r hat aber geglaubt und hat diesen Beschluß einstimmig gefaßt, im vorliegenden Falle, insbesondere auch weil bei seiner B e schlußfassung noch nicht die Zustimmung des B u n d e s r a t e s vorlag, so verfahren
zu dürfen, direkt der Stadtverordnetenversammlung auftragsgemäß zu berichten• r
und nicht v o r h e r an.deri'Herrn Vorsitzenden des Verfassungsschutzes h e r a n t r e t e n
zu müssen, um zuieiner gemeinsamen Stellungnahme" des Reqhtspolitischen und
des Verfassungsaus^chuBSes z u k o m m e n .
Sie,meine Damen und H e r r e n , haben darüber zu entscheiden, ob Sie den
derzeitigen Beschluß a n d e r s ausgelegt haben wollen. Dann müßte der V e r f a s s u n g s ausschuß noch einberufen werden, bevor eine Abstimmung über das Gesetz hier
im Hause erfolgen kann.
Inzwischen haben sich, wenn ich das abschließend sagen darf, die J u s t i z behörden und die P r e s s e mit der Vorlage befaßt und, wie das so häufig ist, sofort
gegen die Vorlage, gegen den Beschluß gewettert. H e r r Stadtrat Dr. Kielinger hat
schon darauf hingewiesen, daß möglicherweise der Rahmen der Amnestie zu groß
sei. Der Ausschuß hat sich in seinen Beratungen mit einer anderen F r a g e beschäf-
        
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