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Periodical volume Nr. 33, 10. November 1949, Ordentliche Sitzung

Full text: Stenographischer Bericht Issue 1949

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oder in Hamburg möglich ist, neben i h r e r Tätigkeit auf der Bühne i m
F i l m tätig zu sein. Da der Künstler nun einmal nur eine begrenzte Zahl
von J a h r e n auf der Höhe ist und d i e s e J a h r e dazu benutzen muß, um sich
ein bißchen Fundus für sein Leben und sein Alter zu schaffen, nutzt e r
das aus, um drüben zu spielen. Deshalb haben wir auch im I n t e r e s s e des
gesamten Kunstlebens von Berlin ein entscheidendes I n t e r e s s e daran, daß
hier in Berlin eine blühende Filmwirtschaft ist.
E s ist nun die F r a g e - es stehen für diese A u s s p r a c h e nur 10 Minuten
zur Verfügung, deshalb kann man alle P r o b l e m e nur antippen und sie nicht
ausführlich e r ö r t e r n -: wie können von seiten der Stadt aus diese Dinge
g e s t a r t e t werden? Meine Damen und H e r r e n , es i s t so, daß die Kreditgewährung seitens des Berliner Stadtkontors nach u n s e r e r Auffassung doch
nicht so ist, wie es die Bedeutung d i e s e r wichtigen Institution verlangt.
Die Finanzierung eines Filmvorhabens durch das B e r l i n e r Stadtkontor ist
heute an Bedingungen geknüpft, die nur wenig mit dem zu tun haben, was
zur Entwicklung des Berliner Filmwesens beachtet werden muß. E s kommen
dort sehr i n t e r e s s a n t e Sachen vor. Es kommen zum Beispiel solche Dinge
vor - und heute ist eine solche Sache p a s s i e r t , ich sage ausdrücklich heute;
ich weiß nicht, ob H e r r Hei hzelmann im Räume ist, ich habe ihn vorhin
gesehen -, daß z. B. ein Filmvorhaben, das von dem zuständigen Dezernenten, H e r r n Stadtrat May, begrüßt wird, gebilligt wird, unterstützt wird,
im Stadtkontor behandelt wird, das Stadtkontor a b e r nicht auf das Gutachten
des zuständigen Dezernenten Gewicht legt, sondern mit einem Referenten
außerhalb der Abteilung verhandelt, und daß in gewissen privaten Verhandlungen nun ein k ü n s t l e r i s c h e s Vorhaben, das die Zustimmung des Dezernenten gefunden hat, ich möchte beinahe sagen, auf kaltem Wege unmöglich
gemacht werden soll.
(Zuruf: Die Kunst muß auch Geld bringen!)
- Ich kenne die Dinge genau, H e r r Stadtrat, ich möchte mich über den F a l l ,
auf den Sie anspielen, gern mit Ihnen unterhalten.
E s ist weiter so, daß vielfach gefordert wird, daß die F i l m g e s e l l schaften, die nun produzieren, die jetzt produzieren wollen und dazu K r e dite vom Stadtkontor brauchen, schon bisher produziert haben. Das können
zumeist oder beinahe ausschließlich nur solche F i r m e n sein, die inzwischen
in Westdeutschland produziert haben, und diejenigen F i r m e n , die treu zu
Berlin gehalten haben in all den Schwierigkeiten, die aber hier nicht produzieren konnten, werden gewissermaßen bestraft gegenüber den F i r m e n , die
ihre Filmproduktion aus Berlin nach West- oder Süddeutschland v e r l a g e r t
haben. Das ist ein geradezu unmöglicher Zustand. Es ist notwendig, daß
die Kreditwürdigkeit eines Produzenten nicht darauf abgestellt werden darf,
ob e r schon produziert hat, sondern sie müßte nach u n s e r e r Auffassung
darauf abgestellt werden, ob er mit seiner P e r s o n und mit dem Filmstoff,
        
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