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Periodical volume Nr. 32, 1. November 1949, Ordentliche Sitzung

Full text: Stenographischer Bericht Issue 1949

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Ich bitte darum, dem Antrage der sozialdemokratischen Fraktion,
einen Gesetzentwurf über die Ausbildung und Beschäftigung von H a u s h a l t s angestellten (Hauswirtschaftsgehilfinnengesetz) vorzulegen, Ihre Z u s t i m mung zu erteilen.
Stadtv. P E S C H K E (FDP) : Meine Damen und H e r r e n ! Dem
Antrage selbst ist nichts hinzuzufügen. Ich möchte m i r nur noch einige kurze
Bemerkungen gestatten. B e r e i t s seit 1947 gibt es eine Ausbildungsordnung,
in der ein Berufsbild enthalten ist und auch über den Berufsplatz einiges g e sagt ist. Sie ist vom Magistrat von G r o ß - B e r l i n anerkannt worden. Lohntafeln für Haushaltungen sind b e r e i t s seit dem 23. 7. 1947 in Kraft. Der A l l i i e r ten Kommandantur liegt eine Verordnung des Amtes für Arbeit des Magistrats
von G r o ß - B e r l i n über die Regelung der Arbeitsbedingungen der in P r i v a t h a u s halten beschäftigten Arbeitnehmer vor. In der US-Kolonie wird schon nach
dieser Anordnung gearbeitet. Nach Mitteilung des Gesamtverbandes Berlin
in der UGO habe ich infolgedessen den Eindruck, daß dem Antrage weitgehend
gesetzliche Unterlagen und in Kraft befindliche Anordnungen zugrunde liegen.
Um das zu klären und um die Wünsche bezüglich einer Änderung des bestehenden Zustandes zu e r ö r t e r n , beantrage ich für die F D P Überweisung des Ant r a g e s an den zuständigen Ausschuß.
Stadtrat F L E I S C H M A N N : Meine Damen und H e r r e n ! Eines
der schwierigsten mit diesem Gebiet zusammenhängenden P r o b l e m e ist die
F r a g e der Entlohnung und der A r b e i t s z e i t der Hausangestellten. Wenn hier
eine vernünftige und möglichst einheitliche Regelung getroffen werden könnte,
würde die Vermittlung weiblicher Arbeitskräfte in Haushalte wahrscheinlich
s t ä r k e r erfolgen können als bisher. F r a u R a e d e r - G r o ß m a n n hat darauf hingewiesen, daß auf dem Wege des T a r i f v e r t r a g s in d i e s e r Beziehung nichts geschehen kann. Wir hatten bis 1945 eine Tarifordnung des T r e u h ä n d e r s für A r beit, die a b e r aus bekannten Gründen von uns nicht ohne weiteres wieder in
Kraft gesetzt werden kann. Der Alliierten Kommandantur hat über d r e i v i e r t e l
J a h r e eine Vorlage der Abteilung Arbeit über die Regelung der Arbeitszeit,
der Entlohnung usw. der Hausangestellten vorgelegen. Anscheinend hat man
sich in der Alliierten Kommandantur nicht einigen können. Man hat uns die
Vorlage zurückgeschickt, und zwar mit der Mitteilung, es sei eine deutsche
Angelegenheit. Also in F o r m einer Anordnung kann die Regelung nicht getroffen werden. Wir wollen aber gern in Verfolg des Antrages der sozialdemok r a t i s c h e n Fraktion prüfen, welche Möglichkeiten für eine gesetzliche R e g e lung gegeben sind.
Stellv. Vorsteher F r a u Dr. M A X S E I N : Weitere Wortmeldungen
liegen nicht vor. E s ist der Antrag auf Überweisung an den zuständigen A u s schuß gestellt worden. Wer für Ausschußüberweisung ist, den bitte ich um
das Handzeichen. - Die Gegenprobe! - Die Überweisung ist einstimmig b e schlossen.
        
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