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Periodical volume Nr. 32, 1. November 1949, Ordentliche Sitzung

Full text: Stenographischer Bericht Issue 1949

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handelt es sich um nichts weiter als um eine F r a g e des guten Geschmacks
oder des Taktes oder der Toleranz, wie Sie wollen. E s handelt sich eben
darum, daß, wenn ein solches Kuratorium aus zwei B e z i r k s a m t s m i t g l i e dern und drei B e z i r k s v e r o r d n e t e n zu bilden ist, von vornherein nur solche
P e r s ö n l i c h k e i t e n - von welcher P a r t e i auch i m m e r - in das Kuratorium
delegiert werden, die i h r e r eigenen Haltung nach, in diesem Falle i h r e r
religiösen Haltung nach sich in Idealharmonie mit dem Zweck der Stiftung
befinden. Daß dies nicht geschehen ist, muß ich für maine P e r s o n und
für meine Fraktion bedauern. Ich muß es um so mehr bedauern, als wir
in der gleichen F o r m , wie es hier heute geschehen ist, seinerzeit in der
W i l m e r s d o r f e r B e z i r k s v e r o r d n e t e n v e r s a m m l u n g an diejenigen, die es angeht, mit aller Vorsicht und mit a l l e r Zurückhaltung appelliert haben, man
möge doch dem Geiste der Stiftungsurkunde Rechnung tragen.
Ich bin m i r indessen bewußt, daß hier die S t a d t v e r o r d n e t e n v e r s a m m lung oder der Magistrat wahrscheinlich keinen Einfluß rechtlicher A r t hat,
die Kuratoriumsbildung irgendwie zu reglementieren. Unser Appell kann
a l s o von d i e s e r Stelle aus nur an das B e z i r k s a m t und an die B e z i r k s v e r o r d netenversammlung Wilmersdorf gerichtet werden. E s wäre eine freundliche Geste, wenn diejenigen, die es angeht, von selbst die Konsequenzen
daraus zögen.
(Beifall bei der FDP )
Stadtv. S C H O L Z (SPD) : Ich glaube, auf diese Debatte ist
noch mit zwei Sätzen einzugehen. Die Debatte in der Wilmersdorfer B e z i r k s v e r o r d n e t e n v e r s a m m l u n g hat vor zirka anderthalb J a h r e n stattgefunden. Keiner der beiden Sprecher hat auch nur einen F a l l anführen können,
daß in diesen anderthalb J a h r e n im Blisse-Stift irgend etwas geschehen ist,
wonach nicht alles t o l e r i e r t worden ist, was in der Stiftungsurkunde steht.
Ich glaube, damit zeigt sich klar und deutlich, daß es sich hier nachträglich
u m den Versuch handelt, etwas zu k o r r i g i e r e n , was man in der W i l m e r s d o r fer B e z i r k s v e r o r d n e t e n v e r s a m m l u n g nicht hat durchsetzen können.
(Zuruf.)
Damals ist in der Debatte in Wilmersdorf, an der ich auch teilgenommen
habe, in absolut kollegialer und t o l e r a n t e r Weise verfahren worden, und
es ist gar keine Veranlassung, jetzt noch auf die Dinge einzugehen, um so
weniger als bisher kein F a l l bekanntgeworden ist, daß dem Sinne der Stifter
irgendwie entgegengehandelt worden ist.
Stadtv. Dr. K R U S P I (FDP) : Meine Damen und H e r r e n ! Ich
habe nicht die Absicht, Sie länger mit diesen Dingen aufzuhalten als e r f o r derlich. Aber es ist doch erforderlich, dem v e r e h r t e n H e r r n Kollegen Dr.
Scholz zu antworten (Zuruf von der SPD)
- dem v e r e h r t e n Kollegen Dr. Scholz sagte ich - ich wiederhole das noch
einmal -, daß, solange von dieser Stiftung aus nur ein Gebäude zu verwalten
        
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