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Periodical volume Nr. 30, 27. Oktober 1949, Ordentliche Sitzung

Full text: Stenographischer Bericht Issue 1949

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Gelassenheit und ohne die Möglichkeit, daß wir uns hier gegenseitig unnötige
Vorwürfe machen. Wir wollen vielmehr tatsächlich nach dem Ausweg suchen,
den wir brauchen. Das Vollen wir schließlich alle.
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(Beifall bei der F D P . )
V o r s t e h e r S U H'R : Meine Damen und H e r r e n ! E s liegt m i r vollkommen
fern, Ihre A u s s p r a c h t in irgendeiner Weise einschränken zu wollen. Ich darf
nur feststellen, daß ^etzt noch zwei Redner gemeldet sind: H e r r Stadtverordneter Tiburtius und F r a u Jeanette Wolff. Ich bitte aber zu erwägen, ob wir es
nicht vorziehen sollten, jetzt in die Mittagspause einzutreten, um entsprechend
den Anregungen, die hier gemacht worden sind, den Ä l t e s t e n r a t einzuberufen
und die Hauptaus^fchußberatung durchzuführen. Ich bitte die Redner, das freundlicherweise mit zu berücksichtigen. H e r r Stadtverordneter T i b u r t i u s !
Stadtv. D r . i T I B U R T I Ü S (CDU): Ich will das sehr gerne tun. Meine
Damen und H e r r e n ! Mir scheint, d i e s e r Gegenstand sollte wirklich dem F a n a t i s m u s entzogen werden. Ich fühle hier eine Spur von Fanatik, die, glaube ich, i
nicht ganz dem sachverständigen Verstand und dem Nachdenken derselben Männer standhalten würde, die jetzt mit so schwerenBemerkungen eine so scharfgesalzene Kritik an dem üben, was in Westdeutschland versucht wird. Ich möchte mich da mehr an ihr b e s s e r e s Wissen und Denken wenden und habe das bisher
nie erfolglos getan. Ich hoffe, wir kommen dann u m s o schneller auch zur P a u se und zur weiteren Arbeit.
Meine Damen und H e r r e n ! Daß die KartoffelpreisoilwickhBTg äußerst bedrohlich
ist, darüber sind wir uns alle klar, Aber wer von Ihnen gewohnt ist, Wirtschaftsrechnungen durchzuführen, weiß doch, daß es bei rückläufigen E r t r ä g e n
und stabilen Kosten nach Adam R i e s e leider Gottes nicht a n d e r s geht, als daß
der höhere Kostenanteil auf die geringeren Produkte abgewälzt wird und dadurch die Produkte etwas t e u r e r Werden. Wenn man das vermeiden will, kommt
man in die Lage, der der eine Zwischenrufer vorhin etwas d r a s t i s c h , aber sehr
treffend Ausdruck gab: dann wird eben das Produkt teilweise auf anderen Wegen
wieder an'den Konsumenten kommen zu den P r e i s e n , die der Konsument oder
ein Teil d'er Konsumenten dann bezahlt. Dem ziehen wir lieber ein d u r c h s i c h t i ge offene/Marktwirtschaft vor, bei der man die vorhandenen Kosten wirklich a u s weisen und abwälzen kann. Das ist, glaube ich, vernünftig. Oder wir müßten
alle die Kontrollen wieder eintreten lassen, die Sie, meine Damen und H e r r e n ,
auch nicht wollen.
Wir m ü s s e n konsequent sein. Wir alle miteinander wollen doch nicht m e h r
ein P r e i s b i l d u n g s - und P r e i s k o n t r o l l s y s t e m , , bei dem man jeden Pfennig nach4
rechnet und sagen muß: alle P r e i s e , die von vorhandenen Stoppfiktionen abweichen , werden verboten, und dafür, was aus der Ware und aus dem Bedarf
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wird, können wir leider nichts. Das geht nicht. Das wäre Nummer 1.

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