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Periodical volume Nr. 29, 13. Oktober 1949, Ordentliche Sitzung, leere Seite

Full text: Stenographischer Bericht Issue 1949

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die irgendein o s t s e k t o r a l e s oder ostzonales Unternehmen zu v e r t r e t e n
haben und infolgedessen nur Einkünfte in O s t m a r k haben,gesagt: du bist
ja hier beim Arbeitsamt bzw. beim Bezirksamt des Westens r e g i s t r i e r t ,
infolgedessen hast du deinen Wohnsitz i m Westen, hast du deinen Betrieb
im Westen und hast Ostmarkeinkünfte, du fällst nicht darunter. Meine Dam e n und H e r r e n ! Auch diesem P e r s o n e n k r e i s muß unbedingt geholfen w e r den, und wir haben es daher, um Ungerechtigkeiten zu vermeiden, nicht
allein auf den Betriebssitz abgestellt, sondern in u n s e r e r Vorlage nur auf
den Wohnsitz abgestellt und haben gesagt: diejenigen F i r m e n , die 1. nur
ganz oder überwiegend O s t m a r k einnehmen, 2. ihren Wohnsitz im Westsektor haben, 3. i h r e Lebensmittelkarte i m Westsektor beziehen und 4.
so geringfügige Einnahmen haben, daß sie beim Umtausch zum Kurs in
eine Notlage kommen würden - das sind die P e r s o n e n k r e i s e , die vornehmlich geschädigt sind -, sollen in den Genuß des Umtauschs kommen.
Bei der bisherigen Vorlage habe ich den H e r r n V e r t r e t e r der Kämm e r e i nach dem Sitzungsprotokoll des Sonderausschusses für Währungsfragen gefragt: was wird mit den H a n d e l s v e r t r e t e r n ? Die Bestimmung des
§ 2 - das i s t auch die einhellige Meinung des A u s s c h u s s e s - ist Kautschuk
und gibt der Verwaltung die Möglichkeit, so und so zu entscheiden. Wir m ü s sen k l a r e Bestimmungen haben. Der H e r r V e r t r e t e r der K ä m m e r e i - der
K ä m m e r e r selbst war nicht anwesend - hat m i r darauf geantwortet, man
möge diese Dinge der Verwaltung überlassen, die sie im Wege der Durchführungsbestimmungen regeln will. Nein, meine Damen und H e r r e n , diese
Dinge sind keine Dinge, die der Exekutive, der Verwaltung ü b e r l a s s e n w e r den können, sondern diese Dinge sind Sachen, die i m I n t e r e s s e des Schutzes
der Währungsgeschädigten und i m I n t e r e s s e einer k l a r e n Hilfeleistung
durch klar formulierte gesetzliche Bestimmungen ihre Regelung finden
m ü s s e n . Wir wollen diese Klarstellung haben.
Nun sagt der H e r r K ä m m e r e r s ich r e i c h e mit meinen Mitteln nicht
aus. Ich weiß aus meiner Tätigkeit i m Sonderausschuß für Währungsfragen,
daß wir bei dieser F r a g e weitgehend auf Schätzungen angewiesen sind, und
der H e r r K ä m m e r e r hat offenbar bei der Begründung seiner Vorlage auch
Zahlen genannt, die auf Schätzungen beruhen, und nun wissen wir alle, daß
wir uns bei Schätzungen auch verschätzen können. Ich glaube Grund zu der
Annahme zu haben, daß der H e r r K ä m m e r e r sich hier ganz erheblich v e r schätzt hat. Der H e r r K ä m m e r e r hat in seinem Bericht gesagt, daß bisher
383 000 DM ausgezahlt worden sind. Wir haben jedoch b i s h e r - das Währungsnotopfer soll nur für die Monate September, Oktober, November e r hoben werden - etwa die Hälfte der Zeit hinter uns, können also damit r e c h nen, daß nach dem bisherigen Zustand die Anforderungen an das Währungsnotopfer rund 770 000 DM betragen. E s sind aber b e r e i t s bei E r l a ß der
Vorlage, nämlich vor etwa 14 Tagen, 720 000 DM aus dem Währungsnotopfer nach den Angaben des M a g i s t r a t s eingegangen. Diese Summe reicht
also etwa aus, um den bisherigen Zustand zu decken.
        
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