Path:
Periodical volume Nr. 27, 29. September 1949, Ordentliche Sitzung

Full text: Stenographischer Bericht Issue 1949

27

69

1. 4. 1949 für den Gesamtbetrag von 600 M pro Monat zu v e r m i e t e n .
Hier erhebt sich nun die F r a g e : ist es tatsächlich zweckmäßig, diesen Mietsvertrag anzunehmen, ist das Grundstück geeignet, oder ist
e s vielleicht zweckmäßiger, ein in den Händen des M a g i s t r a t s befindliches Gebäude mit den Mitteln, die sich im Laufe der Zeit i m m e r
weiter erhöhen, auszubauen, oder ist es vielleicht noch zweckmäßiger,
den Versuch zu machen, mit dieser Summe m e h r e r e billigere Häuser
instandzusetzen? Denn im vorliegenden Falle können wir nur 60 Kindern
Unterkunft gewähren. In Wirklichkeit ist es aber eine Vielzahl von jungen Menschen und Kindern, die ein geordnetes Heim haben müßten.
Deshalb geht u n s e r e Meinung dahin, daß darüber noch einmal
genau b e r a t e n werden müßte, und zwar speziell im Hinblick auf die
Tatsache, daß in den Mitteilungen des Stadtverordnetenvorstehers Nr. 17
eine Mitteilung Nr. 91 zur Kenntnis gebracht wurde, wonach in der v o r i gen Legislaturperiode der Beschluß gefaßt wurde, für eine sehr große
Anzahl von Kindern in der Zitadelle von Spandau etwas Ähnliches einzurichten, daß aber über ein Jahr später die Mitteilung erfolgte, die Durchführung dieses Beschlusses m ü s s e unterbleiben, weil sich die Zitadelle
für diesen Zweck als ungeeignet e r w e i s e . Ich bitte, m i r unter Bezugnahme
auf diese Tatsache den Hinweis zu gestatten, daß die Auffassung, es w e r de alles i m m e r gründlich beobachtet und beurteilt, bevor es an die Stadtverordnetenversammlung zur Beratung gelange, immerhin in Zweifel gezogen werden darf. Neuerdings ist dem Hauptjugendamt von der. Abwicklungsstelle der Wehrmachtsgrundstücke, wie sich ebenfalls aus der Mitteilung
Nr. 91 ergibt, der ehemalige Mannschaftsblock der 9. Kompagnie ü b e r wiesen worden. Dort wird nun geprüft, ob vielleicht in Anbetracht des B e s c h l u s s e s ein Kinderheim aufgemacht werden könnte. So ähnlich stelle ich m i r
vor, daß man auch im vorliegenden Falle in Übereinstimmung mit dem Hauptjugendamt vorgehen müßte, um tatsächlich mit wenigen Mitteln ein Optimum
zu e r r e i c h e n . E s ist zwar durchaus richtig - und ich u n t e r s t r e i c h e es hundertprozentig -,wenn i m m e r gesagt wird: "Das Beste ist gerade gut genug für
die Jugend", aber das Beste ist in diesem F a l l e auch das Zweckmäßigste.
Wir m ü s s e n mit unseren Mitteln haushalten und versuchen, mit den wenigsten Mitteln ein Optimum an Leistung zu e r r e i c h e n .
Aus diesem Grunde beantrage ich h i e r m i t Überweisung der Drucksache Nr. 356 an den Ausschuß für Jugendfragen zwecks Überprüfung der
gegebenen Möglichkeiten.
Stellv. Vorsteher F r a u Dr. MA X S E I N : Weitere Wortmeldungen liegen nicht vor. E s ist der Antrag auf Überweisung der Vorlage an den
Ausschuß für Jugendfragen gestellt worden. Wer für Ausschußüberweisung
ist, den bitte ich um das Handzeichen. - Die Überweisung ist einstimmig b e schlossen.
        
Top of page

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.