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Periodical volume Nr. 26, 15. September 1949, Ordentliche Sitzung

Full text: Stenographischer Bericht Issue 1949

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Und wenn hier sehr beweglich und nett gesagt worden ist: ja, wir brauchen
jeden Pfennig Kapital, wie kann man Kapital v e r g r ä m e n ? , - gerade, weil
wir es so bitter nötig brauchen, kann man auf den Einfall kommen, daß man
dem, der den Entschluß aufbringt, uns Kapital zu geben, gewisse Garantien
bietet! So scheint m i r das Finale in dem Zusammenhang hier zu sein.
Wir sind auch nicht ganz davon überzeugt, daß die P a r a l l e l e zwischen
Examen und Befähigungsnachweis d i e s e r A r t ganz zutrifft. Sehen Sie: ich
kann über die Malicen und auch die Wohltaten von Examina auch so einiges
aussagen, habe es schon einmal gesagt. Ich habe gar keine Begeisterung,
Examina abzuhalten, mich einem Examen von Kollegen ohne w e i t e r e s p r e i s zugeben. Man kann a l s P r o f e s s o r den P r o f e s s o r sehr schnell etwas ad a b surdum führen. Das ist vollkommen richtig. Einseitige Examina d i e s e r A r t
sind i m m e r ziemlich tückische Angelegenheiten.
Und damit nicht diese üble Auslese P l a t z greift, die nur diktiert
i s t von Platzangst oder von dem knappen Raum in der Wirtschaft, deswegen
- so haben wir uns gedacht - ist dieser § 6 so fruchtbar auszuwerten, wie
Sie, w e r t e r Kollege Ronge, es auch als i m m e r h i n möglich anerkennen, daß
man nicht nur die eigene Gruppe, sondern auch Lieferanten und Abnehmer
hört. Dem von Ihnen sehr richtig angeführten F a l l , es könnte ja ein G r o s s i s t
z. B. sehr d a r a n i n t e r e s s i e r t sein, daß auf einem örtlichen Markt keine neuen
Einzelhändler auftreten, weil seine bisherigen Abnehmer dadurch geschädigt
werden, muß man dadurch Rechnung tragen, daß man alle G r o s s i s t e n hört,
die an dem Markt überhaupt beteiligt sind, auch solche, die einem neuen
Anwärter i m Einzelhandel oder Handwerk Ware anvertrauen wollen.
(Zuruf von der F D P . )
- J a , das i s t Sache des M a g i s t r a t s . Das ist natürlich die Grundvoraussetzung,
die ich m i r zu machen erlaubt habe, daß der Magistrat mit diesem gar nicht
so schlechten Gesetz anständig und klug umgehen wird. Das werden wir uns
näher anzugucken haben, ob das unberechtigter Optimismus ist heute i m
Stadium der Abstimmung oder ob wir auf die Dauer der Durchführung des Ges e t z e s bei derselben Meinung bleiben können. Diese Möglichkeit und Verpflichtung haben wir in der Tat.
Und dann gibt es schließlich auch noch den Abnehmer. E s gibt bei
der F r a g e , ob man einen neuen G r o s s i s t e n braucht, eben nicht nur den
G r o s s i s t e n , auch nicht nur den Fabrikanten als Selbstverwaltungsrepräsentant und Mitglied, es gibt auch den Einzelhändler, den Handwerker, die h i e r
gehört werden müssen. Die m ü s s e n alle zu Worte kommen.
Nun möchten wir das einzige, was uns von all den Hinweisen, die
wir von der FDP erfuhren, hier in e r n s t e Gewissenserforschung hineingenötigt hat, in F o r m eines Änderungsantrags zum § 3 zum Ausdruck bringen.
Hier i s t in der Tat eine gewisse Elastizität in der Fassung vorgesehen, die
doch unerwünschte Folgen haben könnte. Die Worte "in der Regel" in der
zweiten Zeile des § 3 scheinen nicht sehr sinnvoll und nicht glücklich zu sein;
        
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