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Periodical volume Nr. 24, 14. August 1949, Außerordentliche Sitzung

Full text: Stenographischer Bericht Issue 1949

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Ausdruck geben, daß die Kommandantur dem Wunsche der gesamten Berliner
Bevölkerung nach einer unmittelbaren freien geheimen und direkten Wahl
nicht glaubte stattgeben zu können. Die Berliner haben in i h r e m Kampf um
die F r e i h e i t gezeigt, daß sie reif sind, für eine demokratische Mitwirkung
i m gesamtdeutschen und i m europäischen Rahmen.
(Sehr gut! bei der SPD.)
Und wir sind davon überzeugt, daß die jetzige Lösung nur ein kurzfristiges
P r o v i s o r i u m darstellt, dem sehr bald die freien geheimen und direkten Wahlen der B e r l i n e r Bevölkerung und i h r e r Abgeordneten für einen Deutschen Bundestag werden folgen können.
(Sehr richtig! b e i d e r

SPD.)

Die V e r t r e t e r , die wir jetzt nach Bonn entsenden, sind, wie H e r r
Stadtverordnetenvorsteher Dr. Suhr b e r e i t s betonte, die V e r t r e t e r von ganz
Berlin. Wir wissen, daß der Ostsektor diese Auffassung einmütig mit uns
teilt.
(Sehr richtig! bei der SPD. )
Sie sind aber nicht nur die V e r t r e t e r ganz Berlins, sie sind auf Grund i h r e r
besonderen Kenntnis, auf Grund i h r e r besonderen Erfahrungen, auf Grund
der besonderen Situation Berlins vor allen Dingen die Sachwalter der sowjet i s c h besetzten Zone.
(Beifall bei der SPD. )
Wir wissen, meine Damen und H e r r e n , daß in dieser Stunde in der Zone des
Schweigens in Kümmernis und Dunkelheit Millionen Menschen heimlich am
Radio sitzen und die Übertragung dieser Sitzung hören. Und sie hören nicht
nur die Übertragung dieser Sitzung, sondern i h r e ganze Hoffnung auf F r e i h e i t ,
auf Gleichheit, auf soziale Gerechtigkeit, ihre ganze Hoffnung, daß auch in
i h r e r Zone eines Tages die Grundsätze der Menschlichkeit gelten mögen, v e r - (
bindet sich mit diesem Akt und mit der Mitwirkung Berlins im Deutschen Bundestag.
(Sehr gut!)
Ich habe die E h r e und die F r e u d e , Ihnen die Vorschläge der sozialdemokratischen Fraktion zu u n t e r b r e i t e n und Ihnen die von u n s e r e r Fraktion
vorgeschlagenen Abgeordneten vorzustellen. Ich glaube, es hieße Eulen nach
Athen tragen, wenn ich viel zu den einzelnen Vorschlägen zu sagen hätte. Die
sozialdemokratische Fraktion hat ihre besten F r a u e n und Männer für diese
große Aufgabe ausgewählt. Sie hat sie ausgewählt in dem Bewußtsein, daß sie
ihnen, die hier in dieser Stadt schon wichtige Funktionen erfüllen, noch eine
neue Bürde auferlegt.
Ich brauche Ihnen u n s e r e v e r e h r t e F r a u Louise Schroeder, B ü r g e r m e i s t e r von Berlin, nicht vorzustellen. Ich darf nur sagen, daß die sozialdemok r a t i s c h e Fraktion in ihr eine F r a u vorschlägt, die nicht nur die Zuneigung,
d i e Verehrung und das Vertrauen der Berliner Bevölkerung besitzt, sondern
        
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