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Periodical volume Nr. 23, 28. Juli 1949, Ordentliche Sitzung

Full text: Stenographischer Bericht Issue 1949

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schwarz kaufen kann, die Kohle auch zu einem für sie erschwinglichen
P r e i s bekommt. Dabei möchten wir nochmals bitten, denen ein Sonderkontingent an Kohle zu geben, die kein Gas und keinen Strom haben.
Gleichzeitig e r i n n e r n wir an u n s e r e n Antrag, sämtlichen Berlinern, die,
wie schon die F r a u Stadtverordnete Fechner vorhin erwähnte, den
Kampf um Berlin bestanden haben, jeden Monat eir. Sonderkontingent an
Kohle bereitzustellen, damit jede Berliner Hausfrau den Winter mit Ruhe
e r w a r t e n kann.
H e r r Stadtrat Klingelhöfer erwähnte bei der Antwort auf u n s e r e n Antrag den Einwand, der Berliner würde vielleicht gleich zuviel Kohle v e r brauchen. Nun, gerade der B e r l i n e r hat m e i n e s E r a c h t e n s bewiesen, daß
er wirtschaften kann. Wenn Leistungsprämien für s p a r s a m e Bewirtschaftung
verteilt würden, müßte sie wohl an e r s t e r Stelle der Berliner bekommen,
der mit 25 Pfund Kohlen den Winter überstanden hat, der mit den s p ä r l i chen Mengen an Trockengemüse, Trockenkartoffeln usw. auszukommen
verstanden hat.
Wir befürworten also den Antrag der SPD, bitten aber auch, an u n s e ren Antrag zu denken.
(Beifall bei der CDU.)
F r a u B ü r g e r m e i s t e r S C H R O E D E R : Ich möchte den v e r e h r t e n
Vorrednerinnen nur sagen, daß der Magistrat nicht nur den Antrag auf
Verteilung eines Zentner Kohle gestellt hatte, sondern daß er ein h ö h e r e s
Kontingent beantragt hatte, und zwar je nach der Kopfzahl der F a m i l i e .
Das ist leider bisher nicht genehmigt worden. Aber es liegt b e r e i t s ein
neuer Antrag bei der Kommandantur vor. Wenn meine Vorrednerin s o eben auf das hingewiesen hat, was die B e r l i n e r Bevölkerung im vorigen
Winter durchgemacht hat, so darf ich sagen, daß wir dieses große Opfer nicht
v e r g e s s e n , daß aber im Augenblick Berlin ein d e r a r t i g e s Maß an Kohlen
hat, daß wir in der Lage sind, einen erheblichen P r o z e n t s a t z zu v e r teilen, und daß der Magistrat nach wie vor d a r u m besorgt sein wird.
Vorsteher S U H R : Weitere Wortmeldungen liegen nicht vor. Wir
kommen zur Abstimmung. Wer dem Antrag der SPD-Fraktion über ein
Sonderkontingent an Kohlen (Drucksache N r . 276) zustimmen will, den bitte
ich um das Handzeichen. - Es ist einstimmig so beschlossen.
Wir kommen nunmehr zum letzten, nicht auf der Tagesordnung stehenden Punkt. E s war einleitend bekanntgegeben worden, daß der Ausschuß
für Jugendfragen heute während der Sitzung tagen und zu der Drucksache
Nr, 198, Vorlage zur Beschlußfassung über die Errichtung eines Heimes
für s c h w e r e r z i e h b a r e 12 - bis 14 - jährige Jungen in Berlin-Dahlem,
Schweinfurthstraße 88, Stellung nahmen würde. Der Ausschuß für Jugend-
        
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