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Periodical volume Nr. 23, 28. Juli 1949, Ordentliche Sitzung

Full text: Stenographischer Bericht Issue 1949

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daß die VAB in ihren Leistungen dadurch s t a r k beeinflußt wird. E s
ist schätzenswert, wenn jemand das sagt. Aber wenn nun die Hetze gegen die VAB jahrelang das Thema in den Versammlungen war, und
wenn man jetzt fortgesetzt gegen den Magistrat p o l e m i s i e r t , in dem
Sie sehr stark v e r t r e t e n sind, dann muß man doch fragen: haben Sie
denn keinerlei Verbindung mit Ihren .Leuten, oder denken Sie nur an
Wahlagitation? Denken wir denn nicht bei allen solchen Dingen an B e r lin und an die Einstellung des einfachen Mannes zu den Grundsätzen der
Demokratie? Wie wollen wir die Menschen hinführen an die Mitarbeit
in der Verwaltung der Stadt, wenn wir i m m e r wieder dem einfachen
Mann sagen: hinter v e r s c h l o s s e n e n Türen.' - alles betrügt dich n u r ] P a r t e i k r i p p e ! und ähnliches. Wollen wir uns diese Dinge nicht endlich
einmal abgewöhnen?
"Und darum, meine Damen und H e r r e n , wäre es gut und anständig,
wenn man telefonisch dem H e r r n Stadtrat Nicklitz gesagt hätte: wollen
wir nicht eine Versammlung einmal mit dem Baugewerbe machen, mit
den V e r t r e t e r n des Baugewerbes? Aber daß man das, nachdem man
Kenntnis hat von X-Versammlungen, von tätiger Arbeit auf dem Gebiet,
zu einem Antrag im Stadtparlament erhebt, das geht über die Notwendigkeit sachlicher Art weit hinaus, wenigstens nach meiner Meinung. D e s halb möchten wir doch sehr bitten, wenn hier starke Worte gefallen sind
von einer Traditionskompanie, - ja, wir jagen doch, volkstümlich a u s g e drückt, der Opposition aus dem Osten die Hasen in die Küche, wenn wir
fortgesetzt Unzufriedenheiten gegen den Magistrat und gegen die Demok r a t i e schüren. Und wenn sich dann H e r r Markewitz, der ja sonst in den
Ausschüssen Gelegenheit zur Aussprache mit uns hat, hinstellt mit Anstrengungen und fast an Erschütterung heranreichender Stimme sagt: Sie
machen sich gar keine Vorstellung von dem grausigen Elend, das hier in
Berlin h e r r s c h t - ach, lieber Gott, dann sind das hier o r a t o r i s c h e Übungen, die wir angesichts der schweren Arbeit, die wir vor uns haben, unt e r l a s s e n sollten.
Ich würde also doch sehr empfehlen, daß wir uns s t ä r k e r mit den
sachlichen Dingen beschäftigen. Dafür haben wir die Ausstellungen, dafür
haben wir die ausgesprochenen Ausschüsse, dafür, haben wir sogar T e l e fonapparate, wenn es notwendig ist. Aber wenn Sie wünschen, sich in öffentlichen Versammlungen über diese Dinge zu unterhalten, dann wird Ihnen
H e r r M a g i s t r a t s b a u r a t Nicklitz nicht aus dem Wege gehen.
Ich will ihn fragen: sind solche Dinge schon, einmal privatian an Sie
herangetragen worden und angeregt worden, H e r r Stadtrat?
(Stadtrat: Nicklitz: Selbstverständlich, wir führen
ja solche Unterredungen.)
Haben Sie abgelehnt?
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(Stadtrat Nicklitz: Niemals!)

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