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Periodical volume Nr. 23, 28. Juli 1949, Ordentliche Sitzung

Full text: Stenographischer Bericht Issue 1949

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Dieser Antrag dient wirklich nicht dazu. Dieser Antrag i s t wirklich nicht
ein Dringlichkeitsantrag in dem Sinne, wie wir die Geschäftsordnung einm a l gefaßt haben, um die Möglichkeit zu haben, Dringlichkeitsanträge
zu stellen. Sie haben sich darüber empört, daß unser F r a k t i o n s r e d n e r
Andresen nun angeblich etwas gesagt hätte, was gegen die E h r e der F D P
geht. Ich v e r s t e h e Sie nicht. Ich weiß Ihre Argumente nicht zu würdigen.
Sie sagen, daß in einer verzweifelten Wirtschaftslage doch endlich
damit begönnen werden muß zu planen.
(Zuruf von der F D P : Das hat er nicht gesagt!)
V e r e h r t e r Kollege Reif, ich wundere mich, daß Sie jetzt auf einmal so
für die Planung eintreten.
(Beifall bei der SPD. )
Ich möchte ausdrücklich sagen, daß Sie, H e r r Kollege Reif, einer der
sachlichsten Redner d i e s e s Hauses sind. Aber wir verwahren uns gegen
die Art, wie hier Anträge gemacht werden. Das braucht sich nicht nur
allein um Baufragen zu handeln oder um Wirtschaftsfragen oder um die
VAB.
E s ist i m m e r d a s s e l b e : in den Ausschüssen erkennen Sie die sachliche Notwendigkeit an, und in der Öffentlichkeit bemüht man sich, als T r a ditionskompanie der P a r o c h i a l s t r a ß e zu m a r s c h i e r e n . Das ist letzten Endes
d a s , worauf e s ankommt. Man will hier die augenblicklich schwierige Lage
der Stadt Berlin benutzen, um in den öffentlichen Versammlungen und in
den Zeitungen, die sich dafür zur Verfügung stellen, i m m e r wieder gegen
den Magistrat Propaganda zu machen, in dem man letzten Endes e i n s t i m m i ge Beschlüsse faßt. Das führt uns eben dazu, daß wir sagen, d e r a r t i g e Agitationanträge machen wir nicht m i t .
Letzten Endes, H e r r Kollege Reif, i s t doch die Ursache des Antrages
und der Antragsteller aus einem sehr persönlichen Motiv herausgekommen.
Der B e r a t e r , der zu diesem Antrag die Veranlassung gegeben hat, ist ein
früheres Mitglied von uns, ein Dr. Dr. , der es nicht verwinden kann, daß
ein 36jähriger Fachmann, ein 36jähriger Architekt, nun der Leiter der Abteilung Bau im Magistrat geworden ist, und dieser H e r r Dr. Runge glaubt
nun, irgendwie Anlaß nehmen zu müssen, daß man gegen diesen Stadtrat
stänkern muß. Wir sagen in aller Öffentlichkeit, daß wir die Tatkraft und
Leistung dieses H e r r n begrüßen, daß wir uns freuen, daß während der Zeit
der Blockade in dem Tempo e n t t r ü m m e r t worden ist, und daß wir uns freuen, daß kurze Zeit nach Beendigung der Blockade von u n s e r e m Stadtrat
Nicklitz auch die Voraussetzungen rechtlicher Art geschaffen worden sind,
daß wir durch die Finanzierungsmaßnahmen in hoffentlich recht k u r z e r Zeit
zu positiven Baumaßnahmen kommen. Und dazu brauchen wi/weder V e r sammlungen, noch so ein Stück Volksdemokratie, daß alles zusammenge-
        
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