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Periodical volume Nr. 20, 1. Juli 1949, Ordentliche Sitzung

Full text: Stenographischer Bericht Issue 1949

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Sicherung der Währungsgeschädigten zu tun, was d e u t s c h e r s e i t s möglich
ist. Ich beantrage deshalb hiermit, die Drucksache Nr. 201 dem Sonderausschuß für Währungsfragen zu überweisen.
E s liegen nun noch zwei Anträge der CDU-Fraktion auf den D r u c k s a chen Nr. 209 und 210 vor. Meine Damen und H e r r e n ! Ich muß Ihnen sagen,
daß m i r angesichts der ernsten Situation, in der wir uns befinden, beide Ant r ä g e beim besten Willen nicht verständlich sind. Der Antrag Nr. 209 fordert,
daß Briefmarken, die durch die Währungsergänzungsverordnung ungültig geworden sind, beim P o s t a m t umgetauscht werden können, wobei eventuell der
Umtauschende W e s t m a r k i m Verhältnis 3 : 1 verlangen kann. E s wird sich
h i e r wirklich um kleinere Beträge handeln, es sei denn, daß die C D U - F r a k tion eine Sonderhilfe augunsten der Briefmarkenhändler wünscht, die sich
etwa verkalkuliert haben. E s wäre dann allerdings ein glückliches Geschäft
für den privaten Briefmarkenhandel, daß er die aufgesammelten und aufgekauften Briefmarkenbogen nun zum Kurs von 3 : 1 , also fast zur Hälfte des bestehenden T a g e s k u r s e s in W e s t m a r k verwandelt. E s ist nicht u n s e r e Aufgabe, einem
solchen Gewerbezweig - einen anderen Gewerbezweig kann es nicht treffen in d i e s e r völlig ungerechtfertigten Weise zu helfen.
Meine Damen und H e r r e n von der CDU-Fraktion! Ich kann es m i r nicht
e r s p a r e n , Ihnen vorzuhalten, daß dieser Antrag wieder einmal ein r e i n e r P r o pagandaantrag ist, wie wir sie ja in der letzten Zeit von Ihnen häufig erfahren
haben.
(Zustimmung bei der SPD. - Widerspruch bei der CDU. )
Wir denken gar nicht daran - auch das haben wir Ihnen von dieser Stelle aus
eindeutig e r k l ä r t - Propagandaanträgen, die zum F e n s t e r hinaus gestellt w e r den, u n s e r e Zustimmung zu geben. Die S P D - F r a k t i o n wird daher der Drucksache Nr. 209 nicht zustimmen.
Noch gefährlicher und nach meiner Auffassung nicht genügend überlegt
ist der Antrag auf Drucksache Nr. 210. Mit dem Antrag Nr. 210 fordert die
CDU-Fraktion, daß bis zum 21. März der verbrauchte Strom eventuell im Wege der Schätzung der P r o z e n t z a h l teilweise noch in Ostmark gezahlt werden
kann. F ü r eine d e r a r t i g e Maßnahme fehlt jede Rechtsgrundlage. Meine Damen
und H e r r e n von der CDU-Fraktion, haben Sie sich wirklich ernsthaft überlegt,
was das bedeutet? Wir haben in den Berliner Westsektoren etwa 750 000 bis
800 000 Stromabnehmer. Die einzelnen Stichtage sind unterschiedlich. E s müßte
also jede Rechnung der 750 000 bis 800 000 Stromabnehmer durch ein besond e r e s Büro der Bewag einzeln prozentual daraufhin umgerechnet werden, wieviel P r o z e n t Ostmarkanteil und wieviel P r o z e n t Westmarkanteil darin enthalten
sind. Ich halte Sie für sachverständig genug, meine Damen und H e r r e n von der
CDU, daß Sie sich die Größe des Büros, das hierfür erforderlich wäre, selbst
v o r s t e l l e n können. F ü r den einzelnen handelt es sich nur u m ein p a a r Mark.
F ü r die Bewag würde es sich nach m i r vorliegenden Schätzungen um etwa 5
Millionen M handeln, die die Bewag in O s t m a r k an Stelle i h r e s W e s t m a r k a n spruches hereinnehmen müßte. Ich wundere mich über diesen Antrag um so
m e h r , als i m Sonderausschuß für Währungsfragen b e r e i t s i m A p r i l diese F r a gen besprochen worden sind und auch die H e r r e n V e r t r e t e r von der CDU der
        
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