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Periodical volume Nr. 64, 15. April 1948, Ordentliche Sitzung

Full text: Stenographischer Bericht Issue 1948

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Haus Gebrauch machen, in besonderen Fällen die Redezeit zu v e r l ä n g e r n .
Wenn Sie, meine Damen und H e r r e n , u n s e r e n Antrag, also den Ant r a g der Stadtverordnetenfraktion der SED ablehnen sollten, die Redezeit
in d i e s e m Falle nicht zu beschränken, also unbeschränkt zuzulassen, um
uns Gelegenheit zu geben, zu d i e s e m Fragenkomplex hier Stellung zu nehmen, dann m ü s s e n wir uns für die Zukunft auf den Standpunkt stellen, daß
auch die Mitglieder des M a g i s t r a t s , soweit es sich um Ihre Ausführungen
handelt, der gleichen Beschränkung unterliegen wie die Redner der Stadtverordnetenversammlung.
(Sehr r i c h t i g ! bei der SED.)
Das ist dann wirklich gleiches d e m o k r a t i s c h e s Recht sowohl für den Magis t r a t wie für die Stadtverordnetenversammlung.
Ich beantrage also zur Geschäftsordnung, daß der Debatte über diese F r a g e nicht durch eine Beschränkung der Redezeit ausgewichen wird,
sondern daß der Debatte freier Lauf gelassen wird.
V o r s t e h e r S U H R : Meine Damen und H e r r e n ! Nicht nach dem
Beschluß des Ä l t e s t e n r a t s , sondern nach dem Beschluß der Stadtverordnetenversammlung wird sofort auf Antrag einer F r a k t i o n ohne Abstimmung
die Beschränkung der Redezeit aufgehoben. Damit ist die Redezeit unbeschränkt zugelassen. - Zur Geschäftsordnung H e r r Stadtv. Swolinzky.
(Stadtv. Swolinzky: V e r z i c h t e ! )
Das Wort hat nunmehr H e r r Stadtv. Baum.
Stadtv. B A U M (SED) : Meine Damen und H e r r e n ! Die Ausführungen des H e r r n Stadtrat Klingelhöfer waren wenig überzeugend, nur
in einem Teil des Schlusses zeigte er k l a r , wohin die R e i s e geht. Ich
weiß nicht, ob morgen die Zeitungen schreiben werden „Stadtrat Klingelhöfer für SistzverlegungenJ" - ich weiß aber eins, und das haben wir alle
gehört: daß aus der Rede des H e r r n Stadtrat Klingelhöfer ein tiefes V e r stehen hervorging für diejenigen, die den Sitz I h r e s Unternehmens von B e r lin verlegen, und zwar einfach deshalb, weil, wie er sagte, die Anwendung
dessen, was in der Treuhandverwaltung des sowjetischen Sektors eine Rolle spielt, für Berlin eine Gefahr sei. Das heißt a l s o : von der T r e u h a n d v e r waltung werden eine Reihe von Betrieben s e q u e s t r i e r t , und in diesen s e q u e s t r i e r t e n Betrieben wird so gearbeitet, als seien sie volkseigene B e t r i e be, nämlich als sei das Sozialisierungsgesetz b e r e i t s zur Tatsache geworden. Wenn ich jetzt weiter aus dem, was Sie sagten, H e r r Stadtrat Klingelhöfer, die Folgerung ziehe, dann muß man annehmen, daß, wenn das Soz i a l i s i e r u n g s g e s e t z kommt, noch m e h r eine Berechtigung bestände für die
anderen, mit i h r e m Betrieb oder Sitz abzuwandern. Ich stelle dies hier
ausdrücklich fest.
Meine Damen und H e r r e n ! Wenn man die Rede des H e r r n Stadtrat
Klingelhöfer gehört hat, dann sieht es beinahe so aus, als sei alles in
Ordnung, als bestehe überhaupt kein Abwandern von Berlin, und alles sei
nur lediglich Propaganda. Ich stelle demgegenüber fest, daß nicht, wie
        
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