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Periodical volume Nr. 61, 23. März 1948, Ordentliche Sitzung

Full text: Stenographischer Bericht Issue 1948

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S t e l l v e r t r e t e r H e r r Dr. Schreiber fest, daß solche beleidigenden Äu. ßerungen nach u n s e r e r Ansicht bisher nicht vorgekommen sind und daß
wir sie auch in Zukunft nicht zulassen werden.
Nach d i e s e r Erklärung habe ich Ihnen zwei Anträge bekanntzugeben, e r s t e n s einen Antrag der SED-Fraktion folgenden Wortlauts:
Die Stadtverordnetenversammlung wolle beschließen:
Der Stadtverordnetenvorsteher und die F r a k t i o n s v o r s i t z e n d e n w e r den beauftragt, sich noch heute an die Alliierte Kommandantur zu
wenden, um von ihr unverzüglich zwecks Besprechung der vom
Stadtverordnetenvorsteher gemachten Mitteilungen empfangen zu
werden,
zweitens einen von den Fraktionen der SPD, der CDU und der LDP u n t e r schriebenen Antrag:
Die Stadtverordnetenversammlung billigt die Erklärung des Stadtv e r o r d n e t e n v o r s t e h e r s zu Beginn der heutigen Sitzung und spricht
ihm das V e r t r a u e n a u s .
Wünscht jemand zu diesen Anträgen das Wort? - Das ist nicht der F a l l .
Dann können wir gleich zur Abstimmung kommen, und zwar zunächst über
den Antrag der F r a k t i o n der SED. Ich brauche ihn wohl nicht noch einmal zu v e r l e s e n . Wer dem Antrag der SED seine Zustimmung geben will,
den bitte ich um das Handzeichen. - Der Antrag ist einstimmig angenommen worden.
Wir kommen zur Abstimmung über den Antrag der Fraktionen der
SPD, CDU und LDP. Wer dem Antrage seine Zustimmung geben will, den
bitte ich um das Handzeichen. - Der Antrag ist mit Mehrheit angenommen
worden. Ich danke den Damen und H e r r e n , die m i r das V e r t r a u e n a u s g e s p r o chen haben. Ich bedaure, daß ein Teil des Hauses nacht in der Lage gewesen ist, m i r das Vertrauen, das m i r bei der einstimmigen Wahl zum Stadtv e r o r d n e t e n v o r s t e h e r erwiesen wurde, weiterhin zu bezeugen. Nichtsdestoweniger wird es mein B e s t r e b e n und, ich glaube hinzufügen zu dürfen,
auch das B e s t r e b e n meines S t e l l v e r t r e t e r s des H e r r n Dr. Schreiber sein,
die Verhandlungen gerecht und objektiv, ohne Rücksicht auf die Stellungnahme irgendeiner F r a k t i o n zu leiten. Ich möchte wünschen und hoffen,
daß wir beide uns damit das V e r t r a u e n des gesamten Hauses wieder e r werben.
(Lebhafter, langanhaltender Beifall bei der SPD,,
der CDU und der LDP. )
Meine Damen und H e r r e n ! Wir nehmen dann u n s e r e Beratungen über
die Verfassung wieder auf. Wir waren g e s t e r n bei Art. 12 stehengeblieben.
Stadtv. W I S S E L L (SPD) : Meine Damen und H e r r e n ! Die gestrige Diskussion über den A r t . 12 hat gezeigt, daß über die Notwendigkeiten der Wirtschaftslenkung und der Vollbeschäftigung wohl keine grundsätzlichen Unterschiede bei der Mehrheit dieses Hauses bestehen, sondern daß
        
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