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Periodical volume Nr. 53, 15. Januar 1948, Ordentliche Sitzung

Full text: Stenographischer Bericht Issue 1948

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Das heißt also, daß sie nicht m e h r P r o l e t a r i e r auch an den Hochschulen
sind, wie Sie, meine H e r r e n von der rechten Seite dieses Hauses, es nach
dem J a h r e 1918 so klug eingefädelt hatten. Ich muß schon konstatieren,
daß die Sozialdemokratische P a r t e i dasselbe Spiel noch einmal mitmacht
und dasselbe Spiel machen möchte. Worauf es ankommt, ist, daß eine solche Hochschule wirklich mit der Universität verbunden ist, daß sie Bestandteil einer solchen Universität ist. Da es bekanntlich in B e r l i n eine Universität gibt - (wiederholte Zurufe von der SPD und der CDU.)
- Sie hören manches t r a p s e n und v e r s t e h e n es nicht.
(Lachen bei der SPD und bei der CDU.)
Da es eine solche Universität in Berlin b e r e i t s gibt, die sich damit beschäftigt hat und, wie der Rektor mitteilt, tatsächlich ein Institut für Politik gründet, das in Vorbereitung ist, glauben wir, daß die S t a d t v e r o r d n e t e n v e r s a m m lung diese Tatsache begrüßen sollte.
(Widerspruch und Zurufe bei der SPD und der CDU:
Wie lange dauert d a s ? )
Ich glaube, daß eine alte F o r d e r u n g der demokratischen Bewegung damit
i h r e Erfüllung findet. E s waren die Demokraten unter Wilhelm II. und in
der W e i m a r e r Zeit, die wünschten, daß eine solche Hochschule nicht als
eine s e p a r a t e , sozusagen untergeordnete Angelegenheit geschaffen wird, sondern daß sie als Teil einer Universität gilt. Wenn die Universität B e r l i n in
der Lage ist, einem solchen Wunsche stattzugeben, dann gibt es m. E. keinen
Grund, darüber empört zu sein. Wir haben alle Ursache, eine solche fortschrittliche Maßnahme zu begrüßen. Es wird dort die Möglichkeit gegeben
sein, ein Außeninstitut für Politik an der Universität Berlin zu schaffen.
Dieses Außeninstitut, das eine Gemeinschaftsgründung von Instituten ist,
die bei der j u r i s t i s c h e n Fakultät, bei der philosophischen Fakultät und bei
der wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät existieren,
(Zuruf des Stadtv. Landsberg)
gibt also die Möglichkeit, daß die Studenten direkt am Universitätsleben
teilnehmen. Ich glaube, daß damit eine alte F o r d e r u n g i h r e Erfüllung gefunden hat, und u n s e r e F r a k t i o n hält es deshalb nicht für notwendig, eine
besondere Hochschule für Politik zu schaffen.
U n s e r e Fraktion ist der Meinung, daß der Antrag, den 18. M ä r z
zum gesetzlichen F e i e r t a g zu erheben, von der gesamten Bevölkerung b e grüßt wird.
(Zurufe von der SPD und der CDU: Na also!)
U n s e r e F r a k t i o n ist der Meinung, daß die Möglichkeit besteht, im
Zusammenhang mit d i e s e m gesetzlichen F e i e r t a g insbesondere der a r b e i tenden Bevölkerung von Berlin die F e i e r des 18. M ä r z zu e r l e i c h t e r n . Wir
bitten noch einmal darum, daß der Magistrat jetzt ausführlichere Darlegungen über die vorbereitenden Maßnahmen gibt und e r k l ä r t , ob die V o r a u s -
        
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