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Periodical volume Nr. 95, 16. Dezember 1948, Ordentliche Sitzung

Full text: Stenographischer Bericht Issue 1948

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des Verlustes der Ostzone, die unter der berühmten A e r a Brilke, Rumpf
und P r ä s i d e n t Meyer von der Finanzverwaltung bei der DWK einsetzte,
noch i m m e r i h r e Verwaltungskosten aus den Zinsen und aus i h r e m Grundbesitz in Berlin decken. Ein kleiner Zuschuß, der aus dem Westen notwendig w a r , wurde damals schon nur sehr schwer e r r e i c h t gegen den Widerstand des Zonenamtes Hamburg. Also t r o t z der Blockierung der V e r mögen waren die Gesellschaften in der Lage, die Verwaltungskosten aus
diesen Vermögensbeständen aufzubringen.
In der P h a s e , die ich die dritte nennen möchte, die nach demWährungsschnitt eingetreten ist, sind nun die Hypotheken auf 1:10 abgewertet.
Die Hypothekenzinsen gehen ebenfalls nur zu einem Zehntel ein, die Mieten
gehen durchweg in O s t m a r k ein. So ist es wohl e r k l ä r l i c h , daß diese Gesellschaften nunmehr nicht mehr die Möglichkeit haben, i h r e Verwaltungskosten aus ihren alten Grundbesitzbeständen und Vermögensbeständen zu
decken. Damit ist es natürlich, daß der Westen anteilmäßig zur Deckung
der Verwaltungskosten herangezogen wird. Dieser natürliche Zustand w ü r de sicherlich bei den V e r s i c h e r t e n i m Westen auf k e i n e r l e i Widerstand oder
Befremden stoßen.
Anders aber das Aufsichtsamt in Hamburg! Und damit bin ich bei
diesem Aufsichtsamt angelangt, das sich als Hüter der I n t e r e s s e n der Westv e r s i c h e r t e n im besonderen d a r s t e l l t und a l s Wahrer der Durchführung
der Befehle der Militärregierungen. Gestatten Sie m i r in d i e s e m Z u s a m menhang eine Bemerkung! Wir haben i m m e r die Auffassung v e r t r e t e n , daß
u n s e r e deutschen Behörden nicht dazu da sein sollten, die Befehle der Milit ä r r e g i e r u n g e n so eng wie möglich auszulegen, die Militärregierungen in
der Auslegung i h r e r Befehle an Spitzfindigkeit noch zu überbieten, sondern
daß u n s e r e deutschen Behörden zum Schutze der deutschen Bevölkerung da
sind und den Befehlen der Militärregierung eine d e r a r t i g elastische G e s t a l tung geben sollten, daß sie zum Vorteil der deutschen Bevölkerung a u s g e legt werden können.
Anders sieht man es bei diesem Aufsichtsamt in Hamburg. Das sollte
bei d i e s e r Gelegenheit auch einmal zum Ausdruck kommen. Zu d i e s e m
Zonenamt des Reichsaufsichtsamtes in Hamburg fehlt ja nun eigentlich
das Reichsaufsichtsamt; denn es gibt kein Reichsaufsichtsamt m e h r , e b e n s o
wenig, wie es noch R e i c h s m i n i s t e r i e n gibt, die damals alle mit dem Bankrott der Reichsregierung verschwunden sind.
Wozu gehört nun dieses Zonenamt des Reichsaufsichtsamtes in H a m b u r g ? - Dieses Zonenamt umfaßt die Länder Nordrhein-Westfalen, S c h l e s wig-Holstein, Niedersachsen, Hamburg, Bremen, ist aber keiner d i e s e r
Landesregierungen in irgendeiner F o r m koordiniert, sondern besteht nur
kraft des Befehles der britischen Militärregierung in der b r i t i s c h e n Zone.
Dieses Zonenamt hat also nicht wie das B e r l i n e r Aufsichtsamt durch den
Magistrat und seine Zugehörigkeit zum Magistrat irgendeine Stelle r e g i e rungsmäßiger Obrigkeit. E s ist infolgedessen auch gar nicht so wie das
        
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