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Periodical volume Nr. 94, 7. Dezember 1948, Außerordentliche Sitzung

Full text: Stenographischer Bericht Issue 1948

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der überragende Wille der Berliner Bevölkerung zu F r e i h e i t und D e m o k r a tie, wie sie uns a m letzten Sonntag entgegengetragen wurden, und die uns
damit auch neue Verpflichtung geworden sind.
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Meine H e r r e n und Damen! Ich gehe - ich brauche es Ihnen, glaube
ich, gar nicht zu sagen - gern zurück in die Arbeit, u m derentwillen allein
ich vor zwei J a h r e n das Amt des B ü r g e r m e i s t e r s übernommen habe, n ä m lich die Arbeit, die m i r den größten Teil m e i n e s Lebens Lebenserfüllung
gewesen ist, jene soziale Sorge für alle die, die d i e s e r Sorge bedürfen und
die hier in der Stadt Berlin zahlreicher sind als in irgendeiner anderen Stadt.
"Wenn ich b i s h e r in diesen anderthalb J a h r e n mit allen Kollegen des
M a g i s t r a t s aufs engste und kameradschaftlichste zusammengearbeitet habe,
so hoffe ich, in der k u r z e n Zeit, die uns noch b i s zur Neuwahl des Magij
s t r a t s bleibt, auch mit allen den Stadträten, die in der sozialen Arbeit, in
der Wohlfahrts-, in der Jugendarbeit, i m A r b e i t s a m t , im Gesundheitsamt
stehen, noch alles zu tun, um die Not dieses Winters, soweit wir überhaupt
dazu in der Lage sind, zu m e i s t e r n ,
E s ist m i r aber ein Bedürfnis - das werden Sie. v e r s t e h e n -, in dies e m Augenblick allen denen zu danken, die m i r in diesen 19 Monaten b e i g e standen haben in der Führung der Geschäfte der B e r l i n e r Verwaltung. Mein
Dank gilt in e r s t e r Linie meinen Kollegen vom Magistrat und vor allen Dingen m e i n e m S t e l l v e r t r e t e r , H e r r n B ü r g e r m e i s t e r Dr. F r i e d e n s b u r g , der,
wie ich schon vor k u r z e m zu meiner F r e u d e ausführen konnte, in meiner
Krankheit, ohne zu m u r r e n , in kollegialster Weise die Arbeit übernommen
hat. E r gilt aber auch allen Angestellten und A r b e i t e r n des M a g i s t r a t s , ganz
b e s o n d e r s meinen nächsten M i t a r b e i t e r n im Büro des O b e r b ü r g e r m e i s t e r s .
Ohne i h r e Hilfe wäre ich n i e m a l s in der Lage gewesen, die Arbeit so reibungslos, wie es geschehen ist, zu m e i s t e r n . Der Dank gilt auch der gesamten
B e r l i n e r Bevölkerung, die m i r ihr V e r t r a u e n in einem mich oft b e s c h ä m e n - d
den und ergreifendem Maße in diesen schweren Monaten geschenkt hat.
Nun aber ist diese Zeit überstanden. Die Arbeit geht weiter, und von
ganzem H e r z e n wünsche ich dem gewählten O b e r b ü r g e r m e i s t e r Glück zu
seiner Arbeit. Möge es Ihnen, H e r r O b e r b ü r g e r m e i s t e r Reuter,vergönnt
sein, t r o t z all der u n e r h ö r t e n Schwierigkeiten, wie sie vor uns und vor
Ihnen stehen, die F r e u d e an der Arbeit zu finden, die in e r s t e r Linie in der
Überwindung der großen Not der Stadt Berlin auf allen Gebieten i h r e s L e bens vorhanden ist, Möge es Ihnen in I h r e r A m t s z e i t beschieden sein, die
Wiedervereinigung B e r l i n s und damit eine glücklichere Zukunft B e r l i n s zu
erleben.
(Lebhafter Beifall.)
Vorsteher
densburg.

SU H R : Das Wort hat H e r r B ü r g e r m e i s t e r Dr. F r i e -
        
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