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Periodical volume Nr. 94, 7. Dezember 1948, Außerordentliche Sitzung

Full text: Stenographischer Bericht Issue 1948

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Ich glaube a b e r auch sagen zu dürfen, daß die Wahl eine Bestätigung
der Gesamthaltung der Stadtverordnetenversammlung ist, ein V e r t r a u e n s beweis für den gegenwärtigen Magistrat und eine Billigung der Politik der
großen Linie, die von beiden Vertretungskörperschaften in letzter Zeit v e r folgt worden ist. F ü r diese Billigung und d i e s e s V e r t r a u e n haben wir, glaube ich, alle u n s e r e n Wählern, den B e r l i n e r n und Berlinerinnen, u n s e r e n
Dank auszusprechen.
(Beifall.)
Die V e r t r e t e r der drei westlichen Militärregierungen und zahlreiche
politische Persönlichkeiten und Körperschaften der westdeutschen Länder
haben dem Magistrat und der Stadtverordnetenversammlung i h r e Glückwünsche zu diesem Wahlergebnis zum Ausdruck gebracht.
(Bravo!)
Im Gegensatz dazu haben aber der a m t i e r e n d e sowjetische M i l i t ä r k o m m a n dant von Berlin, Oberst J e l i s a r o w , und der Vorsitzende des B e r l i n e r Sowj e t s , H e r r Ebert, es für richtig befunden, in einer F o r m gegen die Wahl
Stellung zu nehmen, die u n s e r e n Widerspruch h e r a u s f o r d e r t , um einer neuen
Dolchstoßlegende von vornherein vorzubeugen. Wenn H e r r O b e r s t Jelisa.row
von einer Fälschung der Wahl spricht, so beleidigt er die B e r l i n e r Wähler
und die mit der Durchführung der Wahl Beauftragten^
(Lebhafte Zustimmung.)
Wir haben es nicht nötig, uns Methoden zu bedienen, die offenbar in anderen
Ländern üblich geworden sind.
(Erneute Zustimmung.)
Wenn H e r r Oberst J e l i s a r o w e r k l ä r t , daß die Wahl der Verfassung
w i d e r s p r e c h e und auf die Spaltung der Stadt ausgerichtet gewesen w ä r e , so
bedauern wir, darin eine Verdrehung der Tatsachen erblicken zu m ü s s e n .
Die Stadt ist durch die Sowjets gespalten und die Durchführung der Wahlen
i m Ostsektor durch die sowjetische Militärregierung im Widerspruch zu
der Verfassung gehindert worden.
(Sehr richtig!)
Und wenn der H e r r Vorsitzende des B e r l i n e r Sowjets e r k l ä r t , daß die Wahlen r e c h t s u n w i r k s a m , verfassungswidrig und undemokratisch gewesen seien,
so hat er damit offenbar nur seine eigene Stellung zu c h a r a k t e r i s i e r e n v e r sucht.
(Sehr gut!)
Wir stellen fest: der Berliner Sowjet unter F r i t z E b e r t ist r e c h t s u n w i r k s a m , verfassungswidrig und undemokratisch.
(Zustimmung und Zuruf: Und ein Verbrechen!)
        
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