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Periodical volume Nr. 93, 3. Dezember 1948, Außerordentliche Sitzung

Full text: Stenographischer Bericht Issue 1948

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nunmehr der vor einigen Tagen gewählte sogenannte vorläufige Magi#

s t r a t alle möglichen Versprechungen der Berliner Bevölkerung gibt.
Aber es ist dafür gesorgt worden, daß in F o r m von sozialer Hilfe, von .
Speisungen, von Wärmestuben, von w a r m e r Kleidung das geschieht,
wozu wir unter den heutigen Umständen in der Lage sind.
Diese Vorkehrungen sind für ganz Berlin getroffen worden. Aber
ich darf Ihnen sagen, daß das Notwendige vorhanden ist, um in WestBerlin diese Maßnahmen durchzuführen. Das ist möglich Dank der Hilfe
ausländischer Spender, wie es Cralog, wie es das schwedische Rote
Kreuz, wie es das Internationale Rote Kreuz ist, so daß wir in d i e s e r
Hinsicht mit Ruhe dem Winter entgegengehen können.
(Bravo!)
Vorsteher S U H R : Ich frage, ob die Antragsteller von der Antwort
des Magistrats befriedigt sind. - Das ist der F a l l .
Jetzt wünscht die Fraktion der LDP noch eine Anfrage zu stellen wegen
des Brief- und Päckchenverkehrs. Das Wort hat zur Begründung H e r r Stadtv.
Schöpke.
Stadtv. S C H Ö P K E (LDP): Meine Damen und H e r r e n ! Die l i b e r a l demokratische Fraktion kann an der Tatsache nicht vorübergehen, daß
in der Bevölkerung eine tiefe Beunruhigung Platz gegriffen hat über die
Entscheidung, daß in Zukunft nur noch Postsendungen bis zu 50 g aus den
Westzonen nach Berlin gesandt werden können. Wir möchten gern wissen,
was der Magistrat unternommen hat, um diese einseitige Entscheidung wieder aufzuheben. Wir haben mittlerweile von der Verwaltung gehört, daß
diese Entscheidung von der Postverwaltung Frankfurt ausgegangen ist, und
zwar eine Entscheidung, die Berlin und die Ostzone zusammenbegreift.
Wir sind hier allerdings der Meinung, daß die westdeutschen Behörden
nun einmal fdr^ien müßten, daß die Berliner Westsektoren s i c h l n einer and e r e n Situation befinden als die Ostzone; sie müssen allmählich begreifen,
daß wir Berliner in einer Blockade leben, und daß man hier auch gewisse
Opfer bringen könnte, Opfer an Leistung, Opfer an V e r k e h r s m a t e r i a l usw.
Wir m ü s s e n verlangen, daß die Frankfurter Postverwaltung darauf hingewiesen wird, daß es ihre Pflicht sei, alles in die Wege zu leiten, um g e r a de jetzt vor Weihnachten nicht die letzte m a t e r i e l l e und postalische Verbindung auf diese Weise der Berliner Bevölkerung wegzunehmen.
E s ist nicht
gleichgültig, ob man die Berliner Bevölkerung vor dem F e s t dazu zwingt,
auf diese Dinge zu verzichten. Wir sind der Auffassung, daß es zweifellos
Mittel und Wege geben müßte, um zum mindesten in einer beschränkten Weise den Verkehr von Paketen und Päckchen zu ermöglichen. Das ist nicht nur
wichtig für Privatpersonen, sondern auch für die Wirtschaft, z. B. für den
        
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