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Periodical volume Nr. 90, 26. November 1948, Ordentliche Sitzung

Full text: Stenographischer Bericht Issue 1948

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und seines S t e l l v e r t r e t e r s , des H e r r n BranddirektorsLippstreu, liegt.
Wir stellen also fest, daß diese Anordnung des H e r r n StadtratsLübbe e r gangen i s t , ohne daß der Magistrat es überhaupt für notwendig gehalten
hat, uns von dem Untersuchungsergebnis Kenntnis zu geben.
T r o t z d e m nun der kommunistische Stadtrat Lübbe diese E r k l ä r u n g
abgibt, daß eine einheitliche Führung der Berliner F e u e r w e h r vorhanden
ist, wird aus Weißensee eine entgegengesetzte Anordnung bekannt, wonach
nur der Leiter für den Ostsektor, der Branddirektor Lüdecke, für Anweisungen berechtigt ist. Das ist so ein typischer F a l l : wer spaltet in Berlin?
Während hier von Seiten des M a g i s t r a t s der Versuch gemacht wird, eine
einheitliche Führung zu e r r e i c h e n , wird im Gegensatz dazu von seiten der
i m Ostsektor liegenden Feuerwehrabteilungen ein entgegengesetzter B e fehl gegen den Stadtrat Lübbe h e r a u s g e b r a c h t . Das ist es, was wir für
dringlich erachten. E s muß einmal nachgeprüft werden, was in der vorigen
Woche über die Verschleuderung von F e u e r w e h r m a t e r i a l festgestellt w o r den ist. Zum andern ist es ein Unding, daß der Stadtrat ohne diese Prüfung
einen d e r a r t i g e n Befehl herausgibt, und zum weiteren, daß die Stadtverordnetenversammlung ohne jeden Bescheid des M a g i s t r a t s gelassen wird.
Wir bitten also, da der Magistrat in diesem F a l l e uns keine Nachricht gegeben hat, daß der Oberbranddirektor vom Magistrat bis zur Klärung der Gesamtvorgänge vom Dienst zu beurlauben ist.
Ich mache f e r n e r auf folgendes a u f m e r k s a m . Morgen ist es eine Woche h e r , daß der Oberbranddirektor F e i e r a b e n d nichts unternommen hat,
u m die i m Ostsektor festgehaltenen F e u e r w e h r z ü g e , die zwei Lastzüge und
die Personenkraftwagen, die ft|i>-den G e s a m t b e t r i e b notwendig sind, wieder
freizugeben. Aus d i e s e m Grunde hat er e r s t r e c h t bei uns Mißtrauen e r weckt, und wir fordern eine dringende und gründliche Untersuchung durch
den Magistrat und eine Beurlaubung bis zur Klärung der Dinge.
Vorsteher S U H R : Weitere Wortmeldungen liegen nicht vor. Wir
kommen daher zur Abstimmung über den Antrag der sozialdemokratischen
Fraktion, der eben von H e r r n Stadtv. Neumann begründet wurde. Wer dies e m Antrag «eine Zustimmung geben will, bitte ich, das Handzeichen zu
geben. - Ich stelle einstimmige Annahme fest.
Das Wort hat zur Geschäftsordnung H e r r Stadtv. Markewitz.
Stadtv. M A R K E W I T Z (LDP) : Mit Rücksicht auf die vorgerückte
Zeit und angesichts der Schwierigkeiten durch die V e r k e h r s m i t t e l stellen
wir den Antrag, die Sitzung für heute zu schließen und die weitere B e r a tung auf die nächste Sitzung a m 16. Dezember zu vertagen.
V o r s t e h e r S U H R : E s ist der Antrag auf Schluß der Sitzung g e stellt worden.und der allgemeine Aufbruch zeigt, daß eine Abstimmung
überflüssig ist. Ich darf daher die Sitzung, die letzte Sitzung vor den Wahlen, schließen in der Hoffnung, daß aus den Wahlen a m 5. Dezember ein
neues arbeitsfähiges P a r l a m e n t hervorgeht. Die Sitzung ist geschlossen.
(Schluß der Sitzung 17 Uhr 59 Minuten.)
        
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