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Periodical volume Nr. 90, 26. November 1948, Ordentliche Sitzung

Full text: Stenographischer Bericht Issue 1948

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Ich glaube, es ist notwendig, daß hier eine k l a r e Entscheidung getroffen wird, um zu zeigen, daß die Bevölkerung Berlins nicht zu befürchten braucht, daß die Stadtverwaltung und das Stadtparlament den Gefahren,
die der Schule drohen, weniger Aufmerksamkeit schenken als den
Gefahren, die auf anderen Gebieten schon deutlich erkennbar geworden
sind. Wenn jetzt nicht die Möglichkeit gegeben wird, das Schulwesen unt e r die Kontrolle des M a g i s t r a t s zu bringen, was bisher von H e r r n Wildangel v e r h i n d e r t wurde, indem unter Mißbrauch der geistigen Gewalt bis
in die Westsektoren hinein Eingriffe und Übergriffe vorgenommen wurden,
die glatt auf eine kommunistische Störungs- und Verwirrungstaktik hindeuten, dann werden wir u n s e r e Pflicht v e r s ä u m t haben. E s ist u n s e r e
Aufgabe'invStadtparlament, in dem Moment, wo diese Gefahr sich ergibt,
einzugreifen, und aus diesem Grunde fördert die sozialdemokratische
Fraktion, Klarheit zu schaffen. Wir bitten Sie deshalb, möglichst einstimmig dem Antrag der sozialdemokratischen Fraktion zuzustimmen.
Stadtv. L A N D S B E R G (CDU) : H e r r Kollege. Schröter hat m i t geteilt, daß ich in irgendeiner Situation H e r r n Wildangel unterstützt hätte.
Mir ist bei der Fülle der Dinge, die ich in der Zeit meines Amtes als B e z i r k s r a t für "Volksbildung in Steglitz habe machen m ü s s e n , im Moment
nicht ein einziger F a l l d i e s e r Art bewußt.
(Stadtv. Schröter: Im J a h r e 1946.)
Das i s t schon lange her, aber ich wüßte nicht, in welcher Situation das gewesen sein sollte, wobei es möglich ist, daß bei der Fülle der Abstimmungen es vorgekommen ist. E s ist aber doch weit bekannter, H e r r Schröter,
daß bei den vielen, vielen Abstimmungen die SPD-Schulräte a u ß e r o r d e n t lich schweigsam waren und nicht gegen H e r r n Wildangel gestimmt haben.
Das wissen Sie genau so gut wie ich . Sie haben sich sehr gehütet, irgendwie gegen den Stachel zu löken, auch in der Zeit, als Winzer noch D e z e r nent war. Sie wissen, daß in dieser Zeit ich - und auch Sie, H e r r Schröter,
das gebe ich offen zu - als einsame Säulen gegen H e r r n Winzer und H e r s n
Wildangel gestanden haben, und daß die anderen H e r r e n aus I h r e r P a r t e i
sehr still und schweigsam in der Ecke standen.
(Lachen bei der SPD.)
- Sehr still und schweigsam, H e r r Neumann. Ich kann Ihnen die Namen
der Reihe nach sagen. Sie brauchen nicht zu lachen, es ist schon so,und
H e r r Schröter wird es Ihnen bestätigen müssen, denn ich weiß, daß er
bei der Wahrheit bleibt.
Was nun zum andern die Durchführung des Schulgesetzes anlangt,
so muß ich sagen, wenn hier etwa die etwas komisch aussehende V e r m u tung geäußert wird, als ob wir glaubten, durch diese Sache irgendwie
das Schulgesetz t o r p e d i e r e n zu können, so stelle ich fest, daß die Angestellten des Berliner M a g i s t r a t s , soweit sie u n s e r e r Union angehören,
obgleich die Union grundsätzlich d i e s e s Schulgesetz für falsch und undemokratisch, für intolerant und illoyal hält,
(hört! hört! bei der SPD)
        
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