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Periodical volume Nr. 90, 26. November 1948, Ordentliche Sitzung

Full text: Stenographischer Bericht Issue 1948

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w ä r e aber nicht verantwortlich, 4, 50 Mark für einen solchen Hochbezahlten
zu L a s t e n der Allgemeinheit aufbringen zu sollen, und d a r u m war die Grenze
von .300 Mark gezogen. Wir w a r e n geneigt, diese Grenze zu erhöhen, aber
inzwischen kam das neue Steuergesetz, das wesentliche E r l e i c h t e r u n g e n
b r a c h t e und eine höhere Nettoeinkommensgrenze in den niedrigen Einkommensstufen übrig ließ. Deswegen glaubte der Ausschuß, vorläufig eine E i n k o m m e n s g r e n z e nicht eintreten l a s s e n zu sollen, und damit war das Wesentliche des A n t r a g e s entschieden.
Nicht zuständig war der Ausschuß für die F r a g e der F a h r p r e i s e r mäßigung der S-Bahn. Denn auf der Stadt- und Ringbahn hat die Stadtverwaltung ja nichts zu sagen, und wie s i e i h r e F a h r p r e i s e r m ä ß i g u n g gestalten
will und gestalten kann, das muß deshalb an a n d e r e r Stelle gefordert werden.
Die F r a g e der Ausweise zur Benutzung von Schwerbeschädigtenabteilen in
den F a h r z e u g e n ist für die S t r a ß e n - und BVG-Bahnen unerheblich. Bei der
S-Bahn kommt sie nicht in Betracht, weil dort ja besondere Abteile vorhanden sind. Bei den Straßenbahnen und der Untergrundbahn sind nur einzelne
Sitzplätze eingeräumt, die j e d e r z e i t von jenen benutzt werden können, die
einen Ausweis besitzen.
Die F r a g e der Ausdehnung dieser Ausweise auf Leichtbeschädigte
und auf Mitglieder der NSDAP ist von einer Bedeutung, die nach zwei Richtungen hin entscheidend ist. Die F r a g e der Leichtbeschädigten ist heute dahin entschieden, daß die V e r s i c h e r u n g s a n s t a l t Berlin ihnen ebenfalls A u s weise e r t e i l t und daß sie dafür eine b e s t i m m t e bevorrechtigte Abfertigung
erhalten. Es liegt also kein vernünftiger Grund vor, diese Ausweise zu e r weitern.
Was die Mitglieder der NSDAP anlangt, so sind wir des Glaubens g e wesen, daß durch die jetzt r a s c h fortschreitende Entnazifizierung diese
ganze F r a g e wahrscheinlich in ganz k u r z e r F r i s t völlig nebensächlich sein
wird. F ü r die Belasteten aber auf Kosten der Allgemeinheit Vergünstigungen einzuführen, hielt der Ausschuß nicht für zweckmäßig.
(Sehr richtig!

bei der SPD.)

Darum glaube ich, Ihnen heute doch die Annahme des Ausschußbes c h l u s s e s empfehlen zu können. Ich tue das in der Überzeugung, daß in
der neuen P e r i o d e des Stadtparlaments diese F r a g e uns noch einmal gener e l l beschäftigen wird und daß wohl keine P a r t e i sich in d i e s e r F r a g e der
F ü r s o r g e für die Schwerbeschädigten von irgendeiner anderen übertreffen
l a s s e n wird.
Stadtv. von W E D E L - P A R L O W (LDP) : Meine Damen und
H e r r e n ! Ich habe nur mit ein paar,Worten die Zurückziehung u n s e r e s Ant r a g e s auf Rückverweisung an den Ausschuß zu begründen. Die Gegensätze
in u n s e r e n Auffassungen sind, wie wir aus den heutigen Verhandlungen e r sehen und auch aus den Verhandlungen im Ausschuß e r s e h e n foaben, ,, so
grundsätzlich, daß nach u n s e r e r Meinung nur eine Abstimmung ein k l a r e s
Bild ergeben wird, Wir sprechen aber nochmals vor der Öffentlichkeit
        
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