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Periodical volume Nr. 90, 26. November 1948, Ordentliche Sitzung

Full text: Stenographischer Bericht Issue 1948

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die S t a d t v e r o r d n e t e n v e r s a m m l u n g dem E r l a ß der P o l i z e i v e r ordnung, b e t r . den Nachtrag Nr. 29 zur Bauordnung für die
Stadt Berlin vom 9. November 1929 im allgemeinen zustimmt,
nur eine Abänderung in den § § 7 und 9 vorgenommen werden
soll, indem die vorgeschlagene Traufhöhe von 3, 50 auf 4, 00 m
festgesetzt wird.
Wer dem Nachtrag Nr. 29 zur Bauordnung für die Stadt Berlin mit der
eben vorgelesenen vom Ausschuß für Bau- und Wohnungswesen b e s c h l o s senen Änderung seine Zustimmung geben will, bitte ich, das Handzeichen
zu geben, - Das ist einstimmig b e s c h l o s s e n .
Ich rufe nunmehr auf die Nr. 28 u n s e r e r Tagesordnung und verbinde
die Beratung mit der nächstfolgenden Nr. 29 der Tagesordnung. E s handelt
sich h i e r um die beiden "Vorlagen 1110 und 1111, die Sie in der Drucksache
145 finden, um die
zweite Beratung der Anträge der F r a k t i o n der LDP
über die Gewährung des Schwerbeschädigten ^Ausweises
und über die Vergünstigung für Schwerbeschädigte.
Ich habe zu fragen, ob die B e r i c h t e r s t a t t e r dazu das Wort wünschen.
(Wird verneint. )
Das i s t nicht der F a l l . Wir kommen daher zur Abstimmung. - Das Wort
hat H e r r Stadtverordneter von Wedel-Parlow.
Stadtv. von W E D E L - P A R L O W (LDP) : Meine Damen und
H e r r e n ! Die F r a k t i o n der L i b e r a l - D e m o k r a t i s c h e n P a r t e i bedauert den B e schluß des Sozialpolitischen A u s s c h u s s e s in beiden Punkten und lehnt ihn
grundsätzlich ab, da er in keiner F o r m den Anträgen der L i b e r a l - D e m o k r a tischen P a r t e i zu diesen F r a g e n gerecht wird. Meine Damen und H e r r e n ,
ich halte mich daher für verpflichtet, über diese Anträge der L i b e r a l - D e m o k r a t i s c h e n P a r t e i und ihren Sinn Ihnen doch noch ein p a a r Worte zu sagen.
E s handelte sieh dabei darum, daß die Schwerbeschädigtenausweise endlich
für alle gleichmäßig geschaffen werden sollten, daß also die .Bestimmung,
daß z. B. ehemalige P a r t e i g e n o s s e n der NSDAP keine Schwerbeschädigtenausweise erhielten, wegfallen soll, da wir der Ansicht sind, daß diese ja
auch in den A r b e i t s p r o z e ß hineinwachsen müssen, daß es sich hierbei u m
ein Gesetz handelt, das für die Dauer sein soll, und es nicht angeht, daß
wir auf die Dauer Grenzen bei den Schwerbeschädigten zweier Klassifizierungen schaffen. Wir sind der Ansicht, daß, wer schwerbeschädigt ist,
schon ein so s c h w e r e s Leid auf sich genommen hat, daß es nicht berechtigt
i s t , für ihn noch w e i t e r e Folgerungen entstehen zu l a s s e n oder vor allern
ihn vom A r b e i t s p r o z e ß auszuschließen, da Sie ja wissen, daß ein Schwerbeschädigter nicht in ein A r b e i t s v e r h ä l t n i s aufgenommen werden kann,
wenn er nicht über einen Schwerbeschädigtenausweis verfügt.
E s e r s c h e i n t uns auch vom sozialen und anderen Standpunkten aus
nicht gerecht, daß diese Schwerbeschädigtenausweise an Leute über 65

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