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Periodical volume Nr. 90, 26. November 1948, Ordentliche Sitzung

Full text: Stenographischer Bericht Issue 1948

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Nun aber hat B e r l i n s Bevölkerung und Wählerschaft die Aufgabe,
a m 5. Dezember ihr U r t e i l über u n s e r e Arbeit abzugeben. Ich glaube,
wir brauchen d i e s e s U r t e i l nicht zu fürchten. M i t l h n e n allen bedauere
ich, daß nicht alle Sektoren B e r l i n s sich an der Wahl beteiligen können.
Ich b e d a u e r e , daß die P a r t e i , die i m m e r wieder die schärfste Kritik
geübt hat, sich selber von der Wahl ausschließt. Aber wenn wir nunmehr
auch nicht mit dem Ostsektor z u s a m m e n wählen können, sondern wenn
der F a l l eintritt, wie er auch i m übrigen Deutschland früher m e h r m a l s
eingetreten ist, daß ein Teil B e r l i n s von der Wahlurne noch fernbleiben
muß, so i s t es doch so, daß wir in der Wahl i m Westsektor ganz B e r l i n
v e r t r e t e n . Das Wohl des O s t s e k t o r s hängt mit dem Ausfall der Wahl genau so z u s a m m e n wie das Wohl der Westsektoren. Ich will in d i e s e m Augenblick nur die aufrichtige Hoffnung a u s s p r e c h e n , daß alle Wähler und
Wählerinnen sich d i e s e r T a t s a c h e bewußt sind, daß sie sich i h r e r V e r pflichtung bewußt sind und daß das Wahlergebnis des 5. Dezember die
G r u n d l a g e dazu bildet, daß Berlin einer b e s s e r e n Zeit entgegengeführt
wird, daß es wieder als Reichshauptstadt Deutschlands zum Wohle ganz
Deutschlands a r b e i t e n kann.
(Allseitiger lebhafter Beifall.)
V o r s t e h e r S U H R : Meine Damen und H e r r e n ! Ich habe Sie d a r auf a u f m e r k s a m zu machen, daß Ihnen neben der gedruckt vorgelegten T a gesordnung heute noch eine hektographierte Nachtragstagesordnung zugegangen i s t , die nur einen Punkt umfaßt, nämlich die lfd. Nr. 39, D r u c k s a che 148/1142, Vorlage zur Beschlußfassung über die zweite Ergänzung zur
Wahlordnung 1948. Dazu gehört die ergänzende Drucksache 148, die die
Dringlichkeitsvorlage über die zweite Ergänzung zur Wahlordnung 1948
enthält, die der Magistrat v o r g e s t e r n in seiner Sitzung b e s c h l o s s e n hat
und in der die Wahlordnung dahin abgeändert wird, daß die Wahl in der Zeit
von 8 b i s 20 Uhr a m 5. D e z e m b e r 1948 stattfinden soll.
In d i e s e m Zusammenhang darf ich Ihnen ein hier eben ü b e r r e i c h t e s
Schreiben des H e r r n französischen Verbindungsoffiziers bekanntgeben,
das folgendermaßen lautet:
Die französische M i l i t ä r r e g i e r u n g hat an den V o r s t e h e r der
S t a d t v e r o r d n e t e n v e r s a m m l u n g B e r l i n folgendes Schreiben g e richtet:
Die französische M i l i t ä r r e g i e r u n g B e r l i n s ordnet folgendes
an:
1. Die Abänderung der Abschnitte 73a und b zu der von der
S t a d t v e r o r d n e t e n v e r s a m m l u n g und dem M a g i s t r a t für die
unter dem 5. Dezember 1948 stattfindenden Stadtwahlen
beschlossenen Wahlordnung 1948 ist, was die f r a n z ö s i s c h e
M i l i t ä r r e g i e r u n g B e r l i n s anbelangt, h i e r m i t genehmigt.
(Bravo!)
        
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