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Periodical volume Nr. 54, 29. Januar 1948, Ordentliche Sitzung

Full text: Stenographischer Bericht Issue 1948

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muß viel schärfer als bisher angewandt werden. Vorher muß aber
e r s t die Einwilligung der sowjetischen Militärverwaltung vorliegen,
damit der Kopftausch durchgeführt werden kann.
(Zuruf von der SED: Das ist ja vorgesehen!)
Ich weiß, wie enorm die Schwierigkeiten bei der ärztlichen B e treuung sind. Ich kann den Ä r z t e n keinen Vorwurf machen, daß sie
zum Teil d r e i , vier, fünf Patienten zugleich in ihr B e h a n d l u n g s z i m m e r
hereinnehmen. Zum Teil nehmen sie sie gar nicht h e r e i n . Die Menschen drängen sich einfach zusammen herein, wenn man einen h e r e i n rufen will. Das ist bedauerlich, aber so sind tatsächlich die Verhältn i s s e in F r i e d r i c h s h a i n . Wir hatten doch früher 203 Ä r z t e , heute nur
noch 63. Wenn auch die Bevölkerung etwas zurückgegangen ist, so
sind doch auch die Krankenziffern im Verhältnis zu früher viel größer
geworden. Wir brauchten also wieder so viele Ä r z t e . F r i e d r i c h s h a i n
und Mitte sind ja die Bezirke, die am meisten gelitten haben.
Die Hauptsache ist, worauf meine V o r r e d n e r i n schon hingewiesen hat: wir m ü s s e n den Ärzten ein entsprechendes Umzugsgeld geben,
evtl. auch den Umzug für diejenigen bezahlen, der aus dem Ostsektor
nach dem Westen übersiedelt. Arztmeldungen liegen genug vor. Wir
brauchen uns deswegen um eine zwangsweise Umdirigierung der Ä r z t e
nicht m e h r zu bemühen. Wenigstens in F r i e d r i c h s h a i n liegen genügend
Angebote vor. E s fehlen aber die Wohnungen, und das ist das Ausschlag
gebende.
Deshalb beantrage ich auch für die sozialdemokratische F r a k t i o n
die Überweisung der Vorlage an den Gesundheitsausschuß. Die Hauptsache aber wird nachher der Hauptausschuß b e r a t e n m ü s s e n , um die
dafür notwendigen Gelder zu bewilligen.
Stadtv. - V o r s t e h e r Dr. S U H R : Die R e d n e r l i s t e ist erschöpft;
die A u s s p r a c h e ist geschlossen.
E s ist der Antrag auf Überweisung an den zuständigen Gesundheitsausschuß gestellt worden. Wer diesem Antrag zustimmen will,
bitte ich, das Handzeichen zu geben. - Das ist einstimmig b e s c h l o s s e n .
Wir kommen nunmehr zur lfd. Nr. 51 der heutigen Tagesordnung:
Vorlage 557, Antrag der Fraktion der LDP über Stellung
der P o l i z e i .
Das Wort hat H e r r Stadtverordneter Schwennicke.
Stadtv. S C H W E N N I C K E (LDP): Meine Damen und H e r r e n !
Die Liberaldemokratische P a r t e i hat folgenden Antrag gestellt:
        
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